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Full text of "Die schmetterlinge von Europa"

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Illinois State 


LABORATORY of NATURAL HISTORY, 


CHAMPAIGN, ILLINOIS. 


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Schmetterlinge von Europa. 
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8 Bon 
£ Ferdinand Ochſen heimer, ; 
Schauſpieler bey dem Kaiſerl. Königl. Hoftheater in Wien. Mir 
glied der Geſellſchaft naturforſchender Freunde in Berlin und der 
| | Wetterauiſchen Geſellſchaft für die geſammte Naturkunde. 
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i 
7 
— 


Leipzig, bey Gerhard Fleiſcher dem Jüngern, 


181. 


« 


Umfonft ſchmuͤckt ſich, gleich Himmeln, die Natur 
Den Augen, die nicht ſeh'n. 


J. L. Huber. 


J. 


Dem Andenken 


ſeines unvergeßlichen Freundes 


H. Las peyres 


gewidmet 


von 


dem Verfaffer, 


/ 


VI 


gen. Jetzt nur ein paar Worte uͤber dieſen Band und 
das darin enthaltene Syſtem. 


Ich habe fuͤr noͤthig gefunden, den Unterſchied 
zwiſchen Spinnern und Eulen, da die bisher an⸗ 
gegebenen Kennzeichen mir ſchwankend und unzuverlaͤſ⸗ 
ſig ſchienen, aufzuheben, beyde Gattungen, nach dem 
Beyſpiele meiner Vorgaͤnger, in mehrere einzelne auf⸗ 
zulöfen und ſie in der natuͤrlichſten Ordnung, welche 
die Kenntniß der Metamorphoſen, oder ihre Ana⸗ 
logie mir an die Hand gab, aufzuſtellen. Ob dieſer 
Verſuch mir gelungen iſt, wird das Urtheil der Ken⸗ 
ner entſcheiden. Schrank hat durch feine Betrach⸗ 
tung uͤber die ſyſtematiſche Anordnung der Schmetterlin⸗ 
ge, (Fauna boica, B. 2. Abth. 2. S. 141. u. s. W.) 
ungeachtet er das meiſte nur fuͤr Bruchſtuͤcke ausgiebt, 
den Dank aller Lepidopterologen verdient. Latreille 
(Genera Crustaceorum et Insectorum, Tom. IV.) 
behaͤlt faſt alle Gattungsnamen Schranks bey den Spin⸗ 
nern bey, verbindet damit die des Fab rizius und fuͤgt 
einige neu erfundene hinzu; uͤber die Eulen ſpricht er nur 
im Allgemeinen, ohne ſich in eine beſondere Claſſification 
einzulaſſen. Ich hielt es fuͤr Pflicht, um auch den Sy⸗ 
ſtematikern, welche die Kennzeichen der Gattung nur 
von dem vollendeten Inſekt nehmen wollen, Genuͤge zu 
leiſten, meinen Gattungsnamen, wo es moͤglich war, 
die Bedeutung irgend einer in die Augen fallenden Ei⸗ 
genſchaft deſſelben zu geben; daher ließ ich mehrere Be⸗ 
nennungen Schranks, die nur von den Raupen ge⸗ 
nommen ſind, ungebraucht. Manches bleibt mir noch 


N VII 


kuͤnftig nachzuholen, oder zu berichtigen uͤbrig: vorzuͤg⸗ 


lich koͤnnen bey der Gattung Psyche, die ſich feit dem 
Drucke um einige noch unbeſchriebene Arten vermehrt 


hat, wichtige Beytraͤge aus meinen eigenen Erfahrun⸗ 


gen in ihrer Naturgeſchichte nachgeliefert werden, wel⸗ 
che, da ſie zum Theil noch eines befriedigenden Reſul⸗ 
tats beduͤrfen, in einem Anhange nachfolgen ſollen. 


Einzelne Arten, die man in dem Syſteme vermiſſen 


wird, weil ich ſie entweder in der Natur nicht verglei⸗ 
chen, oder bey keiner Gattung dieſes Bandes unterbrin- 
gen konnte, (wie z B. bey Bomb. Thalictri Hübn. 


der Fall iſt), werden erſt in der Folge vorkommen. 


Unterſtuͤtzt durch H. Dahl's unermuͤdeten Fleiß 
in Aufſuchung der verborgenſten Inſekten, durch die 
wichtigen Entdeckungen, welche von ſeinem diesjaͤhri⸗ 


gen Aufenthalt in Kaͤrnthen zu erwarten ſind, hoffe ich 


in dem naͤchſten Bande ſchaͤtzbare Neuigkeiten liefern 
zu koͤnnen. Es iſt ſchade, daß dieſer in ſeiner Art ein⸗ 
zige Mann in Hinſicht ſeines Unterhaltes nur von dem, 
oft nicht ſehr ergiebigen, merkantiliſchen Verkehr mit 
den Liebhabern der Entomologie abhaͤngt, und daß kei⸗ 


ne oͤffentliche Anſtalt zum Vortheil der Naturgeſchichte 


ihn in den Stand ſetzt, ohne Nahrungsſorgen ſich ganz 
dem Geſchaͤfte zu widmen, das er mit ſo gutem Erfolge 


fuͤr die Wiſſenſchaft begonnen hat. 


* 


Der unerſaͤttliche Tod raubte mir in dem edeln 
Laspeyres einen unerſetzlichen Freund und den er— 
ſten Beförderer meines Unternehmens. Sch fühle mich 


vun 


zu arm an Worten, feine Verdienſte um mich nach Wuͤ⸗ 
de darzuſtellen, aber ſein Andenken wird nie in meinem 
Herzen erloͤſchen und die Huldigung, welche ich ihm hier 
darbringe, ſey eine Blume auf ſein fruͤhes Grab und 
ſage der Welt: daß Er mein Freund war. 


Wien, im Juny 1810. 


Ferdinand Ochſenheimer. 


SATURN TA 


7 


Die Fuͤhler ſind auf beyden Seiten des Schaftes ge⸗ 
kaͤmmt, bey dem Manne ſehr anſehnlich, bey dem Weibe 
nur gekerbt; die Flügel gerundet, am Außenrande einge- 
bogen, jeder mit einer pfauenaugigen Makel. Der Hin⸗ 
terleib fuͤhrt hellere Einſchnitte. Ohne Sauger. | 

Die Raupen find glatt und haben auf jedem Gelenke 

ſechs ſternfoͤrmige, mit ſteifen Borſten und einzelnen Haa⸗ 
ren beſetzte Erhoͤhungen. 
Das Gewebe iſt birnfoͤrmig, pergamentartig hart, 
mit einer engen Oeffnung am Vordertheile, welche mit 
elaſtiſchen Borſten, die ſich auswaͤrts zuſammenneigen, 
verſchloſſen iſt. 

Die Puppe iſt rundlich, nach hinten oe mit 
einer borſtigen Endſpitze. x 


Phal. Attacus Linn. 
SATURNIA, Schrank, Taun. boic. 
Lat reille „Genera Crustaceorum et Insectorum etc. 


L 


Dritter Band. A 


2 \ % 
Pr 


1. SATURNIA PERI. 


S. alis rotundatis, griseo fuscoque mebulosis fasciatisque, 


ocello nictitante. 


Hübner, Bomb. Tab. 15. f. 56. 10 S. 116. 
n. 3. Birnſpinner, B. Pyri. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, A. a. 

fig. 1. a. (Eyer) b. (Raupe) c. (Gewebe). | 

Wien. Verz. S. 49. Fam. B. n. 1. Birnſpinner, B. 
Pyri. 

Tlliger, N. Ausg. 1.B.8.63.n.1 —— 

Linne, S.N. I. 2. 810. 7. G. A Athens pa- 
vonia major. 

Fabr. E. 8. III. I. 417. 32. C. B. paronis 
major. 

G eoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 100. n. 1. Le grand 
paon de nuil. 

Scopoli, Ent. Carn. 191. 482. Phal. Pavonia. 

Roͤſel, Inſ. Bel. IV. Th. Tab. XV. XVI. XVII. 
S. 117. Tab. XXIII. S. 137. 

Eſper, Schm. III. Th. Tab. I. I ©. 28. Ph. Attac. 
Pavonia 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CXXX. f. 176.a—f. 
Pl. CXXXI. f. Mes gi. pag. 72. Le grand Paon 

d'e Nuit. 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 33. n. 631. Ph. P 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p.. 168, n. 1073. B. 
Pavonia major. Nov. ed. Illig. pag. 270. n. 
1073. —— 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. A N. B. Pyri. 

Schrank Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 248. 
1420. B. Py ri. 2. Abth. A 149. . yR e 
nia Py ri. 


3 28 
Be, Verz. 2. A. S. 81. n. Gi 630. Ph. Att. 


‚Pavonia major. . 


Schwarz, enn S. 366. — 45 


\ 


Die Fühler find ockergelb, Kopf und Rüden ſchwaͤrz⸗ 
lichbraun, der Halskragen weiß, der Hinterleib ſchwarz⸗ 
braun und weißgrau geringt. - 

Die Borderflügel find weißgrau, an der Wurzel 
und vor dem Außenrande ſchwarzbraun. Ein ſchwarz⸗ 
brauner, einwaͤrts rothgeſaͤumter, nicht bis zum Vorder⸗ 
rande reichender, ſchiefer Querſtreif ſteht gegen die Wur⸗ 
zel und ein gelber, beyderſeits rothgerandeter Zackenſtreif 
zieht ſich, in ſchiefer Richtung, von der Fluͤgelſpitze nach 
dem Innenrande. 

Die Hinterfluͤgel ſind von der Wurzel aus roͤthlich⸗ 
grau gefaͤrbt; zwey ſchwarzbraune Wellenſtreifen ſtehen an 
derſelben und eine rothgraue, einwaͤrts dunkler geſaͤumte 
Zackenlinie begrenzt ein ſchwarzbraunes Feld vor dem Au⸗ 
ßenrande. Der Saum aller Flügel iſt breit, gelb, nach 
außen braungrau, vertrieben. In der Mitte eines jeden 
Fluͤgels ſteht ein ſchwarzer Augenfleck, mit einem weißen 
durchſichtigen Mondſtriche und einer braungrauen Einfaſ⸗ a 
ſung, welche nach innen erſt weiß, dann roth gerandet 
iſt. Das Ganze wird durch einen ſchwarzen Ring be⸗ 
5 

Abaͤnderungen in Anſehung der helleren oder dunkle⸗ 
ren Grundfarbe ſind haͤufig; zuweilen fehlt der ge 
Zackenſtreif der Vorderfluͤgel ganz. 

Das Ey iſt laͤnglichrund, roͤthlich, die Raupe, nach— 
dem ſie bey jeder Haͤutung ſich veraͤndert, — erwachſen, 
gelbgruͤn, in den Seiten dunkler, mit ſechs hellblauen, 
zuweilen roſenrothen, ſternfoͤrmigen, mit ſteifen Borſten 
und zwey langen, am Ende kolbigen Haaren beſetzten 
Erhoͤhungen. Uiber der Schwanzklappe und auf jedem 
8 ̃ A 2 


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4 


der Nachſchieber ſteht ein hochrother Fleck und eben ſo ſind 
die Luftloͤcher gefaͤrbt. Sie lebt im July und Auguſt 
auf Birnbaͤumen (Pyrus communis), Pflaumen (Pru- 
nus domestica), Aprikoſen (Prunus Armeniaca), 
Pfirſichen (Amygdalus Persica), Mandel-, Aepfel⸗ 
und Kirſchbaͤumen. Am haͤufigſten fand ich ſie auf Ruͤſtern 
(Ulmus campestris) und Nußbaͤumen (Juglans regia). 

Das Gewebe iſt gewoͤhnlich dunkelbraun, zuweilen 
weißgrau und beſteht äußerlich aus groben Fäden, ſonſt iſt 
es pergamentartig, am hintern Ende rund, gegen das 
vordere verengt, mit einer fiſchreuſenfoͤrmigen Oeffnung. 
Die Puppe iſt an den Fluͤgelſcheiden ſchwarz, übrigens 
ſchwarzbraun, mit rothbraunen Einſchnitten und einer 
kurzen borſtigen Endſpitze. Der Schmetterling erſcheint 
im May und iſt in dem ſuͤdlichen 1 nirgends eine 
Seltenheit. 


2. SATURNIA SPINI. 


S. alis rotundatis fuscis, albido cinereoque nebulosis 


fasciatisque, ocello nictitante.e Mas et foemina 


x 


concolores. f i * 


Hübner, Bomb. Tab. 14. f. 55. (mas.) Text, S. 

116. n. 2. Schwarzdornſpinner, B. Spini. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae: A. fig. 27 
a. (Raupe). 

Wien. Verz. S. 49. Fam. B. n. 2. Schwarzdorn⸗ 
ſpinner, B. Spinı. Nr 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 64. n. 2. — 

— — Magaz. II. B. S. 46. n. 2. —— 

Tabr. E. S. III. 1. 417. 32. b. B. pavonia media. 


— 


5 


Esper, Schm. III. Th. Tab. III. f. 1— 3. S. 35. 


Ph. Attac. Pavonia media. 
Pap. d' Europe, I. IV. Pl. CXXXII. f. 177. 
a — h pag. 77. Le Paon moyen. a 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 31. u. 2. B. Spini. 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 2 48. n. 
142 1. B. Spini. 2. Abth. S. 149. n. 2. Satur- 
nia Spini. 
Lang, Verz. 2. A. S. 8 1. n. 637. 638. Ph. Att. 
Spini. | 
Schwarz, Naupenkal. S. 370: Ph. Att. Pavonia 


media. 


Die Fuͤhler ſind braͤunlichgelb, bey dem Weibe nur 
gekerbt, doch wechſeln lange Faſern mit kuͤrzern ab. Kopf 
und Ruͤcken ſind ſchwarzbraun, der Halskragen weiß, der 
Hinterleib dunkelaſchgrau, mit weißgrauen Einſchnitten. 

Die Fluͤgel ſind ſchwarzgrau, mit einem breiten 
weißlichen, graubraun ſchattirten Saume. Der Vorder— 
rand der vorderen iſt weißgrau und fuͤhrt im Außenwinkel 
eine rothe, weißbeſtaͤubte Makel. Von ihr laͤuft ein 
weißlicher, auf beyden Seiten ſchwaͤrzlich geſaͤumter, ſtark 
gezackter Streif in ſchiefer Richtung nach dem Innenrande, 


fo, daß er hinter dem Augenflecke der Hinterfluͤgel auf 


den zweyten Querſtreif derſelben trift. Vor der ſchwarz⸗ 
grau gefaͤrbten Wurzel ſteht eine weißliche, auswaͤrts erſt 
roth, dann ſchwarzbraun begrenzte gerade Binde, welche 
nicht bis zum Vorderrande reicht. Die Hinterfluͤgel find 


wie bey Sat. Pyri, nur abſtechender, gezeichnet. Der 
Augenfleck ſteht in einem weißlichen, zuweilen roͤthlich 


angeflogenen Felde und iſt wie bey der vorhergehenden Art 
geſtaltet, aber der erſte Ring iſt ockergelb und einwaͤrts 
erſt dunkelroth, dann blaͤulichweiß gerandet. 8 

Die Unterſeite iſt heller als die obere, aber glei 


\ . Nn. e ! 
| gezeichnet; im Außenwinkel der Hinterfluͤgel ſteht immer 


N 


6 


ein runder weißer, zuweilen roth angeflogener Fleck. Mann 
und Weib unterſcheiden ſich nur durch die Fuͤhler und die 
Geſtalt des Hinterleibes. 

Die Raupe lebt im May und Jun auf Schwarz⸗ 
dorn (Prunus spinosa), auch auf dem wilden Apfel 
baume (Pyrus Malus sylvestris), Ruͤſtern (Ulmus 
campestris) und wilden Roſen (Rosa canina). Sie iſt 
vom Ey an ſchwarz, mit ſtahlblauen, nach der letzten 
Haͤutung aber goldgelben ſternfoͤrmigen Knoͤpfen. 

Das Gewebe iſt wie bey Sat. Pyri, braun oder 
weißlich, die Puppe laͤnger geſtreckt und hinten ſpitziger; 
der Schmetterling entwickelt ſich im May, ſehr oft auch 


erſt im zweyten Jahre und iſt im ſuͤdlichen Deutſchland, N 


in Ungarn und dem ſuͤdlichen Rußland einheimiſch. 


5: SATURNIA CARPINI. 


S. alis rotundatis, griseo cinereoque nebulosis fasciatis- 


que, ocello nictitante; posticis maris fulvis. 


Hübner, Bomb. Tab. 14. f. 53. (mas.) 54. (foem.) 


Text, S. 116. n. 1. Haynbuchenſpinner, B. Car- 


ini. 

Bi Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae. A. fig. ı. 
a. (Raupe.) b. (Gewebe.) o. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 50. Fam. B. n. 3. eee 
ſpinner, B. Carpini. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. BB: 68. 1. . 

Linné, S. N. I. 2. 810. 7. ae. Ph. Attacus pa- 
voni a minor. 

— — Faun. suec. ed. 2. 291. 1099. B. pavonia. 


9 


m 7 

Fa br. E. S. III. 1. 417. 32. a. B. pavonia minor. 

- Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 101. n. 3. Pl. XII. 

F. J. II. III. Le petit paon. p. 101. n. 2. Le paon 
moyen. 

Scopoli, Ent. Carn. 192. 483. Ph. Pavoniella. 

De Geer, Uiberſ. v. ni I. B. 2. Q. S. 47. Tab. 
19. f. 1— 11. 4. Q. S. 120. Tab. 19. f. 7. 8. 
II. B. 1. Th. S. 206. n. 1. 

Roͤſel, Inf. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. IV. V. 
S. 25. 

Schaeffer, Element. Tab. XIII. f. V. Tab. XC VIII. 
f. II. 

leon. Tab. LXXXIX. f. 2 — 5. Nomencl. 

Panz. p. 102. B Pa vonia minor. 

Sepp, Neederl. Ins. Nacht- Vlind. v. tweede Gez. 
d. eerste Bende. Tab. X. XI. | 

Sulzer, Kennz. d. Inſ. Tab. XVI. . 92. S. 38. 1. 
Ph. pavonia. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. IV. f. 1 — 6. S. 35. Ph. 
Attac. pavonia minor. 

Pap. d' Europe, T. IV. PL CXXXIII. f. 178. 
a — h. Suppl. Pl. II. Cl. Ire. f. 178. i. k. I. Pag. 
80. Le petit Paon de Nuit. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XXXII. XXXIII. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. I. Pl. I. 15 \ 

Schwarz, Beytr. Tab. V. f. 1— 8. S. 42. Rau: 
pen des B. pavonia minor. 

Müller, Faun. Fidr. 38. 348. 80 pavonia. 

— — Zool. Dan. 117. 1347. - 

Fueßl. een Inſ. ©. 35. n. 320 Ph. Pavo- 

b niella. 

— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 268. Ph. Pa vo- 
nia minor. 

— — N. Magaz. I. B. 3. St. S. 149. n. 69. Ph. 


Pavonia. 


ur | 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 34. n. 3. B. Carpini. 

— — Rhein. Magaz I. B. S. 328. n. 154. —— 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 168. n. 1072. B. Paro- 
nia 1 Nov. ede Illig. 5 269. n. 1072.—— 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 29. n. 1. B. Car- 
pini. 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 2. B. 3. St. S. 
394. n. 1. Ph. pavonia minor. S. 428. A. 

9 VIII. St. S. 127. XII. St. S. 72. Tab. II. 

6. (Ein Zwitter.) XIX. St. S. 215. n. 7. - 

e Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 2 49. n. 1422. 
B. Carpini. 2 2. Abth. S. 149. Saturnia Car- 
pini 

Lang, Verz. 2. A. S. 81. n. 631 630 Ph. At- 
tac. Pavonia minor. 

Brahm, Inſ. Kal. S. 175. n. 83. S. 450. n. 315. 

B. Carpini. 

Schwarz, Raupenkal. S. 234. 375 Ph. Attac. 


Pa vonia minor. 


Folgende Merkmale unterſcheiden dieſe Art von der 
vorhergehenden: 

Die Fuͤhler ſind bey dem Manne braͤunlich, bey dem 
Weibe ockergelb, bey letzterem nur ſehr ſchwach und eins 
foͤrmig gekerbt, Kopf, Ruͤcken und Hinterleib graubraun, 
letzterer weiß geringt. 

Der Mann iſt betraͤchtlich kleiner, auf den Hnder⸗ 
fluͤgeln, welche am Saume tiefer eingeſchnitten ſind, roth— 
grau und ſchwaͤrzlich beſtaͤubt; der Augenfleck ſteht in 
einem nach außen und innen weißen, ſcharfbegrenzten 
Felde. Die Hinterfluͤgel find in der Mitte orangegelb, - 
dann ſchwarzbraun, und der Saum iſt roth und dunkler 
ſchattirt. Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel gelb, 
die hinteren roth und der Augenfleck ſteht in einem weißli⸗ 
chen Felde. 5 


9 f ö 
* * 
— — ——— 2 


Das Weib gleicht dem von Sat. Spini, aber es 
iſt heller gefaͤrbt, die erſte Binde vor der Wurzel iſt ge⸗ 
gen den Vorderrand einwaͤrts gebogen, der aͤußere Zacken. 
ſtreif iſt mehr wellenfoͤrmig und endigt ſich am Innenrande 

gerade uͤber dem Augenflecke der Hinterfluͤgel. Auf der 
Unterſeite dieſer fehlt der runde weiße Fleck im Außen⸗ 
winkel. 

Die Raupe findet man im May und Juny, oft auch 
noch im July auf Schlehen (Prunus spinosa), Hayn⸗ 
buchen (Carpinus Betulus), Eichen (Ouereus Robur), 
Erlen (Betula Alnus), Birken (Betula alba), Saal⸗ 
weiden (Salix caprea), wilden Roſen (Rosa canina), 
Haide (Erica vulgaris), Erdbeeren (Fragaria vesca) 
und Heidelbeeren (Vaccinium Myrtillus). Erwachſen 
ift fie hell⸗ oder dunkelgruͤn, mit einem ſammetſchwarzen 
Guͤrtel auf jedem Gelenke, (der auch manchmal fehlt,) 
in welchem ſechs gie oder roſenrothe Wan 
Knoͤpfe ſtehen. 

Das Gewebe iſt wie das der vorhergehenden Arten 
gebaut, aber von außen glatter, mit wenigeren groben 
Faden umſponnen, pergamentartig, braungelb oder weiß- - 
lich, — die Puppe ſchwarzbraun, an den Einſchnitten 
des ur ‚gelblich. 

Der Schmetterling kommt im April und May zum 
Vorſchein und iſt allenthalben in Europa zu Hauſe. 


Anmerkung. 


Durch die Begattung von Sat. Spini und Car- 
pini iſt, nach zuverläſſigen Erfahrungen, eine Baſtartart 
entſtanden, welche ſich in Wien in einigen Sammlungen 
unter dem Namen: Pavonia hybrida befindet. Ich 
habe ihrer bereits in der Einleitung zum zweyten Bande 
S. VIII. erwaͤhnt, und gebe hier die naͤhere Beſchreibung 
nach einem vollkommenen Paare, das ich von dem verſtor⸗ 
benen H. Radda erhielt. 


10 | 
\ 7 

Der Mann gleicht in Geſtalt und Zeichnung dem von 
Sat. Carpini, doch iſt er etwas groͤßer, die Grundfarbe { 
graubraun, roͤthlich gemiſcht, die erſte Querbinde neigt ſich 
gegen den Vorderrand nur wenig einwarts, der zwente wel: 
lenfoͤrmige Streif endigt ſich uͤber dem Augenflecke der 
Hinterfluͤgel, welche in der Mitte gelbgrau gefaͤrbt ſind. 
Die Unterſeite iſt auf den Vorderfluͤgeln gelbgrau, auf den 
hinteren roͤthlich angeflogen, mit einem weißen Mittelflecke, 
in welchem das Auge ſteht. Die weiße Makel am Außen⸗ 
winkel derſelben zeigt ſich deutlich. 
Das Weib hat die Fühler wie Sat. Spini, die Wel⸗ 
lenlinie der Vorderfluͤgel wie der Mann, der erſte Quer⸗ 
ſtreif gegen die Wurzel trift auf den der hinteren und der 
weißliche Mittelraum derſelben, worin der Augenfleck ſteht, 
iſt, beſonders gegen den Innenrand, breiter. 

Man hat zu beobachten verſaͤumt, ob dieſe Baſtartart 
ſich weiter fortpflanzte; auch die Raupen ſollen zwiſchen 
Sat. Spini und Carpini das Mittel gehalten haben. 


11 


Durch Fluͤgelſchnitt, Zeichnung und Verwandlungs⸗ 


geſchichte unterſcheidet ſich dieſe in Europa freylich nur ein⸗ | 


zige Art von der vorhergehenden und folgenden Gattung 
und bildet daher mit allem Rechte eine eigene, worin fie 
zwar allein ſteht, aber gleichwohl duͤrfte es an auslaͤndi⸗ 
ſchen Gefaͤhrten nicht fehlen. | 

Den Namen Aglia gab ich ihr von Nen gc 
ſchen Aykın, eine weiße Narbe im Auge. 


1. AGLIA TAU. 


Agl. Ae patulis testaceis; ocello subviolaceo, pupilla 


hastata alba. 


Hübner, 9 95 Tab. 13. f. 51% 93: 

(toem.) Text, S. 115. n. 1. Nußſtrauchſpinner, 
B. Tan, | | 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. G. fig. 
1. a. b. (Raupe.) c. (Puppe.) 

| Wien. Verz. S. 49. Fam. A. n. 8. Weiße 
ner, B. Tau. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 61. n. 8. 

Linné, S. N. I. 2. 8 11. 8. Phal. Attac. Tau. 

— — Faun. Suec. ed. 2. 291. 1100. B. Tau. 

Fabr. E. S. III. 1. 418. 36. 

Scopoli, Ent. Carn. 192. 484. 

Roͤſel, Inſ. Bel. III. Th. Tab. LXVIII. f. 1 — 4. S. 

2394. Tab. LXX, f. 45. S. 42 1. IV. Th. Tab. VII. 
f. 3. 4. S. 56. 

Schaeffer, Icon. Tab. LXXXV. f. 4. 5. 6. No- 
mencl. Panz. p. 99. B. Tau. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. V. f. 1— 8. S. 40. Ph. 
Attac, Pau,. 

Pap. d' Europe, T. IV. PL CXXIX. f. 175. a —i. 
pag. 67. La Hachette. 

Panzer, Faun. germ. 33. 10. 11. B. Tau. 

Müller, Faun. Fridr. 38. 349. —— 

— — Zool. Dan. 117.1348. —— 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 33. n. 633. | 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 146. n. 33. —— 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 38. n. 4. —— 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 327. n. 155. —— 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 29. n. 2. —— 


U 6‘ 
13 


Naturf. VI. St. S. 104. Tab. V. f. 5. (Das Ey.) 
S. 119. n. IV. Beytrag zur er end der 
Pha l. Tau. XIX. St. S. 215. n. 8. 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 2 46. n. 
1419. B. Tau. 2. Abth. S. 149. n. 4. Saturmid 
Pau. 
Lang, Verz. 2. A. S. 83. n. 64464). B. Tau. 
Brahm, Inf. Kal. S. 218. n. 113,4 
Schwarz, Raupenkal. S. 207. 571. 510. 638. —— 


— 


Die Fühler find roſtfarbig, wie bey den vorhergehen— 
den Arten geſtaltet, aber bey dem Weibe nur kaum ſicht⸗ 
bar gekerbt. Kopf, Ruͤcken und Hinterleib haben die 
Farbe der Fluͤgel, der letztere unten weite Einſchnitte. 

Die Vorderfluͤgel ſind nicht gerundet, am Saume 
einwaͤrts geſchweift und laufen am Außenwinkel in eine 
ſcharfe Spitze aus. Der Vorderrand der hinteren zieht 
ſich in einer geraden Linie nach dem Saume. 


* 
— 


Die Grundfarbe des Mannes iſt ein ſehr dunkles 


Rothgelb; in weniger Entfernung von dem Außenrande 


laͤuft ein ſchwarzer Streif, der auf den Vorderfluͤgeln 


ſchwaͤcher angelegt iſt, mit dem Saume faſt parallel, und 
der Raum zwiſchen beyden iſt ſchwarzbraun beſtaͤubt. In 
der Mitte ſteht ein blauſchwarzer Augenfleck mit einem 
weißen Kern, der die Geſtalt eines Nagels oder lateini⸗ 
ſchen T hat. ö 


Auf der Unterfeite find die Vorderfluͤgel hell rothgelb, 


mit einem weißen Fleck in der Spitze, der Streif vor 
dem Außenrande iſt ſehr verloſchen. Die hinteren ſind 
zimmtbraun, heller oder dunkler, an der Wurzel und dem 


Außenwinkel weißgrau und ſchwaͤrzlich beſtaͤubt; der Streif 


iſt nach außen weiß, nach innen dunkler beſchattet und 
ſtatt des Auges ſteht in der Mitte ein ſehr anſehnlicher wei⸗ 
ßer nagelfoͤrmiger Fleck. 


. 
14 
Das Weib iſt ockergelb, im Außenwinkel der Vorder⸗ 
und Hinterfluͤgel weißgefleckt, der Streif vor dem Saume 
iſt heller und gewoͤhnlich nach außen weißbegrenzt. Auf 
der Unterſeite find die Hinterfluͤgel weißlich und ſchwarz— 
braun beſtaͤubt, mit einer ungleichen, heller oder dunkler 
braunen Binde, welche gegen die Wurzel ſcharf begrenzt, 
nach außen von dem weißen Streife geſaͤumt iſt. 
5 Die Raupe lebt vom Juny bis in den Auguſt auf 
Rothbuchen (Fagus sylvestris), Haynbuchen (Carpinus 
Betulus), Birken (Betula alba), Linden (Tilia euro- 
paea), Haſeln (Corylus Avellana) und nach einigen 
Schriftſtellern auch auf Eichen (Quercus Robur) Weiden 
(Salix), wilden Apfel- und Birnbaͤumen (Pyrus Malus 
et communis sylvestris.) In der Jugend, bis zur 
dritten Haͤutung, iſt ſie mit fuͤnf rothen beweglichen Dor⸗ 
nen beſetzt, erwachſen gruͤn, chagrinartig rauh, uͤber den 
ganzen Ruͤcken hoͤckerig, mit ſieben weißlichen ſchraͤgen 
Seitenſtreifen und einer gleichfarbigen Ac lich unter den 
dunkelrothen Luftloͤchern. 

In der Erde oder unter dem Mooſe wird ſie in einem 
lockeren Gewebe zu einer rauhen, laͤnglichrunden ſchwarz⸗ 
braunen am Ende platten und mit Haͤkchen beſetzten 
Puppe; der Schmetterling erſcheint im May und der 
Mann fliegt bey Tage. — In den meiſten re von 
Europa. 


15 


III. 
ENDROMIS. 


Die Fühler find zweyreihig gekaͤmmt, der Hinterleib 
ſtark behaart, die Fluͤgel ſchwach beſchuppt, mit einem 
hakenfoͤrmigen Mittelflecke. | 

Die Raupe iſt nackt, mit einer ende de 
Erhoͤhung auf dem letzten Gelenke; das Gewebe 0: 
mentartig. 

Endrömis bedeutet, nach Madtial, ein rau⸗ 
hes haͤrnes Kleid; ich waͤhlte dieſen Gattungsnamen we⸗ 
gen der auszeichnenden Beſchaffenheit des Hinterleibes. 


Anmerkung. 


Auch in dieſer Gattung, welche ſich weſentlich Ber allen 
übrigen unterſcheidet, iſt nur eine europaͤiſche Art aufzu⸗ 
zuführen. Schrank hat in der Faun. boic. 2. B. 2. 
Abth. S. 150. unter dem Namen Bomb yx, Seidenſpin⸗ 
ner, Mori und Versicolora vereiniget, aber Mori 
gehoͤrt ſo wenig, als die auslaͤndiſchen Pflanzen, die nur in 
Treibhaͤuſern fortkommen, zu den europaͤiſchen Producten 
und kann daher auch in der Reihe der en von 
Europa keinen ſinden. 


Wa 


* 


16 
1. ENDRONIS 75 ERSI COLORA.. 


7 
Endr. alis Sriseis, strigis MAN: thorace antice albo. 


Hübner, Bomb. Tab. 1. f. 1. (mas.) 2. (foem.) Text, 
S. 102. Hagebuchenfpinner, B. Versicolor a. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. A. f. 
1. a. b. | 

Wien. Verz. ©. 49. Fam. A. n. 2. e ED> 5 
ner, B. Versicoloria. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 55. n. 2. — 

Linné, S. N. I. 2, 817. 332. B. Versicolora, 
elinguis, alis reversis griseis: strigis Pigta® albis, 
fronte alba. 

— — Faun. Suec. ed. 2. 294. 1111. B. Versi- 

color. 

Fabr. E. S. III. 1. han. 64. B. Versicolora: 

Roͤſel, Inf. Bel. III. Th. Tab. 39. f. 5. S. 237. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXIII. f. 1—5. S. 115. 
B. Versicolora. N 

Pa p. d' Europe. T. IV. Pl. XXV. . 169. g 
Pl. CXXVI. f. 169. hl. pag. 55 — 59. Le d 
sicolor. Pl. I. Suppl. cl. Ire f. 169. m. n. (Ein 
Zwitter. ) | 

Wilkes, Natural History of the Mots and Butter- 
flies, Tab. 89. 

Sulzer, abgek. Gesch. der Ins. II. Th. Tab. XXI. 
f. A. S. 159. B. Versicolora. 

Fueßl. Schw. Inſ. S. 34. n. 650. 

— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 213.ũ%ßé½0 

— — Il. B. 1. St. S. 40. Tab. 1. f. 4 (Die Raupe.) — 

Naturf. VI. St. S. 117. n. III. VIII. St. S. 102. 
n. 7 X. St. S. 94. n. VI. XIV. St. S. 66. Tab. 
III. f. 1— 5. 


17 


Panzer, Faun. Germ. 21. 22... 

f Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 2. B. 3. St. S. 

400. u. 8. Pha l. Versicoloria. Anm. G. S. 432. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 38. n. 20. B. Ver- 
sicolora. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. ©. 42. n. 5. B. Ver- 
sicolora, 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 327. n. 152. B. Ver- 
sicolora, alis reversis fuscescentibus, foeminae 
disco albidis, posticis maris lutescentibus: omni- 
bus strigis nigro- albis, thoraceque-antice albo. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 245. u. 
1416. B. Versicolor. ö 

Lang, Verz. 2 A. S. 84. n. 648 — 651. B. Ver- 

sicolora. 

Brahm, Inf. Kal. S. 183. n.93.©, 526. n. 385.— — 

Schwarz, Raupenkal. S. 216. 376. 521. —— - 


Die Fühler find gekaͤmmt und ſchwarz, der Hals: 
kragen iſt weiß, der Hinterleib ſtark behaart, bey dem 
Manne roſtfarbig, bey dem Weibe weiß, mit abwechſeln⸗ 
den ſchwarzen und weißen, roſtfarbig gemiſchten Ringen. 
Die Vorderfluͤgel ſind hell kaffeebraun, bey dem Manne 
oͤfters zimmtfarbig, bey dem Weibe heller, meiſtens weiß- 
grau, mit zwey ſchwarzen, auf den entgegengeſetzten Sei- 
ten weißgerandeten bogigen Querſtrichen, einem ſchwarzen 
hakenfoͤrmigen Mittelflecke, drey weißen Flecken an der 
Fluͤgelſpitze und gegen den Außenrand weißen Sehnen. 
Die Hinterfluͤgel ſind bey dem Manne gelbbraun, mit 
einem etwas verloſchenen ſchwarzen hakenfoͤrmigen Mittel- 
flecke, einem ſchwarzen bogigen Querſtreif und zwiſchen 
dieſem und zwey weißen zuſammenhaͤngenden Flecken an 
der Spitze des Vorderrandes, einigen kaffeebraunen Schat« 
tirungen, die ſich zuweilen bis zum Innenwinkel herab⸗ 

Dritter Band. B 


18 


ziehen. Bey dem Weibe iſt die Grundfarbe weißlich und 
kaffeebraun ſchattirt. 8 2 

Abaͤnderungen des Weibes haben ſtatt der braunen 
Miſchungen ein ſchoͤnes Roſenroth. 

Das Ey iſt laͤnglichrund und blaßroͤthlich, die Raupe 
in ihrer erſten Jugend ſchwarz und fein behaart, nach der 
letzten Haͤutung iſt ſie von anſehnlicher Groͤße und wie 
eine Sphinrraupe geſtaltet, gruͤn, uͤber den Ruͤcken weiß⸗ 
lich, feitwärts mit gelblichen vorwaͤrtslaufenden Schraͤg⸗ 
ſtrichen, außer den drey erſten Gelenken, uͤber welche eine 
gleichfarbige Linie in gerader Richtung hinzieht, — und 
einer 1 pyramidenfoͤrmigen Erhoͤhung auf dem letz⸗ 
ten Abſatze. In der Ruhe zieht ſie den Kopf in die erſten 
Gelenke. 

Sie lebt im Juny und July auf den niebeneh Ge: 
ſtraͤuchen der Birken (Betula alba), Erlen (Betula 
Alnus), dem Haſelſtrauch (Corylus Avellana) und 
nach einigen Schriftſtellern auch auf der Hayn- oder Hage⸗ 
buche (Carpinus Betulus) und auf Linden ( Tilia euro- 
paea). Kurz vor der Verwandlung wird fie rothbraun 
und baut ſich über der Erde unter dem Mooſe ein feſtes 
pergamentartiges Gewebe. 

Die Puppe iſt dunkelſchwarz, am Hinterleibe mit 
ſpitzen Haͤkchen verſehen, mit einer krummen ſtachlichen 
Endſpitze. 7 

Der Schmetterling entwickelt ſich nach Beſchaffenheit 
der Witterung im Maͤrz oder April und wird in den mei⸗ 
ſten Gegenden von Europa, mehr oder weniger ſelten, an⸗ 
getroffen. 


Die Fühler find zweyreihig gekaͤmmt, bey einigen 
Arten mit nackter Spitze, der Sauger iſt ſehr kurz, die 
Fluͤgel liegen in der Ruhe dachfoͤrmig, ſind auf einem 
helleren Grunde zackig geſtreift und mit ſchwarzen Punkten 
gezeichnet. | 1 

Die Raupen haben nur vierzehn Fuͤße, das letzte 
Gelenke endigt ſich in zwey gabelfoͤrmigen Spitzen. 
Dias Gewebe beſteht meiſtens aus einer harten, von 
abgenagten Holzſpaͤnen zuſammengeleimten Hülfe. 


CERURA Schrank., LATREILL E. 


j 
20 


A, Die Fuͤhler ganz gefiedert. 


1. HARPYIA FINULA. 


Harp. alis anticis albis, punctis strigisque fuscis re- 


pandis dentalisque : corpore albo-nigro maculato. 


1 


Hübner, Bomb. Tab. 9. f. 34. (foem.) Text, S. 
111. Bandweidenſpinner, B. Vinula. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. ri. E. a. 

f. 1. a. b. e. 
— — Tab. 56. f. 243. (mas.) Text, S. 111. n. 2. 
Feldpappelſpinner, B. Minax. 
Wien. Verz. S. 64. Fam. S. n. 3. Bandweidenſpin⸗ 
ner, B. Vinula. 
Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 150. n. 3. ——— 
Linné, S. N. I. 2. 815. 29. B. Vinula, elinguis 
albida nigro- punctata, alis subreversis fusco- ve- 
nosis striatisque. 
— — Faun. Suec. ed. 2. 294. 1112. —— 
Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 104. n. 5. La queue 
fourchue. 
Scopoli, Ent. Carn. 195. 488. Phal. Vinula. 
Fabr. E. S. III. 1. 428. 67. B. Vinula, alis sub- 
reversis fusco - venosis striatisque, corpore albo- 
| nigro punctato. 
Frisch, Beſchr. der Inſ. VI. Th. Tab. VIII. £.1— 6. 
S. 18 
Roͤſel, Ins. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. 19. f. 
1 — 10. S. 121. 
Schaeffer, Icon. Tab. CXLIV. f. 1. 2. Nomencl. 
Panz. p. 138. B. Vinula. 


21 


‚See p, Neederl. Ins. Nacht-Vlinders; Van’t tweede 
Genin der eerste Bende. Tab. V. f. ı—ı1. 
8 Geer, Uiberf. v. Goeze. I. B. 2. Quart. S. 81. 91. 

Tab. 23. 4. Quart. S. 120. Tab. 23. f. 12. II. B. 

Nn Fh, S, a4. n, 3. S. 2254 
Müller, Faun. Fridr. 39. 256. B. Vinula. 
— — 200ol. dan. 117. 1355.— 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 34. u. 647. ane 
— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 271. 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 160. n. 167. 
Esper, Schm. III. Th. Tab. XVIII. f. 1— 9. S. 
275 Tab. LXXIX. f. 5. S. 395. (Das Ey.) 
Pap. d' Europe, T. V. Pl. CCIV. f. 271. a— i. 

pag. 125 — 130. La Queue fourchue. 

Wilkes, Natur. Hist. Tab. XXIX. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. III. Pl. LXXXV. 
Rossi, Ku; Eir. T. II. p. 169. n. 1077. Nov. edit, 

IIlig. p. 272. n. 1077. B. Vinula. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 41. n. 23. —— 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 367. n. 137.— 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 38 4. n. 254 —— 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 2. B. 3. St, S. 

400. n. 7. S. 431. F. —— 
Naturf. XIII. St. S. 228. n. 6. XIX. St. S. 215. 

n. 29. —— un % 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 291. n. 
1481. 8 „ 
Lang, Verz. 2. A. S. 112. n. 8 40. 841. 
Brahm, Inf. Kal. S. 275. n. 166. —— 
e Raupenkal. S. 211. 373.516. 642. 


Die Fuͤhler ſind gekaͤmmt, bey dem Manne ſehr 
ſtark, der Schaft derſelben iſt weiß, die Kaͤmme ſchwarz, 
oder dunkelbraun, der Kopf weiß, die Palpen ſchwarz, 


22 
ne 


der Ruͤcken weißgrau wollig, gruͤnlich oder gelblich ge⸗ 
miſcht, ſchwarz gefleckt und punktirt, der Hinterleib un⸗ 
ten weiß, oben weißgrau, mit ſchwarzen breiten Ringen 
in den Seiten, in der Mitte mit zwey Reihen ſchwarzer, 
krummer Linien, deren hohle Seite gegen einander gekehrt 
iſt und die auf dem letzten Gelenke in zwey geraden Stri— 
chen auslaufen. Oefters iſt auch die Mitte bis auf das 
letzte Gelenke ungefleckt. 

Die Flügel find dünn beſchuppt, die vorderen weiß⸗ 
grau, an der Wurzel ſchwarz punktirt, mit einem ſchwaͤrz— 
lich grauen Querbande, einem mondfoͤrmigen, nur durch 
die ſchwarze Einfaſſung bezeichneten Mittelflecke und hier— 
auf mit ſchwaͤrzlichen wellenfoͤrmigen und zackigen Quer⸗ 
ſtreifen und ſchwarzen Randpunkten, welche meiſtens ein- 
waͤrts in gleichfarbige Linien auslaufen. Bey dem Manne, 
der uͤberhaupt kleiner iſt, ſind alle dieſe Zeichnungen 
ſchwaͤcher, oft nur angedeutet, ſo, daß Ni 0 Grund⸗ 
farbe allenthalben hervorſcheint. PN 

Die Hinterflügel find ſchwaͤrzlich grau, weißlich ge 
miſcht, bey dem Manne weiß, mit einem ſchwaͤrzlichen, 
mondfoͤrmigen Mittelflecke, gleichfarbigen Sehnen und 
mehr oder weniger ſchwarz punktirtem Außenrande. 

Abaͤnderungen ſind an beyden Geſchlechtern im Mit⸗ 
telfelde der Vorderfluͤgel heller, mit wenigeren und weiter 
aus einander ſtehenden Zackenſtreifen, doch fehlt es nicht 
an Uibergaͤngen unter einer großen Anzahl von Exempla⸗ 
ren, die ich vergleiche. 

Das Ey iſt fleiſchfarben, oder braun, oben gewoͤlbt, 
mit einem ſchwarzen, gelblich eingefaßten Mittelpunkte. 
Die Raupe iſt vierzehnfuͤßig und lebt einſam auf allen Ar⸗ 
ten der Weide (Salix) und Pappel (eee auch 
auf Linden (Tilia europaea) *). 


kr 


*) IH fand eine Puppe an dem Stamme einer Linde, in deren 
Naͤhe weder Pappeln noch Weiden ſtanden, eingefponnen- 


rm 


29 


1 
d 


In der erſten Jugend iſt fie ſchwarz, dann braun, 
in den Seiten gruͤnlich und auf dem Kopfe ſtehen zwey 
ohrenfoͤrmige Knoͤpfe. Nach der letzten Haͤutung iſt ſie 
ziemlich groß und dick, beſonders am Kopfe und in der 
Mitte des Koͤrpers, welcher ſich allmaͤhlich verduͤnnt und 
in zwey knotigen hohlen Spitzen endiget, aus deren jeder 
fie, wenn fie berührt wird, einen hochrothen weichen Fa— 
den hervorſtreckt und nach Willkuͤhr wieder einzieht. Der 
Kopf iſt groß, flach, braun und in den erſten Ring ein⸗ 
gezogen, welcher roth eingefaßt iſt und am Obertheile zwey 
ſchwarze Punkte, unter dem ſehr ſtarken Gebiß aber eine 
Querſpalte fuͤhrt, aus welcher die Raupe, wenn man ſie 
beunruhiget, einen ſcharfen Saft ſpritzet. Die Grund⸗ 
farbe iſt hellgruͤn; von dem Kopfe bis zu einer erhabenen, 
ſtumpfen Spitze auf dem vierten Gelenke ſchließen zwey 
gelbliche oder weiße Linien einen dreyeckigen graublauen 
oder rothgemiſchten Fleck ein; von dieſem bis zu den 
Schwanzſpitzen iſt die Oberflaͤche des Ruͤckens in Form 
eines langen, rautenfoͤrmigen Fleckes graublau und gruͤn, 
oder dunkelroth gemiſcht, mit feinen ſchwarzen und weißen 
Linien durchzogen und auf beyden Seiten von einer weißen 
Linie begraͤnzt. Auf dem ſiebenten Gelenke ſteht zuweilen 
auf jeder Seite zwiſchen dem weißen ſchwarz eingefaßten 
Luftloche und dem zweyten Bauchfuße ein hochrother, runs 
der, weißgerandeter Fleck, der auch manchmal mit dem 
Ruͤckenflecke verbunden iſt. 

Vor der Verwandlung wird die Grundfarbe dunkel⸗ 
roth und die Raupe macht ſich an dem Stamme des Bau⸗ 
mes, auf dem ſie gelebt, ein ſeſtes, hartes Gewebe von 
abgenagten Holzſpaͤnen. 

Die Puppe iſt dunkelrothbraun, am Ende abgeſtumpft. 
Der Schmetterling entwickelt ſich im April und May, oft 
noch ſpaͤter, und wird allenthalben in Europa gefunden *). 


J Jch beſaß einſt einen vollkommenen Zwitter dieſes Schmet⸗ 


1 


24 


Anmerkung 


Herr Hubner hat Tab. 56. f. 243. eine Anänderung 
unter dem Namen Bomb. Min ax abgebildet und im Texte 
S. III. n. 2. (Feldpappelſpinner, Bomb. Min ax.) 
beſchrieben. Rebſt den meiſten, mit Vinula gemeinſchaft⸗ 
lichen Kennzeichen, giebt er als ein vorzuͤgliches Merkmal 
die Faͤrbung des Hinterleibes an. Bey B. Vinula iſt er 
auf dem Ruͤcken dunkler, nur auf den vier mittlern Glie⸗ 
dern feitwärts ſchwarz gefleckt, — bey B. Minax hingegen 
über den Rüden, auch zwiſchen den Flecken, durchaus mit 
ſchwarzen Linien zierlich gezeichnet. Dazu gehoͤrt der von 
Roͤſel abgebildete Schmetterling. Meine Exemplare, die 
ich vergleiche, beſitzen noch einen anderen merkwuͤrdigen Cha⸗ 
rakter: bey Hübners B. Vinula iſt das Mittelfeld der 
Vorderfluͤgel heller, mit wenigeren und weiter aus einander 
ſtehenden Zackenſtreifen; dennoch wage ich es nicht, eine 
Artverſchiedendeit feſt zu ſetzen, indem ich ſeit mehreren Jah⸗ 
ren ganze Bruten von Raupen aus Eyern erzogen, und aus 
denſelben, bey der ſorgfaͤltigſten Abſonderung und Aufmerk⸗ 
ſamkeit, beyde Abaͤnderungen in allen Uibergaͤngen erhalten 
habe. Auch die Raupen von einer und derſelben Brut wa⸗ 
ren unter ſich verſchieden, jedoch habe ich von denen, welche 
auf dem ſiebenten Gelenke mit dem hochrothen, runden, 
weißbegraͤnzten Seitenflecke bezeichnet waren, ſtets nur Maͤn⸗ 
ner erzogen. 


HARPYIA ERMINEA. 
Harp. alis niveis, anticis punctis strigisque ſuscis den- 


tatis; thorace niveo nigro maculato, abdomine nigro. 


= 


Hübner, Bomb. Tab. 9. f. 35, (foem.) Text, S. 
112. n. 3. Bacheſpenſpinner, B. ET min ea. 


terlings, der ſich jetzt in der Radda'ſchen Sammlung in 
Wien befindet. Herr 7 Charpentier hatte ihn bey 
Freyberg in Sachſen im Freyen gefunden; er farb, wäh: 
rend er Eyer legte, welche nach dem Tode, getrocknet, an 
dem weiblichen Geburtsgliede hängen. 


29 


- 


Esper, Schm. III. Th. Tab. XIX. f. 1. (mas.) 2. 

(Hoem.) S. 100. B. Erminea. Tab. LXXVIII. 

f. 4. S. 392. (Die Raupe.) Tab. LXXIX. f. 6. 

., b. S. 395. (Das Ey.) | 

Pap. d' Europ. T. V. Pl. CC V. f. 293, a pag. 
"130. 131. L' Hermine. 

Fabr. E. S. III. 1. 428. 67. B. Vinula. N 
erminea Es p. nullo modo differt. 

Borkh, Eur. Schm. III. Th. S. 372. n. 138. B. Er- 

33 minea. Kor: 

— — Rhein, Magaz. I. B. S. 386. n. 32 ——— 

Brahm, Inſ. Kal. S. 274. n. 1653.—— | 

Schwarz, Raupenkal. S. 215. 373. 3516. —— 


u 


Die Geftalt der vorhergehenden Art, aber gewoͤhn⸗ 
lich etwas kleiner, die Fühler ſchwarzbraun, mit weis 
ßem Schaft, der Rüden weißwollig, ſchwarzgefleckt und 

punktirt, der Hinterleib auf den vier mittleren Gelenken 
ſchwarz, in der Mitte weißgrau, mit ſchwarzen Punk 


ten in den Seiten, die Endſpitze weiß, mit zwey ſchwar⸗ 


zen Doppellinien in der Mitte und einer einfachen in 
jeder Seite. 

Die Fluͤgel ſind milchweiß und dicht beſchuppt, die 
vorderen wie die der vorhergehenden Art, nur ſparſamer 
und verloſchener gezeichnet, mit einem ſchmalen, aus zwey 
Parallellinien, welche in der Mitte ein V bilden, befte- 
henden Bande gegen die Wurzel, einem ſchwarzen Mittel⸗ 
ſtriche und gleichfarbigen Randpunkten. Die hinteren ſind 
braun geadert, mit einem ſchwaͤrzlichen Fleck in der Mitte 
und ſchwarzen Randpunkten. Der Mann iſt kleiner, mit 
ſchwaͤcheren Zeichnungen. e 

Das Ey iſt platt und nur in der Mitte erhoht, hell⸗ 
‚grün, gegittert, mit einem ſcharfen hellgelben, von einem 
orangegelben Kreis umzogenen Rande. 


. 

— — 
Die Raupe lebt auf allen Arten von Pappeln (Po- 
pulus) und iſt in Geſtalt und Bau der vorhergehenden 
aͤhnlich. Ich fand fie nur ein einziges Mal, der Verwand⸗ 
lung nahe, an dem Stamme einer italieniſchen Pappel. 
Ihre Farbe war dunkelroth, wie ſie auch bey Vinula- 
in dieſem Zuſtande gewoͤhnlich iſt, und von der weißen Ein⸗ 
faſſung des ſehr ſchmalen Ruͤckenfleckes zog ſich auf 
dem ſiebenten Gelenke eine breite ſchneeweiße Linie bis zu 
dem zweyten Bauchfuße, ſie beruͤhrte jedoch den Ruͤcken⸗ 
fleck nicht. Bey der Esper' ſchen Abbildung iſt dieſer 
weſentliche Charakter nicht bemerkt und eben das gilt von 
den Pap. d' Europe Pl. CC V. f. 272. a. Die Schwanz⸗ 
ſpitzen waren kuͤrzer, als bey Vinula. 

Die Puppe iſt hellrothbraun und wie die von Vi- 
nula geſtaltet. Die Raupe macht ihr Gewebe unter der 
Erde an dem Stamme der Baͤume, auf denen ſie gelebt 
hat, wenigſtens fand ich ſo eine Puppe bey Dresden an 
einer Pappel, und im Juny zwey derſelben beym Nachgra⸗ 
ben in den Pappelgaͤngen von Leipzig, als mir die friſch 
ausgekrochenen Schmetterlinge, (die man gegen Abend 
aufſuchen muß,) in die Hände fielen. 405 

Das Vaterland ſcheint nur Deutſchland zu ſeyn. 


3. HARPYIA BICUSPIS. 
Harp. alis niveis, antieis basi margineque postico nigro- 
punctatis, ſascia transversa utrinque sinuata nigra: 
thorace antice albo. 


Hübner, Bomb. Tab. 10. f. 36. (foem.) Text, S. 
112. n. 4. Salbpappelſpinner, B. Bicuspis. 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CCVI. f. 273. i. pag. 
132 — 134. La petite Queue fourchue, Variet. 


7 


Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 380. n. 141. B. Bi- 
cuspis. Sarbaumſpinner. 

Brahm, Inf. Kal. S. 275. n. 165.—— 

Schwarz, Raupenkal. S. 255. 


Die Fuͤhler ſind gekaͤmmt, bey dem Manne ſtaͤrker, 
ſchwarz, mit weißem Schaft, die Fuͤße ſchwarzblau und 
weiß geringt, Kopf und Halskragen weiß, zwiſchen bey⸗ 
den ſteht in der Mitte ein ſchwarzes Puͤnktchen, der Ruͤcken 
iſt ſchwarzblau und rothgelb gefleckt, der Hinterleib unten 
weiß, oben ſchwarzgrau, mit weißlichen Ringen, in den 
Seiten ſchwarz punktirt. | 

Die Vorderfluͤgel ſind milchweiß, dicht beſchuppt, 
an der Wurzel ſteht ein ſchwarzer Punkt, hierauf eine 
Querreihe von vier bis fuͤnf ſchwarzen Punkten, dann eine 
ſchwarze, weiß und gelblich beſtaͤubte, auf beyden Seiten 
erſt ſchwarzblau, dann rothgelb gerandete Binde, welche 
am Vorderrande ſchmal, am Innenrande um vieles brei⸗ 
ter und auf beyden Seiten buſig eingeſchnitten iſt. Gegen 
die Spitze zeigt ſich ein ſchwarzer, weißbeſtaͤubter Fleck, 
der auswaͤrts nicht ſcharf begraͤnzt iſt, einwaͤrts aber durch 
eine ſchwarze dreyzackige Linie, welche nach der Wurzel 
zu rothgelb gerandet iſt und am Innenrande mit der Bin⸗ 
de zuſammenfließt. Im Mittelraume befinden ſich zwey 
ſchwarze, mehr oder weniger deutliche, zackige Parallels 
linien, ein ſchwarzer Punkt und unter dieſem einwaͤrts ein 
gleichfarbiges Strichchen. Der Außenrand fuͤhrt eine 
Reihe ſchwarzer Punkte. 

Die Hinterfluͤgel ſind milchweiß, mit ſchwarzen Rand⸗ 
punkten, einem verloſchenen ſchwaͤrzlichen Mittelfleck und 
einem kaum ſichtbaren dunkeln Schattenſtreife, der ſich im 
Innenwinkel in einem ſchwarzbraunen Fleckchen endiget. 

Auf der Unterfeite find die Vorderfluͤgel bis auf den 
weißen ſchwarzpunktirten Außenrand ſchwaͤrzlichgrau, hier 


28 


und da heller gemiſcht, mit den verloſchenen Zeichnungen 
der Oberſeite; — die hinteren weiß, mit Uran, grauen 
Mittelfleck und Randpunkten. 

Die Raupe fand ich eh erwachſen zu Ende 
des Auguſt und im September, nur auf Birken (Betu- 
la alba). Der Kopf iſt gelbbraun, mit zwey großen 
ſchwarzen Flecken oben an den Seiten. Ueber demſelben 
ſteht ein rothbrauner, auf beyden Seiten weiß eingefaßter 
Fleck in Geſtalt einer Pyramide, oder eines gleichſchenkli— 
chen Dreyecks, deſſen Seitenlinien laͤnger ſind, als die 
Baſis, — er erſtreckt ſich über das erſte und zweyte Ge⸗ 
lenke und endigt ſich in einer Erhoͤhung, die einem Knoͤpf⸗ 
chen aͤhnelt. Auf dem vierten Ringe beginnt der Ruͤcken⸗ 
fleck, der mit dem erſteren nicht zuſammen haͤngt; er iſt 
am Anfange ſpitz und erweitert ſich allmaͤhlich auf jedem 
Gelenke bis zum ſiebenten, wo er ſehr breit wird, ſo, 
daß er die Luftloͤcher der Seiten beruͤhrt. Von da ver⸗ 
engt er ſich wieder bis zum vorletzten Ringe, wo er ſich 
etwas ausdehnt, und endigt ſich zwiſchen den Schwanze 
ſpitzen, welche lang und dornicht ſind, in einem ſchwarzen 
glaͤnzenden Schildchen. Seine Farbe iſt ſchoͤn rothbraun, 
auf dem fuͤnften und ſiebenten Abſatze ſeitwaͤrts gelbgefleckt 
und mit einer weißen Linie eingefaßt, welche bey dem ſie⸗ 
benten Gelenke unterbrochen iſt. Die Farbe des übrigen 
Körpers ift hellgruͤn. 

Bon dieſer Raupe kenne ich weder Beſchreibung noch 
Abbildung, die ich mit einem Schein von Wahrſcheinlich—⸗ 
keit hier anführen koͤnnte. Die Huͤbner'ſche (Larv. 
- Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. E. b. fig. 3.) kommt 
am wenigſten in Betrachtung. 

Das Gewebe iſt feſt und hart, die Puppe braun und 
der Schmetterling entwickelt ſich im Juny. Das Vater⸗ 
land iſt Sachſen und Franken. Von einer zweyfachen Er⸗ 
zeugung iſt mir nichts bekannt. 


29 


4. BARPYIA BIFIDA 
Harp. alis albidis, anticis basi margineque postico ni- 
gro- punctatis, ſascia transversa cinerea extus re- 


panda; collari griseo. 


Hübner, Bomb. Tab. 10. f. 38. (foem.) Tert, ©. 

112. n. 6. Pappelweidenſpinner, B. Bifida. fig. 
37.1 (foem.) Text, S. 112. n. 5. Griesweidenſpin⸗ 
net, B. Fuseinula. ( Variet.) 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. IJ. Sphingoid. E. b. 
f. 1. a. (Raupe.) f. 2. b. (Puppe.) | 

Wien. Verz. S. 64. Fam. S. n. 4. Pappelweiden⸗ 
ſpinner, B. Furcula. (Nebſt der dazu gehörigen 
Anmerkung, und im Nachtrage, S. 311.) 9) N 

iger, N. Ausg. dess. 1.B. S. 150. 151. n. 4. —— 

Pa p. d' Europe, T. V. Pl. CCVI. f. 273. f. g 
(mas.) k. I. (foem. Var.) pag. 153. La due 
Queue fourchue Variet. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XIX. f. 6. (mas.) 7. 
(foem. Var.) S. 102. B. Furcula, Arg (Die 
Puppe.) 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 374. n. 139. B. Bi- 
fida. Bellenſpinner. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 387. n. 256.—— 

Brahm, Inf. Kal. S. 275. n. 164. —— 

Fueßl. N. Magaz. III. B. 2. St. S. 161. h 

Schwarz, Raupenkal. S. 250. 390. 529. 663. 


| 2 Die Berfaffer Eannten die Raupe der wahren Fu reula, 
auf Saalweiden (Salix Caprea), fie fanden fie in 
Zeichnung und Farben ſehr merklich verſchieden, aber an 
den Schmetterlingen konnten ſie keinen genugſamen Un⸗ 
terſchied bemerken. 


— — — 


30 


Gewoͤhnlich groͤßer als Bicuspis und Fureula. 
Die Fuͤhler ſind ſchwarzbraun, mit weißem Schaft, Kopf 


und Halskragen weißgrau, der Ruͤcken ſchwarzblau und 


rothgelb gefleckt, der Hinterleib ſchwarzgrau, mit weißen 
Einſchnitten und weißem Afterbarte, die Fuͤße ſchwarz, 
weißgeringt und grauwollig. 

Die Vorderfluͤgel find weiß, an der Wurzel ſchwarz 
punktirt; zwiſchen zwey ſchwarzen, auf beyden Seiten 
mehr oder weniger rothgelb gerandeten Streifen iſt der 
Raum aſchgrau beſtaͤubt und bildet eine breite Binde, wel⸗ 
che nach dem Außenrande zu bogig eingeſchnitten iſt. Ge⸗ 


woͤhnlich geht der aͤußere Streif nur bis zur Mitte und 


laͤuft gegen den Innenrand in eine verloſchene rothgelbe 
Linie aus: ſeltner, vorzuͤglich bey dem Weibe, zieht er 
ganz und gleich deutlich durch. Gegen die Fluͤgelſpitze 
ſteht ein aſchgrau und gelb beſtaͤubter Fleck, der nach innen 
ſchwarz gerandet, nach außen nicht ſcharf begraͤnzt iſt; 
von ihm zieht eine ſchwaͤrzliche Zackenlinie nach dem In⸗ 
nenrande, wo ſie mit der Mittelbinde nicht zuſammen⸗ 
fließt. Zwey mehr oder weniger deutliche, zackige Paral⸗ 
lellinien zeigen ſich im Mittelraume, wo ſich noch ein 
ſchwarzes Strichchen befindet. Der aͤußere Raum bis zu 
dem ſchwarz punktirten Außenrande iſt hellgrau beſtaͤubt, 
wodurch ſich dieſe Art von den beyden anderen auszeichnet. 
Die Hinterfluͤgel find weiß, am Außenrande ſchwarz 


punktirt, mit einem ſchwarzgrauen Mittelflecke und einer 


verloſchenen „oft kaum ſichtbaren Schattenbinde. 

Die Unterſeite hat die Zeichnungen der oberen verlo⸗ 
ſchen, in ſchwarzgrauer Anlage. f 

Das Ey iſt ſchwarz, die Raupe in der erſten Jugend 
gleichfalls. Sie gleicht an Geſtalt der Vinula und lebt 
vom Juny bis zu Ende des Septembers auf allen Arten 
von Pappeln (Populus); erwachſen iſt fie Papageygruͤn, 
der Kopf glaͤnzend roͤthlichgrau, meiſtens in den erſten 
Ring zurückgezogen. Der Nackenfleck hat die Geſtalt einer 


— 


51 


abgeſtumpften Pyramide „iſt violett und erſt rothbraun, 
dann gelb, wellenfoͤrmig geſaͤumt; er erſtreckt ſich bis zu 


Ende des zweyten Ringes und wird durch eine weißliche 
Linie, um welche noch einige weißliche Punkte ſtehen, der 
Laͤnge nach getheilt, Der Ruͤckenfleck beginnt zu Ende des 


dritten Ringes, berührt den Nackenfleck nicht, iſt violett⸗ 


braun, in den Seiten, beſonders auf dem ſiebenten Ges 
lenke gelb gefleckt, erſt von dunkelrothbraunen, dann von 
gelben, kappenfoͤrmigen Linien eingefaßt. Durch die 
Mitte zieht eine Linie und zu beyden Seiten derſelben 
Punkte von dunklerer Farbe, als der Grund. Auf dem 
letzten Ringe ſtehen zwey weißliche Halbmonde, die hohle 
Seite nach hinten gekehrt. Der ganze Leib iſt mit zarten 
gelben, violettroth eingefaßten Punkten beſetzt; die Luft⸗ 
loͤcher ſind gelb und dunkelrothbraun geſaͤumt, die Bruſt— 
füße gelbgruͤn, roth gefleckt, die Mittelfüße grün, roth 
gefleckt und geringt. Zwiſchen den blaßgruͤnen, roth ge— 
dornten Gabeln ſtehen uͤber der Schwanzklappe zwey ſteife 


ſchwarze Dornen. 


Das Gewebe iſt, wie bey den verwandten Arten, am 
Stamme, oder einem Aſte des Baumes, von abgenagten 
Holzſpaͤnen zuſammengeleimt, die Puppe hellbraun. 

Der Schmetterling entwickelt ſich zu Anfange des 
Juny und von den fruͤheren Raupen zu Ende des July 
und im Auguſt. Er wird in den meiſten Gegenden von 
Deutſchland gefunden. 


—— — — 


Anmerkung: 


Huͤbners B. Fuscinula (Tab. 10. f. 37.), wozu 
auch Brahms vermuthete B. Bidens, (Inſ. Kal. S. 
207.) gehört, ſoll ſich, nach Huͤbners Text 1. c. durch 
einen ſtahlſchwarzen roſtfarbig eingefaßten Halskragen und 
ein gleichbreites, dunkelgraues, roſtgelb geſaͤumtes Band der 
Vorderfluͤgel als eigene Art auszeichnen. Was den ſtahl⸗ 
ſchwarzen Halskragen betrifft, ſo kann ich ihn bey keinem 


Ba 


der vielen Exemplare, die ich vergleiche, finden; er iſt immer 
mehr oder weniger grau und nur bey einigen, oͤlicht gewor⸗ 
denen, dunkelbraun. Die Binde habe ich in allen Uiber⸗ 
gaͤngen von Hübners Bifida bis zu deſſen Fusci- 
nula vor mir; die ausgezeichnetſten find jedoch Weiber. 
Ich habe ſie, bis auf zwey, die ich an Pappelſtaͤmmen friſch 
ausgekrochen fand, aus der oben beſchriebenen Raupe erzogen. 
Die von Esper zu Bifida abgebildete Raupe der 
Eurcula und die von ihm ſowohl, als D. Kühn im 
Naturf. I. c. damit verwechſelte Puppe der Bifida veran⸗ 
laßten Herrn Brahm zu Zweifeln und Bedenklichkeiten. 
Ich habe die drey verwandten Arten oͤfters aus Raupen 
erzogen, die Puppen ſorgfaͤltig abgeſondert und meine Be- 
merkungen daruͤber genau niedergeſchrieben; trage daher kein 
Bedenken Huͤbners Fuscinula mit Bifida zu wer: 
einigen, um fo mehr, da ich von Furcula eine weibliche 
Abänderung beſitze, welche auf ähnliche Weiſe varüirt. 


5. HARPYIA FURCULA. 
Harp. alis griseis, anticis basi margineque postico nigro- 
punctatis; fascia transversa ſusca, extus ſlexuosa. 


Hübner, Bomb. Tab. 10. f. 39. (foem.) Text, ©. 
112. 113. n. 7. Bucheſpenſpinner, B. Furcula. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. E. 1 
). 

Linné, S. N. I. 2. 823. 51. B. en eula, a 
guis, thorace variegato, alis griseis basi apiceque 
albis nigro - punctatis. 

— — Faun. Suee. ed. 2. 298. 1122. —— 1 


* Die Puppe, b. gehört zu bifida. 

*) Die Beſchreibung im Syst. Nat, iſt fo allgemein, daß ſie 
auf alle drey verwandte Arten paßt, aber die Kennzeichen, 
welche in der Fauna angegeben ſind, laſſen ſich nur auf 
die gegenwaͤrtige anwenden. Citate ſind nicht beygefuͤgt. 


n 


33 

W 
Fabr. E. S. III. 1. 475. PR eee 
Clerek, Icones etc. Tab. IX. fig. 9g. 
De Ger, Uiberſ. v. Goeze. II. B. 1. Th. S. 226. 
227. n. 4. Tab. 4. f. 18 — 21. (Die Beſchrei⸗ 
bung der Puppe und die Bemerkung, daß die Raupe 
auch auf Erlen gefunden worden, macht dieſes Citat 
zweifelhaft; die Raupe ſcheint mir nach der Abbildung 
die der Furcula zu feyn. Der eee fig- 
21., iſt ſchlecht dargeſtellt.) 
"Sepp, Neederl. Ins. Nacht - Vlinders. Vat tweede 

\Gezin der eerste Bende. Tab. VI. f. i 8. 


wi 4 d' Europe, T.V.Pl.CCVI. f. 23. b. (larva.) 
d. (mas.) e. f. (foem.) pag. 132 — 134. La pe- 


lite Queue fourchue. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XXIX. f. 2. (Schlechte 
Abbildung, welche auch nur mit einem? als Furcula 
beſtimmt iſt.) 

Panzer, Faun. Germ. 4. 20. B. Furcula. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 176. n. 1100. Man- 
tiss. T. II. p. 141. Nov. ed. Illig. p. 281. n. 
1100. n 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 378. n. 140. B. 
Furcula, Palmweidenſpinner. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 387. n. 257. —— 

enge Tab. im Berl. Magaz. 2. B. 3. St. S. 
420. n. 37. B. Furcula. 

Naturf. XIV. St. S. 65. Tab. II. f. 13. (Die 
Raupe.) *) 


*) Es iſt kein Zweifel, daß die hier abgebildete Raupe die 
der wahren Furcula ſey, aber die Puppe iſt unrichtig 
beſchrieben. Der Schmetterling hat die Grundfarbe und 

Hinterfluͤgel der Bifida; die Zeichnungen der Vorder⸗ 
flügel, beſonders die ſchwärzliche Binde und die Lage 
und Geſtalt der nur wenig gezackten Streifen kommen 
mehr mit Furcula überein, Vermuthlich hat Herr 
Capieur die ihm zugeſchickte ſchlechte rg des 


Oritter Band. 


Esper, Schm. III. Th. Tab. XIX. f. 3. (Raum). 
f. 4. (Gewebe.) S. 102. B. Furcula, *) 
Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 5. 6664 
— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 280.— c 
— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. . n. 9 * — 
Brahm, Inſ. Kal. S. 205. n. 106. 
Illiger, N. Ausg. des Wien. Verz. 1. B. s 160. 
n. 4. 8, 151. | 
rn Magen, 2, B. WE 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 42. n. eo B, Fd 
cula. (Sehr wahrſcheinlich mit Bifi d a verwechſelt. ) 
Schrank, Faun. boic. 2. B. ı. Abth. S. 292 
nm. 1482. —— 2 (Die Citate aus dem W. V. und 
Naturf. machen dieſe Furcula, deren Beſchreibung 
ſehr allgemein iſt, zweifelhaft.) | 
ee Verz. 2. A. S. 112. n, 842. 843. ie? 
(Citirt find: das W. V. Esper, Tab. 19. f. 6. 7. 
und Sepp. Tab. 6. f. 8.) 8 
Run Raupenkal. S. 252. eine 658, 752: —— 


Die Fühler find eh Be Mn mit weißem 
Schaft, Kopf und Halskragen grau, der Ruͤcken ſtahl⸗ 
ſchwarz, rothgelb gefleckt, der Hinterleib ſchwarzgrau, 
mit weißlichen Ringen und, bey dem Manne, Wißlichem 

Afterbarte. 
Die Vorderfluͤgel ſind perlgrau, an der Wurzel und 
dem Außenrande ſchwarz punktirt. Die Binde iſt am 


——— 


D. Kühn, (wovon Fig. 4 und 8 derſelben Tafel un⸗ 
truͤgliche Beweiſe ſind,) durch ein Original von Bifida, 
welche man lange Zeit in Leipzig für-Furcula hielt, 
verbeſſern wollen, denn was Er nach ſeinen Zeichnun⸗ 
gen geſtochen hat, iſt vortrefflich. 

) Die Puppe, f. 5. und I. 6, (mas.) gehören zu Bifi 
da, . 7. zu B. Fuseinula Hübn. einer Abaͤnderung 

von Bilida. N 


* 


. 


Vorderrande ſchmaͤler, einwärts faſt gerade, auswaͤrts 


wedllenfoͤrmig eingeſchnitten, erſt ſchwarzblau, dann roth⸗ 


gelb geſaͤumt, ſchwarzgrau und rothgelb beſtaͤubt. Ein | 


ſchwarzer Punkt ſteht in der Mitte, (fehlt zuweilen) und 


ein gleichfarbiges Strichchen vor der Binde. Der Fleck 


| bis gegen den ſchwarzpunktirten Außenrand ſchwaͤrzlich 4 


0 Außenrand ſchwarzgrau, mit den verloſchenen Zeichnungen 


gegen die Spitze iſt ſchwarz und rothgelb beſtaͤubt; hinter 
ihm laufen drey kappenfoͤrmige Parallellinien, deren erſte 
einwaͤrts rothgelb gerandet iſt, nach dem Innenrande, wo 
ſie mit der Binde einen ſpitzen Winkel bilden. 

Die Hinterfluͤgel ſind weißgrau, bey dem Manne 


angeflogen, mit einem dunkleren Mittelpunkte. — Bey 
dem Weibe mit einer verloſchenen Schattenbinde und der 
3 iſt nur unten ſichtbar *). 
Die Unterſeite der Vorderfluͤgel iſt bis gegen den 


der Oberſeite, die hinteren ſind weißlich, mit ſchwaͤrz⸗ 


| 22 zeigt. 


An einer merkwuͤrdigen weiblichen Abaͤnderung, Pe 


che ich beſitze, iſt die Mittelbinde gleich breit und bildet 


auswaͤrts nur drey ſchwache Bogen. Der Fleck an der 
Spitze zieht ſich, jedoch immer ſchwaͤcher, bis in den In⸗ 
nenrand und wird einwaͤrts von einem breiten ſchwarzen 


Striche begraͤnzt, der ſich, nur kaum bogig ausgeſchweift, 
hinter ihm herzieht. Eine ſchmale, ſchwaͤrzliche, faſt ges 


rade Parallellinie ſteht einwaͤrts. Die Hinterfluͤgel ſind 
von der Wurzel aus Eee vor dem Außenrande 
ſchwaͤrzlichgrau. 

Das Ey iſt ſchwarz, die Raupe in 15 erſten Jugend 
10 e fand ic ſie zu Ende des 7 bis 


*) Man vergleiche Liu nes Beschreibung in der Faun: 
Suec. I. c. „Subtus puncto nigricante.“ 
C 2 
\ 


4 


lichem Mittelflede und einem bogigen Streife hinter dem⸗ 
ſelben, der ſich bey dem Weibe nur in einer Reihe 8 


36 


\ 
in den Oktober in der Gegend von Leipzig in ziemlicher 
Menge, aber ſtets nur auf Saalweiden (Salix caprea). 
Sie iſt gelbgruͤn, hier und da roͤthlich und dunkelgruͤn 
punktirt und unten braun ſchattirt. Der Nacken- und 
Muͤckenfleck hängen zuſammen und find meiſtens violett, 
roth und gelb gefleckt. Der erſtere iſt pyramidenförmig, 
endigt ſich in einer ſtumpfen Spitze und iſt gelb geſaͤumt. 
Der Ruͤckenfleck ändert häufig ab, ich fand ihn zuweilen 
ſchoͤn roſenroth, er fuͤhrt eine dunklere, abgeſetzte Mittel⸗ 
linie und dunklere Schatten, beſonders auf dem ſechsten 
und ſiebenten Gelenke in den Seiten, wo er bogig ausge⸗ 
ſchnitten und die gelbe Einfaſſung unterbrochen iſt. Ei⸗ 
nige ſchwarze Fleckchen zeigen ſich vor derſelben auf dem 
ſechsten und zehnten Ringe. Die Schwanzgabeln ſind ge⸗ 
dornt, gelb und braun geringt. 
| Das Gewebe beſteht aus zuſammen geleimten Holz: 
ſpaͤnen, die Puppe iſt ſtets hellbraun und an den Fluͤgel⸗ 
ſcheiden gruͤnlich. 
1 Der Schmetterling erſcheint, nach meiner Eofaheung 
im Juny und July und ſcheint in den meiſten Gegenden 
von Europa einheimiſch zu ſeyn. Herr Brahm hat zwey 
Generationen bemerkt. 1 fi 


— 


B. Die Fühler mit nackter Spitze. 


6. ZARPYIA ULNI. 
Harp. alis anticis cinereis, venis atomisque nigris, pun- 
ctis nervorum albis; posticis lacteis, margine ve- 
nisque fuscis. 


Hübner, Noct. Tab. I. f. 1. (foem.) Not. Ulmi. 
— — Larv. Lepid. IV. Noctuae. I. Bombycoid, 
A. B. fig. a. b. (Die Raupe.) 


37 / 


9 

Wien. Verz. S. 66. Fam. A. n. 1. un 
Noct. Ulmi. 

Klee N. Ausg. dess. 1. B. S. 165. n.12.—— 

— — Magaz. II. B. S. 76. * 
Esper, Schm. III. Th. Tab. XLIX. f. 4. 3 (mad 

S. 251. B. Cassinia. *) | Ä 
Pap. d' Europe, T. V. Pl. CXCIV. 5 256. a. b. c. 

4 pag. 89. La Phalöne Sphinr- Supplem. Pl. VIL 
Supl. cl. I f. 256. d. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 385. n. 143. B. Elmi. 
Lang, Verz. 2. A. S. 118. n. 868.869. N. Ulmi. 
Die Fuͤhler ſind lang, braun, bey dem Manne ge⸗ 
kaͤmmt, an der Spitze nackt, bey dem Weibe durchaus 

borſtenfoͤrmig, Kopf und Rüden ſtark behaart, aſchgrau; 


der Hinterleib oben graubraun, unten und in den Sei⸗ 
ten blaß roſenroth, die Vorderfluͤgel aſchgrau, ſchwarz 


79 Laspeyres hat hier mit dem ihm eigenen Scharf⸗ 
ſinne eine Verwirrung aufgeklärt, welche Fabricius bey 
dieſem Schmetterlinge veranlaßte. In der Ent. Syst. I: 
1. 456. 153. wird naͤmlich unter dem Namen B. UImi 
unverkennbar die Noct. Linariae beſchrieben, daben 
aber die Noct. Ul mi des Wien. Verz. nebſt der Beſchaf⸗ 
fenheit der mannlichen Fühler, die Raupe und ihr Wohnort 

ahngefuͤhrt. Bomb. Strigula der Mantiss. Ins. 125.. 

141. iſt citiet. In dem System. Entom, 577.72. geſchieht 
bey B. Strigula keiner Erwaͤhnung von N. Ulmi, 
die a | ift aber in die Ent. Syst. übertragen, 
und der Zuſatz! „Habitat Dresdae Saxoniae, wo 
uͤberdies N. UImi niemals gefunden worden, wegge⸗ 
laſſen. Es iſt alſo erwieſen, 5 ec auf eine ganz 
unbegreifliche Weiſe der Wiene Imi mit ſeiner 

B. Strigula verwechſelt und dabey falſch titirt hat. 
0 Die Fig. 4. iſt höchſt wahrſcheinlich von einem Exem⸗ 
plare, an dem die nackten Spitzen der Fühler abgebro⸗ 

chen waren, 0 g 

. 


\ 


38 

6 5 
beſtaͤubt, hier und da, befonders am Vorderrande, roͤthlich 
gemiſcht, mit einem verloſchenen ſchwarzen Flecke in der 
Mitte und ſchwarzen weißpunktirten Sehnen. Die Hinter⸗ 
fluͤgel ſind bogig ausgeſchnitten, milchweiß, mit einem 
ſchwarzbraunen Schatten am Außenrande und gleichfarbi⸗ 
gen Adern. Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel hell⸗ 
grau, am Border: und Außenrande dunkler ſchattirt, die 
hinteren fuͤhren durch die Mitte eine Reipe mae 
ſchwaͤrzlicher Puͤnktchen. 

Die Raupe lebt zu Ende des May und im Juny auf 
Ruͤſtern (Ulmus campestris), fie iſt vierzehnfuͤßig / 
lang geſtreckt, fein behaart. Der Leib endigt ſich in zwey 
braunen, aus einander ſtehenden, gab iczenigen Spitzen, 
die am Ende abgerundet, fein behaart und wie bey Vi- 
nula geſtaltet ſind, doch ſind ſie nicht fo beweglich, wie 
bey dieſer, und die Raupe traͤgt den fußloſen Hintertheil 
beym Kriechen etwas in die Hoͤhe. Der Kopf iſt herzfoͤr⸗ 
mig / braun, oben heller und hat zwey gelbe Puͤnktchen. 
Die Farbe des Leibes aͤndert ab; bald iſt ſie braungrau, 
bald gelblichgruͤn; eigentlich iſt der ganze Körper mit dicht 
neben einander ſtehenden gelben, ſchwarz eingefaßten Puͤnkt⸗ 
chen beſetzt. Uiber den Rüden zieht ein gelber, durch eine 
ſchwarze Linie, die zuweilen abgeſetzt iſt, getheilter Streif, 
und auf jeder Seite eine etwas verloſchene, roͤthlichgelbe 
Linie. Auf dem vierten Gelenke ſteht eine ſchwarze, keil⸗ 
förmige Erhoͤhung und auf dem vorletzten ein gleichfarbi⸗ 
ger, größerer, aber nut wenig erhöhter Yen Die feinen 
Luftloͤcher ſind ſchwarz. 

Sie wird in einer ewöthten feſten Erdhöͤhle zu 
einer ſchwarzbraunen Puppe, welche am Ende mit zwey 
aus einander ſtehenden fteifen Haarbuͤſcheln verſehen iſt. 

„Der Schmetterling entwickelt ſich zu Ende des April, 
oder Anfang des May und . in der Gegend von Wien 
keine Seltenheit. | | 


— — 


/ 


. AARPYIA FACH. 
5 Harp. alis rufo- cinereis, antieis ſasciis dnabus 3 
an luteis eee en Peg n 


2 


Br 1 5 


Hübner, Bomb. Hab. 8. f. 31. (foem.) Let, S. 
40:7. 1, Buchenſpinner, B. Fa gi. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. gef. 5 
‚a. b. lig. 1.3. 
Wien. Verz. S. 63. Fam. 8. u. 2. boten, 
B. Fag i. | 
iger. N. Ausg. dess. 1. B. S. 149. n. 2 — 
J.innè, S. N. I: 2.826, 30. — 2 
— — Faun. Suec. ed. 2. 295. 1113. FIIR | 
Fabr. E. S. III. 1. 422.51i.%;“ 
Roͤſel, Inſ. Bel. III. Th. S. 69. Tab. 12. 
e Schm. III. Th. Tab. XX. f. 1. 2. 3. (Raupe.) 
(Gewebe.) 5. (Puppe.), 6. (Nann.) 7. (Weib.) 
S. RD}: B. Fa gi. * 
u Europe, T. V. * CCI. f. 270. c 
pag. 122. L'ecureuil. 75 
| 189 Bei, II. St. Tab. II. (Henn) Tab. VII. 
15 8. (Einzelne Theile der Raupe und Puppe.) 
S. 58. n. 8. Nachtrag, S. 134. B. b A 
Müller, Taun. Fridr. 39. 357. 50 
— — 1 Dan. 11. 1356. 
Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 34. n. 648. 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 382. n. 142. —.— 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 38 4. n. 28. —— 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 40. h. 22. ee 
Schrank, Faun. boic. A 1, Abth. 8. 290, m 
1480. | 
Lang, Verz. 2. A. S. 113. n. 844. 845. — 
Brahm, Inſ. Kal. S. 536. n. 397.—— 
Schwarz, Kaupenkal. S. 517. 674. —— 


40 | 
— — 1 

Die Fuͤhler find roſtfarbig, bey dem Manne gekaͤmmt, 
mit nackter Spitze, bey dem Weibe borſtenfoͤrmig; Kopf 
und Ruͤcken aſchgrau, der Hinterleib braͤunlich grau, mit 
einem ſtarken, helleren Afterbuͤſchel und einigen dunkleren 
Schoͤpfchen auf den erſten Gelenken. 
eee Vorderfluͤgel ſind roͤthlich aſchgrau, an der 
Wurzel weißgrau, mit zwey zackigen weißlichen Streifen 

und einer Reihe ſchwarzer dicker Punkte gegen den Außen⸗ 
rand, an deren jedem einwaͤrts ein weißer Fleck ſteht. Am 
Innenkand des Mittelfeldes zeigt ſich eine roſtfarbige in 
die Fläche vertriebene Makel. Die Hinterfluͤgel ſind an 
der Wurzel heller, am Außenrande dunkler und haben 
am Vorderrande einen weißlichgelben kurzen Zackenſtreif. 
Vor dem Saume aller Fluͤgel zieht eine weißliche bogen⸗ 
foͤrmige Linie her, von welcher gleichfarbige Striche in 
die Franzen auslaufen. 

Die Raupe lebt im Auguſt und September auf Ei⸗ 
chen (Quercus Robur), Haſelſtauden (Corylus Avel- 
lana); Buchen (Fagus sylvatica), Linden (Tilia eu- 
ropaea) „ Birken (Betula alba), Erlen (Betula Al- 
nus) und Pflaumenbaͤumen (Prunus domestica) “). 
Sie iſt vierzehnfuͤßig, kaſtanienbraun, von vorn nach 
hinten dicker, mit einer helleren, ſchwaͤrzlich geſaͤumten 
Ruͤckenlinie; auf jedem der ſechs mittleren Gelenke ſteht 
ein kegelförmiger ſpitzer Hoͤcker, wovon der vorderſte groͤ⸗ 
ßer iſt und in zwey Spitzen auslaͤuft. Das breite in bey⸗ 
den Seiten gezaͤhnte Hintertheil endigt ſich in zwey kurzen 
Feulenförmigen Schwanzſpitzen. Die ſechs Bruftfüße ſind 
ſehr lang und beſtehen aus zwey Gliedern. In der Ruhe 
ſind Vorder⸗ und Hintertheil in die Hoͤhe gerichtet und die 
Bruſtfuͤße liegen dicht am Leibe an. 


*) Ich fand einſt an einem Tage eine auf Eichen, eine 
andere auf Haſeln; beyde feindeten ſich in ihrem Behaͤlt⸗ 
niſſe an und ſtarben nach wenigen Stunden, da ſie ſich 
koͤrtlich verletzt hatten. 


31 * 
| —, * 4 
Das Gewebe iſt ſeidenartig, weiß und wird flach 
zwiſchen; zwey Blaͤttern angelegt. Die Puppe iſt glaͤnzend 
rothbraun, am Ende mit vier krummen ſpitzen Haͤkchen. 
Der Schmetterling entwickelt ſich, im Freyen, erſt 


8 U 


in der Mitte des se und iſt 106 dem en ahn, 


n Europa ſelten. 


r len 


* — 
60 Oi 


s. HARPYIA MILHAUSERL. 


Harp. alis anticis albo - cinerascentibus nigro mächlatis, 


| Mr ae obliterata Iutea; posticis albis „ macula nigra 


in angulo ani. 


0 m een 
umme ‘ ? 


Eine feltene grüne Raupe mit einem 1 Schilde auf 
dem letztern Gelenke, nebſt ihrer Verwandlung in einen 
Nachtvogel. Beſchrieben und auf einer Kupfertafel mit 
Farben abgebildet, von Johann Auguſt Milhau⸗ 

fer. Dresden, gedruckt in der Koͤnigl. Belchen 
rey, 1763. *) } 


*). Der Verfaſſer dieſer ſehr ſeltenen, ſechzehn 8 
ſtarken Abhandlung war Secretair bey der Hofbibliothek 
in Dresden und Mitglied einer Privatgeſellſchaft von 

* Gelehrten, welche ſich mit wiſſenſchaftlichen Gegenſtaͤn⸗ 

den beſchaͤftigte. Mithauſer war darunter der ein⸗ 
zige Entomolog; ſie laſen bey ihren Zuſammenkuͤnften 
ihre Arbeiten vor und beurtheilten ſie ſchriftlich. Ich 


beſitze alle entomologiſchen Aufſätze Milhauſers, 


wovon keiner ohne vorzuͤglichen Werth iſt, im Manu⸗ 
ſcript; nebſt den, oft luſtigen, Bemerkungen der Geſell⸗ 
ſchaft darüber. Die hier angeführte Abhandlung vers 
danke ich ſeinem e Sohne. Die beygefuͤgte 


2 


1 


h 95 42 


N 


H ee; mend Tab. 8. f. 32. (mas) 33. (dem) 
Text, S. rand . 2. Truffeichenſpinnern⸗ K. 
rifica. as 

— — Lasvalerid IM. Bun 1. ‚Sphinpich D. a. *. 

fig. 2. a. (Raupe.) b. (Gewebe.) c. (Puppe.) 

Fabr. E. S. III. 1. 355. 150. B. Milhauseri, alis 
deflexis canis: maculis duabus dorsalibus fuscis, 
antennis apice setaceis. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXI. f. 1—6. S. 108. 
B. Milhauseri. 

Pap. d' Eurgpe, E Coll. f. 269. a8. 
pag. 120. Le Dragon. 

Knoch, Beitr, I. St. S. 48. n. 9. Tab. III. J. 3. 
B. Vidua. 1 

Wien. Verz. S. 63. Fam. 8. n. 1. wuffecheufpn. 
ner, B. Terrifica. 

Tlliger,.N. Ausg. dess. 1. B. 8. EN n. 1.— 

e. B. S. . 

955 teweg, ab. ‚Verz. er H. Sen 42. n. 25. B. Mil- 
Wüste „igel ed, 
WBorkh. Eur. Schm. RT, =. S. 557 ran . 

n 1e 

D Rhein. Magaz. I. B. S. 383. u. 252. 

Brahm, Inſ. Kal. S. 246. n. 141. B. Mil- 
hauseri. I — 


8 We S. 390. 521. 676. — 


Kupfertafel enthält Fig. 1. Die Raupe. ‚Fig. 2. Die 
Hinterfläche des letzten Gelenkes. Fig. 3. Schlupfweſpen⸗ 
eyer, womit die Raupe beſetzt war, welche der Verfaſſer 
mitt einem ſcharfen Federmeſſer bi ehe, Fig. 4. 
Das Gewebe. Pig. 5. Die Puppe. Fig. 6. Der maͤnn⸗ 
liche Schmetterling. Fig. 7. Ein r e Fuͤhler. 
Fig. 8. e vergrößerte einzelne ya weine 


vr 
es 1 * 


’ 


a Kö 4 


„Die Fühler ind von der Wurzel aus nur bis uber 
die Hälfte gekaͤmmt, an der Spitze nackt, Halskragen 
und Ruͤcken ſchwaͤrzlich / die ere der 
Hinterleib graubraͤunlich. N den 
Die Vorderfluͤgel ſind te am — 


dunkler ſchattirt und mit ſchwaͤrzlichen Adern durchzogen, 
in der Mitte, in Form einer Binde, blaß ledergelb ge 


fleckt; langs dem Innenrande ſtehen zwey ſchwarze, nicht 
wenn nee r und en N Keen eine ee 


einem ſchwarzen ride im Innenwinkel, von Belge ein 
kleinerer durch einen weißen Querſtrich abgeſchnitten wird. 
Der Saum aller Fluͤgel iſt ſchwarz und weiß geſcheckt. 

Die Raupe lebt, nach meiner Erfahrung, auf Ei⸗ 
chen (Quercus Robur) und Ruͤſtern (Ulmus campes- 
tris ), nach andern Schriftſtellern auch auf Pappeln (Po- 
pulus), Espen (Populus tremula) und Birken (Be- 
tüla alba), vom July bis zu Ende des Auguſt. Er⸗ 
wachſen iſt ſie gruͤn, chagrinartig rauh und gelb geriefelt, 
mit einem rothen Kopfe. Auf jedem der ſechs mittleren 
Gelenke ſteht ein rother ſpitzer Hoͤcker, wovon der vorderſte 
oben gabelfoͤrmig getheilt iſt. Der letzte Ring, welchen 
die Ratte in die Hoͤhe gerichtet traͤgt, ſtellt ein geſchoben 

viereckiges, etwas gewoͤlbtes Schild vor und fuͤhrt in der 
Mitte einen braungelben, hochgelb eingefaßten Fleck: ſtatt 
der Schwanzfuͤße ragen zwey kurze Spitzen hervor. In 


jeder Seite zeigt ſich auf den mittleren Gelenken ein von 
hinten nach vorne ſchief abwaͤrts gezogener fleiſchrother 


laͤnglicher Fleck. Die Bruſtfuͤße ſind roth. 

Ihr Gewebe macht die Raupe an dem Stamme des 
Baumes, auf welchem ſie lebte, in einer flachen Hoͤhle, 
von abgenagten Holzſpaͤnen; es iſt nicht ſo feſt als das 


der Vinula und daher den raͤuberiſchen Spechten, zu 


ihrer Winternahrung, am meiſten ausgeſetzt. Seit zehn 
} | 


— 


N 44 


1 


Jahren fand ich unter hunderten nur ein einziges, worin 
eine lebende Puppe war, woraus ich auch den Schmetter⸗ 
ling erhielt; daher wohl auch die Seltenheit deſſelben, 
denn die Raupe haͤlt ſich nur an den Spitzen der hoͤchſten 
Aeſte auf und iſt ſchwer herab zu bringen. 

Die Puppe hat eine eigene Geſtalt Auf jeder Seite 
über den Fluͤgelſcheiden erhebt ſich eine kolbige Erhoͤhung, 
welche einwaͤrts eingebogen iſt und in der Mitte uͤber dem 
Kopfe in einem kegelfoͤrmigen ſpitzen Stachel endiget. Die 
Farbe iſt ſchwarzbraun, auf dem Ruͤcken und den Flügel⸗ 
ſcheiden tief ſchwarz. 

| Der Schmetterling entwickelt fih im May und J Juny 
und en nur in Rassfeoland einheimiſch zu ſeyn. 


17 


45 


130 V. f N, 
NOTODONTA 


Die Fühler find gekaͤmmt, bey dem Weibe zuweilen 
nur fadenfoͤrmig, der Sauger iſt ſehr kurz, der Ruͤcken 
hat meiſtens einen erhabenen Schopf, die Vorderfluͤgel 
fuͤhren am Innenrande gewoͤhnlich einen behaarten Zahn, 
der ſich in der Ruhe uͤber den Ruͤcken erhebt. 

Die Raupen ſind nackt, entweder mit Hoͤckern auf 
den mittleren Gelenken, oder zwey Spitzen auf dem letz 
ten Abſatze, oder mit erhabenen Wuͤlſten, oder auch 


ganz glatt. 


Die Verwandlung geſchieht in einem mit Erdkoͤr⸗ 
nern vermiſchten Gewebe, oder in ee Mount 
Blaͤttern. 

Die Puppe iſt am Ende ſtachlich. 
| Der Name Notodonta iſt aus dem griechiſchen 
Nuros, Rüden, und Odovs, OVTog; Bahn, aufam, | 
men geſebt 


2 * 
1 


ww‘ 


— 


46 


A. Die Raupen mit Hoͤckern auf den 
mittleren Gelenken. Border: und 
Hintertheil ſind in der Wales in 
die Hohe. gerichtet. . 


—— 


ws 


ı. NOTODONTA TRITOPHUS. 


Notod. alis anticis dorso dentatis ſusce „nebulosis, ma- 


cula media sublunari ferruginea albo eincha; e 


Albis, litura anali fusca ar 


ene Bomb. Tab. 7. f. 27. 2 ng B. Tor- 

va. Text, S. 109. n. 20. Sierpappetih, B. 
Tritophus. . 

en Mr Larv. Lepid. III. Bomb. I, Sphingoid. La 
F. 2. a. (Raupe.) ). 

Wien. Verz. S. 65. Fam. R. n. 6. e 
ſpinner, B. Tritophus. 

IIlliger, Magaz. II. B. S. 67. n. 6, 

Fab r. E. S. III. 1. 442. 108. B. Triops 2 


Esper, Schm. III. Th. Tab. LX. f. 3. S. 300. B. 


Tritophus Variet. 
Pa p. d' Europe, T. V. Pl. CCI. f. 268. a—e. 


pag. 118. Le Dromedaire. 


*) Diefe Abbildung iſt zwar nicht die beſte, jedoch ſtimmt 
ſie genau mit Fabr. Beſchreibung uͤberein; auf einer 
nachgelieferten Tafel, (Sphingoid. C. f.), iſt Fig. I. a. 
unter dem Namen Tritophus eine Raupe abgebildet, 
uͤber die ich nichts entſcheiden kann, da ſie mit der im 
Tab. Verz. vorgeſtellten nicht im geringſten uͤberein⸗ 
kommt und ich ſie nur, durch die nahe Verwandlung 
entſtellt, gefunden habe. 


in ur 


Selbe, Beitr. L H. Tab. II. . ee ©. 4 

B. Phoebe.) Ane dan t 
„ Tab. Marz. Tab. 4 1. 4 5. «air Rei.) 
8. 44. B. Tritophus. 


n Eur. Schm. III. b. S. 396. il. 427. *. 


Tremula. 
— — Rhein. Wagen, I. 8. E. 03% n. 251. ‚Bi Trik 
mtophus ns 
Schrank, ar Wi 2. B. at Abth⸗ 8. 289. n. 


1478. B. Tritophus. 3 1 er 


ſind unrichtig citirt. 

Brahm, Inſ. Kal. S. 48891 m. BETEN B. remula 
S. 261, und 556. n. 155. B. balsamiferau 

Schwarz, Raupenkal. S. 230. und 668. B. Dre: 
mula. S. 265. B. Phoebe. S. 389. 647950. 


B. Tritophus. (Fabr. und Esper verwechſelt.) 


Die Fuͤhler find. hellbraun; bey dem Manne gekaͤmmt, 


bey dem Weibe borſtenförmig, der Ruͤcken ſchwaͤrzlichbraun, 
die Schulterdecken weißgrau geſaͤumt, der Hinterleib aſch⸗ 
grau. Die Vorderfluͤgel ſind hell⸗ und ſchwarzbraun ges 
woͤlkt, mit zwey verloſchenen zackigen Querſtreifen, einer 


roſtbraunen Binde vor dem Außenrande, einer mondfoͤr— 


migen weißlichen Makel in der Mitte, welche einen roſt⸗ 


farbenen Kern hat, und neben ihr, einwaͤrts, einen aͤhn⸗ 
lichen, aber verloſchenen runden Fleck. Die Adern ſind 
ſchwarz, in der Naͤhe des Außenrandes weiß punktirt und 
der Ruͤckenzahn ſchwarzbraun. Die Hinterfluͤgel ſind bey 
dem Manne weißlich, bey dem Weibe grauweiß, mit einem 
verloſchenen Mittelflecke und einem N Bde 
eke. g 41 


*) In der dritten und vierten Figur if die Raupe der Ver⸗ 
wandlung nahe und ſehr unrichtig aged. | 


I\ 


g 48 


Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel aſchgrau, am 
Außenrande dunkler und weißbeſtaͤubt, die hinteren weiß⸗ 
grau, mit einem ſchwarzbraunen Mittelflecke, einer verlo⸗ 
ſchenen Binde und ſchwarzbraun angeflogenem Außenrande. 

Die Raupe lebt im July und September auf Espen 
(Populus tremula), italieniſchen Pappeln (Populus 
italica) und Birken (Betula alba). Sie iſt dunkelgruͤn, 
mit rothem Kopfe; die drey erſten Gelenke ſind, wie bey 
allen verwandten Arten, ſehr duͤnne, auf jedem der fuͤnf 
mittleren ſteht ein rother ſpitzer, hinterwaͤrts gekruͤmmter 
Hoͤcker und zwiſchen dem erſten und dem Kopfe ein rother 
Laͤngsſtrich. Uiber den Fuͤßen zieht ein gleichfarbiger un⸗ 
terbrochener Streif her; das letzte Gelenke iſt oben kegel⸗ 
foͤrmig und im Sitzen in die Hoͤhe gerichtet. Vor der 
Verwandlung wird ſie kaffeebraun, mit grauem Kopfe, 
die Ruͤckenlinie verlifcht und die Hoͤcker ſind kaum zu ſehen. 
Sie wird in einer zuſammen geſponnenen Erdhoͤhle, oder 
auch zwiſchen abgefallenen Blaͤttern und Moos zu einer 
walzenfoͤrmigen, glaͤnzend dunkelbraunen mit zwey End⸗ 
ſpitzen verſehenen Puppe. 

8 Der Schmetterling erſcheint im May und Juny und 
dann wieder im Auguſt und iſt in mehreren Nane 


Deutſchlands zu Hauſe. 5 


2. NOTODONT.A ZICZAC. 
Notod. alis anticis dorso dentatis brunneis spadiceo - un- 
datis fasciatisque, striga lunari ferruginea; posticis 
albidis, fascia lituraque anali obsoleta. 


Hübner, Bomb. Tab. 6. f. 26. (mas.) Text, S. 
108. n. 18. Flechtweidenſpinner, B. Ziczac. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Bphingoi C. e. 


fig. 1. a. (Raupe.) b. (Puppe.) 


49 


Wien. Verz. S. 63. Fa. R. n!5. bleme. 
ner, B. Ziczac. 

Illi ger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 146. n. 5. 

— — Magaz. II. B. S. 66. n. 5.—— 

Linné, S. N. I. 2. 827. 61. B. Zicz ac, alis de- 
A dorso dentatis apicibusque macula grisea 
subocellari, antennis lamellatis. 

— — Faun. Suec. ed. 2. 296. 1116. f 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 123. n. 29. Le bois 
veine. 

Fabr. E. S. III. 1. 442. 107. B. Ziczac, alis defle- 
üxis dorso dentatis apicibusqne macula grisea ocel- 
Aari, antennis squamatis. 

Friſch, Beſchr. der Inf. III. Th. Tab. II. f. 1. 2. S. 4. 

Roͤſel, Inf. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XX. f. 1 
— 8. S. 129. 

Schäffer, Icon. Tab. LXIX. f. 2. 3. Nomench; 
Panz. p. 86. B. Zi cz ace. 

Sepp; Neederl. Ins. Nacht- Vlinders. Van't Wiest 

 Gezin der eerste Bende. Fab. XII. f. 1— 10. 

De Geer, Uiberſ. v. Goeze. I. B. 1. Q. S. go. Tab. 
6. f. 110. 4. Q. S. 118. II. B. 1. Th. S. 222. 
n. 1. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. L. f. 1 — 4. S. 293. 

B. Ziczac. 

Pap. d' Europe. T. V. Pl. CC. f. 266. a. b. c. Pl. 
CCI. f. 266. d —g. pag. 113. Le bois vein&, 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XXVIII. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. IV. Pl. CXIX. 

Müller, Faun. Fridr. 40. 362. B. Zi zac. 

— — Zool. Dan. 119. 1371. 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 36. u. 677. B. Ziezac, 

— — A. Magaz. II. B. 1. St. S. 7 —— 

— — N. Magaz. II. B. S. 60. u. 61. III. B. 2. St. 

S. 15 4. n. 99. S. 158, n. 138. S. 163. n. 188. 


N * 


BR. ON 
r 
Rossi, Faun. Für. . II. p. 171. n. 1084. 5 ed. 
Illig. p. 275. n. 1084, —— 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S8. 46. n. 31. 
Bork. Eur. Schm. III. Th S. 415. u. 154. 
— — Rhein. Magaz. 1. B. S. 381. n. 249. 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 2. 97 4. St. S. 
410. n. 23. —— 
Naturf. XIX. St. S. 216. n. 61. ae 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 559. n. 
1 
Lang, Verz. 2. A. S. 110. n. 834. 835. 
Schwarz, Raupenkal. S. 58 1. 527. 643. 751. —— 
Bra hm, Ins. Kal. S. 265. n. 157. S. 51 4. n. Ah — 


5 
> 


Die Fühler find hellbraun, bey dem Manne gekaͤmmt, 
bey dem Weibe fadenfoͤrmig, Halskragen und Schulterdek⸗ 
ken braun, weißgrau gemiſcht und ſchwarzgeſaͤumt, der 
Hinterleib braͤunlichgrau. 

Die Vorderfluͤgel find gelbbraun, in der Mitte vom 
Vorderrande bis zur Haͤlfte weißgrau, mit einem langen 
roſtbraunen Mondflecke, welcher mit einem gleichfarbigen, 
gelblich gerandeten, kappenfoͤrmigen Streif, der ſich vor 

dem Außenrande herzieht, einen dunkelgewoͤlkten, von ei— 
ner ſchwarzbraunen Zackenlinie halb durchzogenen, auf 
den ſchwarzen Adern weißpunktirten Fleck begraͤnzt. In 
der Mitte ſteht ein roſtbrauner Punkt, der ſich oͤfters in 
ein ſchmales Strichchen verlaͤngert. Der Rückenzahn it 
ſchwarz behaart. 

Die Hinterfluͤgel ſind bey ger Manne mehr 45 
weniger weiß, am Außenrande braun beſtaͤubt, bey dem 


) Die hier angeführte fuͤnfhoͤckerichte Raupe dürfte 
* wohl zu Tritophus gehören, 
) 


4 6 
/ 
0 


* 


51 
Weibe „ zuweilen RN mit einem dunkle⸗ 
ren Mittelmonde, einem helleren Querſtreife und 1 
nen verblichenen Wiſch im Innenwinkel. a 

Die Unterſeite iſt braungrau, hier und da weiß an⸗ 
geflogen, mit einer helleren Binde durch alle Fluͤgel und 
einem ſichelfoͤrmigen roſtbraunen Mittelflecke. 

Das Ey iſt rund und gruͤn, die Raupe lebt vom Juny 
an bis in den Oktober auf allen Arten von Weiden (Salix) 
und Pappeln (Populus). Sie iſt an den erſten Abfät- 
zen ſchlank, nach hinten immer dicker, ihr Kopf herzfoͤr— 
mig; auf dem fuͤnften und ſechsten Gelenke ſtehen zwey 
große kegelfoͤrmige, an den Spitzen roͤthlichbraun gefaͤrbte 
Hoͤcker und ein kleinerer, oft kaum ausgezeichneter auf 
dem ſiebenten. Die Grundfarbe iſt violettroth, roͤthlich⸗ 
braun oder roſenroth, bis ins Weißliche gemiſcht, zwiſchen 
dem Kopfe und dem erſten Hoͤcker zieht ein braunrother 
Streif durch die Mitte, die zwey letzten Abſaͤtze ſind ke— 


gelfoͤrmig erhoͤht, rothgelb und pommeranzenfarbig ge⸗ 


fleckt und die hintere Fläche iſt roſenroth. 

Das Gewebe wird zwiſchen Blaͤttern, oder in bi 
Erde aus ſtarken Faͤden geſponnen, die Puppe iſt roth⸗ 
braun, mit zwey Endſpitzen. Der Schmetterling erſcheint 
zweymal, im April oder May und dann wieder im July 
oder Auguſt und wird allenthalben in Europa angetroffen. 


3. NOTODONTA TON A. 


Notod alis griseis, anticis dorso dentatis, strigis dua- 
bus atomisque flavescentibus, lunula fusca luteo 
marginnta; posticis fascia lituraque anali obliter ata. 


4 


. Bomb. Tab. 7. f. 29. (focm.) B. Tr i- 


tophus. Text, S. 108. n. 19. Fenske ner, 
B. Porva. 


IF IA. Lie, 


— 


7 


ae Be 


Hübner, Larv. Lepidopt. III. Bomb. I. Sphingoid 
C. f. fig. 2. c. (Raupe.) d. (Puppe.) if 
„ N. Ausg. des Wien. Verz. 1. B. S. 146. 
n. 6. Zitterpappelſpinner, B. Trit o phus. 
— — Masgaz. II. B. S. 67. n. 6.—— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LX. f. 1. 2. S. 299. B 
Tritophus, 

Scriba, Beitr. II. H. Tab. VII. f. 6. (mas.) 7. onen 
S. 77. B. Dodonaea. 

Pa p. d' Europe, E. IV. TI. DS a. 
b. c. pag. 65. La demi-Lune grise. (für B. quer- 
na des W. V. angegeben.) 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 402. n. 149. B. Do- 
do ne a. S. 42 1. n. 156. B. Tritophus. 1 45 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 378. n. 245. B. Do- 

donae a. 5 

Brahm, Inſ. Kal. S. 334. n. 220. B. Tritophus. 

(Mit falſchen Citaten.) 


Die Fuͤhler ſind braungelb, bey dem Manne ſchwach 
gekaͤmmt, bey dem Weibe fadenfoͤrmig. Kopf und Ruͤcken 
graugelblich, der Hinterleib aſchgrau, die Vorderfluͤgel 
ſchwaͤrzlichgrau und gelbbeſtaͤubt, mit zwey dunkleren, auf 
den entgegengeſetzten Seiten gelbgerandeten Zackenlinien 
und einem ähnlichen, aber undeutlichen Streife vor dem 
Außenkande. In der Mitte ſteht eine gelbliche Mond⸗ 
makel mit einem ſchwaͤrzlichgrauen Mittelſteichchen, die 
Franzen ſind ſchwaͤrzlichgrau und gelblich gemiſcht. Die 
Hinterfluͤgel ſind aſchgrau, mit einer helleren, verloſchenen 
Binde, einem dunkleren, kaum ſichtbaren Mittelflecke und 
einem braunen, nicht ſcharf begraͤnzten Wiſche im Innen⸗ 
winkel. Die gelblichen, kaum dunkler geſcheckten Fran 
zen ſind durch eine ſchwarzbraune a von der Flache ab⸗ 
geſchnitten. 


Die Unterfeite iſt aſchgrau, ER alle Flügel zieht 
ein ſchwarzbrauner bogiger, auswaͤrts weißlich gerandeter 


Streif und in der Mitte ſteht ein dunkleres Mondfleckchen. 


So ſind die deutlichſten Exemplare gezeichnet, — 
gewoͤhnlich, beſonders bey dem Manne, ſind von den Quer⸗ 
ſtreifen kaum ſchwache Spuren zu ſehen. 

Die Raupe lebt im Juny und September auf Es⸗ 
pen, (Populus tremula) ſie iſt der vorhergehenden ſehr 
ähnlich, roͤthlichbraun, gelbgemiſcht, mit drey zackenfoͤr— 
migen hinterwaͤrts gekruͤmmten Hoͤckern auf den mittleren 
Gelenken und einer kegelfoͤrmigen Erhöhung auf dem 
letzten. . 
Das Gewebe iſt wie bey der vorigen Att, die Pubpe 
gleichfalls, nur geſchmeidiger. Der Schmetterling ent— 
wickelt ſich im May und Auguſt; das Vaterland iſt 
Deutſchland, vorzuͤglich Sachſen. 


— 


4: NOTODONTA' DROMEDARIPS. 


Notod. alis anticis dorso dentatis fusco-nebulosis, litura 
baseos anique . posticis cinereis, fa- 
scia obsoleta albida. 


Hübner, Bomb. Tab. 7% ER, (foem.) Text 8 S. 
109. n. 21. Birkenſpinner, B. Dromedarius. 


— — Larv, Lepidopt. III. Bomb. I. Sphingoid. C. 


g. fig. 1. a. (Raupe.) 


Wien. Verz. S. 63. Fam. R. n. 7. —— 


Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 147. n. 7. —— 
Linné, S. N. I. 2. 827. 62. —— 


. 1. 444. 113. 


De Geer, Uiberſ. v. Goeze. II. B. 1. Th. Tab. 4. 
15 13— 17. S. 2283. 


34 


Esper, Schm. III. Th. Tab. LIX. f. 5—9. S. 97 
B. Dromedarius. 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. Cl. f. 267. a—f. 
pag. 116. Le Chameau. (Unrichtig für 
phus gehalten.) 

Vieweg, Tab, Verz., 1. H. S. 45, 382. 
Dromedarius. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 419. n. 155. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 382. n. 250 —— 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 2. B. 3. St. 

S. 416. n. 25, Phal. dromedaria. 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 290. 
n. 14790 B. Dromedarius. 

Lang, Verz. 2. A, S. 111. h. 836. 857 — — 

Brahm, Inf Kal. S. 329. n. 215. —— 

Schwarz, Raupenkal. S. 383. 643. 751. — 


Die Fühler find hellbraun, wie bey den vorhergehen— 
den Arten geſtaltet, Kopf und Ruͤcken dunkelbraun, der 
Hinterleib braͤunlichgrau. 

Die Vorderfluͤgel ſind ſchwaͤrzlich graubraun, an der 
Wurzel weißlich, oder gelb gefleckt; zwiſchen zwey 
ſchwarzbraunen, auf den entgegengeſetzten Seiten weißlich 
und gelbgerandeten Zackenlinien ſteht am Vorderrande ein 
roſtbraunes, weiß, oder gelblich umzogenes Strichchen. 
Vor dem Außenrande zieht ein roſtbrauner kappenfoͤrmiger 
Streif nach dem Innenwinkel, wo er ſich mit der zweyten 
Zackenlinie in einem gelben, oder weißgrauen Flecke ver⸗ 
einiget. 

Die Hinterfluͤgel ſind braungrau, in hellerer, oder 
dunklerer Anlage, mit einer verloſchenen weißlichen Quer⸗ 
binde und einem dunkelbraunen Wiſche im Innenwinkel. 

Die Unterſeite iſt weißgrau, vor dem Außenrande 
roſtbraun ſchattirt, mit einer dunkelbraunen, auswaͤrts 


55 


weißlichen, bogigen Querbinde durch alle e und roſt⸗ 
braunen Mittelflecke. 

Die Raupe lebt vom Juny bis in den Oktober auf 
Birken (Betula alba), Erlen, (Betula Aluus) und 
Haſeln, (Corylus Avellana). Sie iſt gelbgruͤn, zus 
weilen braͤunlichroth, mit vier an den Spitzen rothgefaͤrb⸗ 
ten Hoͤckern auf den mittlerer Gelenken und einer kegel⸗ 
foͤrmigen Erhoͤhung auf den vorletzten. Zwiſchen dem 
Kopfe und dem erſten Höder fteht ein rother, und in je⸗ 
der Seite ein gleichfarbiger unterbrochener Streif. f 

Gewebe und Puppe ſind wie bey den vorhergehenden 
Arten; auch erſcheint der Schmetterling zweymal, im 
May und Auguſt, allenthalben in Deutſchland. 


5. NOTO⁰DONVTA CUCULLINA. 


Notod. cristata, alis anticis dorso dentatis ochraceis fer- 
rugineo maculatis striatisque, fascia marginali al- 
bida, posticis ochraceis, litura anali ferruginea. 


— 


Hübner. Bomb. Tab. 5. f. 20. (foem.) Tert, 
S. 107. n. 15. Masholderſpinner, B. Cucullina, 
— — Lar v. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. 
d. f. 2. a. (Raupe.) 
— — Sphingoid. C. c. d. fig. 5. a. (Raupe.) 
Wien. Verz. Nachtr. z. Fam. R. S. 311. u. 8. 
(4 — 5.) Brauner, abwärts weißgerandeter Spin 
ner, B. Cucullina, | 
Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 145. n. 4 — 
— — Magaz. II. B. S. 64. (an Capucina Linn. ? 
RA ne 
Esper. Schm. III. Th. Tab. LXXI. f. 1. (mas.) 
S. 364. B. Cuculla. | 


U 


56 


Pap. d' Europe, Suppl. Pl. IX. Suppl. 5770 I. 
f. 263, a. h. bis, 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 414. n. 153, B, 
Cuculla. | 

Naturf. XXIX. St. S. 213. n. II. Naturgeſch. 
der. B. Cuculla, (Vom H. Stadtpfarrer Luz. 
zu Schwaningen.) 

Brahm, Inſ. Kal. S. 333. n. 218. 

Schwarz, Raupenkal. S. 673. —— 


Die Fuͤhler ſind hellbraun, Kopf, Halskragen und 
Hinterleib ockergelb, der Ruͤcken roſtfarbig gemiſcht, mit 
einem erhoͤhten Kamme, die Vorderfluͤgel von der Wur⸗ 
zel aus laͤngs dem Vorderrande bis zur Mitte ockergelb, 
dann roſtbraun, mit einigen dunkleren feinen Zackenlinien 
durchzogen; am Außenrande ein großer bindenfoͤrmiger 
weißer Fleck, der erſt in einiger Entfernung von dem 
Vorderrande beginnt und durch eine ſchwarzbraune Ader 
getheilt wird. Die Franzen ſind weiß und roſtfarbig ge⸗ 
ſcheckt, der Ruͤckenzahn iſt ſchwaͤrzlich 

Die Hinterfluͤgel ſind gelbbraun, mit einer undeut⸗ 
lichen Binde, einem roſtbraunen, von einem gelblichen 
Streife getheilten Flecke im Innenwinkel und weißgrau⸗ 
en, kaum dunkler geſcheckten Franzen. 

Die Unterſeite iſt ockergelb, hier und da dunkler er 
ſchattet. 

Lange hielt man eine roͤthlich gefärbte Abaͤnderung 

der Raupe von Camelina für die der Cucullina; ich er⸗ 
zog dieſe, da ſie in der Gegend von Leipzig, beſonders im 
Herbſte, nicht ſelten vorkoͤmmt, mit der groͤßten Sorgfalt 
und erwartete um ſo eher eine Cucullina daraus, da ſie 
auch in der erſten Jugend durch einige ſchwarze Flecke 
am Kopfe ſich vor den uͤbrigen auszeichnete und der Schmet— 
terling bey Leipzig, Dresden und im Erzgebirge gefunden 


57 


worden; — aber ich erhielt ſtets nur Camelina in allen 
Abaͤnderungen. Im 29. Stucke des Naturforſchers wird 
endlich die vollſtaͤndige Naturgeſchichte geliefert, wovon 
ich hier, mit Zuziehung der Huͤbnerſchen Abbildung, aus 
Mangel eigener Erfahrungen, einen Auszug gebe. 

Das Ey iſt weißlich glaͤnzend, die junge Raupe 
grün, duͤnnbehaart, mit einer kegelfoͤrmigen rothen Er— 
„böhung auf dem vorletzten Gelenke, welche an der Spitze 
getheilt iſt. Erwachſen gleicht fie der Raupe von Drome- 
darius, ift grün, oder blaßroͤthlich, mit einem herzfoͤrmi⸗ 
gen, grasgruͤnen oder dunkelbraunen Flecke hinter dem 
Kopfe und zwey kurzen, abgeſtumpften, zackenfoͤrmigen 
Hoͤckern auf jedem der mittleren Gelenke, durch welche 
eine dunkelgruͤne, oder, bey der roͤthlichen Varietaͤt, ſtark— 
rothe Laͤngslinie bis an die Nachſchieber zieht. Der 
Schwanzhoͤcker iſt an der Spitze roth und der Koͤrper mit 
feinen Haͤrchen beſetzt. | 

Sie lebt im Auguſt auf dem Atlasbeerbaume, (Cra- 
taegus torminalis) und Masholder, oder Ahorn, (Acer 
campestre), vermuthlich auch noch auf andern Bäumen, 
denn einer meiner Freunde fand ein Paͤrchen in der Be— 
gattung an einer Weide, ein anderer in einem Garten 
bey Dresden ein Weib; beyde verſicherten mich, daß in 
der ganzen Gegend keiner von den genannten Baͤumen zu 
ſehen war. 

Der Schmetterling entwickelt ſich entweder in vier⸗ 
zehn Tagen, oder erſt im folgenden Jahre. Das Vater⸗ 
land iſt Sachſen und Franken. ö 


58 Ar 


B. Die Raupen mit zwey Spitzen auf 


dem letzten Abſatze. Das Border 
theil iſt in der Ruhe zurückgelegt. 


— (— 


6. Vor ONTA CANM ELINA. 


Notod. cristata, alis denticulatis, anticis lerrugineis, 
fsscia obscuriore denticuloque dorsali reſlexo, pos- 
ticis ochraceis, macula anali coerulea. 


Hübner, Bomb. Tab. 5. f. 19. (mas.) Text, ©. 
107. n. 14. Erlenſpinner, B. Camelina. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. 1. Sphingoid. C. 
d. fig. 1. a. (Raupe.) 

— — Sphingoid. C. c. d. fig. 2. a. (Raupe, die 
roͤthliche Varietaͤt.) N 

Wien. Verz. S. 63. Fam. R. n. 3. 

ie ee e Pam DB, 0 6 Bachweidenſpinner, 
B. Capucina *). 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 144. n. 3. B. 
Camelina. Er 

— — — 5. 145. n. 4. B. erh nein 

„— Magaz. II. B. S. 63. n. K. B. Capucına 

Linné, G. N. I. 7. 834. 80. Fe 
spir ilinguis cristata, lis deflexis denticulatis brun- 
neis: omnibus denticulo dorsali. | | 

— — Faun. Suec. ed. 2. 305. 1145. B. cam e- 
lina, spirilinguis cristata, alis deflexis erosis 
brunneis: omnibus denticulo dorsali. 


— — 8. N. I. 2. 832. 79. B. Ca puoi na, spirilinguis 


*) H. Hübner behauptet in feinem Texte, in der Urſamm⸗ 
lung eine umberbraune Abänderung als Camelin a; 
die roſtfarbige als Capucina aufgeſtellt gefunden zu 
haben; jetzt befindet ſich Huͤbners Capu ina unter 
gleichem Namen in der Schiffermuͤllerſchen Sammlung. 


ed 


BR: 
RB: 


59 * 


ceristata, alis deflexis dentieulatis ferrugineis: 
denticuloque dorsali reflexo fasciaque ferruginea. 

Linné, Faun. Suec. ed. 2. 304. 1144. B. Ca pu- 
cina, spirilinguis cristata, alis deflexis denticu- 

latis ferrugineis: denticulo dorsali deflexo fascia- 
que cinerea *). 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 111. n. 12. La 
erète de cod. 

Fabr. E. S. III. 1. 450. 133. B. camelina. N 

— — — 449. 132. B. Capueina. (Nach Linu£.) 

Roͤſel, Inf. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XXVIII. 
f. 1 — 5. S. 165. 

Sepp, Neederl. Ins. Nachtvl. v. tweede Gezin 
der eerste Bende. Tab. I. f. 1 11. 0 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LXX. f. 1— 5. S. 
360. B. Camelina. 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CXCIX. f. 263. 
a — i. pag. 106. La crete de co. ö 

Müller, Zool. Dan. 119. 1378. Phal. Camelina. 


Fueßl. Schweitz. Inf. S. 36. n. 686. — n. 685. 


B. Capucina. 


— — A. Magaz. II. B. 1. St. S. 11. Pha l. Ca- 


melina. 
Vie weg, Tab. Verz. 1. H. 8. 1 3. B. Camelina. 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. log. n H. 162. 
S. 415. n. 153. B. Capucina. 


*) Die hier angeführte ſascia cinerea, welche in der Be: 
ſchreibung fusca genannt wird, iſt hoͤchſt wahrſcheinlich 
ein Druckfehler, der im Syst. Nat. durch Terruginea 
verbeſſert worden. Uibrigens ſtimmen alle angegebenen 
Kennzeichen mit Camelina und ihren Abaͤnderungen 
uͤberein und der Streit uͤber dieſen Schmetterling waͤre 
entſchieden; obgleich noch neuerdings H. Hübner, S 
107. Linne's Capucina in ſeiner Hlicifolia finden 
will. 


60 


Borkh. Rhein. Magaz. I. B. ©. 381 un, 248. B. 
Camelina. \ 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 2. B. 3. St. 
S. 414. n. 29. —— | 
Schrank, Faun. boic. 2. B. ı. Abth. S. 288. n. 
1475. B. camelinus. n. 1476. B. capueinus. 
Lang, Verz. 2. A. S. 110. n. 832. 833. B. Ca me- 
lina. 

Brahm, Inſ. Kal. S. 353. n. 219. —— 
amet, Raupenkal. S. 260. 385, 646, 749. — 


l 

Die Fühler ſind gelbbraun, bey dem Manne fein 
gekaͤmmt, Kopf und Ruͤcken zimmtfarbig, gelb beſtaͤubt, 
letzterer mit einem erhabenen in der Mitte gelben Schopfe, 
der Hinterleib gelbbraun, in den Seiten und an der Spitze 
roſtfarben, die Vorderfluͤgel ſtark gezaͤhnt, roſtfarbig, oder 
zimmtbraun, ockergelb gewoͤlkt, mit zwey ſchiefen, zacki⸗ 
gen, ſchwarzbraunen Querſtreifen und ſchwaͤrzlichen, ge⸗ 
gen den Außenrand weiß oder gelbpunktirten Adern. Der 
Ruͤckenzahn iſt ſtark behaart, ſchwarzblau und gegen die 
Fluͤgelſpitze ſtehen am Vorderrande drey oder vier gelbe 
Punkte. 

Die Hinterflügel find ledergelb, oder braͤunlich, am 
Außenrande dunkler, zuweilen mit einer helleren Quer— 
binde, und einem ſchwarzblauen, von einem hellgelben 
Striche getheilten Wiſche im Innenwinkel. 

Die Unterſeite iſt ockergelb, in hellerer, oder dunkle 
rer Anlage, auf den Vorderfluͤgeln gegen den Außenrand 
rothbraun ſchattirt. 

Abaͤnderungen in Anſehung der helleren oder dunkle- 
ren Grundfarbe und Deutlichkeit der Zeichnung kommen 
fo häufig vor, daß faſt kein Stuͤck dem andern gleich iſt. 

Die Raupe lebt vom Juny bis in den Oktober auf 


61 


* 


* 


Eichen, (Quercus Robur) Birken, (Betula alba) 


Weiden, (Salix) Pappeln, (Populus italica et tremu- 
la) Erlen, (Betula Alnus) Hainbuchen, (Carpinus Be- 
tulus) und Linden (Tilia europaea.) Erwachſen iſt 
fie dünn behaart, grün, zuweilen röthlich, über den Rüden 
weißlich, mit einer hellgelben, rothpunktirten Seitenlinie 
und zwey rothen Spitzen auf dem vorletzten Gelenke. In 


* 


der Ruhe legt ſie den Kopf mit den erſten Ringen auf 


den Rüden und richtet das Hintertheil in die Höhe. Sie 
wird in einer ausgeſponnenen Erdhoͤhle zu einer ſchwarz— 
braunen, am Ende mit einem Stachel verſehenen Puppe 


und der Schmetterling erſcheint entweder nach drey Wo— 


chen, oder, von Spaͤtraupen, im kuͤnftigen Fruͤhling und 
iſt allenthalben nicht ſelten. 


7. NOTOD ONTA CARMELITA. 


Notod. alis dentatis rubiginosis, antieis ad marginenm 
interiorem canescentibus, denticulo dorsali lern 
maculisque duabus albis ad marginem anteriorem: 
posticis fascia obliterata albida lituraque anali coe 
rulescente. 8 


en 


| Hübner, Samml. auserleſ. Voͤgel u. Sbneter. Tab. 


81. B. Capucina. 
— — Bomb. Tab. 5. f. 21. (mas.). Tert. S. 197 
n. 13. Reifbirkenſpinner, B. Capucina. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. 
c. fig. 3. a. (Raupe)? | 
Esper. Schm. III. Th. Tab. LXXXXI. Cont. 12. 
f. 1. (mas.) Fortſ. S. 65. B. Car melita. 
IIliger, Magaz. II. B. S. 65. e Huͤbners Ca- 
pucina von Laspeyres.) 


62 


Die Fuͤhler ſind roſtfarben, Kopf und Ruͤcken roſt⸗ 
bana, letzterer mit einem gelblichen Mittelflecke, die 
Schulterdecken weißgeſaͤumt, der Hinterleib roſtfarbig. 

Die Vorderfluͤgel find gezaͤhnt, am Vorderrande roſt⸗ 
braun, mit einem groͤßeren und einem kleineren weißen 
Flecke k), am Außen- und Innenrande blaͤulichgrau, mit 
ſchwarz und weiß punktirten Adern und einer ſchwarzen 
kappenfoͤrmigen Linie am Saume, welche in die weißen 
Franzen auslaͤuft, wodurch dieſe geſcheckt erſcheinen. 

Der Ruͤckenzahn iſt ſchwarzbraun. Die Hinterflügel 
find heller gefaͤrbt, mit einer verloſchenen weißlichen Binde 
und einem blaͤulichen Wiſch im Innenwinkel. | 

Die Unterfeite ift braungrau, am Vorder- und Xu: 
ßenrande roſtbraun ſchattirt, mit einer ſchmutzig weißen 


Binde und einem etwas gelblichen Flecke gegen die Spitze 


der Vorderfluͤgel. 

Ob die von H. Huͤbner J. c. abgebildete Raupe | 
ſeiner Capueina dazu gehört, iſt eine große Fra⸗ 
ge; — fie kommt der Dodonea und Velitaris 
aͤußerſt nahe und widerſpricht wenigſtens der Analogie und 
einer Nachricht, welche Las peyres im 2. B. von Illi⸗ 
gers Magazin S. 65. anfuͤhrt, daß ſie naͤmlich zwey er⸗ 
habene Spitzen, wie bey der Camelina, auf dem vorletz⸗ 
ten Gelenke fuͤhre. 

Nach Hübner iſt fie grün, mit einem gelblichen Ruͤk— 
kenſtreife und einer gleichfarbigen, mennigroth gefleckten 
Seitenlinie uͤber den Fuͤßen, und lebt auf Birken. Das 
Vaterland iſt Franken. 


*) Der letztere fehlt zuweilen. a 


——³• ꝓWmũô—I 


175 63 


C. Die Rbupr mit hoͤckerartigen Er: 


hoͤhungen, inen ehe, dem En 
ten Abbe. 


8 NOTODONTA DC 


Notod. alis 880% 17 dentatis exuslis, marginibus-fu« | 
scis plagaque media albida; pöstieis albis, litura 
anali lusca. 

Hübner, Bomb, Tab. 6. T. 22. (mas.) Text, S. 

108. n. 16. Schwarzpappelnſpinner, B. Dictae a. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. J. Sphingoid. C. 

d. e. f. 1. b. (Raupe) c. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 62. Fam. R. n. 1. Schwarzpap⸗ 
pelnſpinner, B. Dictaea. 
IIliger, N., Ausg. dess. 1. B. S. 141. n. 1. — 
S. 57. Zus. zu B. Tremula. u 

— — Magaz.. II. B. S. 43. n. 4. 8. 63. 

B. Dictaea * 


Linne, S. N. I. 2. 826. 60. B. dictäca, elinguis, 


alis deflexis exustis, plaga albida; inferioribus albie. 
— — 8286. 58. B. tremula, elinguis suberi- 
stata, alis superioribus exustis margine interiore, 
ER notatis, antennis ferrugineis. 
— — Faun. Suec. ed. 2. 298. 1121. B. Tremula. 
Cler gl Icon. Tab. IX. fig. 13. Ph. Tremula. 
Fabr. E. S. III. 1. 443. 111. B. dictaea. | 
Es per, 891 . Tab. n. a 
LXXXIV. Cont. Bomb. Tab. 5. f. 2. S. 290. 
B. Dietaca. N IT, 


*) Ich verweiſe hier auf Laspeyres gründliche Auseinander⸗ 
ſetzung über Linne's B. Tremula, welche durch Ill⸗ 
gers Zuſatz S. 57. der N. Ausgabe des Wien. Verz. 
veranlaßt worden. 


64 


Pap. d' Europe, T. V. Pl. CXCVII. f. 260. a. 
(Raupe) b. (Puppe), fig. 261. d. e. f. Pag. 102. 
La porcellaine. f 

Fueßl. Schweiz. Jus 1 36. n. 675. Ph. Tre- 
mula. 

— N. Magaz. III. 8 2. St. S. 144. n. 11. 
S. 154. n. 101. B. Dictaea. 

Vieweg, Tab. Verz. I. H. S. 44. n. 28. Tab. 
1. fig. 1. (Raupe.) B. Dictaea. 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 2. B. 3. er 
S. 420. n. 38. Ph. porcellanea. 

Naturf. VI. St. Tab. V. f. 4. S. 116. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. ©. 304: n. 150. B: 
Dictaea*). 

— — Rhein. Magaz. I. B. ©. 37 9. n. 246. B. 
Tremula. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1 Abth. S. 246. 
n. 1417. Aespenſpinner, B. Tr emu (Das Ci⸗ 
tat von Borkh. Tremula iſt unrichtig.) 

1 Verz. 2. A. 8, 111. n. 838. 839. B. 
Dictaea. 

Brahm, Inſ. Kal. S. 98. n. 44, S. 325. 
211. —— 

Schwarz, Raupenkal. S. 257. 381. 646. 749. 
Era | 


Die ber ſind roſtfarbig, gekaͤmmt, (bey dem 
Weibe jedoch ſchwaͤcher,) Kopf und Ruͤcken braungrau, 
und weiß gemiſcht, der Hinterleib gene 


*) In der Beſchreibung wird des laͤnglichen, beilfdemigen 
weißen Fleckes am Innenwinkel erwaͤhnt, welcher den 
nachfolgenden Schmetterling auszeichnet; auch die Raupen 
ſind vereiniget. | 


65 


| Die Vorderfluͤgel ſind weißgrau, am Vorderrande 
dunkler gefleckt, mit zwey oder drey brandfarbigen kurzen 
Streifen gegen die Spitze. Laͤngs dem Innenrande zieht 
ſich ein ſchwarzer, ruͤckwaͤrts ſcharf abgeſchnittener und 
weißbegraͤnzter, vorwaͤrts brandfarbig in der Flaͤche ver⸗ 
lorner Schatten, bis uͤber die Haͤlfte des Außenrandes 
hinauf, wo er von weißen Linien durchſchnitten wird. 
Vor dem Außenrande ſteht eine weiße und hierauf eine 
ſchwarzbraune feine Linie, die Franzen ſind gelbgrau, 
erſt braun und dann weiß geſaͤumt. Der Rückenzahn 
beſteht nur aus einem behaarten Haͤckchen. h 

Die Hinterflügel find weiß, mit ‚einem, durch eine, 
weiße Linie getheilten, ſchwarzbraunen Wiſche im Innen⸗ 
winkel. ö 

Auf der Unterfeite find die Vorderfluͤgel . 
am Vorder- und Außenrande braun ſchattirt, die hinteren 
einfarbig weiß. 

Die Raupe lebt vom Juny bis ſpaͤt in den Oktober 
auf allen Arten von Pappeln, (Populus) auf Weiden, 
(Salix) und Birken (Betula alba). Sie iſt glatt, 
glaͤnzend, wie lackirt, rothbraun, oͤfters in's Violette 
vertrieben, mit einer pyramidenfoͤrmigen Erhoͤhung auf 
dem letzten Gelenke, welche in der erſten Jugend ſich nur 
als eine hervorſtehende Spitze ausnimmt. Zuweilen zeigt 
ſich in jeder Seite uͤber den Fuͤßen eine gelbe Linie. 

Sie verwandelt ſich in einer feſt zuſammengeſponne⸗ 
nen Erdhoͤle in eine walzenfoͤrmige, kaſtanienbraune, am 
Ende mit zwey Spitzen verſehene Puppe und der Schmet= 
terling erſcheint, in den meiſten Gegenden von Europa, 
entweder nach drey oder vier Wochen, oder erſt im kuͤnf⸗ 
tigen Fruͤhling. 


Dritter Band. E 


66 


9. NOTODONTA DICTAEOIDES. 


Notod. alis anticis dorso dentatis exustis, plaga alba 
maculaque anguli interioris triangulari alba; posti- 
cis on, litura anali fusca. 


* 


Hübner, Bomb. Tab. 6. f. 23. (mas.) 2 4. (foem.) 

Text, S. 108. n. 17. Wanka enen B. 
Dictaeoides. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. 2 
d. Je. fig! I. a. ae 

Fabr. E. S. III. 1. 443. 112. B. Gn nls 
deflexis ie cinereo-albis: vitta marginali 
alra; macula alba. IH 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. Tab. 1. fig. 2. a. 
(Raupe.) b. (Puppe ) (Bird ber Dictaea zugeſchrie⸗ 

ben.) 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LXXXIV. Cont. 
Bomb. Tab. 5. f. 5. Fortſ. S. 27. B. Dictae- 
oides. 

Pa p. d' Europe, T. Vall cxcvn. kei 261. 
a. b. ( Raupe.) co. Sante f. 260. c. d. e. pag. 
102. La porcellaine. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 404. n. 150. B. 

Dictaea. (Mit Dietaeoides vereiniget.) 

— — Rhein. Maga. I. B. hg 380. n. 24). B. 
Dictaea, 

Brahm, Inf. Kal. S. 330. n. 216. b. dietae- 
oides. 


Schwarz, Raupenkal. S. 646. 749. 777: — 


Folgende Merkmale unterſcheiden dieſen Schmetter- 
ling von dem vorhergehenden. Kopf und Rüden find braun. 


67 


grau, ii, beftäubt, der Halskragen dunkler, mit 
einer ſchwarzbraunen Linie geſaͤumt, der Hinterleib braun: 
lichgrau. 

Die Vorderfluͤgel ſind dunkler angelegt, wodurch 


die weißgraue Farbe lebhafter hervortritt, der brandfar⸗ 


bige Schatten iſt breiter und zieht ſich am Außenrande 
her bis zur Spitze hinauf; die drey Streifen gegen dieſelbe 
ſind dunkelſchwarzbraun und ſchließen ruͤckwaͤrts einen wei⸗ 
ßen Fleck ein, der auf dem Vorderrande ſteht. Im 


Innenwinkel zeigt ſich ein laͤnglicher keilfoͤrmiger weißer 


Fleck, deſſen Spitze gegen die Wurzel gekehrt iſt. Die 
ſchwarzbraune Linie am Außenrande zieht ſich kappenfoͤr— 
mig in die Franzen, wodurch dieſe etwas geſcheckt er⸗ 
ſcheinen. 

Die Hinterfluͤgel ſind bey dem Manne de r 
am Border» und Außenrande braun ſchattirt, bey dem 
Weibe dunkelbraun und nur in der Mitte weißgrau ge⸗ 
miſcht. Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel braun⸗ 
grau, an der Spitze weißgrau beſtaͤubt, mit einer ver⸗ 
loſchenen dunkleren Mittelbinde, die Hinterfluͤgel weißgrau 
und dunkelbraun beſtaͤubt, mit einer ſchwarzbraunen Quer— 
binde, die ſich aber meiſtens nur am e e als ein 
laͤnglicher Fleck ausnimmt. 

Die Raupe iſt nicht ſo uhren glatt, wie die vor⸗ 
hergehende, gruͤn, über den Ruͤcken weißlich, mit einem 
gelben Seitenſtreife. Die Erhoͤhung auf dem letzten Ab⸗ 
ſchnitte iſt an der Spitze roth. Die Verwandlungsge⸗ 
ſchichte iſt wie bey Dictaea, 8 


10. NoToDoNTA ARGENTINA: 


* Bietet, alis anticis dentatis vehrageisz angenite 
maculatis punetatisque, denticulo reſlexo inlvo; 
posticis griseis. 5 


E 2 


68 


Hübner, Bomb. Tab. 5. f. 17. (mas.) Text, S. 
106. n. 11. Buſcheichenſpinner, B. Argentina. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. 
d. fig. 3. a. (Raupe.) b. (Puppe.) 

Wien. Verz. Tab. I. a. fig. 2. (Raupe.) Tab. I. 
b. fig. 2. (Schmetterl.) S. 62. u. 249. 250. 
Fam. R. n. 2. Der Eichbuſchſpinner⸗ B. Argen- 
tina. 

Illiger, N. Ausg. dess. I. B. S. 142. n. 2. 

Fabr. E. S. III. 1. 441. 103. B. argentina, 
alis deflexis dorso dentatis griseis: maculis dua- 
bus argenteis; anteriore cordata. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LIII. f. 1. 2. S. 
267. —— 

Pap. d Europe, T. V. PL CXCVIII. f. 262. 
4 — i. Pag. 104. L' argentine. 

Panzer, Faun. Germ. 2. 13. B. argentina. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 407. n. 151. 

Brahm, Inf. Kal. 392. 271. 

Schwarz, Raupenkal. S. 258. 389. —— 


Die Fuͤhler ſind roſtfarbig, Halskragen und Ruͤcken 
braungelb, letzterer mit einem erhabenen Schopfe, die Schul⸗ 
terdecken orangefarbig⸗ der Hinterleib braͤunlichgelb, bey 
dem Manne mit einem getheilten Haarbüfchel am Ende. 

Die Vorderfluͤgel find gezaͤhnt, ockergelb, von der 
Wurzel aus olivengrau, oder braͤunlich und orangefarben 
gemiſcht und vor dem Außenrande dunkler ſchattirt. Ein 
beynahe herzfoͤrmiger Silberfleck ſteht gegen die Mitte, 
vor ihm ein kleinerer und hinter ihm, nach der Wurzel zu, 
einige Silberpunkte. Im Innenwinkel zeigt ſich eine mehr 
oder weniger lebhafte orangefarbene Makel und eben ſo iſt 
auch der anſehnliche, ſtark behaarte Zahn am Innenrande 
gefaͤrbt. 


r 
— 
* 


* 


69 


Die Hinterfluͤgel find gelb⸗ oder braͤunlichgrau und 
die Unterſeite iſt einfarbig ockergelb, mit einer verloſchenen 
braunen Binde durch die Hinterfluͤgel und einer gleichfar- 
bigen Makel am Vorderrande der vorderen. 

Die Raupe lebt im Juny, July und Auguſt auf Ei- 
chen (Quercus Robur) und zwar nur auf niederen ‚Ger 
büfchen. Sie iſt wie die der Dictaea gebaut, glatt, 
mattglaͤnzend, rothbraun und grau gemiſcht, in den Sei⸗ 
ten gelblich gefleckt, mit zwey kegelfoͤrmigen Erhoͤhungen 
auf dem vierten, einem ſchmalen, ſchwarzgeſaͤumten Quer⸗ 
wulſt auf dem zehnten und mehreren kleineren Erhoͤhun⸗ 
gen auf dem eilften Gelenke. Der Kopf iſt laͤnglichrund, 
oben geſpalten, braͤunlichgelb, mit zwey dunkleren Strei⸗ 
fen. 

Sie wird in einem zarten Gewebe unter dem Mooſe 
zu einer glaͤnzend ſchwarzbraunen Puppe und der Schmet⸗ 
terling entwickelt ſich im ſuͤdlichen Deutſchland oft nach 
drey Wochen, in Sachſen erſt im folgenden Fruͤhling. 


— —ͤ̃ä—— 


D. Die Raupen ganz glatt. 


11. NOTODONTA PALPINA. 


Notod. alis dorso dentatis albidis nigro- venosis striatis- 
que; palpis porzectis pennaceis. 


Hübner, Bomb. Tab. 4. f. 16. (mas.) Text,. S. 
105. n. 9. Weißweidenſpinner, B. Palpina. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. 
e. f. 2, a. 

Wien. Verz. S. 62. Fam. Q. n. 2. 

[lliger, N. Vos dess. 1. B. S. 139. n. 2 


go 
— — 

Linné, S. N. I. 2. 828. 64. B. palpina, elinguis 
cristata, alis deflexis dentatis striatis nigro- veno- 
sis, Pali porrectis pennatis. 

— — Faun. suec. ed. 2. 305. 1146. B. He, 
elinguis eristata , alis deflexis erosis albidis stria- 
tis nigro- venosis, palpis pennatis Porrectis. 

Fabr. E. S. III. 1. 448. 129. —— 

De Geer, Uiberſ. v. Goeze. I. B. 1. Q. S. 52. Tab. 
. l 8 Tab. 4, f. 7. H. B. 1. 29. 
S. 242. n. 2. 

Sepp, Neederl. Ins. Nacht- VI. van't tweede Gezin 
der eerste Bende. Tab. IV. f. 1 7. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LXIII. f. 1 — 4. S. 315. 
B. pal pi na. 

Pa p. d' Europe, T. V. Pl. CXCVI. f. 259. a— h. 
pag. 98. Le Museau. 

Clerk, Icon. Tab. IX. f. 8. B. pal pina. 

Naturf. I. St. S. 14. Tab. I. fig. 6. VIII. St. S. 
107. u. 40. X, St S. 80 Tab. u. g 2. x 

Hufnagel, Tab. im Berl. 375 B. 3. &t. 
S. 422. n. 40. S. 437. O. B. alpina. 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 36. n. 679. — 

— — A. Magaz. II. B. 1. St. S. 85. —— 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 164. n. 20g. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 173. n. 1088. Nov. 
ed. Illig. p. 276. n. 1088. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 46. n. za 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 389. n. 145. —— 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 376. n. 242. —— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 287. n. 
1474. B. palpinus. 

Lang, Verz. 2. A. S. 109. n. 827. 828. B. Pal- 
pi na. 

Brahm, Inf. Kal. S. 518. n. 374. —— 

Schwarz, Raupenkal. S. 255. 384. 528. 657. —— 


— nun 


71 
Die Palpen ſind lang, gerade hervorgeſtreckt, vorn 
abgeſtumpft und ſtark behaart, die Fuͤhler haben einen 
weißlichen Schaft und ſind ſchwarzbraun, bey dem Manne 
jedoch ſtaͤrker, gefiedert; der gekaͤmmte Ruͤcken und der 
Hinterleib gelblichgrau, letzterer bey dem Nauf mit einem 
getheilten baͤrtigen Afterbuͤſchel. | 

Die Vorderfluͤgel find breit genäht, gelblich 1 
weißgrau gemiſcht, mit dunkleren Wellenlinien und ſchwarz⸗ 
braunen und gelblichen Punkten auf den Adern. Der Zahn 
am Innenrande iſt am Ende ſchwarz behaart. Die Hinz 
terfluͤgel ſind bey dem Manne braungrau, bey dem Weibe 
heller, mit einer gelblichen gezackten Querbinde. Auf der 
Unterſeite fuͤhren ſie einen ſchwarzbraunen Mittelfleck. 

In Anſehung der ſtaͤrker oder ſchwaͤcher ausgedruͤck⸗ 
ten Zeichnungen kommen haͤufige Abaͤnderungen vor. 

Das Ey iſt rund, weiß, mit einem gelben Punkt 
in der Mitte. 

Die Raupe lebt vom Juny bis in den Oktober auf 
allen Weidenarten (Salix), Pappeln (Populus nigra et 
italica) und Linden (Tilia europaea.). Sie iſt ſchlank, 
blaͤulichgruͤn, in den Seiten dunkler, mit einigen helleren 
Laͤngsſtrichen und einer gelben, auf den erſten Gelenken 
meiſtens rothpunktirten Seitenlinie, welche über den Fü- 
ßen hinzieht. Der Kopf iſt flach und in der Ruhe gerade 
hervorgeſtreckt. 

In einer zuſammengeſponnenen Erdhoͤhle wird ſie zu 
einer rothbraunen Puppe und der Schmetterling erſcheint 
zuweilen nach drey Wochen, meiſtens aber erſt im kuͤnfti⸗ 
gen Fruͤhling — allenthalben in Europa. 


/ 


12. NOTODONTA PLUMIGERA 


Notod. alis dorse subdentatis ferrugineis ( ochraceis, ) 
striga areuata flavescente; antennis plumosis. 


— — — 


/ 


25 


Hübner, Bomb. Tab. 4. f. 13. (mas.) Tab. 58. 
f. 250. (foem.) Text, 105.0 8. Ahornſpinner, B. 
Plumigera. 

— — Larv. Lepid. UI. Bomb. J. Sphingoid. C. b. 
c. fig. 1. a. b. ( Raupe.) c. ene Puppe.) 
Wien. Verz. S. 61. Fam. P. n. 2. ye pee en 

lumigera. 

Tlliger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 136. n. 2. 

— — Masaz. II. B. S. 63. n. 2. —— | 

Fabr. E. S. III. 1. 462. 174. | 

Esper Schm. III. Th. Tab. L. f. 6. 7. S. 254. 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CXCV. f. 257. a- d. 
pag. 91. Le porte- Plume. 

Schwarz, Beyträge Tab. XIII. f. 1— 10. S. 85. B. 
Plumigera. 

Naturf. III. St. Tab. I. f. 2. S. 3. 

Fueßl. A. Magaz. II. B. 1. St. S. 104. —— 

— — N. Magaz. II. B. S. 377.—— 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 445. n. 171. 

De Villers, Ent. Linn. T. II. p. 160. n. 85. B. 
Variegata. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 48. n. 36. B. plu mi- 


8e Ta. 


Die Fuͤhler des Mannes ſind ungewoͤhnlich ſtark, 
die des Weibes kaum gefiedert, Kopf, Ruͤcken und Hin⸗ 
terleib dicht behaart, roſtfarben. 

Die Fluͤgel ſind ſchwach beſchuppt, ockergelb d 
braun ſchattirt, oder rothbraun und grau gemiſcht, mit 
einem hellgelben bogigen Streife und ſchwaͤrzlichen Adern. 
Der ganze Innenrand iſt ſtark behaart und der Ruͤcken⸗ 
zahn nur ſelten in weiter hervorſtehenden Haaren ſichtbar. 
Das Weib iſt dunkler, zuweilen aſchgrau gefaͤrbt, mit 
weniger deutlichen Zeichunngen und ſchmaͤleren Fluͤgeln. 


Er; 
| . N | 
Die Hinterfluͤgel find heller oder dunkler braungrau, 
faſt durchſichtig, die Unterſeite zimmtfarbig, oft gelbgrau, 
ſchwarz geadert, zuweilen mit einer verloſchenen pen 
durch alle Flügel. 

N Abaͤnderungen aller Art, beſonders in Ansehung 
der Grundfarbe und ſtaͤrkeren oder ſchwäͤcheren Zeichnun⸗ 
gen, kommen haͤuſig vor. 

Das Ey iſt halbrund, gewoͤlbt, braun, mit einem 
helleren Ringe und hellbraunem Mittelpunkte. Die Rau: 
pe findet man zu Ende des May erwachſen auf Ahorn 

(Acer campestre), Saalweiden (Salix capraea) und, 

nach einigen Schriftſtellern, auch auf Birken (Betula 

alba). Der Kopf iſt ziemlich groß, glaͤnzend, gelbgruͤn, 
oben getheilt, der Koͤrper gelbgruͤn, in den Seiten dunk— 
ler, mit einer blaͤulichen Ruͤckenlinie und drey weißlichen 
feinen Seitenſtreifen; die beyden letzteren ſtehen nahe bey⸗ 

ſammen uͤber den Fuͤßen. i 

Sie wird in einer lockeren Erdhoͤhle zu einer tun 
kelbraunen, an den Fluͤgelſcheiden und der ſtachlichen End— 
ſpitze ſchwarzen Puppe und der Schmetterling erſcheint zu 

Ende des Oktober — in mehreren Gegenden Deutſchlands. 


13. NOTODONTA BICOLORA. 
Notod. alis niveis, anticis dorso dentatis, ſascia disci 
maculari fulva nigro inducta. 


I — 


Hübner, Bomb. Tab. 5. f. 1 8. (mas) Text, S. 106. 
n. 12. Haynbirkenſpinner, B. bicolora. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. e. 
fig. 4. a (Raupe.) b. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 49. Fam. A. n. 3. Weißer, BER 
fleckter Spinner, B. EEE 


74 
illiger, N. Ausg. dess. I. B. S. 56. n. 3. 
— — Magaz. II. B. S. 43. n. 3. 
Fa br. E. S. III. 1. 459. 162. B. bicolora. 
Esper Schm. III Th. Tab. XLI. f. 7. S. 217. 
Bicoloria. 
Pap. d' Europe, F. IV. Pl. CXXVI. f. 170. be. 
pag. 59. Le Bicolor. 
Naturf. XII. St. Tab. II. f. 9. 10. S. 74. n. 5. 
— — XXIX. St. S. 207. Naturgeſchichte der B. 
Bicoloria, von Herrn Stadtpfarrer Luz in 
Schwaningen. W a 
Fueßl. N. Magaz. II. B. S. 373. 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 301. n. 113. B. * 
coloria. 
— — Rhein. Magaz. I. B. ©. 336. n. 168. — 
Lang, Verz. 2. A. S. 85. n. 657. 658. —— | 
Brahm, Inf. Kal. S. 328. 0.214. —— 
Schwarz, Raupenkal. S. 530. 642. 


Die Fuͤhler ſind bey dem Manne hellbraun gekaͤmmt, 
mit weißem Schafte, Kopf, Ruͤcken und Hinterleib 
ſchneeweiß, die Fluͤgel gleichfalls. Die vorderen fuͤhren 
in der Mitte einen rothgelben, einwaͤrts ſchwarz begraͤnz⸗ 
ten Streif, der ſich laͤngs dem Innenrande nach dem 
Innenwinkel zieht und hier von einem verloſchenen gleich- 
farbigen Fleck durch ein ſchwarzes Strichchen getrennt iſt. 
Von dieſem zieht ſich eine ſchwarze, oft undeutliche Punkt⸗ 
reihe nach dem Vorderrande. Der Ruͤckenzahn beſteht 
aus verlaͤngerten, mit ſchwarzbraunen Schuppen beſetzten 
weißen Haaren. Die Hinterfluͤgel und die ganze Unter⸗ 
ſeite ſind einfarbig weiß. 

Alle Nachrichten von der Raupe dieses Schmetter⸗ 
lings ſind unrichtig, bis auf die vollſtaͤndige Naturge⸗ 


\ 


ſchichte deffelben im XXIX. St. des Naturforſchers, 


wovon ich hier einen Auszug gebe. 


Das Ey iſt weißlich gelb, faſt durchſichtig, die Rau— 
ve lebt im July und Auguſt auf Birken, (Betula al- 
ba) ). Erwachſen iſt fie ſchlank, glänzend glatt, gras⸗ 
grün, uber den Rüden weißlich, mit einigen gelben 
Laͤngsſtreifen, wovon der breiteſte goldgelb iſt und uͤber 
den Fuͤßen herlaͤuft. In jedem Gelenke erſcheint eine 
gelbe verloſchene Querlinie und der Kopf iſt fahlgruͤn. 

Zur Verwandlung wickelt ſie ſich am Boden in her— 
abgefallene Blaͤtter, oder Moos, und wird in einem 
dünnen, weißen Gewebe, zu einer ſchwarzbraunen Pup⸗ 
pe, welche im May des folgenden Jahres den Schmetter— 


ling liefert. In der Lelpziger Gegend fand ic ihn immer 


nur gegen das Ende des Juny. 
Das Vaterland iſt 99 05 und die Gegenden NR 
Frankfurt am age 


14. NOTODONTA VELITARIS 


/ an 

Notod. cristata, alis anticis dorso dentatis pallide 
moschalinis, strigis duabus albidis repandis fusce 
marginatis, lunulaque disci pallida. 

Hübner, Bomb. Tab. 4. f. 15. (foem.) Text, S 
105. n. 6. Sommereichenſpinner, B. austera. 


— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. b. 


fig. 1. b. (Raupe.) c. (Puppe.) 

Wien. Verz. Nachtr. z. Fam. A. S. 310. n. 1 
Roͤthlichgrauer, braungezeichneter Spinner, B. Au- 

stera. 


0 Wahrſcheinlich an den Spitzen der hoͤchſten Aeſte; ich 
habe ſie nur ein einzigesmal gefunden, aber nicht zur 
Verwandlung gebracht. 


76 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 61. n. 7 — 8. —— 

— — Magaz. II. B. S. 46. n. J. 8. —— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LVIII. f. 6. * 292. B. 

Velitaris. 

Pa p. d' Europe, T. V. Pl. CC. f. wäh a. b. pag. 
109. La Voile. 

Knoch, Beitr. I. St. Tab. IV. f. 8. S. 66. B. Ve- 
litaris. 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 3. B. 4. St. S. 
394. n. 64. Phal. Velitaris. 

Naturf. IX. St. S. 129. n. 64. —— XVIII. St. 
Tab. V. f. 1. 2. S. 215. Raupe und Puppe. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 393. n. 146. 

— — Rhein. Mag. I. B. S. 377. n. 2453. 

Brahm, Inſ. Kal. S. 290. n. 180. —— 

8 Faun. Etrus. Mant. T. II. p. 18. n. 371.— 
e Villers, Ent. Linn. T. II. p. 173. n. 105. B. 
bifasciäta. Pl. V. fig. 6. B. Lunula lutea. 
(Die Beſchreibung, T. IL. p. 175. n. 116. ſtimmt 
nicht im geringſten mit dieſer Abbildung überein, wel⸗ 
che unverkennbar Velitaris ift.) 

Schwarz Raupenkal. S. 670. B. velitaris. 


Die Fühler find gekaͤmmt, hellbraun, Kopf, Hals⸗ 
kragen und Schulterdecken weißgrau und ſchwarzbraun 
geſaͤumt; der Hinterleib iſt gelblichbraun. 

Die Vorderflügel find Muskatennußbraun, an der 
Wurzel ockergelb, mit zwey weißen, auf beyden Seiten 
ſchwarzbraun gerandeten Querſtreifen. Der erſte geht 
vom Vorderrande bis zu dem dunkelbraun behaarten Ruͤk⸗ 
kenzahn des Innenrandes und bildet einen ſanften, in der 
Mitte etwas ausgeſchweiften Bogen; — der zweyte ſteht 
gegen den Außenrand, iſt wellenfoͤrmig und ſchwaͤcher ges 
ſaͤumt. Zwiſchen beyden zeigt ſich ein Wen gelb⸗ 


. 


N r — 


' liches Mittelfleckchen und aus der Flügelſpitze zieht ſich 


ein ſchwarzbrauner Strich gegen den zweyten Streif. Die 
Franzen ſind hellbraun und dunkler geſcheckt, die Hinter⸗ 
fluͤgel braungrau, mit einem verblichenen helleren Quer- 
ſtreife; die Unterſeite iſt braungrau, dunkler ſchattirt; 
durch alle Fluͤgel zieht ſich eine weißliche, einwaͤrts 
dunkelbraun begraͤnzte Querbinde. 

Die Raupe lebt im Auguſt und September auf Ei⸗ 
chen (Quercus Robur); der Kopf iſt rund, blaugruͤn, 
uͤber den Ruͤcken iſt ſie gelbgruͤn, mit mehreren gelben, 
hier und da abgeſetzten Laͤngsſtrichen, in den Seiten blau⸗ 
gruͤn und uͤber den Fuͤßen zieht ein hochrother, unten 
weißgeſaumter Seitenſtreif hin. 

Die Verwandlung geſchieht in einer gewölbten Erd⸗ 
hoͤhle, die Puppe iſt braun, mit einer ſtachlichen End⸗ 
ſpitze und der Schmetterling entwickelt ſich im Juny, in 
Deutſchland und e 9 


15. NOTODONT.A MELAGONA. 


Notod. cristata, alis dorso dentatis cinereis, fasciis 


duabus lunulaque intermedia albis, macula N 
nigra tripartita. 


BRUNS „Bomb. Tab. 4. f. 14. (foem.) Text, S. 
105. n. 7. Haſeleichenſpinner, B. Melagona. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. b. 
ig. 1. a. (Raupe. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XLVII. Ff. 1. 2. S. 2450 
B. obliter 

Pap. bur dpe, FY. W. Pl cc. f. 265. a. b. c. 
pag. 112. L'ardoisce- i 

Scriba, Beitr. II. H. Tab. vn. £ 2% S, 71: B. 
Melag ona. 8 


78 
Borkh. Europ. Schm. III. ah. S. 436. u. 157. B. 


Melagona. 
— — — — S. 437. n. 165. B. obliterata. 


Brahm, Inſ. Kal. S. 379. n. 255. B. dele ta. 


Schwarz, Neupenkaf S. 265. 390, 839% B. ob- 
. literata, J 


Geſtalt und Groͤße des vorhergehenden Schmetter— 
lings; aber folgende Merkmale unkefſcheisen ihn ſtand⸗ 
haft von demſelben. 
| Die Vorderfluͤgel find weiſgron⸗ in der Mitte und 
gegen den Außenrand roſtbraun beſtaͤubt; — der erſte 
weiße, nur auswaͤrts ſchwarzbraun gerandete Querſtreif 
geht vom Vorderrande bis zur Mitte in einer geraden Li⸗ 
nie, bricht ſich hier in einem ſpitzen Winkel gegen die 
Wurzel und laͤuft dann in den ſchwarzbraunen Ruͤcken⸗ 
zahn aus. Der zweyte Querſtreif iſt weniger gebogen, 
auf beyden Seiten kappenfoͤrmig ſchwarzbraun gerandet 
und am Vorderrande, auswaͤrts, geht von ihm ein drey⸗ 
eckiger, von zwey weißen Linien beugen 1 
leck gegen die Fluͤgelſpitze. 

Die Franzen ſind etwas heller und deutlicher ge⸗ 
leckt; alles übrige, fo wie die Verwandlungsgeſchichte 
wie bey Velitaris. 

Die Raupe lebt auf Eichen (Quercus Robur), und 
Buchen (Fagus sylvatica), fie ift blaͤulich grün, mit 
weißen Laͤngslinien über den Rüden, einem hochrothen, 
aufwaͤrts erſt weiß, dann ſchwarzgerandeten Seitenſtreif 
uͤber den Fuͤßen und einem grasgruͤnen Kopfe. 

Der Schmetterling ſcheint in der Gegend von Frank⸗ 
furt am Mayn nicht ſelten zu ſeyn, wenigſtens ſah ich 
ihn in allen dortigen Sammlungen; auch hat ihn Herr 
Dahl bey Braunſchweig entdeckt. 


79 


16. NOTODONTA CRENATA. 


ta alis fuscescentibus, anticis striga duplici crenata. 


Hübner, Bomb, Tab. 4. f. 12. 9 Text, S. 

n. Kerbenſtreifiger Spinner, B. Crenos a. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. XVII. f. 3. 4. S. 245. 

B. ore nata. 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. Xx f. 237. a, 
b. c. pag. 40. La crenelee. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. =. 439. n. 1655 
Crenata. 

Brahn, Jnſ. Kal. G. 386. u. vor n. 263. B. 


crenata,, 


Die Fühler ſind gekümmt, ſchwarzgrau, mit weiß⸗ 
beſtaͤubtem Schaft; Kopf und Ruͤcken ſchwarzgrau⸗ der 
Hinterleib braungrau. 

Die Vorderfluͤgel ſind breit, faſt ohne Zahn am In⸗ 
nenrande, aſchgrau, weiß und gelbbraun gemiſcht. Zwey 
ſchwaͤrzliche, auf den entgegen geſetzten Seiten weißlich 
gerandete Querſtreife ſchließen das hellere Mittelfeld ein, 
in welchem ein gelbliches verloſchenes Mondfleckchen ſteht. 
Der erſtere, gegen die Wurzel, iſt gerade, der zweyte 
kappenfoͤrmig; mit ihm laͤuft ein aͤhnlicher, einwaͤrts 

weißgeſaͤumter, vor dem Außenrande, parallel. Der 
Raum zwiſchen beyden iſt dunkel aſchgrau. 
Die Hinterfluͤgel ſind hell aſchgrau, vor dem Auf. 
.\ fenwande ſchwarzbraun ſchattirt, mit einem verloſchenen 
dunkleren, durch ein weißliches Strichchen getheilten Wi⸗ 
ſche im Innenwinkel. Die Franzen aller Flügel ſind aſch⸗ 
grau und weißlich geſcheckt. 
Die Unterſeite iſt hellaſchgrau land RE 


E 


ſchattirt, mit einigen verloſchenen dunkleren, durch die 
hellere Grundfarbe abgetheilten Binden. 

Die Raupe lebt nach Brahm Inf. Kal. S. 557. n. 
263., im Auguſt auf der Schwarzpappel (Populus nigra); 
fie gleicht der von palpina, iſt glatt, meergruͤn, mit 
einer blaſſen Ruͤckenlinie und einem gleichfarbigen breiten 
Seitenſtreif. Die Puppe iſt kurz, bite und ab⸗ 
geſtumpft, ſchwaͤrzlich, ohne Glanz. Der Schmetterling 
erſcheint im April und iſt in den Gegenden von Leipzig, 
Wien und W e er in StR zu Haufe. 


— 


17. VO YO DO NTA DODONABA: 
Notod. alis anticis dorso subdentatis obscure griseis, 
fascia alba, strigis duabus undatis albis, macula- 
que apicis nigra {riparlita. 


Hübner. Bomb. Tab. 3. f. 8. (mas.) Text, S. 104 
n. 2. Kahneichenſpinner. B. Do donae a. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. 85 
fig. 1. a. Raupe.) 

Wien. Verz. S. 49. Fam. A. n. 6. Kabneidenfin 
ner, B. Dodonaea. N 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. 8. 605 n. 6. 
(Espers und Borkh. B. oblitärauag is unrichtig 
angefuͤhrt.) 

er get . Ba d eg, rn 

Fabr. E. S. III. 1. 434. 8 4. B. Ilic is, alis — 4 
sis obseure griseis: fascia alba; striga undata 
grisea *). ee 


*) Sowohl die . e des Schwebe nahs, als der 
Raupe laͤßt keinen Zweifel übrig, vB nn Citat mit 
Recht hieher gehoͤrt. 


81 


Esper, Schm. III. Th. Tab. XLVI. f. 1. 2. 3. 
©. 242. B. Trimacula. 10 19 g 
Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLXXXVI. f. 243 
a -e. pag. 57. La triple Tache. 5 
Scriba, Beitr. II. H. Tab. VII. f. 1. S. 69. B. bi- 
strigata? | 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 436. n. 164. 20 
— — — — S. 424. n. 158. B. Tripartita. 


Brahm, Inf. Kal. S. 179. n. 87. —— 


Die Fuͤhler ſind gelbbraun, bey dem Manne ge⸗ 
kaͤmmt, bey dem Weibe fadenfoͤrmig, Kopf und Ruͤcken 
weißgrau und ſchwarzbraun geſaͤumt; der Hinterleib 
ockergelb. 7 %%% 
N Die Vorderfluͤgel ſind braungrau: an der Wurzel 8 
ſteht ein abgebrochener ſchwarzbrauner Streif, der nur bis 
zur Mitte reicht, in einem gelblichen am Vorderrande 
weißen Flecke. Der Mittelraum fuͤhrt einen ſchwarz— 
oder braungrauen Schatten, hierauf eine weiße, in der 
Mitte zuweilen braͤunlich ſchattirte Binde und wird nach 
innen von einem gelblichen auf beyden Seiten ſchwarzbraun 
gerandeten Bogenſtreif, nach außen von einem weißen, 
gebogenen, einwaͤrts ſchwach, auswaͤrts von ſchwarzen 
Zackenlinien, welche oͤfters einen gleichfarbigen Schatten 
bilden, gerandeten Streife begraͤnzt. Am Vorderrande, 
gegen die Spitze ſteht ein ſchwarzer, von zwey weiß⸗ 
grauen Linien getheilter Fleck; der Außenrand iſt grau- 
braun, mit einer ſchwaͤrzlichen, oft nur in einzelnen Fleck⸗ 
chen ſichtbaren Binde, und vor den gelbbraun und ſchwarz⸗ 


*) Aus der Abbildung in Scriba's Beitr, iſt nichts zu ent⸗ 
nehmen, da ſie hoͤchſt elend ausgefallen iſt, aber gewiß 
iſt dieſe bistrigata in den häufigen Abaͤnderungen 
der Dodonaea, oder Chaonia zu ſuchen. 

Dritter Band. F 


82 


nn — — 


grau geſcheckten Franen obige. Der Zahn am Innen⸗ 
rande iſt oft nur kaum ſichtbar. 
i Die Hinterflügel find gelbgrau, mit einem helleren 
Querſtreife; die Unterſeite weißgrau, dunkler ſchattirt, 
mit einem graubraunen, auswaͤrts weißlichen Querbande 
durch alle Fluͤgel. 
Agent Abaͤnderungen in Anſehung der helleren oder dunkle⸗ 
ren Grundfarbe mit mehr oder weniger eingemiſchtem 
Weiß kommen haͤufig vor. Eine der merkwuͤrdigſten, wel⸗ 
che ich beſitze, iſt ſchwarzgrau, an der Wurzel und in der 
Mitte weiß beſtaͤubt, ohne alle Querſtreife. Auch die 
Hinterfluͤgel ſind dunkler und ohne Binde. > 

Die Raupe lebt im July und Auguſt auf Eichen 
(Quercus Robur), und iſt der von Velitaris, mit 
der fie auch eine gleiche Verwandlungsgeſchichte hat, ſehr 
ahnlich; nur iſt der Seitenſtreif uͤber den Fuͤßen goldgelb, 
zuweilen roth gefleckt. Die letztere Abaͤnderung fand ich 
in der Wiener, die erſtere in der Leipziger Gegend. 


18. NOTODONTA CHAONIA. 


Notod. alis anticis dorso subdentatis einereis, strigis 
duabus undatis albis lunulaque media nigra. 


Hübner, Bomb. Tab. 3. f. 10. (mas) 11. (foem.) 
Text, S. 104. n. 4. e ee Chaonia. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. 
a. fig. 2. a. (Raupe) b. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 49. Fam. a u. 7. Steineichen⸗ 
fpinner, B. Chao nia. 

IIliger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 60. n. 7. 

Fabr. E. S. III. 2. 35. go. N. Roboris. 


K 
vn 


83 


Roͤſel, Inſ. Bel. 1. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. L. f. 
1 — 4. S. 270. 
Esper, Schm. III. Th. Tab. XL VI. f. 1 S. 
243. B. Roboris. 

Pa p. d' Europe, T. IV. Pl. CXXVIII. f. 174. 
a f. pag. 65. La demi-Lune noire. a 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 3. B. 4. St. n. 

94. Phal. Confusa. 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 43. n. 2 6. B. Chao ni a. 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 433. n. 162. — 
— — — — S. 436. n. 164. B. bistrigata? 


— — Rhein. Magaz. 1. B. S. 371. n. 231. B. 


Chaonia. 
Scriba, Beitr. II. H. Tab. VII. f. 1. ©. 69. B. bi. 
strigata? . 
Lang, Verz. 2. A. S. 84. n. 655. 656. B. Chaonia. 
Brahm, Inf. Kal. S. 178. n. 86. —— | 
Schwarz, Raupenkal. ©. 407. 535. B. Roboris 


Die Fühler find roſtgelb, übrigens wie bey dodo- 
naea, Kopf und Halskragen weißgrau, der Ruͤcken aſch⸗ 
grau, der Hinterleib braungrau. 

Die Vorderfluͤgel ſind ſchwaͤrzlichgrau, mit zwey 
weißen ſchwarz begraͤnzten Wellenſtreifen und einem abge- 
brochenen an der Wurzel, in der Mitte weißgrau, ein⸗ 


F 2 


) Es giebt Abaͤnderungen der Chaonia, an denen das 
ſchwarze Mittelſtrichchen fehlt; die Abbildung der bi- 
strigata in Scriba's Beitr. kann hier nichts entſchei⸗ 
den, die Beſchreibung laͤßt eine Varietaͤt der Cha o- 
nia vermuthen, doch wird die Aehnlichkeit mit B. Jr i- 
p. ita eingeſtanden, nur fol dieſe einen Zahn am 

55 Innenrande haben, welcher der bistrigata fehlt. 
Ich habe aber von Chaonia und Dod on ae a Erem- 
plare mit und ohne 8 vor mir. 


34 


waͤrts ſchwaͤrzlich ſchattirt, mit einem ſchwarzen Monde 
ſtrichchen, welches auch manchmal fehlt. Vor dem Außen⸗ 
rande zieht meiſtens eine verloſchene weißliche Wellenlinie 
her; die Franzen ſind graubraun und ſchwarz geſcheckt 
und der Zahn am Innenrande iſt kaum ſichtbar. 

Die Hinterfluͤgel ſind bey dem Manne weißgrau, 
mit einer verloſchenen dunkleren Binde, bey dem Weibe 
hellaſchgrau und ſchwaͤrzlichgrau ſchattirt. 

Die Unterſeite iſt auf den Vorderfluͤgeln helaſch⸗ 
grau, auf den hinteren weißlich, mit einem verloſchenen 
dunkleren Bande durch alle Fluͤgel. 5 

Die Raupe iſt lang geſtreckt, nackt und glänzend. 
glatt, Hellgrün, in den Seiten dunkler, mit zwey gelben 
Ruͤckenlinien und einem gleichfarbigen Seitenſtreife über 
den Fuͤßen. Sie lebt im Juny, July und Auguſt auf 
Eichen (Quercus Robur), wird in einer zuſammen ges 
ſponnenen Erdhoͤle zu einer ſchwarzbraunen Puppe und 
liefert den Schmetterling im April und May — in den 
meiſten Gegenden Deutſchlands. 


19. NOT ODONTA QYERNA. 
Notod. alis auticis dorso subdentatis griseo cinereis, 


lasciis duabus undatis albis nigro marginatis lu- 
nulaque media alba; posticis albis. 


Hübner; Bomb. Tab. 3. f. 9. (foem.) Text, S. 
104. m. 3. Hageichenſpinner, B. Querna, | 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. a. 
fig. 1. a. (Raupe.) 
Wien. Verz. S. 49. Fam. A. n. 5. Hageichenſpin⸗ 
ner, B. Querna. 
liger, N. Ausg., dess. 1. B. S. 59. B. 3. 
— NMagaz. II. B. S. 45. n. 5. 
9 * 


85 Ä 
5 


Fabr. E. S. III. 1. 449. 131. B. Querna. 
Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CXXVIII. f. 173. 
a — d. pag. 64. La demi-Lune blanche. 
Scriba, Beitr. II. H. Tab. VII. f. 4. S. 73. B. 

Quer na.“ 


Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 455. n. 163.—— 


— — Rhein. Magaz. I. B. S. 372. n. 232. 


4 * 


Die Fuͤhler ſind roſtfarbig und wie bey den beyden 
vorhergehenden Arten geſtaltet, Kopf und Ruͤcken aſch— 
grau und weißlich gemiſcht, der Hinterleib Ache, in 
den Seiten braͤunlich. 

Die Vorderfluͤgel find ſchwarz- und roͤthlichgrau ge- 
miſcht, wie getuſcht; an der Wurzel ſteht ein abgebroche— 


ner ſchwarzer, hierauf zwey weiße ſchwarzgerandete Strei- i 
fe. Der erſte iſt faſt gerade, nur am Innenrande aus- 


geſchweift, der zweyte kappenfoͤrmig und laͤuft nach außen 
in ſchwarze Zaͤhne aus. Der Raum zwiſchen beyden iſt 
erſt ſchwarzgrau, dann weiß gefärbt und führt einen wei— 
ßen Mittelmond. Vor dem Außenrande zieht ein verlo— 


ſchener roͤthlichgrauer Wellenſtreif und vor den geſcheckten 


Franzen eine ſchwarze Linie her. 

Die Hinterfluͤgel ſind bey dem Manne weiß, bey 
dem Weibe weißgrau, mit hier und da dunkler beſtaͤubten 
Adern und einer ſchwarzbraunen Linie vor den Franzen. 

Die Unterſeite iſt bey dem Manne auf den Vorder- 
fluͤgeln weißgrau, gegen den Außenrand dunkler ſchattirt, 
die zweyte Binde und der Mittelmond ſcheinen verloſchen 
durch; — auf den hinteren weiß, am Vorderrande, der 
einen dunkeln hakenfoͤrmigen Fleck fuͤhrt, roſtbraun ange⸗ 
flogen. Bey dem Weibe ſind die Vorderfluͤgel aſchgrau, 
die hinteren weißgrau, am Vorder- und Außenrande 
roſtbraun beſtaͤubt, mit einer e Binde durch 
alle Fluͤgel. 


86 | 

Die Raupe lebt im Auguſt auf Eichen (Quercus 
Robur). Sie ift dunkelgruͤn, auf dem letzten Gelenke 
etwas erhoͤht, mit zwey gelben Ruͤckenlinien und einem 
gleichfarbigen Seitenſtreife durch die ſchwarzen Luftloͤcher. 
In einer zuſammen geſponnenen Erdhoͤle wird ſie zu einer 
ſchwarzen, an der Endſpitze ſtachlichen Puppe und der 
Schmetterling erſcheint zu Ende des May und im Juny. 

Als das Vaterland kenne ich nur die Gegenden von 


Dresden und Wien. 8 \ 


20. NOTODONTA TREPIDA. 
Notod. alis anticis dorso dentatis griseis, strigis, ma- 
culis, lunulaque media luscis; posticis pallidis, 

margine anteriori cinereo. | 


Hübner, Bomb. Tab. 7. f. 30. (foem.) Text, 

S. 109. u. 22. Rotheichenſpinner, B. Tremula. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. I. Sphingoid. C. 
. fig. 2. a. (Raupe.) b. (Puppe.) 


Wien. erz. S. 49. Fam. A. n. 4. Aespenſpinner, 


B. Tremula. 
Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 56. n. 4. — 
— — Magaz. II. B. S. 45. n. 4. — — 
Fabr. E. S. III. 1. 449. 130. B. tre pi da. 
Roͤſel, Inf. Bel. III. Th. Tab. en . 5. . 
(Die Raupe.) 


Kleemann, Beitr. Tab. XIII. ig. . (Puppe.) fig. B. 


(Schmetterl.) S. 115. 
Esper, Schm. III. Th. Tab. LVII. f. 1 — 4. S. 
284. B. Trepida. 


Pap. d' Europe, T. IV. Pl. XXVII. f. 


a — e. pag. 61. La Timide. 
Sepp, Neederl. Ins. II. Th. van't tweede Gezin der 
eerste Bende. Tab VI. f. 1— 7. 


— g 87 


Vieweg, Tab. Vers H. ug. 43. n. 27. B. 


Prepida. 

Borkh. Eur. Schm. UI. Th. S. Fü, n. 148. —— 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 377. n. 244. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 246. 
. n B. Chaonius. 

Thunberg, Dissert. fac. Akerman. MDCCXCH. 
p. 47. B. serrata, 


Lang, Verz. 2. A. S. 84. n. 652. 653. B. 


8 an Raupenkal. S. 386. 668. 752. 


Tremula. 


Brahm, Inſ. Kal. S. 349. n. 252. B. trepida. 


Die Fühler find roſtfarbig, bey dem Manne ſchwach 
gekaͤmmt, bey dem Weibe fadenfoͤrmig, Kopf, Ruͤcken 
und Hinterleib ekisau, die Schulterdecken ſchwarz⸗ 
braun geſaͤumt. 


Die Vorderfluͤgel find gelblich und grau gemifcht, c 


mit drey roſtbraunen zackigen Querſtreifen, wovon der 
aͤußere in der Mitte kaum ſichtbar iſt und auf jeder der 


ſchwarzbraunen Adern ein weißes Fleckchen fuͤhrt. Vor 


dem Außenrande zieht eine gebogene Reihe roſtbrauner 
laͤnglicher gelbgeſaͤumter Flecke, und vor den Franzen ein 
gleichgefaͤrbter kappenfoͤrmiger Streif her. In der Mitte 
ſteht ein roſtbraunes gelbbegraͤnztes Mondfleckchen und der 
Zahn am Innenrande iſt ſchwarzbraun behaart. 

Die Hinterflügel find gelblichweiß, dunkelbraun ge⸗ 
ſaͤumt und am Vorderrande aſchgrau angelegt. Die Un— 
terſeite iſt weißgrau. 

Die Raupe lebt vom Ende des July bis in den 
* auf Eichen eres Robur et Ilex) *). 


) Auf Espen, wie das Wien. Ver z. angiebt, iſt ſi ſie, ſo 
viel ich weiß, noch nie gefonken, worden. 


U 


88 


Erwachſen ift fie nackt, gelbgruͤn, mit zwey weißen Ruͤk⸗ 
kenlinien, einem rothen gelbgerandeten ſchiefen Seiten⸗ 
ſtreife auf jedem Gelenke, wovon von zwey uͤber den 
Kopf Na | 

In einer zufammengefponnenen Erdhoͤle verwandelt 
ſie ſich in eine dunkelſchwarze Puppe mit helleren Ein⸗ 
ſchnitten am Hinterleibe und der Schmetterling entwickelt 
ſich im May und Juny, — allenthalben in end, 
— auch in Schweden. 


EIN": 


89 


VI. 
„60 88 U. 


Die Schmetterlinge dieſer Gattung haben keine Sau— 
ger und dicke, ſteife, abgerundete Fluͤgel; die vorderen 
find am Innenrande ausgeſchweift und an der Wurzel be— 
traͤchtlich eingeſchnitten. Das Weib fuͤhrt einen hervor— 
ſtehenden Legeſtachel. 5 | 

Die Raupen find glatt, mit wenigen feinen und 
kurzen Haͤrchen beſetzt, haben ein ſtarkes Gebiß und einen 
dunkeln, glaͤnzenden Nackenſchild. Sie leben im Holze 
verſchiedener Baͤume und Pflanzen. nl 

Die Verwandlung geſchieht in den Bäumen, wor⸗ 
in die Raupe gelebt hat, in einer eyfoͤrmigen, mit abge- 
nagten Holzſpaͤnen durchwebten Huͤlſe. 


Die Puppe iſt an den Gelenken des Hinterleibes mit 


7 


Stacheln beſetzt, vermittelſt welcher fie ſich beym Auskrie⸗ 


chen des Schmetterlings zur Haͤlfte aus dem Gewebe her⸗ 
ausſchiebt. 


HEPlALus Schrank. Gosse Fa br. Latreille. 


90 


A. Mit blaͤtterig gefiederten Fuͤh⸗ 
lern. 
ö Cossus, Latreille. 


1. COSSUS LIGNIPERDA. 


Coss. alis albo- cinereis ſusco- nebulosis, strigistransver- 
sis nigris; thorace postice fascia atra; abdomine 
annulis albis, 


Hübner, Bomb. Tab. 46. f. 198. (foem.) Text, 
S. 150. n. 2. Kopfweidenſpinner, B. Coss us. 

Hübner, Larv. Lepid. III. Bomb. III. Teredines. 
A. a. b. fig. 1. (Raupe.) b. (Gewebe.) e (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 60. Fam. N. n. 1. f 
ner, B. Cossus. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 126. n. 1. 

Linné, S. N. I. 2. 827. 63. B. Cos sus, elinguis 
alis Aallenäit nebulosis, thorace Ponies fascia atra, - 
antennis lamellatis. * 

— — Faun. Suec. ed. 2. 295. 1114. 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 102. n. 4. Le 
cossus. 

Fabr. E. S. III. 2. 3. 1. Coss us ligniperda. 

Scopoli, Ent. Carn. 200. 500. Ph. Cossus. 

Friſch, Beſchr. der Inſ. VII. Th. Tab. I. S. 1. 

Roͤſel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XVIII. 
S. 113. | 
Schäffer, Icon. Tab. LXI. f. 1. 2. Nomencl. 
Panz. p. 78. Cossus ligniper da. 

De Geer, Uiberſ. v. Goeze. II. B. 1. Th. S. ar n. 
1. S. 270. Anmerk. 


91 


Es per, Schm. III. Th. Rab; LXI. f. 1— 6. S. 303. 

B. Cos sus. 

8 Zap d’Europe. T. V. pl. CLXXXIX. f. 246. a 
g. Pl. CXC. f. 246. h. i. k. pag. 63. Le Cossus. 
Pl. VIII. Sup. Cl. Ire. f. 246. m. f 

w ilkes, Nat. Hist. Tab. XXXI. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. IV. Pl. CXIV. 

Müller, Faun. Fridr. 40. 358. B. Cossus. 

— — Zool. Dan. 119. 1372. —— 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 36. n. 678. —— 

— — N. Magaz. II. B. S. 60. n. 65. —— 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 170. n. 1080. Nov. ed. 

IIIig. p. 273. n. 1080. | 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 49. n:37. —— 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 357. u. 134. —— 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 372. n. 233 —— 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 2. B. 4. St. 

Si. 410. n. XXIV. | 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 299. 

n. 1490. Weidenholzbohrer. Hepialus Cossus. 

Fug Vers. 1. A. 8. 10%. n. 8a, 823. Rr 

Cossus. 


Schwarz, Raupenkal. S. 654. 755. —— 


rg 


Die Fühler haben einen weißgrauen Schaft und 
find ſchwarzblaͤtterig, bey dem Manne jedoch ſtaͤrker, ger 
fiedert. Kopf und Halskragen find weißgrau, der letz— 
tere gelb geſaͤumt, der Ruͤcken braungrau, am Ende 
weißlich gemiſcht und mit einem ſchwarzen bogigen Quer: 
ſtreife eingefaßtz der Hinterleib aſchgrau, mit weißgrauen 
Ringen. 

Die Vorderfluͤgel ſind ſchimmelgrau, ſchwarzbraun 
gewoͤlkt und von unzaͤhlichen ſchwarzbraunen Querlinien, 
wovon ſich gegen den Außenrand zwey ſtaͤrkere Streife 


92 


vorzüglich nn, netzfoͤrmig durchzogen. Die Hin⸗ 
terfluͤgel ſind dunkelgrau und wie die vordern, jedoch nur 
verloſchen gegittert. 

Auf der Unterſeite ſind die Borderflügel braun⸗, die 
hinteren ſchimmelgrau, uͤbrigens wie oben gezeichnet. Der 
Mann iſt gewoͤhnlich um vieles kleiner als das Weib. 

Die Raupe lebt in den Staͤmmen aller Weidenarten 
(Salix), Pappeln (Populus), Eichen (Quercus Ro- 
bur), Linden (Tilia europaea), Wallnußbaͤumen 
(Juglans regia), Ruͤſtern (Ulmus campestris), dem 
Elſenbeerbaume oder der Traubenkirſche (Prunus Padus) 
u. ſ. w. Sie braucht zu ihrer Verwandlung zwey Jahre, 
iſt bis zu der letzten Haͤutung dunkelroth mit ſchwar⸗ 
zem Kopfe und Nackenſchilde, nach dieſer ſchmuzig fleiſch⸗ 
farben, oder gelblich, uͤber den Ruͤcken dunkelroth mit einem 
ſchwarzem e und gelben ni anne Nacken⸗ 
ſchilde. | | 

In einem aus abgenagten Holzſpaͤnen verfertigten 
Gewebe wird ſie zu einer rothbraunen, am Hinterleibe, 
deſſen Gelenke mit Stacheln beſetzt ſind, gelben Puppe 
und der Schmetterling erſcheint im Juny und July, — 
allenthalben in Europa. 


2. COSSUS TERE BRA. 


Coss. alis albidis fusco- fasciatis, strigis trans versis ato- 
misque nigris, thorace postice striga albida: ado- 
mine immaculato. 


Hübner, Bomb. Tab. 46. f. 197. (mas.) Text, 
S. 150. n. 1. Salbenbaumſpinner, B. Terebra. 

Wien. Verz. S. 60. Fam. N. n. 2. Salbenbaum- 
ſpinner, B. Terebra. 


93 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 126. n. 2. B. Te- 
rebra. 

Fabr. E. S. III. 2. 4. 3. Cossus W b alis 
einereis dorso dentatis: atomis strigis que undatis 

flusco- ferrugineis, thorace postice striga albida. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LXXX. Cont. Bomb. 

Tab. 1. f. 1. Fortſ. S. 1. B. Terebra. 

Pap. d' Europe, T. V. Pl B fi Br I. 
pag. 68. La Tariere. 

Fueßl. N. Magaz. II. B. 4. St. S. 2755 B. Te- 
rebra. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 561. n. 135.—— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 299. n. 
1491. Salbenbaumholzbohrer, Hepialus Te- 
rebra. ER ; 


Schwarz, Raupenkal. S. 667. 756. B. Terebra. 


Folgende Merkmale unterſcheiden dieſe Art von der 
vorhergehenden; C. terebra iſt gewöhnlich etwas klei— 
ner, Kopf und Ruͤcken ſind ſchwarzbraun, letzterer am 
Ende weiß geſaͤumt, der Hinterleib iſt einfarbig graubraun. 

Die Vorderfluͤgel ſind kuͤrzer und am Innenwinkel 
mehr abgerundet *), ſilbergrau, mit einem ſchwarzbrau— 
nen bindenfoͤrmigen Schatten in der Mitte, da, wo ſich 
bey C. ligniperda eine ſchimmelgraue Stelle befin- 
det, die zwey ſchwarzen Querſtreifen vor dem Außenran— 
de ſtehen weiter auseinander und gegen die Wurzel befin- 


„) Den Ruͤckenzahn, deſſen Fabr. in der Diagnoſe er⸗ 
wähnt und wovon er in der Beſchreibung fügt: „alse 
anticae in medio dorsi angufatae“ habe ich an acht 
Exemplaren, die ich bereits geſehen habe, nicht ent— 
decken koͤnnen, wenn man nicht eine etwas vorſtehen— 
de Ecke gegen die Einlenkung am Innenrande, welche 
aber alle verwandte Arten beſitzen, dafur annehmen will. 


1 / 


94 


— 


den ſich mehrere und deutlichere Wellenlinien. Die Hin⸗ 
terfluͤgel ſind hellaſchgrau, kaum ſichtbar dunkler gegit— 
tert und die wa iſt durchaus heller, eng die obere 
gefärbt. | 

Die Raupe lebt im Pappelholze (enen nigra et 
tremula). Sie gleicht in der Geſtalt der von C. 11g mi- 
perda, aber die Grundfarbe iſt weißlich und uͤber den 
Ruͤcken gelb. Der Nackenſchild und die Nachſchieber ſind 
ſchwarz. Ich erhielt einſt einige halberwachſene von Leu⸗ 
ten, die Holz geſchlagen hatten, brachte ſie aber, weil 
ſie nicht gehoͤrig verpflegt waren, nicht auf. Auch fand 
ich einmal beym Puppengraben eine ausgewachſene Rau⸗ 
pe in ihrem Winterlager am Fuße einer Schwarzpappel, 
hatte ſie aber toͤdlich verletzt. Den Schmetterling fand 
ich im July, bey Leipzig, neben der leeren Puppenhuͤlſe, 
an einer Espe. Die Puppe iſt von der des C. lig ni⸗ 
per da nicht verſchieden, auch iſt dieß bey der ganzen 
Verwandlungsgeſchichte der Fall. 

Der Schmetterling iſt in Deuiſch tand eine Sei: 
nen 5 


3. COSSUS CAESTRUM. 


Coss. alis anticis niveis, macula sublunari fusca; h * 
cis albo- cinereis. | 


Hübner, Bomb. Tab. 46. f. 199. (mas.) Text, 
S. 151. n. 3. Kreideweißer Spinner, B. Ca e- 
strum. 


Pen. | 
Die Geſtalt des C. ligniperda, aber um die 
Haͤlfte kleiner. Die Fuͤhler haben einen weißen Schaft 


7 


95 


und find roſtbraun blaͤtterig gefiedert. Der Kopf iſt roſt⸗ | 
braun und weißlich gemiſcht, der Halskragen gelbgrau 
und dunkelbraun geſaͤumt, der Ruͤcken weiß, roſtbraun 
beftäubt, am Anfange und Ende von einem roſtbraunen 
Querſtreife begraͤnzt; vor letzterem zieht eine weiße Linie 
her. Die Schulterdecken ſind ſchneeweiß, der Hinterleib 
iſt lang geſtreckt und weißlichgrau, die Füße roſtbraun 
und weiß geringt. 

Die Vorderfluͤgel ſind ſchneeweiß; etwas uͤber die 
Mitte hinaus ſteht ein ſchwarzbrauner faſt mondfoͤrmiger 
Fleck, der nur nach außen ſcharf begraͤnzt, nach innen 
braunwolkig ausgefuͤllt iſt, von den weißen Fluͤgeladern 
durchſchnitten wird und in ſchiefer Richtung von dem Vor⸗ 
derrande bis gegen den Innenrand zieht. In der Flügel: 
ſpitze laufen zwey ſchwarzbraune Strichchen in einen Win— 
kel zuſammen und bilden ein griechiſches V, deſſen langes 
res Ende ſich aber gerade abwaͤrts neigt. Vor dem Aus 
ßenrande zeigen ſich einige verloſchene und abgebrochene 
braune Wellenſtreifchen und vor dem Saume ſteht eine 
braune gezackte Linie, welche aber nicht immer gleich deut— 
lich und meiſtens nur in einigen vorſpringenden Zaͤhnchen 
ſichtbar iſt. Die Franzen find durch eine ſchwache braun: 
liche Linie von dem Grunde getrennt und eine aͤhnliche 
zieht mitten durch ſie. Die Unterſeite iſt hellaſchgrau, in 
der Mitte ſchwaͤrzlich ſchattirt und der Vorderrand ſchwarz⸗ 
braun gefleckt. 

Die Hinterfluͤgel ſind auf beyden Seiten ee | 

Das Weib iſt größer und der Hinterleib deſſelben 
laͤnger, ftärfer, mit einem hervorſtehenden Legeſtachel. 

Die Raupe iſt noch unbekannt und der Schmetter: 
ling, zur Zeit, eine der groͤßten Seltenheiten. Er wur⸗ 
de zuerſt in der Gegend von Wien von H. v. Gund lan 
entdeckt, wo er im Juny des Abends mit einem ſummen— 
den Geraͤuſche in die beleuchteten Zimmer flog. Auch in 
der Gegend von Preßburg iſt er gefangen; ein Exemplar, 


96 


welches ich beſitze, iſt aus Italien und etwas kleiner, als 
die uͤbrigen, die ich vor mir habe. 


4. COSSUS PANTHERINUS 4). 


Coss. alis anticis albo - nitidis, pallide cinereo - macula- 
tis; posticis cinereis, 


— 


Hübner, Bomb. Tab. 36. f. 157. (mas.) 158. 
(foem.) B. Pantherina. Text, S. 140. n. 1. 
Olivengrauer Spinner. B. He pialic a. 

— — Beitr. II. B. I. Th. Taf. IV. fig. X. B. Pan- 
therina. S. 25. n. X. B. Hepialina. une 
Nachtr. S. 123. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LXXXVI. Cont. Bomb. 
7. f. 4. 5. Fortſ. S. 42. B. Ulula europaea. Tab. 
LXXXXIII. Cont. 14. f. 9. 10. Fortſ. S. 94. 
Variet. 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CXCIII. f. 254. a. b. 
pag. 86. La petite Marbrure. Pl. IX. Sup. Cl. 
Ire. fig. 254. c. d. e. 

Scriba, Beitr. II. H. Tab. IX. f 1. S. 141.8. 
Ulula. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 142. n. 38. B. 
Ulula. S. 469. n. 38 — 39. B. Hepial ic a. 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 650. n. 5. | 
Brahm, Inf. Kal. S. 336. n. 223. B. Ulula. 


*) Da der Name Ulula von Fabr. ſchon fruher an eine 
auslaͤndiſche Art vergeben iſt, der Name hepiali- 
ca, oder hepialina weder auf den Koͤrper noch 
Klügelbau, noch die Geſtalt der Fühler angewendet 
werden kann, fo tritt der Dübnerfhe, jedoch mit 
der maͤnnlichen Endung ein. 


97 

11 Nicht ſo groß, als Hepiol. heetws, aber von 

der Geſtalt der vorhergehenden Arten. Die Fühler haben 
einen weißen Schaft und find roſtbraun blaͤtterig geftedert, 
Kopf und Halskragen braun, der Ruͤcken weißgrau wol⸗ 
lig, der Hinterleib gelbgrau behaart, bey dem Weibe mit 
einem vorſtehenden Legeſtachel. 

Die Grundfarbe der Vorderfluͤgel iſt entweder ein 
mattglaͤnzendes Weiß, mit olivengrauen Fleckenreihen, 


oder olivengrau und weiß gefleckt. Gewoͤhnlich nimmt 


ſich in der Mitte ein weißer keilfoͤrmiger Fleck aus, der 
ſeine Spitze nach der Wurzel kehrt; zwiſchen ihm und 
dem weißen Außenrande iſt der Grund olivengrau, oft 
nur fleckig angelegt und weiß gemiſcht. Am Vorder- 
rande und der Fluͤgelſpitze ſtehen abwechſelnd braͤunliche 
und weiße Puͤnktchen und die Franzen ſind weiß und oli⸗ 
We geſcheckt. 

Die Hinterflügel ſind braͤunlich grau, zuweilen 
gegen den Außenrand heller ib die Franzen verlo⸗ 
ſchen geſcheckt. 

Auf der Unterſeite ſind die Vordere braungrau, 
die hinteren weißgrau, in der Mitte dunkler ſchattirt und 
an der Wander und dem Vorderrande weißlich. a 

In der Grundfarbe ſowohl, als in. der Geſtalt und 
Lage der Flecken aͤndert dieſer Schmetterling ſo ſehr ab, 
daß von neun Exemplaren, die ich vergleiche, keins dem 
andern aͤhnlich iſt, daher man auch zwey verſchiedene Ar⸗ 
ten daraus gemacht hat. Von ſeiner Naturgeſchichte iſt 
weiter nichts bekannt, als daß man die Puppe bey Darm⸗ 
ſtadt in einem aus zernagten Holzſpaͤnen zuſammengeleim⸗ 
ten feſten Gewebe an dem Stamme einer italiaͤniſchen Pap⸗ 
pel fand. Der Schmetterling wird in Italien, Ungarn, 
auch in der Gegend von Wien, im Juny oͤfters gefangen. 


Dritter Band. G 


0 


E 8 


B. Die Fühler bey dem Manne nur 
zur Halfte gefiedert, an der Spitze 
fein gekerbt. 


Zeuzera, Latreille. 


N oss Uð 4. 


RT alis anticis obtusis albida- BEE ons 
que irroratis; posticis albidis; abdomine elongato. 


Hübner, Bomb. Tab. 47. f. 200. (mas.) Zu 

 (foem.). Text, S. 151. n. 1. Schilfrohrſpinner, B. 
Arundinis. un; 

— — ‚Beitr. II. B. I. Th. Taf. I. fig. C. S. 10 B. 
Castaneae. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. XCIV, Cont. 25. £ A1 
2. Fortſ. S. 97. B. Castanea. 

Pa p- Europe, Pl. IX. Sup. Cl. Ire. £. 257.1 bis. 


Die Fuͤhler ſind bey dem Manne bis über die Haͤlfte 
ſcheibenförmig hellbraun gefiedert, von da bis zur Spitze, 
und bey dem Weibe durchaus, fein gekerbt. Der San 
iſt weiß. ; 

Die Augen find ſehr groß, ſchwarz / Kopf und Rük⸗ 
ken braͤunlich grau, der Hinterleib walzenfoͤrmig, laͤnger 
als die Fluͤgel, bey dem Manne braͤunlich, bey dem Wei⸗ 
be weißgrau mit einem breiten Afterbarte und hervorſte⸗ 
hendem Legeſtachel. 90 

Die Vorderfluͤgel ſind lang und ſchmal, an der 
Spitze abgerundet, am Innenrande ausgeſchweift, braͤun⸗ 
lich⸗ oder weißgrau, ſchwarzbraun ſtreifig beſtaͤubt, die 


99 


Franzen verloſchen ſchwarzbraun geſcheckt; die Hinter⸗ 
flügel bey dem ne braͤunlichgrau, bey dem Weibe 
weißlich. 
I. Die Unterseite iſt braͤunlich oder e 10 
dem Manne auf den Vorderfluͤgeln ſchwarzbraun ſchattirt. 
Die Raupe fand ich in den Stengeln des gemeinen 
Rohres (Phragmitis), von deſſen Marke fie ſich naͤhrt. 
Sie iſt lang geſtreckt, gelblich, uͤber den Ruͤcken verlo⸗ 
ſchen rothbraun, mit einer weißlichen Mittellinie, brau⸗ 
nem Kopfe und Nackenſchilde. Sie hält ſich bis zur Ver⸗ 
wandlung unter dem Waſſer nahe an der Wurzel auf, 
dann ſteigt ſie in die Hoͤhe, nagt eine runde Oeffnung in 
den Stengel bis an die aͤußere dünne Haut, macht über 
und unter ſich ein weißes ſeidenartiges Gewebe und 
wird darin zu einer langen, walzenfoͤrmigen, dunkelbrau⸗ 
nen, an den ſehr kurzen Fluͤgelſcheiden braͤunlichen Puppe, 
welche uͤber dem Kopfe eine ſpitzige Erhoͤhung und an den 
Gelenken des Hinterleibes, uͤber den Ruͤcken, kaum ſicht⸗ 
bare Haͤkchen fuhrt, vermittelſt welcher fie ſich beym Aus⸗ 
kriechen des Schmetterlings, zu Ende des May und im 
Juny, zur Haͤlfte aus dem Stengel herausdraͤngt. 
Als das Vaterland kenne ya nur die sg von 


h Bin und Schleſien. 


— 


6. COSSUS AES CU. 


Coss. alis niveis, Punctis numerosis coeruleo - nigris, 
ihorace senis. 


Hübner, Bomb. Tab. 47. f. 202. (foem.) Text. 
S. 152. n. 2. Roßkaſtanienſpinner, B. Aesculi. 
Wien. Verz. S. 60. Fam. N. 3. Pferdekaſtanien⸗ 
ſpinner, B. Aesculi. Die Abbildung des Wei⸗ 
bes auf dem Titelkupfer. 
G 2 


100 N 
Illiger, Nahe dess. 1. B. . 3. B. 
Aesculi. 

Linne, 8. N. I. 2. 833. 85. Noel Aeseuli. 
— — Faun. Suec. ed. 2. 306. 1150. N oct. Pu. 
rind 5 1 f. 

Fabr. E. S. III. 4. 4. Cost N 
Roͤſel, Inf. Bel. II Th. S. e weh: ee 

f. 5. 6. (Die Raupe.) | 
Schaeitör; Icon. Tab. XXXI. £ 8. 9. Nomenel 

Panz. p. 44. C. Aesculi. 
Beſchaͤftigungen der Berl. Geſellſch. n a⸗ 
turf. Freunde, III. Th. S. 30. 8 1. Tab. 1. 

f. 1. 2. Pha l. Aes culi. 8 
Es ver, Schm. III. Th. Tab. n . 7 San. 

B. Aesculi. 
Pa p. d' Europe, T. V. Pl. CXC. f. 247. —4. 

pag. 69. La Coquctte. 
Harris, Exposition of English Ins. Tab; I. . 3. 4. 
Naturf. IX. St. S. Aan n 36. Ph. Pair ind. 

ten aden e e, 

Aescuabii#rr 
Hufnagel Tab. im Berl. Magaz 3. G. 3. St. 

S. 290. n. 36. 4. St. S. 422. F. Phal. pi- 

rina. | 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 363. n. 136. B. 

Aesculi. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 375. n. 234. —— 
Fueßl. Schweiz. Inf. S. 36. n. * 
— — N. Magaz. II. B. S. 60, n. 38. —— 
Vieweg, Tab. Verz. 1. II. S. Ag. n. 357. 
Poda, Mus. graec. p. 88. n. 16. N. Hip po- 
castanı. 

Rossi, Faun. Etr. Mantiss. T. II. p. 1 8. n. 373. 
Schrank, Faun. boie. 2. B. 1. Abtli. S. 300, n. 
1492. Hepial. Aeseuli, | 


101 


Lang, Verz. 2. A. S. 108. n. „ B. Aeseuli 
Brahm, Inf. Kal. S. 383. n. 260. ö 
1 er S. 5. 56. als 1% 766. — — 


/ 


Die Fühler ind ſchwarz, FR dem Manne b bis 
zur Mitte ſcheibenfoͤrmig ſchwarz geſiedert, hierauf bis 
zur Spitze aͤußerſt fein gekerbt, bey dem Weibe faden⸗ 
foͤrmig, von der Wurzel aus mit weißer Wolle beklei⸗ 
det, dann fein gekerbt. Kopf und Rüden ſind weiß, 
letzterer mit ſechs ſchwarzblauen Punkten, die in zwey 
Reihen ſtehen, der Hinterleib iſt ſchwarzblau, in den 
Gelenken und Seiten weißwollig. Der Mann iſt be⸗ 
trächtlich kleiner, als das Weib, welches einen hervor— 
ſtehenden braunen ea am Ende des Hinterleis 
bes fuͤhrt. | 

Die Flügel find dünn beſchuppt, glaͤnzend weiß, 
die vorderen lanzetfoͤrmig und mit unzaͤhligen ſchwar- 
zen, blau oder gruͤn ſchillernden Flecken und Punkten 
beſetzt. Auf den hinteren zeigen ſich deren wenigere und 
verloſchen, nur der Außenrand iſt von einer Reihe ſchwarz— 
blauer Punkte bis gegen den ganz weißen Innenrand 
begraͤnzt. Die Unterſeite iſt von der oberen nicht ver- 
ſchieden. | 

Das Ey iſt flein, rund und orangefarbig, die 
Raupe lebt in den Staͤmmen und Aeſten der Wallnuß— 
baͤume (Juglans regia), Ruͤſtern (Ulmus campestris), 
Linden (Tilia europaea), Birn- und Apfelbaͤumen 
(Pyrus communis et Malus) Ebereſchen (Sorbus au- 
euparia), Pferdekaſtanien ( Aesculus Hippocasta- 
num), Eichen, Buchen, Birken und Erlen; aud fand 
ich einige leere Puppenhuͤlſen in dem Stamme eines Gra— 
natbaumes. Von der erſten Jugend an bis zur Ver⸗ 
wandlung iſt fie gelb, mit erhabenen, glänzenden ſchwar— 
zen Punkten, auf derem jeden ein feines kurzes Haͤr⸗ 


Sn 


102 


chen ſteht, beſetzt. Ueber dem Kopfe zeigen ſich zwey 
ſchwarze Flecke, der Nackenſchild iſt breit, gewoͤlbt und, 
ſo wie der letzte Ring, ſchwarz glaͤnzend. je 
Sie verwandelt ſich in einem feſten Gewebe unter 

der Rinde in eine langgeſtreckte braͤunlich gelbe, an bey: 
den Enden dunkelbraune Puppe mit kurzen Fluͤgelſchei⸗ 
den, einer hornartigen, vorwaͤrts gekruͤmmten Spitze 
auf dem Kopfe und feinen Haͤkchen an den Gelenken uͤber 
den Ruͤcken. | nn; | 
Der Schmetterling entwickelt fih im Auguſt, gegen 
Abend, und iſt faſt allenthalben in Europa, mehr oder 
weniger ſelten, zu Hauſe. 


VII. 
as. en 


Die Fuͤhler ſind ſehr kurz, fein gekerbt, die Fluͤ⸗ 
gel ſchmal lanzetfoͤrmig, der Hinterleib iſt nur wenig be- 
haart und das Weib gewoͤhnlich truͤber gefaͤrbt, als der 
Mann. Der Sauger ſehr kurz. 

Die Raupen ſind nackt, nur einzeln Wehen mit 


einem ſcharfen Gebiß, einem glaͤnzenden Kopfe und Nak⸗ 


kenſchilde. Sie leben im Holze und den Wurzeln ver⸗ 
ſchiedener Baͤume und Pflanzen. 
Die Verwandlung geſchieht in einem länglichen aus 


Erdkörnern zuſammen gewebten Geſpinſte. 


Die Puppe iſt lang geſtreckt, mit kurzen Fluͤgelſchei⸗ 
den und feinen Haͤkchen an den Gelenken des Hinterleibes. 


IIIiger Magaz. I. B. S. 138. Hepiolus, Schmal⸗ 


falter: Von ueolog, Tr alfo nicht He- 
pialus. 


Hzrlarus Tabr. 7 Schrank 


= 


104 
1. HEPIOLUS HUMULI. 


Hep. alis lanceolatis flavis fulvo-striatis, maris niveis. 


Hübner, Bomb. Tab. 48. f. 203. (mas.) 204. 
(foem.) Text, S. 152. n. 1. Bopfenwurzelſeganer, 
B. Humuli. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. III. Teredines, C. 
a4. fig. a. (Raupe.) b. (Gewebe.) c. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 61. Fam. O. n. 1. Hopfenſpinner, 
B. Humul i. T 

IIliger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 131. n. 1. 

Linné, S. N. I. 2. 833. 84. N. Humuli. 

— — Faun. sued. ed. 2. 305. 114). — 

Fabr. E. S. III. 2. 5. 1. Hepi al. Humuli. 

De Geer, Uiberſ. v. Goeze. I. B. 5. O. S. 66. Tab. 

; 4 . 1 6. een 
1. Th. S. 266. n. . 

Sulzer „Abgek. Gesch. d. Ins. II. Th. Tab. XXII. 
%%% S. 760. B. Hu mul i. 

. Exposit. of english Ins. Tab. IV. f. a — d. 

Esper, ache IV. Th. Tab. LX XX. Noct. 1, f. 1— 
4. S. 20. Noct. Humuli. 

Pap. nan T. V. Fe 248. a — k. 
pag. 74. Phalène du Houblon: 

Müller, Zool. Dan. 120. 1 0 Phal. Humuli. 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 36. n. 689. —— 

Vieweg, Tab. Verz. 2. H. 8. 3. n. 1. Hep. H u- 

a muli. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 144. n. 39. B. Hu- 

muli. 

— — Rhein. Mag. I. B. S. 573. n. 235. —— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 301. n. 
1493. He pial. Humuli. 


; u: | 105 


Lang, Verz. 2. A. S. 115. n. 858. 859. B. Hu- 


muli. 


rah m, Ins Kol. S. 59. u. 23. S. 478. . 340. 


) 


FRwArh Raupenkal. S. 7. 26. 106. 533. 701. 
761. — 0 ö 


Die Fuͤhler ſind roſtfarbig, Kopf, Ruͤcken und 
Hinterleib gelblich grau, die Fluͤgel lanzetfoͤrmig, bey 
dem Manne oben ſilberweiß, unten ſchwaͤrzlichbraun; bey 
dem Weibe die vorderen blaßgelb und matt ziegelroth 
ſchief geſtreift und gefleckt, die hinteren blaß roͤthlichgelb. 


Die Unterſeite gleicht der oberen, nur iſt fie ohne Zeich- 


nungen und zuweilen auf den Vorderſluͤgeln dunkler 
5 

Die Raupe lebt vom Auguſt bis in den nächſten 
Frühling an den Wurzeln des Hopfens (Humulus Lu- 
pulus) und verſchiedener anderer Pflanzen; fie iſt gelb⸗ 
lich, mit braungelben Kopfe und Nackenſchilde und mit 
einzelnen kurzen ſchwarzen Haͤrchen beſetzt. 

In einem ſehr geräumigen, in der Erde aus Sand⸗ 
koͤrnern zuſammen gewebten Geſpinſte wird ſie zu einer 
langgeſtreckten rothbraunen Puppe mit kurzen Fluͤgelſchei⸗ 


den und feinen Haͤkchen an den Gelenken des Hinterleibes. 


Der Schmetterling erſcheint im Juny und July in den 
meiſten Gegenden von N wein oder weniger ſelten. 


2. HEPIOLUS PELLEDA. 


Hep. alis lanceolatis fuscis, anticis be sinuoso- angu- 
lata bifida; alteraque marginis exterioris nivea. 


Hübner, Bomb. Tab. 50. f. 212. (mas.) Tab. 54. 


f. 233. (mas.) 234. (foem.) Text, S. 153. n. 
6. Vollfleckiger Spinner, B. Velle da. 


106 


Esper, Schm. IV. Th. Tab. CXCV. Noct. 116. 
. IV. 84.2.8. 2; Abſchn. S. 58. N. Vel 
Je da. f 


Etwas kleiner, als Hep. Hun 14 die Fuͤhler 
find roſtgelb, Kopf und Rüden hellbraun oder roͤthlich, 
der Hinterleib braungrau. 

Die Vorderfluͤgel ändern fo Häufig ab, daß von 
mehr als hundert Exemplaren, die ich verglichen habe, 
beynahe keins dem andern aͤhnlich iſt. Gewoͤhnlich iſt die 
Grundfarbe bey dem Manne ſchwarzbraun, zuweilen roſt⸗ 
braun oder gelblich roth gemiſcht; eine ausgeſchweifte, 
mit verſchiedenen hohlen und winklichen Vertiefungen aus⸗ 
gerandete Binde laͤuft von der Fluͤgelſpitze, wo ſie ſich in 
zwey Aeſte theilt, nach dem Innenrande und von da bis 
zur Wurzel. Sie iſt zum Theil roͤthlich, oder braun ge— 
ſaͤumt, in der Mitte kettenfoͤrmig weiß gefleckt. Vor dem 
Außenrande zieht eine glaͤnzend weiße, auf beyden Seiten 
gezackte ſchmale Binde her, welche ſich oft nur in einzel- 
nen abgeſonderten Punkten zeigt. Der Vorderrand iſt 
abwechſelnd heller und dunkler gefleckt, eben ſo der Mit⸗ 
telraum, in welchem ſich meiſtens einige weiße, dunkler 
gerandete Punkte oder Flecke ausnehmen. 

Die Hinterfluͤgel find ſchwarzgrau, am Außenwin⸗ 
kel roͤthlich, bindenfoͤrmig gemiſcht, die Franzen aller 
Fluͤgel bräunlichgelb und dunkelbraun geſcheckt. 

Auf der Unterfeite find die Vorderfluͤgel ſchwaͤrzlich, 
mit den verloſchenen Zeichnungen wie oben, die hinteren 
in der Mitte ſchwarzbraun, nach außen gelbbraun oder 
roͤthlich. 

Das Weib iſt groͤßer und blaͤſſer gefärbt, die Zeiche 

nungen find dieſelben, doch nehmen fie ſich “gewöhnlich 
deutlicher aus und die Hinterflügel .. der ganzen Un⸗ 
terſeite ſind dunkelaſchgrau. ‚ 


107 


Der erſte Entdecker dieſes vorzuͤglich ſchoͤnen Schmets 
terlinges war im Jahre 1802 der koͤnigl. ſaͤchſiſche Foͤr— 
ſter Raſchke in Reinhardsdorf bey Schandau, in der 
ſogenannten ſaͤchſiſchen Schweiz, von dem ich eine große 
Anzahl von Exemplaren erhielt. Nach feinen Erfahruna 
gen lebt die Raupe in den Wurzeln des Adlerkrautes 
(Pteris aquilina). Spaͤter fand den Schmetterling 
Herr Graf von Hofmansegg auf dem Harze und im 
vorigen Jahre Hr. D. Anderſch in Wien im July auf 
dem Schneeberge. 


3. HEPIOLUS CARNUS. 


‚ Hep. alis lanceolatis, anticis cinerascentibns (foeminae 
Jividis) nubeculosis, maculis fuscis albisque seria- 
tim sparsis; posticis cinereis. 


Hübner, Bomb. Tab. 50. f. 214. Text, S. 154. n. 
8. graubunter Spinner, B. Carna. (mas) f. 213 
Text, S. 154. n. 7. Bleichbunter r B. Jo- 
dutt a. (fo em.) 

Wien. Verz. S. 510. Nachtr. z. Fam. O. n. 3 — 4. 
Truͤbgrauer weißpunktenſtreifiger Spinner, B. Car- 

na. Nur das Weibchen. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 132. n. 3 — 4. 

Wien. Verz. S. 61. Fam. O. n. 6. Hellbrauner, — 
das Weibchen graubraͤunlicher — weißgezeichneter Spin⸗ 

ner, B. Jodutta. Aus Sachſen. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 134. n. 6. 
(Mit Weglaſſung der Citate von Borkh. u. Esper.) 
Fabr. E. S. III. 2. 6. 6. Hep. carnus, alis fu- 

seis: anticis punctis albis nigrisgae sparsis. 

— — — 6. 2, Hep. Jodutta, ali lividis: fa- 
sciis duabus obscurioribus. ? 


‘vw 


108 


Esper, Schm. IV. Th. Tab. LXXXIL Act. RT: 

S. 31. N. carna 

Pa p. d' Europe, T. V. PL CXCII. f 255 d. e. 

Pag. 81. La Marbrure. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 159. n. 45 B. carna. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 304. e 
car na. 


mae Inſ. Kal. S. 479. n. 342. B. carna. 


Die Fuͤhler IR Kopf, Rüden und Hin⸗ 


terleib gelbgrau, zuweilen aſchgrau gemiſcht, die Vorder— 
fluͤgel truͤbgrau wolkig, braͤunlich gemiſcht und gefleckt. 
Ein aſchgrauer faſt gerader Streif zieht von der Fluͤgel⸗ 
ſpitze gegen den Innenrand, er iſt einwaͤrts von einem 
gelbgrauen Striche, auswaͤrts von gleichfarbigen kappen⸗ 
foͤrmigen Zuͤgen, welche, bey den deutlichſten Exemplaren, 
runde aſchgraue Fleckchen oder Punkte abſchneiden, ges 


ſaͤumt. Ein zweyter aͤhnlicher Streif zieht ſich vom In⸗ 


nenrande, wo er mit dem erſteren zuſammenhaͤngt, bis 
zur Mitte des Fluͤgels und wird hier von einem weißen 
Striche begraͤnzt. Der uͤbrige Raum iſt mit aſchgrauen, 
gelbgrau eingefaßten Makeln und bindenfoͤrmigen weißen 
Fleckenreihen, mehr oder weniger, beſetzt. 


Die Hinterfluͤgel ſind dunkelaſchgrau, die Franzen 
gelbgrau und undeutlich dunkler Katie a die ee 


iſt braungrau. 
Der Mann iſt kleiner, Aan und hellbraun wol. 


fig gefleckt und nur hier und da ſtrichfoͤrmig weiß punktirt. 


Der Schmetterling wird auf den Oeſterreichiſchen, 
Steyriſchen und Kaͤrnthner Gebirgen, beſonders auf dem 
Schneeberge, im July und Auguſt, gefangen. Auch iſt 
er, nach Brahm, 1. c. ein einzigesmal in der Gegend 
von Maynz gefunden worden. Won feiner Naturgefchich- 
te iſt nichts bekannt. \ - 


109 


Nm er k ung inge 


Daß B. carna und Jodutta Hübners nur die 
beyden Geſchlechter eines Schmetterlings ſind, davon bin 
ich durch die Vergleichung einer Anzahl von Exemplaren in 
allen Uebergaͤngen uͤberzeugt. Jodutta Huͤbners beſitze 
ich in der vollkommenſten Uebereinſtimmung mit dem Ori⸗ 
ginale in der Sammlung des Abbate Mazzola; nur 
ſind in der Abbildung die Franzen der Hinterfluͤgel zu gelb 
und zu deutlich geſcheckt. Sie zeichnet ſich durch mehrere 
weiße Zeichnungen in dem weiteſten Abſtande von deſſen 
Carna aus; gewoͤhnlich erſcheint ſie ſo, wie ſie von Es⸗ 


per und in den Pap. d' Europe abgebildet iſt. Auch 


Carna und Jodutta des Wien. Verz. ſind eins, wie 
mich die Schiffermiller'ſche Sammlung belehrt, in welcher 
ſich ein Weib von Carna unter dem Namen Jo dutta, 
jedoch mit einem ? befindet. Den einzigen Anſtand giebt 
der Zufag: aus Sachſen Die Verfaſſer erhielten die 
ſaͤchſiſchen Produkte, welche ſie in ihrem Verzeichniſſe an⸗ 
führen, von dem verſtorbenen Hrn. D. Baumann in 


Steinbach bey Leipzig, oder von dem Inſektenhaͤndler Oel⸗ 


mann in Leipzig: ich habe eilf Jahre hindurch in dieſer Ge⸗ 
gend mit moͤglichſtem Fleiße geſammelt und weder mir, noch 
einem andern Entomologen iſt jemals Car na oder Jodut- 
ta vorgekommen. Hubner fand, wie er in ſeinem Texte 
S. 154 in der Anmerkung ſagt, in der Schiffermiller'ſchen 
Sammlung ein Weib von Hecta als Jodutta angege⸗ 
ben und die Beſchreibung, welche Fabricius davon 
macht, ſcheint dieſes zu beſtaͤtigen; wahrſcheinlich, Neben es 
die Verfaſſer ſpaͤter ihre Mine geändert. 


4. HEPIOLUS SYLFINUS. 


Hep. alis lanceolatis, anticis maris ruſo - 'utescentibus, 


‚ foeminae einnamomeis, lineis duabus vbliquis albis; 
posticis cinereis. 


Hübner. Bomb. Tab. 45. f. 2 5. (mas.) 206. 
(Foem.) Text, S. 153. n. 3. Ockergelber Spinner, 


110° 
B. Lupuli na. Tab. 49. f. 20%. (mas.) Tab. 59. 
f. 252. (foem.) Text, S. 152. n. 2. Moͤnchkopf⸗ 
wurzelſpinner, B. Hamma. 

Wien. Verz. S. 61. Fam. O. n. 2. „ Sinmetbväun⸗ 
licher dunkel und weißlich gezeichneter Spinner. (Das 
Weibchen.) B. Hamma. Aus Sachſen. n. 5. ocker⸗ 
gelber duͤſter und ſilberweiß, das Weibchen aſchgrauer 
— dunkelgeſtrichter vage B. Lupuli na ). 

Illiger, N. ... dess. 1. B. S. 131. n. 2. B. 

Hamma. 2 

„ % % ey ak chga Lupulina. ie Wee 
fung der Citate.) 

— — Magaz. II. B. S. 61. n. 2. B. Hardie 

Linné S. N. I. 2.834. 87. Noct. Sylvina sub- 
elinguis, antennis brevibus serratis, alis rufo- 
lutescentibus: fasciis tribus albidis varlis. _ 

— — Faun. Suec. ed, 2. 306. 4151. N. Sy l- 
vina. 5 

Fa br. E. S. III. 2. 7. 7. Hep. Crux, alis rufo- 
luteis: lineis duabus obliquis albis, antennis 
serratis. 

— — Species Ins. T. II. p. 506. Hep. angula- 
tus, alis flavescentibus, linea angulata alba. 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. LXXXII. Noct. 3. f. 2. 
3. 4. S. 32. N. Silvina. 

Ma eln 

N d' Europe, T. V. Pl. CX CII. f. 249. a— 

pag. 78. La sylvine. fig. 250. a — c, pag. 80. 
1. Flin. 

Uarris, Exposit. of english Ins. Tab. IV. fig. f. 

mas.) Tab. XIII. f. 6. (foem.) B. Sylvina 
De Villers, Ent. Linn. T. H. DIRT 394. 


u”) Nach dem Exemplare in der Schiffermiller'ſchen Samm⸗ 
nan ant 


8 111 


ener V. f. 30. N. C. album,; elinguis, alis 
superioribus einnamomeis, basi air C. albo 
notatis. 

Rossi, Faun. Etr. Mantiss. T. II. p. 21. n. 598: 
Hep. Crux. 
Fueßl. N. Magaz. II. B. S. 211. B. en nf 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 153. n. 42. B. 

Sylyvina. S. 157. n. 43. B. Flina. 

— Rein. Magaz I. B. S. 374. n. 238. 05 Sy 
vina. 

Schrank, Faun voir 2. B. 1. Abth. 885 n. 
1494. Hp: Hamma. S. 305. au ao Flina. 
ach Esper und Borkh.) S. 305. Hep. eswe 
(Espers fig. 7. N. Flina Variet.) 

Brahm, ‚Inf. Kal. S. 479. n. 341. B. be 

akg. Raupenkal. S. 267. N. Sylyvina. (Hier 
iſt die Raupe, nach Fueßl. A. Magaz. II. B. 1. St. 
S. 11.7 gegen alle Analogie mit den verwandten Ar⸗ 
ten, gewiß unrichtig e | 


Dieſer Schmetterling Send eben ſo mannigfaltig 
ab, als Hep. Velled a und auch die Größe iſt ver: 
ſchieden; ich habe maͤnnliche Exemplare vor mir, die kaum 
größer find, als Hep. heetus und weibliche, die 
dem Hep. Velle da nichts nachgeben. 

Die Grundfarbe iſt bey dem Manne rothgelb, gelb⸗ 
lichbraun oder, wiewohl ſelten, erhaben ziegelroth; eben 
ſo ſind die Fühler, der Kopf und Ruͤcken gefärbt: der 
Hinterleib iſt gelogen mit einem ed After⸗ 
buͤſchel. | 
Von der Wurzel der bee zieht eine hell⸗ 
weiße geſchwe fte Lime nach dem Innenrande und bildet 
mit einem gleichfarbigen, einwaͤrts dunkelbraun gerande⸗ 
ten Streife, welcher von da in die Fluͤgelſpitze lauft, ein 


112 


Dreyeck, deſſen gewöhnlich offene Spitze auf dem Innen⸗ 
rande ſteht. In der Mitte zeigt ſich ein dunkelbrauner, 
nach unten weißgeſaͤumter Fleck. Vor dem Außenrande 
iſt zuweilen ein dunkelbrauner, aus einzelnen Punkten 
beſtehender kurzer Streif ſichtbar und vor den roͤthlichen 
Franzen ſteht eine Reihe dunkelbrauner Moͤndchen, die 
ihre hohle Seite auswaͤrts kehren. Die Hinterfluͤgel ſind 
aſchgrau, (ſeltner ganz einfarbig rothgelb), auswaͤrts 
roͤthlich, oder ockergelb gemiſcht und die Unterfeite iſt 
gelbgrau, in der Mitte ſchwaͤrzlich ſchattirt. 

Das Weib iſt, heller oder dunkler, zimmtbraun, 
die Zeichnungen ſind in derſelben Anlage, wie bey dem 
Manne vorhanden, aber der aͤußere weiße Streif wird 
einwaͤrts von einer grauen Binde begraͤnzt, welche mei⸗ 
ſtens, gegen die Wurzel, zackig weiß geſaͤumt iſt, theilt 
ſich an der Fluͤgelſpitze in zwey ungleiche Aeſte, iſt zu— 
weilen kappenfoͤrmig ausgeſchnitten und laͤuft gewoͤhnlich 
am Innenrande mit dem von der Wurzel kommenden Stri— 
che zuſammen, mit welchem und einem weißen winklichen 
Zuge, nahe am Vorderrande, er die Grundfarbe ein— 
ſchließt. Die Hinterfluͤgel ſind einfarbig aſchgrau. 

Man braucht nur die angefuͤhrten Abbildungen zu 
vergleichen, um uͤberzeugt zu werden, daß eine Beſchrei— 
bung der vorkommenden Abaͤnderungen, die denn doch alle 
in den angegebenen Hauptkennzeichen uͤbereinſtimmen, 
hoͤchſt uͤberfluͤſſig ſey. Auch die Vereinigung der Es per: 
ſchen N. Silvina mit deſſen N. Flina, der B. 
Hamma und Lupulina des Wien. Verz. und 
Huͤbners bedarf wohl keiner weitern Rechtfertigung. 

Der Schmetterling wird vom Juny bis in den 
September, faſt allenthalben in Deutſchland, auch in 
Schweden und Italien, gefunden. Von ſeiner Natur⸗ 
geſchichte iſt nichts bekannt, denn die vom Chorherrn 
Meyer in Fueßl. alt. Magaz. II. B. 1. St. S. 11. 
beſchriebene Raupe der Phal. Sylvina Linn. ge⸗ 


113 


x 


hört ohne Allen Zweifel zu irgend einem Sone. 
ling einer andern Gattung. 


5. HEPIOLUS GAN NA. 


Hep. alis lanceolatis, anticis brunneis, fascia ramosa 
ann argenteis; posticis cinereis. 


Hübner, Bomb. Tab. 50. f. 215. (mas.) Text, 
S. 154. n. 9. Muſchelfarbiger Spinner, B. Gan na. 


Etwas groͤßer, als die folgende Art, die Fuͤhler 
find roſtfarbig, Kopf und Ruͤcken ſtark behaart, hell⸗ 
braun, der Hinterleib aſchgrau, mit einem braͤunlichgel⸗ 

ben Afterbarte. 

1 Die Vorderfluͤgel find hellbraun (beynahe oliven⸗ 
grau); von der Sitze zieht in ſchiefer Richtung eine filber 
weiße, einwaͤrts breitgezackte, auf beyden Seiten ſchwarz⸗ 

gerandete, ungleich breite Binde nach dem Innenrande, 
wo ſie ſich in einem ſpitzen Winkel endiget und aufwaͤrts 
mit einem faſt dreyeckigen gleichgefaͤrbten Flecke zuſammen⸗ 
haͤngt, der ſich gegen die Wurzel in einem gebogenen, zu⸗ 
weilen unterbrochenen, Streife nach dem Innenrande zieht 
und oben von einem ſilberweißen Streife begraͤnzt wird, 
der von der Wurzel koͤmmt und manchmal in der Mitte 
abgeſetzt iſt. Am Vorderrande ſtehen noch einige filber- 
weiße Fleckchen oder Punkte und zuweilen auch vor dem 
Außen rande. 

Die Hinterfluͤgel ſind aſchgrau, mit braungelben 
Franzen, die Franzen aſchgrau, mit etwas von oben 
durchſcheinenden Zeichnungen auf den Vorderfluͤgeln. 

Dritter Band. | S8 


114 


Das Weib iſt groͤßer, ſeine Grundfarbe truͤber, die 
Zeichnungen aber gleich. 

H. D. Anderſch in Wien fand dieſen 1 
terling im Auguſt auf dem Schneeberge. 


6. HEPIOLUS LUPULINUS. 


| Hep. alis lanceolatis, anticis maris luteis, ee Ei 
nerascentibus, lineola media fasciisque duabus al- 
bis, exte rnapunctato -interrupta ; poslicis cinereis. 


Hübner, Bomb. Tab. 49. f. 210, (mas.) 211: 
(foem.) Text, S 153. n. 5. Lehmbrauner Spinner, 
B. Flina. 

Wien. Verz. S. 61. Fam. O. n. 3. Rothbrauner 
ſilberweiß, das Weibchen braungraulicher, blaßge⸗ 
zeichneter Spinner, B. Flina. 

IIlliger, N. Ausg. dess. I. B. S. 132. n. 3. 
( Mit Weglaſſung der Citate von Espers und Borkh. 
Fli na.) 

Linné, 8. N. I. 2. 833. 86. N. . elin- 
guis lutea, antennis thorace brevioribus, alis 
macula arcuque cinerascente. 

— — Faun. suec. ed. 2. 306. 1149. N. lupulina. 

Fa br. E. S. III. 2. 6. 3. Hep. lu pulinus, alis 
einereis striga albidiore. (ſoem.) 

— — — 6. 5, Hep. obliquus; alis deflexis 
fuscis: linea baseos fasciisque duabus obliquis 
punctato interruptis. (mas.) 

Coquebert, IIlustr. iconograph. Dec. I. Tab. 
VII. f. 6. Hep. obliquus Fabr. 

Harris, L' Aurelien: ou histoire naturelle des 


115 


Ins. angl. Pl. XXII. ſig. I. (foem.) m. (mas.) N. 
Hecta Linn. | 
Es per, Schm. IV. Th. Tab. LXXXL Noct. 2. f. 1— 
4. S. 27. N. Lupulina. 
Pap. d' Europe, T. V. Pl. CXCIIII. f. 252. a — d. 
pag. 8 4. La Louvette. | 
De Villers, Entom. Linn. T. V. f. 8. T. II. p. 
191. N. Hect a. (Unverkennbar ſtellt die Abbildung 
den Hep. Lupulinus vor. | 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 151. n. 41. B. 
Lupulina. ro | | 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 374. n. 237.—— 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 304. Hep. 
Cora. 905 f 
Lang, Verz. 2. A. S. 116. n. 865. 866. B. Lu- 
pulina | N10 N 
Brahm, Inf. Kal. S. 476. n. 338. 
Schwarz, Raupenkal. S. 125. N. Lupulina, 


* 


Die Fuͤhler ſind roſtfarbig, Kopf und Ruͤcken braͤun⸗ 
lichgelb, der Hinterleib oben hellaſchgrau, in den Seiten 
und am Afterbuͤſchel ockergelb. | 

Die Vorderfluͤgel find bey dem Manne ockergelb, 
zuweilen in der Mitte ſchwarzbraun ſchattirt; von der 
Wurzel zieht ein hellweißer Streif abwaͤrts gegen den 
Innenrand, von welchem eine gleichfarbige, meiſtens 
aus abgeſetzten Punkten beſtehende Binde in ſchiefer Rich— 
tung nach der Fluͤgelſpitze laͤuft. In der Mitte, gegen 
den Vorderrand, ſteht ein weißer kurzer Strich und vor 
den etwas dunkler geſcheckten Franzen zieht eine ſchwarz⸗ 
braune, auswärts weißpunktirte kappenfoͤrmige Linie her. 

Die Hinterfluͤgel find aſchgrau, mit ockergelben, 
kaum dunkler geſcheckten Franzen; die Unterſeite iſt grau⸗ 


116 


braun und auf den Vorderfluͤgeln ſcheinen die Binden der 
„Oberſeite verloſchen durch. 

Das Weib iſt groͤßer, mit aſtgraſſem Kopfe, Rük⸗ 
ken und Hinterleib, die Vorderfluͤgel ſind hellaſchgrau, 
faſt durchſichtig, in der Mitte ſchwarzbraun ſchattirt, 
die Binden verloſchen weiß und die Zeichnungen oft nur 
undeutlich. g 
| Die Raupe lebt an den Wurzeln verſchiedener Ge⸗ 
waͤchſe, wahrſcheinlich auch im Holze, denn ich fand ein⸗ 

mal einen friſch ausgekrochenen Schmetterling an dem 
Stamme eines Birnbaums neben der aus demſelben zur 
Haͤlfte hervorſtehenden Puppenhuͤlſe. Sie gleicht der von 
Hep. Humuli, der Kopf und Nackenſchild ſind braun, 
der Leib iſt ſchmuzig weiß, mit fein und kurzbehaarten 
braunen Waͤrzchen, ſie wird gewoͤhnlich in einem laͤngli⸗ 
chen aus Erdkoͤrnern zuſammengewebten Gefpinfte zu ei— 
ner hellbraunen, an den Gelenken des Hinterleibes ſtach⸗ 
lichen Puppe mit kurzen Fluͤgelſcheiden und der Schmet⸗ 
terling erſcheint vom Ende des May bis in den July — 
faſt allenthalben in Deutſchland. 


7. HHPTOL USG HECTUS. 


Hep. alis W anticis maris luteis, strigis dua- 
bus obliquis punctato - interruptis argenteis: {oe- 
minae brunneis, fasciis duabus cinerascentibus; 5 
posticis fuscis, 


Hübner, Bomb. Tab. 49. f. 208. (mas.) 20g. 
(foem.) Text, S. 153. n. 4. Oraniengelber Spin⸗ 
ner, B. Hecta. 

— — Beitr. I. B. 1. Th. Taf. IV. fig. T. S. 27. B. 
Lupulina. II. B. Nachtr. S. 109. N. Hecta 
Linn, | 


N 


* 


117 


Wien. Verz. S. 61. Fam. O. n. 4. Oraniengelber 
ſilberglaͤnzend-, das Weibchen grauer duͤſtergeſtreifter 
Spinner, B. Hecta. 

Illi ger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 133. n. 4. 


— — Magaz. II. B. S. 62. n. 4. — 


Linné, S. N. I. 2. 833. 85. N. Hecta, subelin- 
guis lutea, alis deflexis: superioribus fasciis dua- 
bus albidis obliquis punctato- interruptis. 

— — Faun. Suec. ed. 2. 305. 1148. —— 

Fabr. E. S. III. 2. 6. 4. Hep. hectus. 

De Geer, uiberſ. v. Goeze. I. B. 2. Q. Tab. 7. f. 12. 
4 Q. S. 121. II. B. 1. Th. S. 266. n. 2. 1 

Schäffer; Icon. Tab. CXV. f. 1. 2. 

eU Schm. IV. Th. Tab. LXXX. Noct. 1. f. 
5. 6. 7. S. 25. N. He cta. Tab. LXXXI. Noct. 

2. f. 5. S. 350. N. nemoros a. (Variet. nin; 

Ig. 6. S. 30. N. Jo dutta. (foem.) 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CXCIII. f. 251. a. 
b. c. pag. 81. La Patte en masse. fig. 253. a. b. 
pag. 85. Lhepatique. (Espers Jodutta.) 

Müller; Zool. Dan. 121. 1381. Ph. Hecta. 

Fueß l. Schweiz. Inf. S. 36. n. 690. 

Vieweg, Tab. Verz. 2. H. S. 3. n. 2. He p. hectus. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 148. n. 40. B. 
Hecta. S. 159. n. 44. B. Nemorosa. (Nach 

Esper) S. 160. n. 46. B. Jodutta. (Nach Es⸗ 


per, mit unrichtigen Sete des Wien. Verz. und 
Fabr.) 1 


— — Rhein. Magaz I. B. S. 374, n. 236. B. 


He cta. 

Schrank, Faun. boic, 2. B. 1. Abth. S. 303. 
n. 1495. Hep. Hecta. S. 305. Hep. Jodut- 
ta. (Nach Esper, mit falſchen Citaten von Jodut- 
ta Fabr. und Wien. Berz.) 1 

Lang, Verz. 2. A. S. 116. m. 860-864. B. He- 


118 


ta. n. 867. B. Jodutita. us ber e das 
Wien. Verz. iſt falſch citirt.) An 
Brahm, Inf. Kal. S. 477. u. 339. B. 11 Tecta. S. 
480. n. 343. B. nemorosa. (Nach Ki und 
3 


— 
Fu 


3 4 
Fühler, Kopf, Ruͤcken und Hinterleib ſind ockergelb, 
die Vorderfluͤgel bald roſtgelb, bald ockergelb und ſchwaͤrz⸗ 
lich beſtaͤubt. Die Fleckenbinden derſelben ſind glaͤnzend 
ſilberweiß, oder blaß goldfarbig und ſchwarzgeſaͤumt. An 
der Wurzel ſteht meiſtens ein ſchmaler kurzer Strich, hier⸗ 
auf ein von dem Innenrande bis zur Mitte in ſchiefer 
Richtung ziehender Streif, dann eine ungleichbreite, aus 
einzelnen Punkten und Flecken beſtehende, in der Mitte 
zuweilen abgebrochene Binde, die vom Innenrande nach 
der Fluͤgelſpitze laͤuft. Am Außenrande zeigen ſich öfters 


einige gleichfarbige Punkte und am Vorderrande zwey oder 


drey Flecke, die dunkler als der Grund ſind. 

; Das Weib iſt etwas größer, faſt durchſi ichtig⸗ roth- 
braun, mit zwey hellgrauen weißlich gerandeten breiten 
Querbinden, deren aͤußere an der Slügelſpitze ungleich 
getheilt iſt. 

Die Hinterſlugel ſind io sg und truͤbocker⸗ 
gelb geſaͤumt, die Unterſeite iſt braungrau, mit von oben 
etwas durchſcheinenden Binden auf den Vorderfluͤgeln. 
Das letzte Paar Fuͤße hat bey dem Manne eine eigene 
Geſtalt: es iſt dick, keulenfoͤrmig, am Ende mit einem 
ſteifen ockergelben Haarbuͤſchel, ohne Schienbeine und 
Fußblaͤtter. 

Der maͤnnliche Schmetterling fliegt in den Waͤldern 
bey Leipzig des Abends in großer Menge, motä pen- 
dulo, wie Fabr. ſehr richtig bemerkt; ſeltner erſcheint 
er in erte Gegenden von Europa. Ich habe ihn in 
allen Abaͤnderungen gefangen, — einige hatten blaß⸗ 


119 


goldfarbene Punkte auf den Hinterfluͤgeln. Das Weib 


iſt ſelten und wird nur bey Tage, oͤfters in Begattung, 
von den Aeſten und Blaͤttern der Baͤume geſchuͤttelt. 
Vielleicht lebt die Raupe an den Wurzeln der 
Haide (Erica vulgaris), wenigſtens habe ich friſch aus— 
gekrochene Schmetterlinge an den Zweigen derſelben gefun⸗ 
den. Espers N. nemorosa iſt eine unbedeutende 
maͤnnliche Varietaͤt und deſſen Jodutta das Weib, 
welches hier, bis auf den verfehlten Fluͤgelſchnitt, beſon⸗ 
ders aber in den Pa p. d Europe, f. 253. a, b. weit 
beſſer abgebildet iſt, als Es pers fig. 7. Tab. 80. 


wars 


120 


WII su, 
FC.. 


Die Fuͤhler ſind borſtenformig / (bey dem Manne der 
zweyten Art ſtark gefiedert,) die Palpen lang, die untere 


Haͤlfte derſelben iſt breit, behaart, die obere nackt und ruͤck⸗ N 


warts gekruͤmmt, die hinteren Füße lang, an den Schenkeln 
behaart und gedornt, die Fluͤgel ſchmal und lang geſtreckt, 
am Innenrande geſchweift, an der Spitze abgerundet. 
Die Raupen leben in Schwaͤmmen oder faulem Hol⸗ 
ze, ſie ſind nackt, mit einzelnen feinen Haͤrchen, dunkel⸗ 
farbigem Kopfe, Nackenſchilde und Nachſchiebern. 
; Die Verwandlung geſchieht in einem feinen Gewebe 
in den ausgehoͤhlten Gaͤngen, worin die Raupe gelebt hat, 
mit verſchloſſenem Eingange. Die Puppe iſt lang geſtreckt, 
mit feinen Haͤkchen an den Gelenken des Hinterleibes. 
Dieſe Gattung macht den ſchicklichſten Uebergang von 
der vorhergehenden zu der folgenden. Fabricius hat 
ſie zuerſt unter dem vorſtehenden Namen von den Schaben 
abgeſondert, ſeine Gattung enthaͤlt nur zwey Arten, 
Phycis Boleti — und spissicornis, (Tin. 
spissicella der Ent. Syst. III. 2. 289. g. die ich 
nicht kenne,) — aber ſie duͤrfte leicht mit mehreren ver⸗ 
mehrt werden, ſobald von ihrer Naturgeſchichte mehr ent⸗ 
deckt ſeyn wird. Bis jetzt iſt ſie mir nur von den zwey 
hier aufgeführten Arten bekannt. Nach der aͤußern Ges 
ſtalt moͤchten wohl Huͤbners Tinea Colonella, 
Tab. 4. f. 23. T. mediella, Tab. 3. f. 19. und T. 
Parasitella, Tab. 3. f. 16. dazu gehoͤren. 
Den Ramen: Phy cis nahm Fa br. von dem grie⸗ 
chiſchen use ig, ein Fiſch bey Aristoteles und Pli- 


nius. 


— 


121 


1. PHYCIS BOLETI. 


Ph. alis oblongis, anticis fuscis, margine interiori ex- 
teriorique albidis fusco-irroratis; posticis cinereis. 
e 2 


Fabr. Supplem. 463. 1. Phyc. Boleti, alis ob- 
longis nigris: dorso margineque postico albidis. 

— — E. S. III. 2. 287.1. Tin. boletella. 

Nova acta Nat. curiosorum, Tom. VI. Tab. 
V. b. fig. 1. 2. pag. 327. Tin. Boleti, fusca, 
linea communi dorsali lata, subbidentata fascia- 
que postica albida, pedibus posticis lanata, (Os- 

eck. 

Hü 1865 Tineae. Tab. 3. f. 18. (foem.) S. 19. n. 
2. Loͤcherſchwammſchabe, Tin. Boletella. 

== — Beitr. I. B. 2. Th. Taf. II. fig. F. S. 38, 
Tin. ante Nachtr. S. 125. F. Tin. 
Boletella. 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. CXC VI. (Noct. 47) 
f. 1. (mas.) 2. B. 2. Abſchn. S. 64. Noct. Po- 
lypor i. (Tin. Gigantella des Wien. Verz. 
iſt hier und in Huͤbners Beiträgen falſch citirt.) | 


Die Fühler find borſtenfoͤrmig, ſchwarzbraun, der 
Kopf und Rüden ſchmuzig gelb, die Schulterdecken ſchwaͤrz⸗ 
lich; der Hinterleib iſt langgeſtreckt und graubraun, die 
Schenkel der hinteren Fuͤße ſind braungrau behaart, mit 
langen Dornen, die Schienbeine und e ee weiß 
geringt. 

Die Vorderfluͤgel ſind ſchwarzbraun, am Vorder⸗ 
runde und auf den Adern ſchwarz und gelblich punktirt; 
von der Wurzel aus zieht laͤngs dem Innenrande ein brei- 
ter gelblich weißer ſchwaͤrzlich beſtaͤubter Streif, der ge⸗ 
gen die Mitte, einwaͤrts, in einem ſtumpfen Kegel ſich 


122 


erhebt und mit einer gleichfarbigen Binde zufammenhängt, 
welche, etwas gekruͤmmt, vor dem dunkelgefleckten Außen⸗ 
rande herlaͤuft. In der Mitte ſtehen zwey oder drey gelb⸗ 
lich weiße Punkte. 

Die Hinterfluͤgel find aſchgrau, mit dunkleren Adern, 
vor dem Saume zieht ein braungrauer Streif her und die 
Franzen aller Flügel find ſchwarzbraun und weißlich ge— 
ſcheckt. Die Unterſeite iſt braungrau, am Vorder- und 
Außenrande ockergelb gemiſcht. f 

Die Raupe lebt in den Schwaͤmmen serfübichener 
kunt x beſonders der Buche (Boletus Fagi), auch 
naͤhrt ſie ſich von dem Holze und der Rinde derſelben und 
man findet ſie das ganze Jahr hindurch. Sie iſt glatt, 
weißlich, mit ſchwarzbraunem Kopfe und Nackenſchilde 
und mit ſchwarzen Punkten beſetzt. 

Der Schmetterling erſcheint in Schweden, ungarn 
und Steyermark i im Auguft. 


2. PHYCIS ANTHRACINA. 


Ph. alis e atris, anticis albo - - punctatis; ; capite 
fulvo: . maris peclinatis. 


Hübner, Pyralides, Tab. 4. f. 22. (mas.) Pyr. 
eee 5 

— — Tineae, Tab. 33. f. 224. T. Anthraci- 
nella, (foem.) 

— Beitr. I. B. 1. Th. III. Taf. FM 0. S8. 25. 
Tin. Anthracinella. (mas.) Nachtr. S. 108. 

Wien. Verz. S. 124. Fam. B. n. 46. Schwarzer 
Zuͤnſler mit vielen weißen Flecken, P yralis An- 
thracinalis. 

Nachtrag z. Fam. B. S. 319. lee 1. Mauerpf. 
ferſchabe, Tin. Anthracinella. 


BA" RA ER 


7 123 


Illiger, N. Ausg. dess. 2. B. S. 31. n. 46. Pyr. 

Anthracinalis. S. 80. n. 1. a. Tin An- 
thracinel la. 

— — Magaz. AN: B. S. J. n. 46. Pyr. Andre. 
ceinalis. 

Sup z, Ent. . 255 ben Ph. Pyral. An- 

thracinalis. 

Fabr. E. S. III. 2. 295. a T 55. gutiella 
Suppl. 430.12 

— = amtes Ins. II. 148. 104. Noct. Ery- 
throcephala. 

Sulzer, abgek. Gesch. der 12. II. Th. Tah. XXIII. 
120348; 1630 Tin. Fwestinelka. 


esper, Sam. V. Eb. Tab, XXII 1 5. 86, 7. 


S. 188. GeoAn. Fueslinaria. ' 

Fueßl. A. Magaz. I. B. 2. St: ©. 217. Pheh 
Fueslinella. 

Borke. Rhein. Magaz. I. B. S. 345, n. 188. Fi 
Anthrac ina. 

1 Verz. 2. A. S. 216. n. 1463. 1463. Tin. 


Anthracıinella 2 


| Brad, Sa Kal. S. 525. m. 384. 


Dieser Schmetterling hatte das Schickſal, aus einer 
Gattung in die andere wandern zu muͤſſen, wovon das 
vorſtehende Citaten⸗ ⸗Verzeichniß den Beweis giebt; aber 
die ganze Geſtalt verbindet ihn mit Ph y. Bole ti, 
wenn auch die Verwandlungsgeſchichte die vollſtaͤndige 
Ueberzeugung nicht lieferte. 

Die Fuͤhler ſind weiß und ſchwarz geringt, bey dem 
Manne zweyreihig ſtark gefedert, bey dem Weibe faden⸗ 
foͤrmig, die Palpen dicht und lang behaart, mit nackter, 
aufwaͤrts gekruͤmmter feiner Spitze. Der Kopf iſt oben 
rothgelb und zwey gleichfarbige Haarbuͤſchel ſtehen zu bey⸗ 
den Seiten des ſchwarzen Ruͤckens; der Hinterleib gleich- 


124 


falls ſchwarz, lang geſtreckt, bey dem Weibe mit einem gelb⸗ 
gemiſchten Afterbarte und hervorſtehenden Legeſtachel. Die 
Hinterfuͤße ſind wie bey der vorhergehenden Art geſtaltet, 
ſchwarz, die Fußblaͤtter weiß geringt. 5 

Die Flügel find ſammtſchwarz, an dem Border s und 
Innenrande ſtehen große weiße runde Flecke, in der Mitte 
und am Außenrande einige kleinere und gleichfarbige Punkte. 
Die Unterſeite iſt braunſchwarz und wie oben gefleckt. Die 
Hinterfluͤgel ſind oben ſammtſchwarz, unten zeigt ſich gegen 
die Spitze des Außenrandes ein weißer Punkt und bey dem 
Manne, außer dieſem, ein weißer, zuweilen abgeſetzter, 
ſchmaler Streif laͤngs dem Innenrande. Die Franzen 
aller Fluͤgel ſind ſchwarz und weiß geſcheckt. | 

Die Eyer find gelb und in feine weißgraue Wolle ge⸗ 
wickelt, die Raupe iſt von ES per, gewiß durch einen Irr⸗ 
thum, als eine Spannerraupe angegeben; die Verfaſſer 
des Wien. Verz. laſſen ſie auf dem Mauerpfeffer (Sedum 
acre) leben; ich fand eine Anzahl derſelben in der Gegend 
von Wien, im April, in den hervorſtehenden faulen Wur⸗ 
zeln eines abgehauenen Buchenſtammes und hielt ſie fuͤr 
die Raupe irgend einer Seſie, denn ſie war beingelb, mit 
braunem Kopfe, Nackenſchilde und Nachſchiebern. Einige 
hatten bereits, nach Art der Seſien, ihr Gewebe in den aus⸗ 
gehoͤhlten Gaͤngen verfertiget und den Eingang verſchloſſen. 
Ich wendete alle Sorgfalt auf ihre Erhaltung und ſtatt der 
erwarteten Seſie erſchien im Anfange des May Phys. 
anthracina in ſehr ſchoͤnen Exemplaren. Die Puppe 
iſt wie die von Cossus und Hepiolus geſtaltet, 
braungelb und draͤngt ſich auch, beym Auskriechen, zur 
Haͤlfte aus dem Gewebe. 

Den Schmetterling traf ich in allen Wäldern um 
Wien im May in Menge an, wo er, vom Geraͤuſche auf: 
geſchreckt, aus dem Graſe und den Gebuͤſchen aufflog. 
Seltener ſcheint er in verſchiedenen Gegenden Deutſchlands 
und der Schweiz zu ſeyn. | 


— —„— 


125 


LITHOSTA 


Diese Gattung zerfaͤllt in mehrere Familien, deren 
jede ſich durch beſondere Merkmale unterſcheidet. 


LITHOSIA Fabr. Latreille. SETINA Schrank, 
Faun. boic. 


—— an 


A. 


Die Fühler ſind fadenfoͤrmig und fein gefranzt, die 
hinteren Fuͤße lang und gedornt, die Vorderfluͤgel ſchmal 
und lang, in der Ruhe um den Leib geſchlagen, die hin- 
teren breit, in der Ruhe gefaltet; der Sauger iſt kurz. 

Die Raupen ſind behaart, buntfarbig, faſt ſpindel⸗ 


foͤrmig und leben meiſtens von dem Mooſe verſchiedener 


Baͤume. \ 
Die Verwandlung geſchieht in einem feinen Gewebe. 


126 


1j. ZLITHOSIA QUADRA. 


Lith. alis anticis maris lividis margine baseos nigris;. 
foeminae luteis, punctis duobus atro - coeruleis. 


Hübner, Bomb. Tab. 24. f. 101. (mas.) 102. 
(foem. ) Text, S. 127. n. 13. Pflaumenflechten⸗ 
ſpinner, B. Quadra. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, F. d. fig. 
2. b. (Raupe.) c. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 68. Fam. C. n. 1. fen eee 
Noct. Quadra. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B., S. ae n. 1.—.— 

— — Magaz. II. B. S. 79. n. 1. —— 

Linné, S. N. I. 2. 8 40. 114. N. qua dra, spiri- 
linguis laevis; alis depressis luteis: superiori- 
bus punctis duobus atro - coerulescentibus. (foem.) 

— — Mantiss. I. 539. N. deplana, spirilinguis 
laevis, alis depressis superioribus lıvidis, Er 
ne baseos nigris. (mas.) 

Fabr. E. S. III. 2. 24. 54. N. quadra. ß. N, 2 
plana, / 

— — Supplem. 459. 1. Lithos. quadra.. 

Schaeffer, Element. Tab. XCVIII. fig. V. 

— — Icon. Tab. XXIX. f. g. 10. Ne Panz. 
S. 41. 7. 8. Lith. quadra. Tab. CH. 5 1.04. 
” Nomenel. Panz. S. 111. | 

Sepp, Neederl. Ins. Tweede Gezin d. eerste Bende, 
Tab-VI. f. 1—8. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. LI. 

Poda, Mus. graec. Tab. II. f. 8. p. 89. n. 18. N. 
qua dra. 

Roͤſel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XVII. 
f. 1 — 5. S. 110. 

a Schm. IV. Th. Tab. XCII. Noct. 13. f. 2 — 

6. S. 92. N. quadra. 


+87 


Pap. d' Europe, T. VI. Pl. oc xvn. fig. 298. 

2 — k. pag. 31. La jaune à quatre points. 

Panzer, Faun. Germ. 78. 23. 24. N. quadra. 

Scopoli, Ent. Carn. 210.590. Ph. Quadra. 

Müller, Faun. Fridr. 43. 382. —— 

— — Zool. Dan. 120. 1599. —— 

Fueßl. Schweitz. Inſ. S. 37. n. 709. —— 

Rossi, Faun. Etr. T. I. p. 179. n. 1108. N. de- 
plana. (mas.) Nov. ed. Illig. p. 285. n. 
1108. 

Vieweg, Tab. W. H. S. 8. n. 1. N. qua- 
dra. Nachtr. S. 93. n. 1. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 239. n. Ay B. 
Quadra. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 352. n. 199: —— 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 8. B. 2. St. S. 
208. n. 9. Phal. Quadra. 4. St. S. 420. B. 

Naturf. III. St. S. 20. n. III. IX. St. S. 11 1. n. 9. —— 

Schrank, Faun. boic. 2, B. 1. Abth. S. 311, 
n. 1504. N. Quadra. 2. Abth. S. 165. n. 1. 
Setina Quadra. 

Lang, Verz. 2. A. S. 164. n. 1151. 1152. N. 
Quadra. 

Brahn, Inf. Kal. S. 485. n. 547. B. quad ra. 

e Raupenkal. S. 277. 713. 765. N. qua dra. 


Die Fuͤhler ſind ſchwarzbraun, die Augen ſchwarz⸗ 
die Füße ſtahlblau, Kopf, Ruͤcken und Hinterleib oder- 
gelb; die Vorderfluͤgel bey dem Manne gelbgrau, an der 
Wurzel hochgelb, am Außenrande blaͤulichgrau, der Vor- 
derrand iſt von der Wurzel aus ſchwarzblau. Die Hin⸗ 
terflügel find ockergelb, am Vorderrande bläulichgran. - 

Bey dem Weibe find die Vorderfluͤgel citrongelb, 
mit zwey ſtahlblauen Flecken von verſchiedener Groͤße, wo⸗ 


128 

von einer am Vorderrande, der andere beynahe in der 
Mitte gegen Ben Innenrand ſteht. Die hinteren ſind 
blaͤſſer. ! 1 

Die Aut lebt im Juny auf mehreren Arten 
von Obſtbaͤumen, auf Eichen, Buchen, Foͤhren, Roß⸗ 
kaſtanien u. ſ. w. von deren Lichenen ſie, nach meiner 
Erfahrung, ſich naͤhrt. Man hat fie fogar auf bemoos⸗ 
ten Hausdaͤchern gefunden. Sie iſt ſchwaͤrzlichgrau, mit 
einer doppelten gezackten gelben Linie auf jeder Seite 
des Ruͤckens, in welcher mennigrothe behaarte Knoͤpfe 
ſtehen; auf dem zweyten, ſiebenten und letzten Ringe 
zeigt ſich ein ſchwarzer Fleck, der Kopf iſt klein und 
ſchwarz. 
Das Geſpinſt iſt eyrund, duͤnn und mit Haaren 
durchwebt, die Puppe glaͤnzend braunroth, kurz und 
dick; der Schmetterling erſcheint im N — in den 
meiſten Gegenden von Europa. 


2. LITHOSIA GRISEOLA. 


Lith. alis anticis cinerascentibus margine anteriori In- 
teo: posticis lividis. 


Hübner, Bomb. Tab. 23. f. 97. (foem.) Text, 
S. 126. n. 8. Erzgrauer Spinner, B. griseola., 
Pap. d' Europe, T. VI. Pl. CCXIX. f. 1 . 

pag. 41. Le Manteau bordé. 


Dieſer Schmetterling darf mit den folgenden nicht 
verwechſelt werden, dem er zwar ſehr aͤhnlich iſt, aber 
die Border» und Hinterfluͤgel find bey dieſem breiter 
und auch die Farbe unterſcheidet ihn weſentlich. 


129 


Die Fuͤhler ſind ſchwaͤrzlichgrau, der Kopf, Hals⸗ 
fragen und die Spitze des Hinterleibes blaßgelb, der 


Ruͤcken und Hinterleib aſchgrau. 


Die Vorderfluͤgel ſind hellaſchgrau, mit blaßgelben 
Vorderrande und graugelben Franzen; die hinteren grau— 
gelb, zuweilen aſchgrau angeflogen. Auf der Unterſeite 
find die Vorderfluͤgel aſchgrau, am Vorder- und Außen— 
rande hellgelb, die hinteren blaß odergelb. 

Bey Abaͤnderungen ſind die Hinterfluͤgel auf der 
Ober⸗ und Unterſeite aſchgrau angeflogen, mit einem hell— 
gelben Mondfleckchen auf der letzteren. 

Als das Vaterland dieſes Schmetterlings kenne ich 
nur die Gegend von Leipzig, wo ich ihn in Laubwaͤldern 
im Juny nicht ſelten antraf. Von ſeiner Naturgeſchichte 
iſt noch nichts bekannt. 5 


Anmerkung. 

H. Hübner führt Espers und Bork hauſens 
depressa als Synonyme an; beyde gehören aber zu 
Lith. depressa, B.ochreola Hübn.; auch in der 
Schiffermillerſchen Sammlung find beyde Arten vereiniget. 


3. LITHOSIA COMPLANA. 


Lith. alis anticis plumbeis, margine anteriori pallidis; 
posticis totis fla vis. | 


Hübner, Bomb. Tab. 24. f. 100. (mas.) Text, 
©. 127. n. 12. Pappelflechtenſpinner, B. Plu m- 
beola. Tab. 1. f. 220. Text, S. 126. n. 11. 
Mausgrauer Spinner, B. Canio la. 0 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, F. a. b. 
fig. 2. a. (Raupe.) 

Dritter Band. 5 — 


130 1 


Hübn er, Beitr. I. B. 3. Th. Taf. I. fig. F. S. 12. 
und II. B. Nachtr. S. 115. F. N. Complana. 
Wien. Verz. S. 68. Fam. C. n. 4. Pappelbaum⸗ 
Ceule, N. complana. 9.2 | 
Illiger, N. Ausg. dess. I. B. S. 176. n. 4. 

— — Magaz. II. B. S. 79. n. 4. —— ) 

Linné, 8. N. I. 2. 840. 115. N. Com plana, 
spirilinguis laevis, alis depressis: superioribus 
cauescentibus: exteriori margine albis; inferio- 
ribus totis favis, | 

— — Faun Suec. ed. 2. 307, 1153. 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 191. n. 22. Le 
manteau a tete jaune. * E 

Fab r. E. S. III. 2.24.53. N. Complana. 

— — Supplem. 460. 5. Lithos, complana. 

Schaeffer, Icon. Tab. CCLXVI. f. 1. 2. No- 
mencl. Panz. S. 211. Li th. oomplaua. 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. XCH. Noct. 13. f. 

7. ) S. 95. N. Complana. Tab. CLXXXV. 
Noct. 106. f. 9 — 12. Fortſ. S. 23. Die Raupe. 

Pap. d' Europe, T. VI. Pl. CC XVII. f. 301. 
a. b. c. pag. 37. Le manteau à tete jaune. | 

Schwarz, Beytraͤge Tab. II. f. 10 — 14. S. 13. N. 
Co mplan a. | 

Fueßl. Schweiz. Inf. ©. 37. n. 706. —— 

Rossi, Faun. Etr. Mantiss. p. 21. n. 384. —— 

Vieweg, Tab. Verz. 2. H. S. 8. n. 2. Nachtr. 
8. 93. n. 2. 192 


*) Die hier angeführte N. depressa iſt eine Abaͤnde⸗ 
rung von Lith. griseola, welche Las peyres vor 
mehreren Jahren unter dem Nandn depressa von 
mir aus Leipzig erhielt. 

% Fig. 8. wird als das Weib angegeben, gehört aber nicht 
hieher, fondern iſt ein verflogenes Weib von Lit h. 

helveola. | er 


131 


Bot. Eur. Schm. III. Th. ©. 243. n. 77. ein 
plana. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 35 1. U. 198. 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 3. B. 2. St. 

S. 210. n. 10. Phal. Complana. 
ge Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 313. n. 
150). N. Complana. 2. Abth. S. 165. n. 5. 

Setina Complana. 


Schwarz, Raupenkal. ©.106.279. N.Complana. 


Die Fühler find dunkelaſchgrau, an der Wurzel 
ockergelb, Kopf und Halskragen goldgelb, die Augen 
ſchwarz, Ruͤcken und Hinterleib aſchgrau, letzterer am 
Ende ockergelb, das erſte Paar Fuͤße iſt unten gelb, oben 
aſchgrau, das letzte ganz gelb. | 
gi Die Vorderfluͤgel find ſchmaͤler, als bey der vorher— 
gehenden Art, glänzend bleyfarben, der Vorderrand iſt 
bey friſchen Exemplaren goldgelb, die Franzen blaß ocker— 
gelb. Auf der Unterſeite ſind ſie in der Mitte bleyfarben, 
am Vorderrande, und vor dem Außenrande in ziemlicher 
Breite, ockergelb angelegt. 

Die Hinterfluͤgel ſind auf beyden Seiten hellocker⸗ 
gelb und zuweilen bey dem uͤbrigens ganz gleich gefärbten 
Weibe am Vorderrande aſchgrau ſchattirt. 

Durch den Flug, Regen und die Wirkung der Son⸗ 
nenſtralen wird dieſer Schmetterling, bey einer uͤberaus 
zarten Bekleidung und ſehr duͤnnen Fluͤgeln, gar leicht 
ſo ſehr entſtellt, daß man ihn fuͤr eine verſchiedene Art 
halten moͤchte. Ich habe deren mehrere vor mir, an de— 
nen die Hauptmerkmale kaum zu erkennen ſind; dahin 
gehört auch Huͤbners B. Caniola, I. e., wovon ich 
die Originale in der Sammlung des Abb ate Maz- 
20 la genau unterſucht habe. 

Die Raupe lebt, nach den verglihenen Sie 
3 3 


— 


132 


lern, im May und Juny auf Pappeln, Eichen, Buchen, 
Specklilien (Lonicera Caprifolium) und Ginſter (Ge- 
nista vulgaris). Ich fand fie auch auf Schlehen (Pru- 
nus spinosa und an den Staͤmmen der Foͤhren (Pinus 
sylvestris), wo ſie ſich von Flechten naͤhrte. Sie iſt buͤ⸗ 
ſchelweiſe kurz behaart, ſchwarz, mit gleichfarbigem Ko⸗ 
pfe; uͤber den Ruͤcken laͤuft auf jeder Seite ein gelb, roth 
und weiß punktirter Streif und uͤber den Fuͤßen zeigt fd) 
eine ſchmale rothgelbe Linie. 
Das Gewebe iſt braͤunlich, die Puppe rn 
Der Schmetterling erſcheint, nach Verhaͤltniß der Witte⸗ 
rung, in vierzehn Tagen oder drey Wochen und iſt s 
in Deutſchland eine Seltenheit. 


4. LITHOSIA DEPRESSA 


Lith. alis omnibus utrinque salurale cinereis: margi- 
nibus i, 


Hübner, Bomb. Tab. 23. f. 96. (foem.) Text, 
S. 126. n. 7. Ockergelber Spinner, B. Ochreola. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, F. a. 

b. fig. 1. a. (Raupe) 

— — Beitr. I. B. 3. Th. Tafeln N 
Luteola. II. B. Nachtr. S. 115. E. (Mit fal- 
ſchen Citaten.) 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. XCIII. Noct. 14. f. 
3. S. 98. N. depressa ). | 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 246. n. 79. B. 
Depress a. 


— — Rhein. Magaz. I. B. S. 35 2. u. 196, Ah 


) Später hat Fabr. diefen Namen einer ausländiſchen 
Art gegeben, daher bleibt er dieſer mit Recht. 


RE ©. > 


Lang, Verz. 2. A. S. 165. n. 1158. N. De- 
press a. 

Schrank, Faun, boic, 2. B. 2. Abth. S. 166. n. 
4 7 Serin depres sa. 


Größe und Geſtalt der Lit h. complana; die 
Fuͤhler ſind ſchwarzgrau, der Kopf, Halskragen und 
die Schulterdecken roͤthlichgelb, der Hinterleib oben und 
unten aſchgrau, in den Seiten und am Ende gelb, die 
Schenkel der Fuͤße ſind gelb, die Se und Fuß⸗ 
blaͤtter ſtahlblau. 

Die Vorderfluͤgel führen auf beyden Seiten ein et⸗ 
was ins Roͤthliche fallendes Aſchgrau zur Grundfarbe, der 
Vorderrand und die Franzen find hochgelb, die Hinter: 
fluͤgel kaum bläffer gefärbt, mit ockergelben Franzen, und 
auf der Unterſeite mit einem gelben Mittelmondchen be⸗ 
zeichnet. 

Die Raupe fand ich im Juny in der Gegend von 
Dresden an den Lichenen der Foͤhren (Pinus sylvestris). 
Sie iſt wie die der Comp lana geftaltet, in den Sei» 
ten dunkelgraubraun, uͤber den Ruͤcken gelb, ſchwarz 
punktirt und gefleckt. Das Gewebe iſt graubraun, die 
Puppe glänzend rothbraun. Der Schmetterling entwik- 
kelt ſich nach vierzehn Tagen oder drey Wochen und wird, 
wiewohl ſelten, in mehreren Gegenden Deutſchlands 
gefunden. . 


5. LITHOSIA HELVEOLA. 


RAR alis lividäs cinereo fulvoque marginatis. 


Hübner, Bomb. Tab. 23. f. 95. (foem.) ert, 
S. 125. n. 6. Fichtenflechtenſpinner, B. Helvola. 


154 


Esper, Schm. IV. Th. Tab. XCIII. Noct. 1 4. f. 1. 2. 
S 97. N. deplana ). Tab. XCII. Noct. 13. f. 
8. N. Complana foem. 

Pa p. d' Europe, T. VI. Pl. CCXVIII. f. dos: a. 
b. c. pag. 58. Le manteau livide. - 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. 55 24 n. 78. B. De- 
plana. 

— — Rhein. Mag. I. B. S. 351. n. 177.— 

Lang, Verz. 2. A. 8. 165. n. 1156. 1157. N. de- 
plana. 

Sekrimkı, Faun. boic. 2. B. 14 Abth. 8. 313.— 
2. Abth. 8. 166. n. 6. Setina deplana. 


Groͤße und Geſtalt der vorhergehenden Art, die 
Fuͤhler ſind deutlicher, als bey jener, gefranzt, braun⸗ 
grau, mit weißlichem Schaft, Kopf und Rüden toth- 
gelb, der Hinterleib gelbgrau, gegen das Ende roͤthlich⸗ 
gelb, die Schenkel der Fuͤße rothgelb, die Schienbeine 
und Fußblaͤtter oben blaugrau, unten gelb. 

Die Vorderfluͤgel find ockergelb und roͤthlichgrau ge— 
miſcht, am Außenrande aſchgrau angeflogen; der Vor⸗ 
derrand iſt an der Wurzel und gegen die Spitze rothgelb 
und eben fo find die Franzen gefärbt. Auf der r Unterſeite 
ſind ſie braungrau und rothgelb gerandet. 

Die Hinterfluͤgel find hellgelb, am Außenrande aſch⸗ 
grau ſchattirt, mit ockergelben Franzen; unten gelbgrau, 
mit einem verloſchenen gelben eee 


* 

*) Um alle Nee zu a muß dieſer von 
Linne, dem Manne von Lit h. quadra gegebene 
Name eingehen und der Huͤbner'ſche, da er von Fabr. 
früher gebraucht worden, etwas abgeaͤndert werden. 


In der Schiffermiller'ſchen, Sammlung heißt dieſer 
| Schmetterling N. albe ola. 


12 
——— — 


Was bey Lith. complama geſagt iſt, gilt 


auch von dieſem Schmetterling; die dunkleren Schattirun- 


gen gehen leicht verloren und ſolche Exemplare, deren ich 
mehrere vor mir habe, kommen dann mit Espers N. 
complana foem. fig. 8. Noct. 13. genau überein. 
Die Raupe fand ich mit der von Lit h. de pres- 
sa an einem Tage und an demſelben Orte; ſie war bun⸗ 


ter gezeichnet, aber ihre Beſchreibung war mir unmoͤglich, 
da ſie ſich, waͤhrend ich ſie nach Hauſe trug, eingeſpon⸗ 


nen hatte. Den Schmetterling erhielt ich nach drey 
Wochen: er it in Ben Gegenden een zu 
Hauſe. 


4 


6. ZITHOSIA UNITA. 


Lith. alis anticis luteis fulvo marginatis; posticis mar- 
gine 8 einereo. Ä 


de Bomb. Tab. 51. f. 221. (mas.) Text, 
S. 125. m. 3. Strohfarbiger Spinner, B. Palle o- 
la. Tab. 23. f. 95. (foem.) Text, S. 173 n. 4. 
Tannenflechtenſpinner, B. unita „). 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verse, F. d. 


— dg. 1. a. B. uni ta. Raupe.) 


in H. Hübner hat die palhs alla aus der Mazzola- 


ſchen, die unita aus der Schiffermillerf chen Samm⸗ 
lung abgebildet; nach einer ſorgfaͤltigen Vergleichung 
beyder finde ich keinen Anſtand, beyde Arten, als ver— 
ſchiedene Geſchlechter zu vereinigen. Pal leola H, 
iſt der Mann, Unita das Weib, im Texte unrich⸗ 


tig als Mann Be und mit ockergelbem Ruͤcken 


gemalt. \ 


nn 


* | | 45 | 136 

Wien. Verz. S. 68. Fam. 05 n. 2. Tannen ⸗Eule. 
N. unita *). 

Fabr. E. 8. III. 2. 292. 25. Tin. . 


1 


Etwas groͤßer, als Lit h. complana; die 

Fuͤhler find braͤunlich grau, von der Wurzel aus ocker⸗ 
gelb, Kopf und Halskragen hochgelb, Ruͤcken und Hin- 
terleib gelblichgrau, die Spitze des letzteren gelb, die 
Fuͤße ockergelb. 
Die Fluͤgel ſind ſtrohgelb, die vorderen dunkler ge⸗ 
randet, die hinteren am Vorderrande aſchgrau ſchattirt. 
Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel ſchwaͤrzlichgrau 
und ockergelb geſaͤumt, die hinteren haben einen breiteren 
und dunkleren Schatten, als oben, und in demſelben zu⸗ 
weilen ein blaßgelbes Mondfleckchen. 

Das Weib iſt meiſtens auf den Vorderfluͤgeln ocker⸗ 
gelb gefaͤrbt. 

Die Raupe hat, nach der Huͤbn er'ſchen Abbil⸗ 
dung, einen braunen Kopf, mit zwey weißen Puͤnktchen 
uͤber dem Maule, ihre Grundfarbe iſt blaͤulichgrau, mit 


*) H. D. IIliger hat in feiner neuen Ausgabe deſſelben 
1. Th. S. 174. die un ita der Verfaſſer für Es⸗ 
pers und Borkhauſens Unita, Huͤbners B. 
aureola gehalten und in dem Zuſatze die Verwir⸗ 
rung, welche die Beſchreibung der in. lutar el 
la Fabr. veranlaßte, zu heben geſucht. Den mei⸗ 
ſten Anſtand giebt der Ausdruck: „anticis subtus lim- 
bo fusco;“ H. D. IIlig er ſchlaͤgt daher vor, ſtatt 
limbo fusco — disco zu leſen. Ein Schreibefehler 
iſt hier auf jeden Fall zu verbeſſern; aber weniger ge⸗ 
waltſam iſt es, wenn man ſtatt antiecis — posticis 
ſetzt, denn die L. unit a hat wirklich zuweilen an 
dem Vorderrande der Hinterfluͤgel oben nur einen kaum 
ſichtbaren, unten aber einen ſehr ene ache 
Schatten. 


\ 


137 
1 
drey ſchwarzen Ruͤckenlinien, zwey weißen abgeſetzten Sei⸗ 
tenlinien und unter dieſen uͤber den Fuͤßen einen ſchmalen 
ſchwarzen Streif. Auf dem Ruͤcken ſteht auf jedem Ge⸗ 
lenke, von dem dritten an, ein gelber Querflecken und 
weiße Puͤnktchen. 
1225 Vaterland iſt Oeſterreich und Italien. 


7. LITHOSIA GILYEOLA. 


Eith. alis anticia luteis subtus cinereis; posticis utrin- 
Ir pallidis. 


Hübner, Bomb. Tab. 25. f. 91. (foem.) Text, ©. 
124. n. 1. Lehmgrauer Spinner, B. Cinereo- 
2. 9. 


Nur ſo groß, als Lit h. lutea, aber die Ge: 
ſtalt der unit a. Die Fuͤhler find ockergelb, Kopf 
und Halskragen rothgelb, Rüden und Hinterleib blaß- 
grau, die Spitze des letzteren hellgelb, die Füße oders 
gelb, die zwey erſten Paare oben aſchgrau angeflogen. 

Die Vorderfluͤgel ſind ſehr ſchmal, ſtrohgelb, oder 
gelbgrau, am Vorder- und Außenrande kaum etwas 
dunkler, unten bleyfarbig und gelbgerandet. Die Hin⸗ 
terfluͤgel ſind auf beyden Seiten blaß ockergelb, in der 
RN und am Vorderrande hellgrau angeflogen. 


5 Die Abbildung ft entweder nicht zum beſten gerathen, 
oder ich kenne dieſen Schmetterling nicht. Die Be⸗ 
ſchreibung: — „gelbgrau, alle Gliedmaßen farbig, nur 
die Unterfluͤgel blaß — laͤßt ſich recht gut auf Lit h. 
gilveola anwenden, paßt aber weiger zu der Huͤb⸗ 
nerſchen Figur, an der die Vorderfluͤgel hell maͤuſe⸗ 
grau, die hinteren weißgrau ſind. 


9 


Die Raupe iſt, nach den Berichten, welche ich dar⸗ 
uber erhielt, blaugrau und roth punktirt und der Schmet⸗ 
terling erſcheint mit den verwandten Arten gleichzeitig in 
der Gegend von Wien. 


1 


Ich trage Bedenken, Hufnagels Phal. soror- 
cula, Berl. Magaz. 3. B. 4. St. S. 398. n. 72. hier 
anzuführen, denn nach der Beſchreibung, welche Rot⸗ 
temburg im Naturforſcher, IX. St. ©, 132. n. 72. 
davon giebt, ſind alle vier Fluͤgel auf beyden Seiten 
ſtrohgelb, ohne alle Zeichnung. Borkhauſens B. So- 
rorcula, Eur. Schm. III. Th. S. 249. n. 82. kann 
nicht dazu gezogen werden, koͤmmt aber, bis auf den ab⸗ 
weichenden Fluͤgelbau, mehr mit dem oben befchriebenen. 
Schmetterling uͤberein, denn die Vorderfluͤgel fuͤhren unten 
einen 5 Schatten. Schrank hat in der Faun. 
boic, 2. B. I. Abth. S. 312. n. 1506. 2. Abtlı. S. 165. 
n. 4. Burnoaets und Borkhauſens Sororcula 
unter gleichem Namen vereiniget und Vieweg führt Huf⸗ 
nagels Sororcula bey der folgenden Art an; da aber 
keine Abbildung vorhanden iſt, ſo kann daruͤber nicht ent⸗ 
ſchieden werden. 


8. ZITHOSIA LUTEOLA. 


Lith. alis ochraceis, posticis ad marginem anteriorem 
late nigrescentibus. 


Hübner, Bomb. Tab. 23. f. 92. (mas.) Text, ©. 
125. n. 2. Steinflechtenſpinner, B. Luteola. 

Wien. Verz. S. 68. Fam. C. n. 3. — 43255 
Eule, N. Luteola. 

IIliger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 175. n. 3. — — 

Linné, S. N. I. 2. 886. 355. Tin. lutarella. 

— — Faun. Suec. ed. 2. 353. 1560. — 


== 


139 . 


— 4 — 


Fabr. E. 8.2 un. 2. 292. 23. Kim Kelle: 


pariet. x), 


— e ene An 461. 11. Li th. Wa (Die Ci⸗ 
tate entſcheiden, daß Lit h. lut ea hieher gehoͤrt.) 
Cherck Icon. Tab. IV. f. g. Pin. Lutarella. 


Esper, Schm. IV. Th. Tab. XIII. Noci. 14. f. 8. 9. 


S. 100. N. Lutos a. 
Pa p. d' Europe, T. VI. Pl. et. f. 4000 a. 
b. c. pag. 36. Le jaunet. K 


Müller, Faun. Fridr. 55, 486. Tin. lutarella 1 


— — Zool. Dan. 134. 1559. —— 

Ae Eur. Schm. III. Th. S. 248. n. 125 — B. 
Luteol a. | 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 350. n. 194. — 

Vieweg, Tab. Verz. 2. H. S. 9. n. 4. N. u- 
teola Variet. Nachtr. S. 95. n. 4. (Hier wer⸗ 
den Espers N. lutosa, Hufnagels Soror- 
cula, Fabr. Tin. lutarella und N. lute o- 
la des Wien. Verz. citirt.) 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 315. n. 
1508. N. luteola. 2. Abth. n. 5. Sei 
luteola. \ | 

Lang, Verz. 2. A. 8. 165. n. 1159. 1160. N. 
Luteola. 

Schwarz, Raupenkal. S. 1355 Tin. Lutarella. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 20 4. n. 1216. Nov. ed. 
Ulig. P- 329. n. 1216. —— 


*) Man vergleiche, was in Illig. N. Ausg. des W. V. 


I. B. S. 124. in dem Zuſ. zu N. ain über die Tin. 

aer ele der E. S. und Lit h. lIutea der Suppl. 

und in unſerer Anmerkung zu N. unita des Wien. 
Verz. geſagt iſt. 


‘ 
Ed 


140 


Die Fuͤhler ſind ſchwarzgrau, an der. Wurzel ocker⸗ 
gelb, der Kopf, Ruͤcken und die Endſpitze des aſchgrauen 
Hinterleibes dunkelgelb, die ar oben: ſchwarzgrau, un⸗ 
ten gelb. 

Die Flügel ſind dunkelockergelb⸗ die doideren, auf 
der Unterfeite ſchwaͤrzlich und goldgelb gerandet, die hin⸗ 
teren haben auf beyden Seiten am Vorderrande einen 
ſchwaͤrzlichen Schatten, der ſich bald mehr, Wee weniger 
in die Flaͤche verbreitet. 

Die Raupe lebt im Juny auf Stein ⸗ un Wän⸗ 
deflechten (Lichen saxatilis et parietinus) und 
mehreren anderen Lichenen, ſie iſt ſchwaͤrzlichblau mit 
ſchwarzen Punkten und einer gelben und weißen Seitens 
linie, das Gewebe iſt braͤunlich und die Puppe rothbraun. 
Der Schmetterling erſcheint im July und iſt in den mei⸗ 
ſten Gegenden Deutſchlands keine Seltenheit. 


9. LITHOSIA AUREOLA. 
Lith. alis anticis fulvis subtus disco ni posticis 
utrinque flavis. | 


Hübner, Bomb. Tab. 24. f. 98. (mas.) Text, 
S. 126. n. g. Foͤhrenflechtenſpinner, B. Aureola. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, F. c. 
fig. 1. a. (Raupe). ö 
— — Beitr. I. B. 1. Th. Taf. IV. fig. V. S. 2g. 
II. B. Nachtr. S. 110. V. Noct. unita. | 
IIliger, N. Ausg. des Wien. 9 I. B. S. 174. 
A. IN." TOLLER, 
Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 198. u. 24. Le man- 
teau jaune. 


141 9 

Es per, „Schm. IV. Th. Tab. XCIII. Noct. 14. 
2.0: S 100. N. unita. 

Pa p. d' Europe, T. VI. Pl. CC XVIII f. 299. 


a. b. c. pag. 35. Le manteau jaune. 


Fueßl. N. Magaz. II. B. S. 212. N. Unita. 


Vieweg, Tab. Verz. 2. H. S. g. n. 4. N. Iu- 


teola. 


Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 246. n. 80. B. uni ta. 


— — Rhein. Magaz. I. B. S. 350. n. 5 W 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 312. n. 
1505. N. unita. 2. Abth. S. 165. n. 2. Se- 
tina unita. | 
Lang, Verz. 2.A.8,165.n.1161.1163.N. unita. 
Brahm, Inf. Kal. S. 399.n. 279. B. unita, 
Schwarz, Raupenkal. S. 508. 449. N. unita. 


- 


Die F̃uͤhler find dunkelaſchgrau, an der Wurzel gelb 
angeflogen, der Kopf, Ruͤcken und die Endſpitze des hell⸗ 
grauen Hinterleibes rothgelb, die Fuͤße ſchwaͤrzlichgrau, 
das letzte Paar derſelben gelblich beſtaͤubt. 

Die Vorderfluͤgel find breiter, als bey den verwand⸗ 
ten Arten, am Außenrande gerundet, auf der Oberſeite 
einfarbig rothgelb, — bey geflogenen Exemplaren blaͤſ⸗ 
fer, — unten in der Mitte ſchwarzbraun ſchattirt, die 
Hinterfluͤgel auf beyden Seiten hellgelb, mit kaum dunk⸗ 
leren Franzen. 

Die Raupe lebt im May und Juny von den Flech⸗ 
ten der Tannen, (Pinus Abies) und Foͤhren (Pinus 
sylvestris). Sie iſt ſchwarz, mit zwey citrongelben, 
rothpunktirten unterbrochenen Streifen uͤber den Ruͤcken, 


auf welchem hinter dem Kopfe, in der Mitte und gegen 


den After weiße Fleckchen ſtehen. Gewebe und Puppe 
ſind wie bey den vorhergehenden Arten; der Schmetter⸗ 
ling erſcheint im Juny und July, manchmal auch fruͤ⸗ 


1242 


her, — allenthalben in Deutschland. In der Schif⸗ 
fermillerſchen Sammlung führt er den Namen N. 
s uppar. | 89 


10. ZITHOSIA RUBRICOLLIS. 


Lith. atra, collari sanguineo, abdomine flavo. 


Hübner, Bomb. Tab. 23. f. 94. (mas.) Text, ©. 
125. n. 5. Aftermoosſpinner, B. Rubricollis. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, F. c. 
fig. b. (Raupe.) c. (Gewebe.) d. (Puppe. 

Wien. Verz. S. 68. Fam. C. n. 11. Aftermoos⸗ Eule, 
N. Rubricollis. 

IIliger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 180. n. 11. 

Linné, S. N. I. 2. 840. 113. —— ; 

— — Faun. Suec. ed. 2. 307. 1154. 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 148. n. 79. La 
veuve. 

Fabr. E. S. III. 1. 486. 245. Wen rub ri, 
‚collis. 

Clerck,:Icon. Tab. II. f. 3. Ph. Rub ien 

. Icon. Tab. LIX. f. 8. 9. Nomencl. 
Panz. p. 77. B. rubricollis. 

Es per Schm. IV. Th. Tab. XCII. Noct. 180 f. 1. 
S. go. N. rubricollis. | 

Pap. d’ Europe, T. VL Pl. ‚COXXILN f. 3127 
a. b. c. pag. 52. La veuve. 

Panzer, Faun. germ. 9. 18. B. vu Kid aeg 

Müller, Faun. Fridr. 42. 379. N. rubricollis. 

— — Zool. Dan. 120. 1588. —— BR 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 37. n. 704. — 

— N. Magaz. II. B. S. 60. n. 1135. 


u 


r 


143 


Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. Er n. ‚RR: B. ru- 

—ıbricollis. 

Borkh. Europ. Schm. III. . S. S. BR n. sh —— 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 348. n. 189. — 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 3. B. 2. St. S. 
208. n. 8. Ph. —— 

Schrank, Taun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 315. n. 
1513. N. . Abik; 8 he n. 15. Se- 
tina —— 

Lang, Verz. 2. A. S. 165. n. 1165. 1 N. 

Schwarz, Raupenkal. S. 276. N. —— 


Durchaus ſchwarz, der Halskragen iſt dunkel roth⸗ 
gelb, zuweilen blutroth, der Hinterleib unten und 
an der Endſpitze goldgelb. f 

Die Raupe iſt grünlichgrau , mit ſchwarzen Längs⸗ 
ſtreifen, roth und weiß punktirt, der Kopf dunkelbraun, 
mit zwey weißen, in einem Dreieck zuſammenlaufenden 
Linien. Sie lebt auf Aftermoos, (Jungermannia com- 
planata) Waͤndeflechten (Lichen parietinus), oliven- 
farbigen Baumflechten. (Lichen olivaceus) und der 
Lungenflechte (Lichen pulmonarius) — nach einigen 
Schriftſtellern im Juny, und der Schmetterling erſcheint in 
vierzehn Tagen oder drey Wochen. In der Leipziger Ge⸗ 
gend fand ich fie ſtets nur im Auguſt und September, die 
Puppe uͤberwinterte. Das Gewebe iſt braungrau, die 
Puppe rothbraun; das Vaterland Deutſchland, Frank⸗ 
er und ee | 


aa LITHOSIA MUSCERDA. 


Lich. alis 'cinereis, anticis BR medio strigaque pun- 
etorum abbreviata nigris. 


1 


144 


Hübner, Bomb. Tab. 24. f. 103. (foem.) Text, 
S. 127. n. 14. aegentotgiger Spinner, B. Mus- 
cerda. 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. CXCVI. Noct. 47. f. 4. 
5. N. Pudorina. 2. B. 2. Abſchn. S. 67. N. 
Cinerina. 

Fabr. E. S. III. 2. 292. 21. Tin. perlella. 
Supplem. 462. 14. Lith. perla. | 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 3. B. 4. St. 
S. 400. n. 73. Phal. Muscerda. 

Naturf. IX. St. S. 133. n. 73. —— ) 

Vieweg, Tab. Verz. 2. H. S. 10. n. 6. N. —— 
Nachtr. S. 95. n. 6. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 205. n. 1221. Nov. Kin 
IIlig. p. 330. n. 1221. Tin. perlella. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 250. n. 83. B. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 349. n. 195. 


Die Fuͤhler, der Kopf, Ruͤcken und Hinterleib ſind 
hell maͤuſegrau, die Endſpitze des letzteren braͤunlich, die 
Fuͤße aſchgrau, die Fluͤgel hell maͤuſegrau, die vorderen 
mit ſchwarzen Punkten, wovon einer, zuweilen auch zwey 
in der Mitte gegen den Innenrand und vier kleinere hin⸗ 
ter demſelben in einer ſchiefen Querreihe am Vorderran⸗ 
de ſtehen. Die Unterſeite iſt aſchgrau. Die Hinterfluͤ⸗ 
gel ſind zuweilen vor dem Außenrande etwas dunkler 
ſchattirt und fuͤhren unten ein verloſchenes gelbliches Mit⸗ 
telmondchen. 

Ich fand dieſen Schmetterling in der Gegend von 
Leipzig jaͤhrlich im Auguſt in einem ſumpfigen Erlenge⸗ 
buͤſche, er iſt uͤbrigens in mehreren Gegenden Deutſch— 
lands zu Hauſe und von ſeiner Naturgeſchichte nichts 
bekannt. 


. —5rV— —8—e 
1 


145 


\ 


Die Vorderfluͤgel ſind breit und liegen in der Ruhe 
. dachfoͤrmig; Fuͤhler, Fuͤße und Verwandlungsgeſchichte 
ſind wie bey der vorhergehenden Familie. 


CALLIMORPHA Latreille, 


12. ZITHOSIA ROSEA. 


Lich. alis roseis, auticis strigis tribus fuseis, secunda 
undata, terlia punctata. 


Hübner, Bomb. Tab. 2 6. f. 111. (asg Bo S. 140 5 
n. 2. Blaßrother Spinner, B. Rubicunda. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, G. a. fig. 1. 
a. (Raupe.) b. (Puppe.) c. (Gewebe.) 
Wien. Verz. S. 68. Pens, C. n. 10. Fleiſchfarbene, 
brothgerandete Eule, N. Rubicunda. 
Illi ger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 180. n. 10. — 
Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 12 1. n. 25. La rosette. 
Forster, nov. Sp. Ins. Cent. I. p. 75. Phal. mi- 
niata geometrica etc. | 
Fabr. E. S. III. 1. 485. 244. B. ros ea. 
Naturf. XII. St. Tab. I. f. 18. S. 60. b 
Esper, Schm. III. Th. Tab. LXXVII. f. 1 — 3. 
S. 386. B. rosea. 
Nuke d' Europe, T. VI. Pl. COXX. f. 310. a —f. 
pag. 50. La rosette. 
een; Nat. Hist. Vol. II. Pl. XL, 
Panzer, Faun. germ. 10. 20. B. ros ea. f 
v. Müller, Faun. silesiaca. III. Abth. 1. H. 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 64. n. 69. — 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 237. n. 75. 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 344. n. 187. —— 
= Deitter Band. 5 K 


1 le 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S. 166. u. 1 4. 
Setina rubicunda. 
Lang, Verz. 2. A. S. 163. n. 1149. 1150. N. ru- 
bicunda. 


Schwarz, Raupenkal. S. 241. B. rosea. 


Die Fuͤhler ſind gelb und ſchwaͤrzlich gefranzt, der 
Kopf und Ruͤcken roͤthlichgelb, der Hinterleib hellgrau ge— 
miſcht, mit einem braungrauen Afterbuͤſchel, unten ſchwarz, 
die Fuͤße gelb und an den Gelenken ſchwaͤrzlich gefleckt. 

Die Vorderfluͤgel haben eine roͤthlichgelbe Grund- 
farbe, welche gegen den Vorder- und Außenrand in ein 
friſches Mennigroth uͤbergeht; erſterer iſt an der Wurzel, 
wo in der Mitte ein ſchwaͤrzlicher Punkt ſteht, ſchwarz an⸗ 
geflogen. Drey ſchwarze bindenfoͤrmige Zuͤge ziehen durch 
die Fläche; der erſte gegen die Wurzel iſt wellenformig und 
meiſtens undeutlich; der zweyte beſteht aus einer dichten, 
auswaͤrts ſtark gezackten Bogenlinie, hinter welcher ein⸗ 
wärts ein ſchwarzer Punkt ſteht, der dritte vor dem Auſſen⸗ 
rande aus ſchwarzen laͤnglichen Punkten. Die Unterſeite 
iſt blaß roſenroth, mit einem aſchgrauen verloſchenen Flek— 
ke und gleichfarbigen Punkten wie oben vor dem Saume. 

Die Hinterfluͤgel ſind auf beyden Seiten blaßroͤthlich, 
in der Mitte heller, und die Franzen aller Fluͤgel gelb. 

Die Raupe lebt im May und Juny auf verſchiedenen 
Baumflechten, meiſtens an Eichen, Buchen und Birken: 
ſie iſt mattbraun und mit langen, an der Wurzel ſchwar⸗ 
zen, gegen die Spitze grauen Haaren buͤſchelweiſe beſetzt. 
Der Kopf iſt rothbraun und der vordere Theil deſſelben 
nebſt dem Maule oraniengelb. 

Das Geſpinſt iſt braͤunlich und dicht mit Haaren 
durchwebt, die Puppe eyfoͤrmig, ſchwarzbraun und der 
Schmetterling entwickelt ſich nach drey oder vier Wochen, 
— in den meiſten Gegenden von Deutſchland. 


147 


13. LITHO SIA ROSCIDA. 


Lich. alis fulvis, anticis nigro-punctatis, posticis macu- 
latis. e 


Hübner, Bomb. Tab. 25. f. 106. (mas.) 107. (focm.) 
Text, S. 129. n. 5. Strauchflechtenſpinner, B. Roscida. 
Wien. Verz. S. 68. Fam. C. n. 7. Gelbe ſchwarzpunk⸗ 
tirte Eule, N. Roscida, | | 
Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 178. n. 7.— 
— — Magaz. II. B. S. 80. n. 7. 
Fabr. E. S. III. 2. 291. 19. Tinea roscidella; 
— — Supplem. 462. 13. Li th. ros cida. 
Esper, Schm. IV. Th. Tab. XCIV. Noct. 15. fig. 6.7. 
S. 106. N. roscida. 
Pap. d' Europe, T. VI. Pl. CCXX. f. 307. a— d. 
pag. 46. La roscide. ! 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 257. n. 87. B. Roscida. 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 349. n. 192. 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 3 1 4. n. 1510. 
N. ros cid a. 2. Abth. S. 166. n. 10. Setina ro- 
scida. 9 


Nur halb ſo groß, als die folgende Art. Die Fuͤhler 
ſind ſchwarz, bey dem Manne iſt der Schaft gegen die 
Spitze gelb angeflogen, der Kopf, Ruͤcken und Hinterleib 
ſchwarz, Halskragen, Fluͤgeldecken und Hinterleibsſpitze 
rothgelb, die zwey erſten Paare der Fuͤße oben ſchwarzblau, 
unten gelb, die Schienbeine und Fußblaͤtter des letzten 
Paares gelb. a | 

Die Grundfarbe aller Flügel iſt rothgelb, bey geflo- 
genen Exemplaren heller, auf den vorderen ſtehen drey Quer⸗ 
reihen ſchwarzer Punkte, wovon die aͤuſſere ſtark gebogen 
iſt; — auf den hinteren ſchwarze Flecken, bald groͤßer, 
bald kleiner, vor dem Auſſenrande. Die Unterſeite gleicht 

K 2 . 


— 


148 


der oberen, nur findet fich öfters in der Mitte der Vorder. 
fluͤgel ein ſchwacher ſchwaͤrzlicher Schatten. 

Die Hinterfluͤgel des Weibes find bläffer und zuwei— 
len ganz ungefleckt. 

Die Raupe iſt unbekannt. Den Schmetterling fand 
ih im May häufig auf Waldwieſen in der Gegend von 
Wien; ſpaͤter koͤmmt er in einigen Seen des ſudlichen 
Deutſchlands vor. 


14. LITHOSIA IRR OR EA. 


Lith. alis luteis: antieis punctis nigris trilariis; wer ace 
antice posticeque fulvo. 


| z 


Hübner, Bomb. Tab. 25.f. 105. ERS S. 128. 
n. 4. Baumflechtenſpinner, B. Irrorea. 

Wien. Verz. S. 68. Fam. C. n. 6. Baumflechten⸗Eule, 

We . 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 17. n. 6. —— 

Linné, S. N. I. 2. 885. 354. Tin. irrorella. 

— — Faun. suec. ed. 2. 353. 1561. —— 

De Geer, Ueberſ. v. Goͤze. II. B. 1. Th. S. 248. 
Tabs. f. 1%. 

Clerck, Icon. Tab. IV. f. 5. Tin. irrorella, 

Fabr. E. S. III. 2. 291. 18. Tin. irrorella. 

— — Supplem. 461. 12. Luth. irrorata. 

Schaeffer, Icon. Tab. CCLIX. f. 1. 2. Nomenel. 
Panz. S. 208. Li th. irrorata, 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. XCIV. Noct. 15. f. 3. 4. 
(5. Var.) S. 103. N. Ir rorea. 

Pap. d' Europe, J. VI. Pl. CCXX. f. 306. 4 — e. 
La rosée. 

Müller, Zool. Dau. 138. 1606. Tin. Irrere IId. 

Fueßl. Schweiz. Ins. S. 42. u. 819. —— 


Wire; Tab. Verz. 2. H. S. g. n. 3. N. irrorea. 
Nachtr. S. 93. n. 3. 


8 Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 253. n. 85. B. irro- 


rea. S. 258. u. 88. B. signat a. (Mit Beziehung 
auf Espers fig. 5. Noct. 15.) 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 348. n. 191. B. irrorea. 
Schrauk, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S. 166. n. 11. 
3 ir rorea. 
Lang, Verz. 2. A. S. 164. n. 1153. N. — 
Schwarz, Raupenkal. S. 1 46. 532. Ti n. irrorella. 


m. 


Noch einmal fo groß, als Lith. n Die 


Fuͤhler, Fuͤße, der Kopf, Ruͤcken und Hinterleib ſind 


ſchwarz, die Spitze des letzteren, der Halskragen und die 
Schulterdecken rothgelb und der Ruͤcken führt am Ende ei⸗ 
nen gleichfarbigen Fleck. 

Die Fluͤgel ſind faſt durchſichtig, die vorderen hell 
oraniengelb, mit drey Querreihen ſchwarzer Punkte von 
verſchiedener Anzahl, unten aſchgrau und gelb gerandet, 
mit von oben durchſcheinenden Punktreihen. Die Hinter⸗ 
fluͤgel ſind auf beyden Seiten heller und entweder ganz un⸗ 
gefleckt, oder haben im Auſſenwinkel einen oder zwey 
ſchwarze Punkte. 

Das Weib iſt kleiner und dunkler gefaͤrbt. 

Es pers Abaͤnderung fig. 5., welche Bork h. I. c. 


als beſondere Art unter dem Namen signata auffuͤhrt, 


kommt als einzelne Seltenheit in einigen Gegenden Deutſch⸗ 
lands vor; ich erhielt ein genau uͤbereinſtimmendes weibli⸗ 


ches Exemplar aus Berlin. Bey gleicher Geſtalt und Farbe 


find die Punkte der erſten und zweyten Querreihe durch die 
ſchwarzgefaͤrbten Sehnen vereiniget, wodurch ein tömiſches 


5 V. zwiſchen zwey roͤmiſchen J. gebildet wird. 


Die Raupe lebt im May an mehreren Flechtenarten, 


beſonders der Waͤndeflechte (Lichen parietinus); ſie iſt 


150 


ſchwarz mit gelben ſchief viereckigen Ruͤcken⸗ und laͤnglichen 
Seitenflecken. Die Puppe iſt rothbraun. 


Der Schmetterling erſcheint im Juny allenthalben 
in Deutſchland. * 


15. LITHOSIA AURITA. 
Lith. alis concoloribus fulvis, antieis serie triplici macu- 
larum nigrarum; posticis unica marginali. 


Esper, Schm. IV. Th. Tab. XCIV. Noct. 15. f. 1. 

S. 102. N. aurita, 

Hübner, Bomb. Tab. 25. f. 108. (foem.) Text, 
S. 128. n. 3. Schwarztropfiger Spinner, B. Com- 
pluta. ö 

Pap. d' Europe, T. VI. Pl. CC XIX. f. 305. a. b. 
c. pag. 43. Le manteau tacheté. 

Sulzer, abgek. Gesch. der Ins. II. Th. Tab. XXIII. 
f. 10. S. 162. Tin. ir rorella. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 255. n. 86. B. aurita. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S. 166. n. 9 


Betina aurit a. 


Größe und Geftalt der Li th. irrorea. Fühler, 
Kopf und Hinterleib ſind ſchwarz, die Endſpitze des letzte— 
ren, der Halskragen und die Schulterdecken dunkel roth⸗ 
gelb, die Fuͤße oben ſchwarz, unten gelb. 

Die Flügel find dichter beſchuppt, als bey der vor⸗ 
hergehenden Art, dunkel pomeranzenfarbig, mit drey 
Querreihen ſchwarzer, etwas laͤnglicher Flecken, in der— 
ſelben Lage und Zahl, wie bey Lit h. irrorea. Auf 
der Unterſeite ſcheinen die beyden erſten Fleckenreihen ver⸗ 
loſchen durch, die aͤuſſere iſt in gleicher Staͤrke, wie oben, 


151 


vorhanden. Die Hinterfluͤgel fuͤhren auf beyden Seiten 
am Auſſenrande bald mehrere, bald wenigere ſchwarze 
Flecke. 

Das Vaterland iſt die Schweiz, Italien und das 
ſuͤdliche Frankreich. N 


16. ZITH 081A RAM O SA. 


Lim. alis luteis: anticis lineis ramosis agent mar- 
e atris. 


Fabr. E. S. III. I. 463. 179. B. ramosa. 

Hübner, Bomb. Tab. 25. f. 109. (mas.) 1 10. (foem.) 
Text, S. 129. n. 6. Schwarzſehniger Spinner, B. Im- 
buta. 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. XCIV. Noct. 15. f. 2. 
S. 103. N. aurita Variet. 

Pa p. d' Europe, T. VI. Pl. CCXIX. f. 305. d. 
Pag. 43. Le enn tacheté. Variet. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 255. n. 86. B. au- 
rita. S. 256. Var. (Nach Esper.) 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S. 166. n. 9, 
tree aurita. e Esper.) 


Es per, Borkh. Schrank, Sulzer und die 
Herausgeber der Pap. d' Europe betrachten dieſen 
Schmetterling als Abaͤnderung der Lith. aurita, mit 
welcher er in denſelben Gegenden vorkoͤmmt; aber der Ab⸗ 
ſtand ſcheint mir zu groß, um ihn, ſo wie Borkh. B. 
signata mit irrorea, gleichfalls mit aurita zu ver⸗ 
einigen. 

a Er iſt etwas kleiker, als die vorhergehende Art, die 
Fuͤhler ſind ſchwarz, der Schaft derſelben gegen die Spitze 
ockergelb, Kopf, Halskragen, Ruͤcken und Hinterleib 


152 


* 


ſchwarz, die Spitze des letzteren und die Schulterdecken 
rothgelb, die Schenkel der Fuͤße oben ſchwarz, unten, ſo 
wie die Schienbeine und Fußblaͤtter, gelb. 

Die Fluͤgel ſind faſt durchſichtig, bey dem Manne 
dunkel rothgelb, bey dem Weibe oͤfters ockergelb; von der 
Wurzel laufen drey ſchwarze Striche bis gegen den Auſſen⸗ 
rand: der erſte am Vorderrande endigt ſich in einem feinen 
Dreyzack, der zweyte gleichfalls, aber von der Mitte deſ— 


ſelben zieht eine gleichfarbige, am Ende zugeſpitzte Linie 


gegen den Innenrand, vor welchem ein aͤhnlicher gerader 
Strich ſteht. Eine Reihe ſchwarzer Flecke zeigt ſich am 


Auſſenrande der Vorder- und Hinterfluͤgel, auf den letz⸗ 


teren oft nicht ganz durchziehend. 

Auf der Unterſeite ſcheinen die Zeichnungen von oben 
| verloſchen durch und nur die Flecke am Auſſenrande neh⸗ 
men id) deutlich aus. 


17. LITHOSIA EBORINA. 


Lith. alis anticis albidis margine flavo punctisque duobus 
fuscis: posticis supra nigrescentibus, sublus flavis. 


Hübner, Bomb. Tab. 24. f. 104. (foem.) Text, 


S. 127. n. 15. Beinweißer Spinner, B. Eborina. 


— — Beitr. I. B. 3. Th. Taf. III. fig. O. (mas.) 


S8. 23. N.eborina. Nachtr, S. 117. Q. 

Wien. Verz. S. 68. Fam. C. n. 5. i gelbgeran⸗ 
dete Eule, N. Eborina. } 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 177. n. fe — 

n, S. N. I. 2. 886. 356. Tin. mesomella. 
— Faun. suec. ed, 2. 354. 1562. —— 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 154. n. 89. La pha- 
lene jaune à quatre Points. 

Fabr. E. S. III. 2. 295. 25. Tin. r dem 


Erb Barben 462. 15. Lith. eborina. 
Clerck, Icon. Tab. IV. f. 14. Tin. mesomella. 


Esper, S Schm. IV. Th. Tab. XCIII. Noct. 14. f. 4. 


5. S. 98. N. eborea. 
Pap. d' Europe, T. VI. Pl. C XX. f. 304. a. b. 
C. p. 42. L'éborine. 
Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 42. n. 820. Ph. mes o- 


mella. 


— — N. Magaz. II. B. 2. St. S. 212. N. Ebo- 


rina. 

Vieweg, Tab. Verz. 2. H. S. g. n. 5. — Nachtr. 
S. 93. n. 5. 

Rossi, Faun. Etr. Mant. T. II. p. 44. n. 775 Tin. 
mesomella. 

f Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 251. n. 84. B. Eb o- 
rina. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 348. n. 190. —— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 315. n. 
1509. N. — 2. Abth. S. 166. n. 8. Setina 


eborina. 


1 


Die Fuͤhler, der Kopf, Halskragen und die Spitze des 


grauen Hinterleibes ſind ockergelb, die Füße oben ſchwarz⸗ 
grau, unten gelb. 

Die Vorderfluͤgel find weißlich, am Vorder- und 
Auſſenrande gelb, mit zwey ſchwarzen Punkten, wovon 


einer am Vorderrande, der andere nahe am Innenrande 


ſteht; auf der Unterſeite ſchwaͤrzlich und gelb gerandet. 
Die Hinterfluͤgel ſind oben ſchwarzgrau, mit gelblichen 
Franzen, von welchen ein gleichfarbiger Splitterſtrich in 
die Flache. zieht, und zuweilen mit einem blaſſen verlo— 


ſchenen Mittelmondchen, — unten wefßlich und gegen den 


Rand hell ockergelb. | 
Eine Abänderung, welche in beyb ln Geſchlechtern 


* 


154 


vorkoͤmmt, iſt auf den Vorderfluͤgeln ockergelb, am Vor- 
der⸗ und Auſſenrande kaum dunkler und die Hinterfluͤgel 
ſind auf der Unterſeite einfarbig ockergelb. 

Die Raupe gleicht der von Lith. complana, 
mit der fie auch die Nahrungspflanzen gemein hat; we⸗ 
nigſtens erzog ich ſie vor mehreren Jahren unter einer 
Anzahl derſelben, ohne ſie zu unterſcheiden, bis mir der 
Schmetterling auskroch. Er erſcheint im Juny und July 
allenthalben in chend. 


18. LITHOSIA JACOBAEAE. 


Lith. alis anticis fusco- einereis, lineis maculisque 
duabus rubris; posticis rubris nigro - marginatis. 


Hübner, Bomb. Tab. 26. f. 112. (mas.) Text, 
S. 129. n. 7. Jakobsblumſpinner, B. Jacobaeae. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, G. a. 
fig. 2. a. (Raupe.) b. (Gewebe.) c. (Puppe.) 
Wien. Verz. S. 68. Fam. C. n. 12. Jakobsblum⸗ 
Eule, N. Jacobaeae, 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. 8. 10 n. 12. —— 
Linné, S. N. I. 2. 839. 111. N. Jacobaeac. 
— — Faun. Suec. ed. 2. 307. 1199. —— 
Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 146. n. 75. La 

phaléne carmin du Senecon. 

Fabr. E. S. III. 1. 464, 181. B. Jacobaeae, 

Scopoli, Ent. Carn, 207. 511. Ph. Jacobaeae, 
Köfel, Inf. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XLIX. 

258. 1 
Schaeffer, Element. Tab. XCVIII. £ III. 

— — Icon. Tab. XLVII. f. 2. 3. Nomencl. Panz. 

p. 67. E. Jacobaeae. 


155 er 


Sep p; Needed. Ins. II. Th. Twocde Gezin der 

‚ eerste Bende. Tab. XI. f. 1—9. | 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. LV. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. II. Pl. XLV. 

Esper Schm. IV. Th. Tab. XCI. Noct. 12. f. 6. 
7. 8. S. 87. N. Jacobaeae. 

Panzer, Faun. germ. 95. 22. — — 

Pap. d' Europe, T. VI. Pl. CC XXII. f. 312. 
4 — f. pag. 54. Le carmin. 

Müller, Faun. Fridr. 43. 550. N. Jacobaea. 

— — Zool. Dan. 120. 1584. —— 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 37. n. 705. —— 

— — A. Magaz. II. B. 1. St. S. 20. N. Magaz. 
II. B. S. 60. n. 111. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. 175. 1095. B. Ja co- 
baeae. Nov. ed. Illig. p. 279. n. 1099. —— 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 63. n. 67.— — 


Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 262. n. 91. — — 10 


— — Rhein. Magaz. I. B. S. 344. n. 186. 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 3. B. 2. St. 
S. 206. n. 6. Ph. — | 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 315. n. 

1514. N. — 2. Abth. 8. 167. no, 16. Set i- 
na Jacobacae. | Ad 
Lang, Verz. 2. A. S. 165. n. 1146. 1147. N, —— 
Schwarz, Raupenkal. S. 596. 574. —— 


Die Fühler, der Kopf, Nüden, Hinterleib und 
die Fuͤße ſind ſchwarz, die Vorderfluͤgel auf beyden Sei⸗ 
ten ſchwaͤrzlichgrau, ins Blaͤuliche ſpielend, mit einem 
karminrothen Laͤngsbande am Außen- und Innenrande 
und zwey gleichfarbigen Flecken vor dem Saume; die 
Hinterflügel oben und unten karminroth, mit einem 


\ ' 7 BEN 


156 


ſchmalen en Rande und, Pr wie bey den PR OR 


gleichgefaͤrbten Franzen. 


Eine Abaͤnderung, welche ſtatt 555 gelb gefaͤrbt 
iſt, ſah ich in der Gerning'ſchen Sammlung, ſie iſt in 
den Pap. d' Europe, I. c. fig. d. abgebildet. 

Die Raupe lebt im July und Auguſt auf der Ja⸗ 
kobsblume (Senecio Jacobaea), und frißt nur aus 


Hunger auch andere Arten des Senecio. Sie ift duͤnn 


— 


behaart, ſchwarz und oraniengelb geringer mit Mann, 
zem Kopfe und Nachſchiebern. 

Das Gewebe iſt braun und duͤnn, die Puppe ki 
braun, faſt eyrund und an den Gelenken des Hinterlei⸗ 
bes, wie die meiſten Puppen dieſer Gattung, unbeweg⸗ 
lich. Der Schmetterling fliegt im Juny und A faſt allent⸗ 
halben in Europa zu Hauſe. 


„ Lid i r u ea 


Geben unterſucht, iſt dieſe Art weder bey Lithos ja, 
noch einer der folgenden Gattungen gut unterzubringen. 
Latreille hat fie unter dem Namen Callimorpha 
Senecionis mit Hera, Dominula, rosea, An- 
cilla, ir rore a etc. vereiniget; Hera und Domi- 
nula ſind ohne allen Zweifel davon ausgeſchloſſen; mit 
Russula koͤmmt Jacobaeae, der Geſtalt nach, eher 
überein, allein die ganz verſchiedene Raupe und Puppe 
trennen fie wieder und fo möge benn, da ohnehin ein volls 
ſtaͤndiges Syſtem der tan Schmetterlinge unmoͤg⸗ 
lich iſt, dieſe Art zur Zeit bey Lithosia ſtehen bleiben. 


C. 


Die Fuͤhler find borſtenfoͤrmig, kaum ſichtbar ge— 
franzt, der Hinterleib ſchwarz punktirt, die Vorder— 
fluͤgel breit, mit halbdurchſichtigen Flecken; die Hinte 
ren ſehr klein. 


— 


197 


Die Raupe iſt ſpindelfoͤrmig, behaart: die Ver⸗ 
F asseſchicht wie bey 55 a vorhergehenden 


Familien. 


ui La tweille.. 


19. LITHOSIA ANCILLA. 
Lith. alis concoloribus ſuscis: anticis punctis subhy ba- 
linis; posticis foeminae fascia. lutea. 


Hübner, Bomb. Tab. 26, f. 114. (mas.) Tab. 


57. f. 245. (foem.) Text, S. 129. n. 8. Wand⸗ 
flechtenſpinner, B. Ancilla. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, G. fig. 
2. a. ( Raupe.) 

Wien. Verz. S. 69. Fam. C. n. v4. Waͤndeflechten⸗ 

Eule, N. Aneill as 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 183. n. 14.—— 

— — Magaz. II. B. S. 80. n. 14. —— | 

Linné, S. N. I. 2. 855. 93. N. Ancilla, alis 
fuseis: superioribus puncto maculisque quatuor 
albis; inferioribus luteis margine arcuque fusco. 
(foem.) b 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 168. n. 114. La 
phalöne à quadrille. (foem.) 

Fabr. E. S. III. 1. 487. 249. B. obscura, ab 
incumbentibus concoloribus fuscis: anticis pun- 
‚ctis tribus hyalinis, een favo: linea ni- 

gra. (mas.) 

Schaeffer, Icon. CCLXXVIII. Ag: 1 0 No- 
menel. Panz. p. 217. B. obscura; Fabr. 
Esper, Schm. IV. Th. Tab. LXXXV. Noct. 6. f. 1. 
Rn 2 m. S. 51. N.’Anccilla. 


158 


rap d' Europe, T. VI. PLCCXXUL f. 314. a— 

pag. 58. La servante. 

Naturf. III. St. Tab. I. f. 9. S. 8. g. 

Rossi, Taun. Etr. Mant. T. II. p. 20. n. 380. B. 
obscura. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. 64. n. 70. —— 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 215. n. 66. B. An- 
cilla. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 306. He- 
pialus Horta. 2. Abth. S. 167. n. 17. Seti- 
na Ancilla. 

Lang, Verz. 2. A. S. 164. n. 1154. 1155. N. An- 
eil la. 


Schwarz, Raupenkal. S. 268. —— 


Die Fuͤhler find ſchwaͤrzlichbraun, Kopf, Hals 
kragen und Hinterleib ockergelb, der letztere oben mit 
einer Reihe ſchwarzer Punkte, unten ſchwaͤrzlich, die 
Füße braungelb. 

Die Fluͤgel ſind bey dem Manne olivengrau, die 
vorderen haben gegen den Außenrand zwey weiße laͤng— 
lichrunde, etwas durchſichtige Fleckchen und einen gleich— 
farbigen Punkt am Vorderrande; die Unterſeite gleicht 
der oberen. 

Das Weib fuͤhrt bey einer etwas dunkleren Grund⸗ 
farbe auf den Vorderfluͤgeln vier weiße Flecke, wo— 
von der zweyte gegen den Vorderrand kleiner iſt, und 
einen fuͤnften in der Mitte vor dem Innenrande. 
Die Hinterfluͤgel haben eine gelbe, durch die braunen 
Adern abgetheilte breite Binde und find unten oder 
gelb, mit einem braunen Mittelflecken und gleichfarbi⸗ 
gen Rande. 

Die Raupe lebt im May und Juny an der Waͤn⸗ 
deflechte (Lichen parietinus), der olivenfarbigen Baum⸗ 


* N 


159 


U 


flechte (Lichen olivaceus) und dem Aftermoos (Jun- 
germannia complanata). Sie iſt ſchwarz, mit einem 
breiten gelben Ruͤckenſtreife und zwey gleichfarbigen 
Seitenlinien und wird in einem leichten Gewebe zu 
einer rothbraunen Puppe, welche nach drey oder vier 
Wochen den Schmetterling liefert. Das Vaterland iſt 
Deutſchland, Frankreich und Italien. 


20. LIT HO SIA PUNCTATA 


Lith. alis anticis fuscis NEN uinque subhyalinis; 
qui y 7 
poslicis flavis margine arcuque ſusco. 


Hübner, Bomb. Tab. 26. f. 115. (mas.) Tab. 
53. f. 226. (mas.) 227. (foem.) Text, S. 130. 
n. 9. Tropfiger Spinner, B. Serva. 


Fabr. E. S. III. 1. 487. 250. B. punctata. 


alis incumbentibus concoloribus: anticis fuseis 
albo puuclatis, posticis flavis apice fuseis. 

Göper, Schm. IV. Th. Tab. LXXXV. N. 6. f. 3. 
S. 51. N. Ancilla Variet. 


Pap. d' Europe, T. VI. Pl. CCXXIII. f. 315. a. 


b. pag. 16. La ménagère. 
Rossi, Faun. Etr. Mant. E e 381. B 


punctata. 


Bork h. Eur. Schm. III. ee S. 217. n. 67.— 


Eine von der vorhergehenden weſentlich verſchie— 
dene Art; ſie iſt kleiner, die Vorderfluͤgel ſind dunk⸗ 
ler, drey weiße halbdurchſichtige Flecke ſtehen gegen 
den Außenrand und zwey in der Mitte uͤbereinander. Die 
Hinterfluͤgel ſind an beyden Geſchlechtern gelb, mit einem 


— 


160 


dunkelbraunen Rande und einem gleichfarbigen hakenfoͤr⸗ 
migen Mittelflecke, der auch zuweilen fehlt. Uebrigens 


iſt alles, wie bey Lit hh. Ancilla. Das Vaterland 


iſt Italien und Vai Frankreich. 
. 3 


0 . 1 


D. 


Die Fuͤhler ſind borſtenfoͤrmig, bey dem Manne 
fein und kaum ſichtbar gefranzt, die Flügel breit, ge: 
rundet, faſt durchſichtig und dunkler gefleckt. 

Die Verwandlungsgeſchichte iſt wie bey den vorher⸗ 
gehenden Familien. | 


2. LITHOSIA MUNDAN4 


Lich. alis denudatis alhidis, strigis duabus undatis 


punctoque medio fuscis. 
Hübner, Bomb. Tab. 17. f. 65. (mas.) 64. (foem.) 


B. Nuda. fig. 65. (mas) B. Hemerobia. 
Tert, S. 118. n. 6. Staubmoosſpinner, B. Nu da. 


Wien. Verz. S. 51. Anmerk. Fam. C. munen 


che Spinner. 

Illiger, N. Ausg. dect I. B. S. 70. Zus. 

Linné, 8. N. I. 2. 812. 17. PR Attaeus 

mundana, seticornis spirilinguis, alis denuda- 
tis albidis: fasciis duabus Wanne ob- 
soletis. 

— — Faun. Suec. Re 2. 349. 1343, Ph. Tortrix 
mun dana. 

Fabr. E. S. III. 1. 403. 256. B. mund a, alis in- 
cumbentibus cinereo-hyalinis: puncto fasciagng 
fuscis. 


161 / 


De Geer, Ueber. v. Goeze. II. B. 1. Th. S. 353. 

2. Kr. Tort. mundana. 

iber; Icon. Tab. CLX. f. 6. 7 eigene 

Panz. p. 148. B. munda. i 

Esper, Schm. III. Th. Tab. VI. f. 1. 2. S. 45. 

Ph. Attac. Mundana. Tab. LXXXXIII. Cont. 
14. f. 1 — 7. Fortſ. I. Th. S. 91. (Die ganze Ver⸗ 
wandlungsgeſchichte.) 

Fueßl. Sande Inſ. S. 33. n. 634. Eu mun- 
dana. 5 

Borkh. Europ. Schm. III. Th. S. 269. n. 95. B. 
Mundana. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 329. n. 156. B. 
munda. 

Hufnagel, Tab. im Berl. Maga * St. S. 
296. n. 45. Ph. munda.? 

Naturf. IX. St. S. 118. n. 45. — 2 XXIII. St. 
S. 147: —— 7 ) XXVII. St. S. 57. Uiber die 
FPhal. mundaua und ihre Verwandlung. Tab. 
I. f. 1 — 5. XXIX. St. S. 233. 

Schrank, Taun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 25 1. n. 
142 4. B. mundanus 

Schwarz, Raupenkal. S. 242. Ph. Attac, Mun- 


dana. 2 


Die Fühler ſind bräunlich, der Kopf, Ruͤcken np 
Hinterleib weißgrau wollig, die Flügel faſt ohne Schup⸗ 
pen, weißlich, mit einem regenbogenfarbigen Schiller. 


*) Obgleich Bork. Eur. Schm. 15 c. dieſes Eitat zu 
rechtfertigen ſucht, fo dürfte es dennoch etwas zweifel 
haft bleiben, indem die Beſchreibung ſich auch auf 
Geom, limbata Linn. S. N. I. 2. 873. 273. an⸗ 
wenden laͤßt. ure 


Dritter Band. | i 2° 


162 


Auf den vorderen ſteht zwiſchen zwey braͤunlichen wellen⸗ 
foͤrmigen Querſtreifen ein brauner Punkt und vor dem 


Außenrande ein braͤunlicher verloſchener Schatten. Die 


Hinterfluͤgel ſind heller und ungefleckt; die Unterſeite 
gleicht der oberen. 

Bey geflogenen Exemplaren ft oft auf der nackten 
Membrane keine Zeichnung mehr zu ſehen; dieß bewog 
H. Hübner, ein ſolches unter dem Namen B. H e- 
merobia als eigene Art mae die er aber in 
feinem Texte J. c. wieder einzieht. 

Das Ey iſt rund und hellgelb, die Raupe öbtrmil 
tert und man findet ſie erwachſen im Juny auf Stein- und 
Waͤndeflechten (Byssus botryoides); ich traf fie. bey 
Dresden in Menge an einer alten Gartenmauer an. Sie 
iſt blaß gelblichgrau, mit langen ſchwaͤrzlichen Haaren, 
welche buͤſchelweiſe auf ſechs Reihen erhoͤhter Waͤrzchen ſte⸗ 
hen, der Kopf iſt glaͤnzend hellbraun; zwey Reihen gel⸗ 
ber Flecke, unter deren jedem ſich ein ſchwaͤrzliches ge— 


kruͤmmtes Strichchen zeigt, laufen vom vierten Gelenke an 


uͤber den Ruͤcken und ſind uͤber dem zweyten Paar der 
Bauchfuͤße durch einen ſchwaͤrzlichen Querfleck unter⸗ 
brochen. 

Das Geſpinſt beſteht nur aus einigen zarten Faͤden, 


; | in welche die Haare der Raupe leicht verwebt find. 


Die Puppe iſt vorn abgeſtumpft, am Hintertheile 
verlaͤngert, weißglaͤnzend und etwas gruͤnlich gemiſcht, 
mit zwey Reihen ſchwarzer gekruͤmmter Flecke uͤber den 
Ruͤcken; der Schmetterling erſcheint — in mehreren Ge⸗ 
genden Deutſchlands — nach vierzehn Tagen. 


232. ZITHOSIA MURINA. 


Lith. alis anticis einereis, Functo medio strigisque 
duabus punctorum fuscorum; posticis immaculatis. 


163 


rer! Beitr. II. B. 3. Th. II. Taf. 115 K. 8. 66. 
u. 125. B. muri na. 

— — Bomb. Tab. 17. f. 62. mas) Art @ S. 118. 
n. 4. Vollſchuppiger Spinner, B. vestita. | 

Esper, Schm. III. Th. Tab: LXXXVIII. Cont, 
9. S. 49. Fortſ. 1. Th. B. murina. 


Größer, als Lith. mundana, und dicht be⸗ 
ſchuppt. Die Fuͤhler und Fuͤße ſind braungrau, Kopf, 
Rüden und Hinterleib hellgrau, die Vorderfluͤgel hell 
maͤuſegrau. An der Wurzel ſteht ein abgebrochenes ſchwarz⸗ 
braunes Strichchen, hierauf eine Querreihe gleichfarbiger 
Punkte, in der Mitte ein ſchwarzer Punkt, dann ein 
ſchwarzbrauner Streif, der vom Vorderrande nur bis zur 
Mitte des Fluͤgels reicht und vor dem Außenrande eine 
Reihe ſchwaͤrzlicher Punkte, welche am Innenrande be- 
ginnt und ſich in einiger Entfernung von dem Vorderran— 
de endiget. Die Unterſeite iſt aſchgrau und wie oben, je⸗ 
doch nur verloſchen, gezeichnet. 

Die Hinterfluͤgel ſind auf beyden Seiten weißgrau. 

Als das Vaterland kenne . nur das a Frank⸗ 
reich. 


25. LITHOSIA SENEX. 


Lich. alis anticis lividis, macula media strigisque tri- 
bus penctorum fascorum; albidis, puncto 
medio fusco. 


Hübner, Bomb. Tab. 55. f. 23 6. (mas.) 237. (foem.) 
Text, S. 118. n. 5. Sumpfſeggenſpinner, B. Senex. 


ea 
* 


164 


So groß, wie Lith. mundana, aber die Fluͤ⸗ 
gel ſind breiter und dichter beſchuppt. Fuͤhler, Fuͤße, 
Kopf, Ruͤcken und Hinterleib ſind braͤunlichgrau, die Vor⸗ 
derfluͤgel gleichfalls. Der Vorderrand iſt ſchwarzbraun 


gefleckt, an der Wurzel ſteht ein ſchwaͤrzlicher Punkt, ein 


+ 


ähnlicher Fleck in der Mitte zwifchen zwey gebogenen Duer- 
reihen feiner gleichfarbiger Punkte und eine dritte am Saume. 

Die Hinterfluͤgel ſind weißlich, mit einem ſchwarz⸗ 
grauen Mittelpunkte, und bey dem Manne vor dem Au⸗ 
ßenrande dunkler ſchattirt. Auf der Unterſeite ſind alle 


Fluͤgel in der Mitte aſchgrau angeflogen, mit einem ſchwaͤrz⸗ 


lichen Mittelpunkte und verloſchenem Bogenſtreife. Das 
Weib iſt kleiner, hat ſchmaͤlere Vorderfluͤgel, einen wolli: 
gen After und iſt auf der Unterſeite heller gefaͤrbt. 

H. Dahl hat dieſen Schmetterling in der Gegend 
von Braunſchweig entdeckt; die Raupe lebt, im Juny, ſehr 


verborgen an Sumpfgraͤſern, iſt ſtark behaart, dunkel 


aſchgrau; das Geſpinſt braͤunlich und mit den Haaren der 
Raupe durchwebt, die Puppe ſtumpf, blaßgelblich. Der 
Schmetterling entwickelt ſich nach drey oder vier Wochen. 


Anmerkung. 


Huübners B. Cereola, Tab. 24. f. 99. (mas) 
Zert, S. 126. n. Io. wachsfarbiger Spinner, kenne ich 
nur nach der Abbildung und kann, zur Zeit, nichts daruͤ⸗ 
ber ſagen, als daß ich in der Sammlung des Abbate 
Mazzola verblichene Exemplare der Lith. helveola 
unter dem Namen Cereola fand. 

B. Phryganea, Hübn. Tab, 17. f. 66. (foem. 2) 


Text, ©. 118. n. 7. Köcherhaftaͤhnlicher Spinner, und B. 


Sembris, Tab. 51. fig. 222. (mas.) Text, S. 119. n. 
8. Platthaftaͤhnlicher Spinner, habe ich in der Natur vor 
mir und in keiner Familie dieſer Gattung unterbringen koͤn⸗ 
nen; beyde werden ihren Platz weit beſſer unter den Scha⸗ 
ben finden. 8. 


3 
2 
Be 
P% 


165 


X. 
PSYCHE 


— 


\ ' 

Der Mann hat ſtark gekaͤmmte Fühler, einen 
kurzen Sauger, lang behaarten Koͤrper und nur duͤnn 
beſchuppte Fluͤgel. Das Weib iſt fluͤgellos, ſein Kopf, 
Ruͤcken und die Fuͤße ſehr klein, der Hinterleib groß 
und faſt nackend. 

Die Raupen ſtecken in einer cylindriſchen Schei⸗ 
de, oder einem Sacke, (daher man ſie auch Sack— 
träger nennt,) die fie aus abgenagten Grasſtengeln, 
Blaͤttern und Baumrinden verfertigen und ihre ganze 
Lebenszeit hindurch mit ſich fortſchleppen. Nur die 
Bruſtfuͤße, deren fie ſich zum kriechen bedienen, ſind 
vollkommen. 

Die Verwandlung geſchieht in dem Sacke 5 
Raupe, den ſie an Baumſtaͤmmen und andern erhoͤh— 
ten Gegenſtaͤnden befeſtiget und worin ſich die maͤnnli⸗ 
che Raupe, ehe ſie zu einer regelmaͤßig geſtalteten Pup⸗ 
pe wird, umkehrt, damit der Schmetterling durch die 
hintere Oefnung auskriechen kann. 

Die weibliche Puppe iſt lang geſtreckt, ohne fichte 
bare Einſchnitte, Flügel» und Fuͤhlerſcheiden. 

PsycHEe Schrank, Latreille. 


Anmerkung. 


Die Naturgeſchichte der Sacktraͤger hat die vorzuͤglich— 
ſten Entomologen durch mehrere Jahre beſchaͤftiget, und 
dennoch bleibt hier noch fo manches Raͤthſel zu loͤſen, wenn 
gleich die wichtigſten und ſonderbarſten Erfahrungen nach 
und nach darüber bekannt geworden find. Eine der merk: 


* 


* 


| 166 


wuͤrdigſten iſt die, daß die Weiber zuweilen ohne vorherge— 
gangene Begattung befruchtete Eyer legen; es iſt dieſes eine 
unlaͤugbare, bis jetzt unergruͤndliche Thatſache, welche durch 
mehrere, mit aller Vorſicht angeſtellte Verſuche beftätigt 
wird: die vollſtaͤndigſten darüber lieferte Rossi in einem 
Briefe an den H. Abbate Mazzola über Psyche 
Apiformis. 

Ich wage es, dieſe Gattung, welche mit unrecht bey 
den Schaben ſtehen wuͤrde, hier einzuſchalten, weil ſie in 
Anſehung der Geſtalt des maͤnnlichen Schmetterlings den 
ſchicklichſten Uebergang zu der folgenden macht ). Da 
aber die Beſtimmung der Arten großen Schwierigkeiten un⸗ 
terworfen iſt, indem die aͤußerſt zarte Fluͤgelbekleidung leicht 
verloren geht und auch die beſten Abbildungen die gehoͤrige 
Auskunft nicht geben, ſo werde ich nur diejenigen aufneh⸗ 
men, welche ich in der Natur vergleichen kann. 


* 


) Poda, in dem Mus. graec. führt fie als Tenthre- 


do, Scopoli in der Ent. Can, als Phry ga- 
ne a auf. | 


167 


ee e CHE UA. 


e 


Ps. alis rotundatis atris immaculatis, undique margine 
piloso cinctis; autennis parum pectinatis. 


Hübner, Tineae, Tab. 1. £ 7. (mas.) Lat, ©. 


ı4. n. 6. Gefiederte Schabe, Tin. Plumella. 

— — Sammlung auserleſener Voͤgel und Schmetterl. 
Tab. 47. Bomb. Plumella. 

Wien. Verz. S. 153. Fam. A. n. 6. Schwaͤrzliche 

Schabe, Tin. Plumella “. 

f N. Ausg. dess. 2. B. S. 80. n. 6. ——. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XIIV. f. 8. S. 5 
B. Pulla. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 287. n. 106. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 68. n. 77. B. mu- 

e scella. (Bleibt zweifelhaft; B. mus cella Fabr. 
des W. V. und Espers B. pulla find citirt.) 

Lang, Verz. 2. A. S. 2 15. n. 145 1. 1452. Tin, Mu- 
scella. | 

Brahm, Inſ. Kal. S. 501. n. 362. B. Salla, (Nach 
den Citaten mit Ps. muscella vereiniget.) 


Es ſind hier zwey weſentlich verſchiedene Arten zu 
unterſcheiden, die wahrſcheinlich von den meiſten Schrift⸗ 


ſtellern verwechſelt wurden. 


Die Fuͤhler find zweyreihig, aber nur ſchwach ge 
kaͤmmt und nebſt dem kurzbehaarten Koͤrper ſchwarz. Die 
Fluͤgel find gerundet, ſehr duͤnn, fein beſchuppt, tief 


*) In der Schiffermiller'ſchen Sammlung iſt dieſe Art mit 
der folgenden unter dem Namen: Tin. plumella 
bereiniget; ich habe daher dieſer den Esper' chen 
Namen, jener den des Wien. Verz. gelaſſen. 


168. 


ſchwarz und allenthalben, auch . Vorderrande, gleich⸗ 
farbig gefranzt. 
Der Schmetterling findet 1 ch in ganz Deutſchland 
auf Waldwieſen; von ſeiner Naturgeſchichte iſt nichts 
bekannt. Ks | 


— 


2. PSYCHR PL U EL L A. 


Ps. alis rotundatis fuscis, nigro- venosis. 


Wien. Verz. S. 135 ek A. n. 6. Scoble 
Schabe, Tin. Plumella. 


* 


Größe und Geſtalt der vorhergehenden Art, aber 
die Fluͤgel ſind dicker, die Adern derſelben ſtaͤrker und 
deutlicher; ſie ſind ſchwaͤcher beſchuppt, ſchwarzbraun, 
zuweilen nur braungrau und die Franzen ſind dunk⸗ 
ler als der Grund: übrigens iſt alles, wie bey Ps. 
pulla. 

Das Weib, welches ich freylich nur en vor 
mir habe, iſt madenfoͤrmig, braun, mit einem gelbli— 
chen Kopfe, weißgrauem, wolligen After und hervor⸗ 
ſtehendem Legeſtachel. 

Der Sack, in welchem die Raupe lebt, iſt 
wie eine laͤngliche Roͤhre geſtaltet, von Farbe grau 
und von außen mit aͤußerſt feinen Erdkoͤrnchen be⸗ 
kleidet. 

Als das Vaterland kenne . nur die Gegend 
von Wien. 


7 


— — — nz 


169 


3. PSYCHE NITIDELLA. 


Ps. alis fusco - nitidis, margine albo - -cinereo, 


Hübner, Tineae, Tab, TR 6. (mas.) Tert, S. 
15. n. 9. Glaͤnzende Schabe, Pin. Nitidella. 
De Geer, Ueberſ. v. Goͤze. I. B. 3. Q. © 78. 
Tab. 29. f. 19 — 22. Tab. 30. f. 22. 23. Vorre⸗ 
de zum I. B. S. XII. II. B. 1. Th. S. 220. u. 6. 

Tab. 3. f. 13. 14. N 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 205 n. 50. Tinen 
involucro palearum ordine unico tècto. La teigne 

aA fourreau de paille simple. 

Fueßl. Archiv der Inf. Geſch. II. H. Beytrag zur Nat. 
Geſch. der Motten, die ſich in Saͤcke von Holz- oder 
Blaͤtterſpaͤnen kleiden. Von Schrank. f. 17. S. 5. 

Friſch, Beſchr. der Inſ. VI. Th. S. 16. Tab. VII. 

Naturf. XIX. St. S. 75. Tab. 065 f. 10 —14. 
St. S. 75. IV. - 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 283. n. 104. B. 
Nana “). 

Schrank, Faun. boic, 2. B. 2. Abth. S. go. n. 1782. 
Psyche Carpi ni. 


a Schwarz, Raupenkal. S. 105. 243.676. 757. B. 


Nana. 


*) Borkhauſen, der ſich auf den Naturforſcher und 


Friſch bezieht, giebt die Vorderfluͤgel am Außen: 

winkel ſehr ſpitzig an; zwar trift dieſes bey den ange: 
führten Abbildungen zu, aber nicht bey den Exempla⸗ 
ren, welche ich in der Natur vor mir habe: auch wird 
bey der Beſchreibung ſowohl im Naturf. als bey 
Friſch nichts davon erwaͤhnt, wodurch es ſehr wahr— 
ſcheinlich wird, daß die Zeichnung nicht genau gefer⸗ 
tiget war. 


170 
a TI 


Die Fühler find graubraun, lang, und zweyreihig 
kurz gefiedert, die Vorderfluͤgel etwas mehr in die Laͤnge 
geſtreckt, als bey den vorhergehenden Arten, an der Spitze 
abgerundet, dicht beſchuppt, glaͤnzend braungrau, mit 
dunkleren Adern und einem Punkte, der uͤber die Mitte 
hinaus gegen den Außenrand ſteht. Die Hinterfluͤgel ſind 
gerundet, etwas heller gefaͤrbt, der Saum aller Fluͤgel 
dunkelbraun und die Franzen weißgrau. 

Das Weib iſt madenfoͤrmig, gelblich, mit einem 
kaſtanienbraunen Kopfe und gleichfarbigen bindenartigen 
Flecken uͤber den Rüden, einem gelblichgrauen, wolligen 
After und hervorſtehenden Legeſtachel. 

Die Raupe naͤhrt ſich von verſchiedenen Grasarten, 
Be De Ge er von der Goldweide und nach Schrank 
von Schlehen, Hay ynbuchen und Ruͤſtern. Sie iſt roͤth⸗ 
lich, oder gelblich, mit einem glänzend kaſtanienbraunen 
Kopfe und gleichfarbigen Linien oder Flecken auf den drey 
erſten Gelenken. Der Sack, in welchem ſie lebt, beſteht 
aus einem ſeidenartigen Gewebe, an welches von außen 
eine einfache Reihe zarter Grasſtengel befeſtiget iſt, die an 
ihrem hinteren Ende von demſelben abſtehen. Die maͤnn⸗ 
liche Puppe iſt ſchlank und hellbraun, die weibliche braͤun⸗ 
lich gelb. Der Schmetterling erſcheint nach drey oder vier 
Wochen, — in mehreren Gegenden Deutſchlands. 


4. PSYCHE PECTINELLA. 


Ps alis omnibus cinereo-hyaliuis margine brunneo, 


Hübner, Tineae, Tab. I. f. 5. (mas.) Text, ©. 15. 

n. 7. Dunkelgerandete Schabe, Tin. Pectinella. 
— — Sammlung auserleſener Bögel u. N Tab. 
B. Pectinel ba. 


171 


Wien. Verz. S. 153. Fam. A. n. 5. 8 


durchſichtige Schabe, T. Pectinella. 

er, N. Ausg. dess. 2. B. S. 79. n. ER 

— — Magaz. IV. B. S:17.n.5. — 

Fabr. E. S. III. 1. 48 2. 235. B. peg tine; 75 
incumbentibns cinereo- hyalinis: anticis strigis 
* obse urioribus, 


Die Geftalt der Ps. plumella, aber etwas 


groͤßer. Die Fühler find hellbraun und fein gefiedert, 
der Leib ſchwaͤrzlich behaart. Die Fluͤgel ſind gerundet, 


durchſichtig hellgrau, auf den Adern, kaum ſichtbar, braͤun⸗ 
lich beftaubt *). Der Saum iſt hellbraun und die Fran—⸗ 


zen ſind gelbgrau. 


Von der Naturgeſchichte dieſes Schmetterlings, der 


in dem ſuͤdlichen Deutſchland nur ſelten ſich zeigt, iſt noch 


nichts bekannt. 


5. PSYCHE BOMBYCELLA 


Ps. alis rotundatis ljvidis fusco-irroratis. | 535 


Hübner, Tineae, Tab. 1. f. 4. (mas.) Text, S. 
14. n. 4. Gewaͤſſerte Schabe, Tin. Bombycella. 

Wien. Verz. S. 133. Fam. A. n. 4. Gelbliche, ie 
gewaͤſſerte Schabe, Tin. Bombycella. 


IIliger, N. een dess. 2. B. S. 79. n. 4. — 


”) Vermuthlich iſt der Ausdruck des Fabr. „anticis strigis 


obsoletis obsenrioribus “ darauf zu deuten, denn i 
beſchreibe den Schmetterling, ſo wie er, aus der as 
fermiller'ſchen N 


Fabr. E. S. III. 1. 482. 234. B. bombella. 

Borkh. Eur. Schm. ill. Th. S. 288. n. 108. B. Bo m- 
by della. 

Lang, Verz. 2. A. S. 215. n. 1450. Tin. Bom- 
e re | 


— 


Größer, als die vorhergehenden Arten, die Fuͤhler 
find ſchwach gekaͤmmt, dunkelbraun mit gelbem Schaft, 
der Leib iſt ſtark behaart, gelbgrau; die Flügel find ges 
rundet, ſchwach beſchuppt, gelbgrau und braun gewaͤſſert, 
die hinteren weniger und heller gefaͤrbt, die Franzen aller 
Fluͤgel gelbgrau und vor ihnen zieht eine dunklere Linie her. 

Das Vaterland iſt Maͤhren und Oeſterreich. 


6. PSYCHE CALYELLA. 


Ps. alis concoloribus cinereo-hyalinis. 


Hübner, Tineae, Tab. 1. f. 3. (mas.) Text, ©. 
14. n. 3. Halbdurchſichtige Schabe, Tin. Hir- 
sutella. 

Größer, als Ps. Bombycella, die Fuͤhler 

find ſchwarzbraun und ſchwach gefiedert, der Rüden ſchwarz⸗ 

grau, der Hinterleib hellgrau behaart, die Fluͤgel ſind 
ſehr zart, fein beſchuppt, bey friſchen Exemplaren ſchwaͤrz⸗ 
lichgrau, bey geflogenen hellgrau, dutchſichtig mit etwas 


dunkleren Adern. 


Der Sack, in welchem die Raupe lebt, iſt mit un— 
ordentlich uͤber- und durcheinander gelegten Faſern von 
Baumrinden und Grasſtengeln bekleidet. 

Der Schmetterling findet ſich in der Wiener Gegend. 


RT 


70 y 


J. PSYCHE NUDELLA. 


Ps. alis omnibus albo- -cinereis subhyalinis albo- eiae 


So groß, wie Ps. pectinella. Die Fühler 
find fein gekaͤmmt und fo wie der Körper ſchwarz, die 
Fluͤgel zart und faſt ſchuppenlos, weißgrau, die vorde— 
ren am Vorderrande etwas dunkler beſtaͤubt, die Fran⸗ 
zen weiß. N 
Der Sack, in dem die Raupe lebt, iſt eine cylinder⸗ f 
foͤrmige, ſehr feſte Roͤhre, welche gegen das Ende enger 


wird und von außen mit braungrauen feinen Erdkoͤrnchen 


oder vielmehr Staͤubchen, uͤberzogen iſt. Sie gleicht dem 
im Naturforſcher VII. St. Tab. III. f. 4. abgebilde⸗ 
ten und S. 184. n. IV. beſchriebenen Gehaͤuſe. Mehr 
iſt mir von der Naturgeſchichte dieſes Schmetterlings, der 
in der Wiener Gegend vorkommt, nicht bekannt. 


— 


8. PSYCHE HIRSUT EL L. A. 


Ps. alis nigrescentibus, abdomine hirto fusco. 


Wien. Verz. Nachtr. zu der Fam. A. S. 318. n. 7. 


Schwingelſchabe, Tin. Hirs ute Ila . | 
Illiger, N. Ausg. dess. 2. B. S. 77. n. 2— 3. 


* 


Beynahe ſo groß, als Ps. calvella, die Fuͤh⸗ 


ler ſind ſchwarzbraun und ihre ſehr langen Kirke durch 


feine Seitenfaſern verbunden; Be Rüden und Hin⸗ 


*) Nach der Vergleichung mit den Gmb in der Schif⸗ 
fermiller'ſchen Sammlung. 


174 


terleib ſind lang behaart und gleichfalls ſchwarzbraun, die 
Flügel zwar fein, aber dicht beſchuppt, dunkelſchwarz⸗ 
grau und die vorderen am Außenwinkel weniger abgerun⸗ 
det, als bey der folgenden Art. 

Die Raupe lebt auf dem Schwingelgraſe, (Pestuca 
ovina et elatior) und dem Alpenhuflattich (Tussilago 
alpina). 101 
Der Schmetterling iſt in der Gegend von Wien ſehr 
ſelten. 


9. PSYCHE MUSCELLA. 
Ps, lalis oblongiusculis obscure hyalinis, COTROM atro 
hirto, antennis valide pectinatis. 


Hübner, Tineae, Tab. 2,8 8 (mas.) Text, ©. 
15.n. 8. Fliegenfluͤgliche Schabe, Tin, Muscella. 
Tin. Tab 31. Rasa) Ic S. 14 n. 
5. Gefiederte Schabe, Tin. Er un, 
Wien. Verz. ©. 135. Fam. A. n. 3. Fliegenflügli- 

che Schabe, Tin. muscella S. 290. Anmerk.?) 
Illiger, N. Ausg. dess. 2. B. S. 78. n. 3. 
Fabr. E. S. III. 1. 48 2. 255. B. mus cella. 
Esper, Schm. III. 9 Tab. XLIV. f. 7. S. 280. 

D..atra, 
Borkh. Eur. Schm. I. Th. S. 2850 n. 105. 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 331. n. 160. —— 
Vieweg, Tab. Verz. 1. II. 8. 68, n. u B. gra- 


minella. 


*) Sehr wahrſcheinlich ift dieſer Schmetterling eins mit Ps. 

muse la, denn H. Hübner fügt in ſeinem Texte, 
er ſey der größte unter den folgenden, naͤmlich Lin. plu- 
mella, peclinella, muscella und nitidella. 


175 


Brahm, Inſ. Kal. S. 501. n. 362. B. lle 
( Mit Ps. muscella vereiniget.) | 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. En 

1781. DE Agrostidis? “) en 


In den Hauptkennzeichen ſtimmen dieſe und die fol- 
gende Art genau überein und find daher hoͤchſt wahrſchein— 
lich von den meiſten der angezogenen Schriftſteller verwech— 
ſelt worden, denn nur die Groͤße iſt verſchieden, aber in 
der Richtung der Fluͤgeladern zeigt ſich ein weſentlicher 
Unterſchied. 3 | 

Die Fühler find ſchwarzbraun und ihre ſehr langen 
Kaͤmme find wie bey Ps. hirsutella durch feine Sei⸗ 
tenfaſern verbunden. Der Kopf, Ruͤcken und Hinter: 
leib find ſchwarz und ſtark behaart, N der letztere. 
anſehnlich breit erſcheint. 

Die Flügel Find ſchmal und an der Spitze abgerun⸗ 
det, durchſichtig ſchwarz, faſt ſchuppenlos, mit einem 
feinen ſchwarzen Saume und gleichfarbigen Franzen. Die 
Adern laufen von dem Schluſſe der Hauptſehnen auf den 
. gleichfoͤrmig nach dem Außenrande. 

Wenn die Anmerkung im Wien. Ver z. S. 250. 
wie Hr. D. III i ger in der neuen Ausgabe deſſelben ge⸗ 
than, hieher zu ziehen iſt, woran ich jedoch zweifle, in, 
dem nur von einer mit Vieie l la naͤchſtverwandten Art 
die Rede iſt, ſo gleicht der Sack, in welchem die Raupe 
lebt, dem von Ps. Viciella, nur iſt er in der Mitte 
ſchwuͤlſtiger und gegen die beyden Enden mehr verengt. 
Die aͤußere Bekleidung beſteht gleichfalls aus querliegen— 
den Grasſtengeln, die aber etwas auswaͤrts gerichtet und 


) B. atra Borkh, iſt citirt. Der Schmetterling koͤnnte 
auch, wie Schrank an We PS. hi rs u- 
tel la ſeyn. 5 


5 176 


mit Faͤden von weißer Seide, wie mit einem feinen 
Schleier uͤberzogen ſind. Dieſe Beſchreibung laͤßt ſich 
eher auf Ps. apiformis anwenden, denn man hat 
aͤhnliche Saͤcke in der Gegend von Wien an Brombeeren 
gefunden, aber die Schmetterlinge daraus nicht erhalten. 

Das Vaterland iſt Frankreich, Italien und Deutſch⸗ 
land, beſonders die Gegend von Wien, wo der Schmet⸗ 
terling auf Waldwieſen im April aud May nicht ſelten 
vorkommt. . N 


10. PSYCHE PLUMIFERA. 


Ps, alis angustis hyalinis, corpore atro hirsuto, anten- 
ns plumosis. * . 


Kleiner, als die vorhergehende Art, (oft nur ſo 
groß, als Ps. plumella *), aber der erſteren voll⸗ 
kommen aͤhnlich. Die erſte Ader, welche von der Haupt⸗ 
ſehne nach der Spitze der Vorderfluͤgel läuft, theilt ſich in 
einiger Entfernung von dieſer gabelfoͤrmig; ich habe die⸗ 
ſes, keinesweges zufaͤllige, Merkmal ſtandhaft bey allen 
verglichenen Exemplaren gefunden, aber bey keiner einzi⸗ 
gen musce lla und glaubte mich daher berechtiget, dieſe ö 
Art, unter dem ſchon vor mehreren Jahren von H. Zieg⸗ 
ler in Wien ihr gegebenen Namen abzuſondern. 

5 Der Schmetterling erſcheint mit muscel la gleich⸗ 
zeitig auf den Gebirgen der Wiener Gegend, in Portus 
gal, und wahrſcheinlich auch in Frankreich. 


9 Ein ſolches Egle aus Portugal, erhielt ich von 
dem H. Grafen von Hofmannsegg unter dem Na⸗ 
men B. atra Linn. 


ne 


177 
11. PSYCHE APIFORMIS. 


Ps. alis nigro -fuliginosis, abdomine villoso ſulvo. 


Rossi, 8 410 Etr. T. II. Tab. VIII. f. II. p- 178. 
n. 1105. Nov. ed. IIllig. p. 284. n. 4105. B. Ap i- 
FTormis. 
— — M.antiss. T. II. p. 20. n. 379. — 
Fabr. E. S. III. 1. 435. 87.—— 
Coquebert, Illustr. Iconograph. Dec. I. Tab. 
VII. f.4. —— 
Esper, Schm. III. Th. Tab. LXXX VID. Cont. 9. 
4 5. 6. Fortſ. S. 51. (Nach einer Copie aus Rossi 
Faun. Etr.) Tab. LXXXXI. Cont. 12. f. 7.8. 
Fortſ. S. 71. B. Apifor mis. 
Hübner, Tineae, Tab. 44. f. 305. Tin. Fu- 


i cella. 
So groß, wie Ps. muscella, aber der Leib 
iſt ſtaͤrker; die Fuͤhler ſind ſchwarzbraun und ſo wie der 
Schaft gelb beſtaͤubt, der Kopf iſt ſchwarzbehaart, der 
Ruͤcken und Hinterleib mit langen rothgelben Haaren 
dicht beſetzt. Bey einer ſehr ſeltnen Abänderung, welche 
Rossi in feiner Mantiss. I. e. anführt und die auch H. 
Bar. v. Block in Dresden von ihm erhielt, iſt der Hin⸗ 
terleib ganz ſchwarz. 

Die Fluͤgel find an der Spitze gerundet, die vor⸗ 
deren am Vorderrande etwas geſchweift, fein ſchwarz be⸗ 
ſchuppt, ſo, daß ſie meiſtens ganz durchſichtig erfcheinen, 
‚Die Franzen find ſchwarz. 

| Die Raupe lebt in Italien an Brombeeren (Ru- 
bus fruticosus). Der Sack, welchen Rossi dem H. 
Abbate Mazzola mittheilte, iſt mit querliegenden 
abgenagten Blattrippen und Grasſtengeln bekleidet, und 

M 


Dritter Band. 2 
/ - 


178 


über dieſe iſt ein weißwolliges ziemlich dichtes Gewebe ge⸗ 
zogen. Beym Eroͤffnen deſſelben fand ſich eine rothgelb 
und ſchwarzbraun geringte leere Huͤlſe. 

Die Verſuche, welche Rossi mit moͤglichſter Vor: 
ſicht, unter Glasglocken, ſogar in abgeſonderten Zimmern 
anſtellte, ergaben die Gewißheit, daß die Weiber dieſer 
Art ohne vorhergegangene Begattung befruchtete Eyer 
legen. 

Der Schmetterling erſcheint in Italien gegen das 8 
Ende des Juny; Gr. v. Hofmannsegg fand ihn 
auch in Portugal. | 


Anmerku ng. 
Espers B. albida, III. Th. Tab. LXXVIII. 8 


S. 391. — pilis abdominis albis, thoracis nigricanti- 
bus, alıs fenestratis, ſcheint mir ein eben fo abentheuerli⸗ 
ches Geſchoͤpf zu ſeyn, als deſſen B. pupillat a. De 
Villers B. semiluctife ra, Ent. Linn. T. II. p. 159. 
n. 81.— alis albis, corpore nigro, welche ohne Zweifel da⸗ 
zu gehört, dürfte wohl die oben angezeigte Varietät der Ps. 
apılormis mit ſchwarzem Hinterleibe ſeyn und vielleicht 
auch B. hyalina Fabr. E. S. III. 1.472. 203. — alis 
deilexis hyalino-cinereis ano barbato atro. Aus Italien. 
Wenigſtens ſteht der Vereinigung mit Ps. muscella der 
Ausdruck in der Beſchreibung entgegen: „antennae parum 
pestinatae,‘“ welches bey Ps, apiformis wegen der 
dicht anſchließenden Kaͤmme eher der Fall iſt. 


N 


\ 
12. PSYCHE FICIELLA. 


Ps. alis rotundatis cinereis subhyalinis, corpore Kirsuto ö 
livido. 


Hübner, Wen Tab. 41. f. 280. e Tin. 
Sieiella. 


223 


Wie n. Verz. S. 133. Fam. A. n. 2. Wickenſchabe, 
Tin. Vieiella. Tab. I. a. fig. 7. Raupe.) Tab, 
I. b. fig. 7. (Schmett.) ©. 288. §. XVII. | 

Illiger, N. Ausg. dess. 2. B. ST N | 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. P. 203. n. 52. Tinea in- 
volucro ex paleis transversis composito. La tei- 
gne à fourreau de pailles transverses. 

Scopoli, Ent. Carn. 268. 700. PhryganeaPe- 

etınıcornıs, > 

De Geer, Uiberſ. v. Goeze. I. B. 33 S. 80. Tab. 

29. f. 25 — 25. 

Fabr. E. S. III. 1. 481. 251. B. Viciella. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XCIV. Cont. arg, 
Fortſ. ©. 100. B Alburnea. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. 67. n. 74. B. Vi. 
ciella. (Das Citat von Espers B. Vestita 
iſt unrichtig.) TR, 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 277. n. 101. B. VI. 
ci ae. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S. 88. n. 1780. 
Psyche Viciae. | 

Naturf. XX. St. S. 71. II. Pos 

Lang, Verz. 2. A. S. 214. n. 1447. Tin. VI. 
ciella. | | 5 

Schwarz, Raupenkal. S. 100. 243. 669. 756. B. 
Viciella. N 


ie Fühler find dunkelbraun, die Kaͤmme etwas 
heller und liegen dicht am Schafte an, der Kopf iſt 
ſchwarzbraun, der Ruͤcken und Hinterleib gelbgrau wollig, 
letzterer zuweilen dunkler. Die Fluͤgel ſind ganz gerun= 
det, die vorderen von gleicher Laͤnge mit den hinteren, 
fein beſchuppt, weißgrau, am Vorderrande ſchwarzbraun 
beſtaͤubt und eben ſo ſind auch die Franzen und Adern gefaͤrbt. 
5 M 2 


d 180 


Das Weib iſt eine puppenfoͤrmige Made. 

Die Raupe lebt auf der Waldwicke (Vicia sylva- 
lica) und den anverwandten Pflanzen; nach De Geer 
auch auf Weiden (Salix) und dem Faulbaume (Rham- 
nus frangula). Sie iſt dunkelolivenfarbig, ſchwarz ge⸗ 
ſtreift und gefleckt; der Sack, in welchem ſie lebt, iſt ek⸗ 
kig und mit feinen duͤrren querliegenden Grasſtengeln, 
oder Blattrippen bekleidet. Die Puppe iſt ſtumpf und 
dunkelrothbraunn. | | 
Der Schmetterling entwickelt ſich zu Ende des Juny 
und iſt in verſchiedenen Gegenden Deutſchlands ſelten. 


15. PSYCHE VILLOSELLA. 


Ps. alis corporeque hirsuto fuscescentibus. 


Hübner, Tineae, Tab. I. f. 2. (mas.) Zert, S. 
14. n. 2. Aſchgraue Schabe, Tin, Viciella? 


Dieſe Art iſt weſentlich von der vorhergehenden ver⸗ 
ſchieden und wahrſcheinlich oͤfters damit verwechſelt wor— 
den; eine befriedigende Abbildung davon kann ich nicht 
anfuͤhren, denn ſelbſt die Huͤbner'ſche bleibt zweifelhaft 
und die Beſchreibung iſt ſo unvollkommen, daß ſie zur 
Aufklaͤrung nichts beytragen kann. Soviel iſt gewiß, daß 
Huͤbners Viciella nicht die des Wien. Verz. 
iſt, ſondern deſſen Siciella; die von den Verfaſſern 
gelieferte Abbildung und die wohl erhaltenen Exemplare 
in der Schiffermiller'ſchen Sammlung geben den offenba— 
ren Beweis. f . 

Ps. villosella iſt größer als viciella, bie. 
Vorderfluͤgel find länger geſtreckt als die hinteren und am 


Ef 


181 


Außenwinkel ſpitzer, die Fuͤhler ſchwarzbraun, der Kopf, 


‚ Rüden und Hinterleib mit dunkelbraunen langen Haaren 


dicht beſetzt, letzterer unten weißgrau. 
Die Fluͤgel ſind fein beſchuppt, der Außenrand der⸗ 


ſelben gegen den Innenwinkel etwas eingebogen; die 
| Grundfarbe ift graubraun, der Vorderrand und die Fran— 
zen ſind ſchwaͤrzlichbraun und die Hinterflügel Führen ges 


gen den Innenrand einen ſchwarzbraunen Schatten. 

Der Sack, in dem die mir unbekannte Raupe lebt, 
wurde mir von H. Abbate Maz z ola mitgetheilt und, 
iſt mit unordentlich querliegenden Grasſtengeln bekleidet. 
Merkwuͤrdig iſt daran, daß die leere maͤnnliche Puppen⸗ 
huͤlſe in der Mitte deſſelben zur Hälfte herausſteht; ein 
Beweis, daß der Schmetterling auf dieſe Art ausgekro⸗ 
chen iſt. Er iſt in der Gegend von Wien einheimiſch. 


14. PSYCHE GRAMINELLA. 


Ps. alis ee atris, abdomine Split albido. 


Hübner, Tineae, Tab. 1. f. 1. (mas) Text, S. 
14. n. x Mohrenſchwarze Schabe, Tin. Grami- 

"ed, > a0 

Wien. Verz. ©. 133; Fam. A. U 10 er 

Tin. Graminella. Anm. S. 291. 

IIliger, N. Ausg. dess. 2. B. S. 75. n. 1. —— 


„e — — 


Fabr. E. S. III. 1. 481. 232. B. vestita, alis 
A nigris immaculatis, abdemine sub- 
tus villofo albo * 


) Tin. plumella ves Wien. Verz. iſt unrichtig an⸗ 
geführt, die Beſchreibung laßt aber keinen Zweifel 
uͤbrig, daß B. Vestita des Fabr. hieher gehört. 


132 \ 


Linné, No BAR». SCHI Bulk 823. 49. B. atra, elin- 
guis tota atra? *) e 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 203. n. 9¹² - 
nea involucro palearum longitudinalium ordine 
multiplici composito. La teigne à fourreau de 
„palle composé. © Non 

Poda, Mus. graec. p. 102. n. 2. Tenthredo 
Hirsuta | 

' Seopoli, Ent. Carn. 268. 699 Ahe ene 
dubi a. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XIIV. 1. Me ©. 
225. B. Vestita. 

Fueßl. Archiv der Inſ. Geſch. II. H. Beytr. zur Na⸗ 
turg der Motten u. ſ. w. S. g. f. 10 — 15. Tin. 
graminella. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. 67. 1. 75. B. Ve- 


stita. 


Hufnagel, Tab. im Berl Magaz. II. B. 4. St. 
St 418. n. 36. Ph. ui color. a 

Naturf. VIII. St. S. 755 n. 36. 

— — VII. St. Tab. III. f. 1. 2. S. 171. I. De 
ße Sackttäget! 7 a 


Deſſen B. Hieracii, E. S. III. 1. 430. 86. — alis 
subreversis atro-fuliginosis — iſt nicht unterzubrin⸗ 
gen, denn 1) B. atra Linn, und Tin. gra mi- 
nella des Wien. Verz. ſind eitirt; 2) gehoͤrt die 
hier beſchriebene Raupe zu B. luctifera und 3) 
heißt es in der Beſchreibung von B. apiformis: 
„Statura parva omnino B. Hieracii.“ 

ne} Die ſehr unbeſtimmten Kennzeichen machen dieſes Citat 
zweifelhaft, noch mehr aber der Ausdruck: „magnitu- 
do vix muscam carnariam superat“ Entſcheiden 
laͤßt ſich daruͤber nichts, da uͤberdieß Linne's Schmet⸗ 
terling in Schweden einheimiſch iſt und jede weitere 
Auskunft daruͤber fehlt. 

109 Bleibt zweifelhaft „da der ausgekrochene Schmetterling 


28 5 e Be \ „ N 
ss 
10 ap‘ \ 
* 4 0 
7 N 

N n 


4 
U 


183 


Naturf. X. St. S. 97. 


Pi 


— — XX. St. S. 57. Tab. II. f. 1 — 5. 
Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 27 4. n. 99. B. Ve- 
stita. S. 279. n. 102. B. Gramin ella ). 


— — Rhein. Magaz. I. B. S. 330. n. 157. B. Ve- 


stita. n. 158. B. Graminella. 


| Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 172. n. 1087. Nov. ed. 


IIlig. p. 276. n. 1087. B. atra. 

— — Faun. Etr. Mant. T. II. p. 19. n. 378. B. 
Vestita. (Nach Espers B. Vestita. Aber 
auch Geoffr. p. 203. n. 50. und De Geer, 
II. B. 1. Th. Tab. 3. f. 13. 14. (conf. Ps. nit i- 
della) und Tin, plumella er Wien. Verz. 
ſind angeführt, ) | 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S. 87. n. 
1779. Peg ehe en e S. 93. Psyche 
Pruni. 

Lang, Verz. 2. A. S. 214. n. 1445. 1446. Tin. 
graminella, | 

Schwarz, Raupenkal. S. 102. 243. 669. 756. B. 
Vestita. S. 105. 243. B. Hieraeii. 


ſich ſehr beſchaͤdigt hatte. Nach van Schevens Be⸗ 
richte im XX. St. des Naturf. S. 61. und 70, iſt 
die Raupe nicht richtig abgebildet. 

*) Die hier angegebenen Unterſcheidungsmerkmale beyder 
Schmetterlinge ſind nicht weſentlich und ſtandhaft ge— 
nug, um zwey verſchiedene Arten daraus zu machen. 

Auch gibt Bork h. bey feiner Vestita den Außen⸗ 

rand, bey ſeiner Gramin ella aber den Vorderrand, 
zum Unterfchiede, als weißlich an. Der letztere iſt nie⸗ 
mals ſo gefaͤrbt, der erſtere bey den vielen Exempla⸗ 
ren, die ich vergleiche, in allen Uebergaͤngen, mehr 
oder weniger ſchwarz und oft nur zum Theile, ſelten 
durchaus en 


184 

Die groͤßte unter allen Arten dieſer Gattung. Die 
Fuͤhler find zweyreihig ſtark gekaͤmmt, der Kopf und Ruͤk⸗ 
ken ſchwarz, mit weißgrauen Haaren gemiſcht, der Hin« 
terleib oben ſchwarz, unten mehr oder weniger weiß⸗ 
lich. Die Fluͤgel ſind breit, die vorderen an der Spiz⸗ 
ze wenig abgerundet, ſchwach beſchuppt, rußig ſchwarz⸗ 
braun, mit ſtarken Adern, der Saum iſt ſchwarz und 
die kurzen Franzen am Ende mehr oder weniger weiß oder 
weißlich. . 5 91 
Das Weib iſt madenfoͤrmig, gelblich, mit zwey 
rothgelben Seitenlinien und einem braunen Fleck auf 
jedem der drey erſten Ringe. 

Die Raupe lebt auf mehreren Grasarten, iſt erd⸗ 
braun, mit einem braunen harten Schilde auf dem 
letzten Gelenke; die drey erſten find glaͤnzend dunkel⸗ 
braun, mit gelben Linien, die ſich in jedem Einſchnitte 
vereinigen. Der Sack iſt cylinderfoͤrmig, lang und 
von außen mit abgenagten Grasſtengeln, Blattrippen 
und zarten Baumrinden ſchuppenartig bekleidet. 

Die maͤnnliche Puppe iſt kaſtanienbraun, am Hin⸗ 
terleibe ſchlank und die letzten Ringe ſind oben mit 
feinen Haͤkchen beſetzt; — die weibliche iſt gelbbraun 
ohne Fluͤgelſcheiden. 

Der Schmetterling entwickelt ſich im Anfange des 
July und iſt allenthalben in Europa keine Seltenheit. 


nem ert un 


Das iſt alles, was ich von dieſer Gattung, nach einer 
genauen Vergleichung in der Natur, zu ſagen im Stande 
bin. So muͤhſam und langwaͤhrend die Bearbeitung der: 
ſelben war, fo muß ich dennoch manche: Aufklärung erſt 
von der Zukunft erwarten. Eine große Anzahl auf einer 
Reiſe nach Steyermark geſammelter Säcke von der verſchie⸗ 
denſten Geſtalt und Größe iſt mir duͤrch einen ungluͤckli⸗ 
chen Zufall zu Grunde gegangen und der Fruͤhling und 
Sommer des Jahres 1809. war wegen mancherley Kriegs⸗ 


‘ 


dorfülle in der Wiener Gegend den entomologiſchen De. 
derungen nicht günflig. 
f Unter allen Schriftſtellern, die ich vergleichen . 
iſt mir Borkhauſens B. Fur va Eur. Schm. III. Th. 
S. 282. n. 103, wozu auch der im Naturforſcher. 
XVII. St. Tab. IV. f. 20 — 23 abgebildete und S. 200 
beſchriebene Schmetterling und Schranks Psych. Quer- 
cus, Faun. boic.2, B. 2. Abth. S. 93. gehört, wegen des 
zugeſpitzten Außenwinkels der Vorderfluͤgel am meiſten unbe⸗ 
kannt. Ohne dieſen Umſtand waͤre ich ſehr geneigt, ihn 
bey Ps. calvella anzufuͤhren. Pallas nov. acta nat. 
curios. kann ich nicht zu Rathe ziehen, aber vor mehreren 
Jahren ſah ich in der Bibliothek des H. Bar. v. Block 
in Dresden die Nova acta physico- medica academiae 
caesareae Leopoldinae- Carolinae etc. Tom. III. No- 
rimbergae, impensis Wolfg. Schwarzkophii. Anno 
MDCCLXVI. Dort ſteht pag. 430. Dn. Petr. Sim. 
Pallas — Phalaenarum biga, quarum alterius foemi- 
na artubus prorsus destituta, nuda atque vermiformis, 
alterius, glabra quidem et impennis, atiamen pedata est, 
utriusque vero, sine habito cum masculis commercio, 
foecunda ova parit. Nach meinen damals bey dieſer Gat— 
tung freylich 5 * beſchraͤnkten Kenntniſſen habe ich Tab. VII. 
f. 1— 5. für Es pers B. Pulla und .6— 11. für deſ⸗ 
ſen B. vestita beſtimmt. 


DIE PA RUE. 


Die Fühler. find zweyreihig, bey dem Manne fehr 
ſtark gekaͤmmt, der Sauger fehlt, die Flügel liegen dach⸗ 
foͤrmig, find fein beſchuppt, einfarbig oder mit ſchwarzen 
Streifen und nur wenigen Punkten bezeichnet; der Hin 
terleib iſt bey einigen Arten mit einer dichten Wolle be⸗ 
kleidet, womit die Eyer uͤberzogen werden. 

Die Raupen ſind bunt, mit behaarten Wärschen 
beſetzt und führen auf den letzten Gelenken zwey knopf⸗ 
"ähnliche Blaſen, die fie einziehen und wieder erhöhen 
koͤnnen. . 

Die Verwandlung geſchieht gewoͤhnlich in einem nur 
aus einigen Faͤden beſtehenden Gewebe und die Puppe iſt 
mit Haarbuͤſcheln beſetzt. 


Lipari is iſt ein Fiſch bey Plinius; vielleicht 
von dem griechiſchen Auregog, nitidus, Nee 


obesus. 
Larıa, Schrank, Latreille.] 


An mer ku ß 9. 


Alle in dieſer Gattung aufgefuͤhrten Arten gehoͤren un⸗ 
ſtreitig zuſammen; nur die beyden letzteren machen in An- 
ſehung des Gewebes und der Puppe eine Ausnahme: doch 
iſt kein uͤberzeugender Grund vorhanden, ſie davon zu 
trennen. 


* 


. * . 3 


1. LIPA4RIS MORIO. 


Lip. alis hyalino-nigris: abdomine villoso atro, segmen- 
tis margine h 


Hübner, Bomb. Tab. 16. f. 57. (mas. ) Tab. 54. 


f. 231. (mas.) 232. (foem.) Text, S. 117. n. 1. 
Luͤlchſpinner, B. Morio, 


— — F en III. Bomb. II. Verae, B. a. 


b. fig. 1. . (Raupe.) c. (Puppe.) | 
Wien. Berz. 0 50. Fam. C. u. 1. Luͤlchſpinner, B. 
Morio. | 


IIliger, N. Ausg. dess. 1. B. S. . 

Linné, S. N. I. 2. 828. 66. B. Mor io. 

Fabr. E. S. III. 1. 445. 116. —— 

Es per Schm. III. Th. Tab. XLIII. f. 6. 7. S. 
224.—— 

Pa p. pe T. IV. Pl. CXXXIV. f. 199. a 
— d. pag. 85. Le negre. 

Knoch, Beitr. III. St. Tab. V. f. 7. (mas.) S. 110. 
N. 14. B. Morio. 

GBorkh. Eur. Schm. III. Th. S. 266. n. 95. —— 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 329. n. 155. —— 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 172. n. 1086. Nov. 
ed. Illis. p. 276. n. 1086. —— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 250. n. 
1423. — (Mit B. luctifera verwechſelt!) 

Lang, Verz. 2. A. S. 88. n. 678. 679. — 


1 


Größe und Geſtalt von Ps. graminella. Die 
Fuͤhler ſind ſchwarz und zweyreihig ſtark gekaͤmmt, Kopf, 
Ruͤcken und Hinterleib ſchwarzwollig, der letztere hat ab⸗ 
waͤrts dee Einſchnitte. 


188 


Die Flügel ſind ſehr dünn. beſhugpt, purchſtchtig 


105 ſchwarz, mit gleichfarbigen, zuweilen braͤunlichen Franzen. 


Das Weib hat ſchwach gefiederte Fuͤhler, kleine, 
ſchmale, braͤunlich graue Fluͤgel und einen dicken am 
Ende weißgrau wolligen Hinterleib. 

Eine Abaͤnderung des Mannes, welche oͤfters vor⸗ 
kommt, iſt dunkelbraungrau gefärbt, mit gelbgrauen 


Franzen. 


ſen auf Lulch (Lolium perenne) und mehreren andern 


Grasacten; ihre Grundfarbe iſt ſammtſchwarz, in den 


Einſchnitten und Seiten gelb, mit ſchwarzem Kopfe und 


rothgelben aſchgrau behaarten Waͤrzchen. Das Gewebe 
beſteht nur aus einigen Faͤden; die Puppe iſt gelb, der 
Laͤnge nach ſchwarz geſtreift, an den Fluͤgelfcheiden ſchwarz⸗ 


braun und mit weißgrauen Haarbuͤſcheln beſetzt. 

Der Schmetterling erſcheint zu Anfang des Juny; 
der Mann fliegt in der Wiener Gegend haͤufig bey Tage 
auf Wieſen. 


* ” m } 


2. LIPARIS DET RTT A. 


Lip. alis cinereo-nigricantibus, anticis lunula media 
strigaque crenata nigris. 


Hübner, Bomb. Tab. 1 6. f. 58. (mas.) 59. (foem.) 
Text, S. 117. n. 2. Heiſternſpinner, B. Detrita. 


— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, B. a. b. 


lig. 2. a. (Raupe.) 


Beitr II. B. 4. Th. III. Taf; fig. 8. 8. 96. 


u. 128. B. Detrita foem. 
Esper, Schm. III. Th. Tab. XLIV. f. 6. ©. 94 
Detri ta. 


Borkh. Eur. Schm. Ul. Th. S. 276. n. 100. — 


\ 


Die Raupe findet man im April und May erwach. 


* 


* 


189 


* 


Borkh. Rhein. Magaz. I. . S. 650. n. 8. B. de- 
trita. . 


Lang, Verz. 2. A. S. 214. n. 1449. Tin. Pecti- 


13 nella. (Tin. Pectinella des Wien. Verz. 


und Es pers B. detrita find eitirt.) 


| Größer, als die vorhergehende Art. Fühler, Kopf, 
Rüden und Hinterleib find ſchwarzgrau, die Flügel fein 
beſchuppt, aber kaum durchſichtig, ſchwaͤrzlichgrau, die 
vorderen mit einem dunkleren verloſchenen Mittelmondchen, 
und einem kappenfoͤrmigen Streife gegen den Außenrand, 
die Franzen ſchwaͤrzlich und hellgrau geſcheckt. 

Das Weib iſt etwas kleiner und durchaus rußig 
ſchwarz gefaͤrbt, mit einer dunkleren Makel in der Mitte 
gegen den Vorderrand der Vorderfluͤgel; die Franzen 
ſind einfarbig ſchwarzgrau. 

Die Raupe uͤberwintert in halber Größe; man 
findet ſie erwachſen im May auf Eichen (Quercus Ro- 
bur et Ilex), aber nur auf den niedern Gebuͤſchen 
derſelben. Der Kopf iſt blauſchwarz, uͤber den Ruͤcken 
laͤuft eine weiße Linie, welche auf dem vierten Ge⸗ 
lenke von zwey ſchwarzen Knoͤpfchen unterbrochen wird 
und auf dem neunten und zehnten ein zinnoberrothes 
Waͤrzchen fuͤhrt. Zu beyden Seiten der Ruͤckenlinie 
zieht ein ziemlich breiter, blauer, auswärts ſchwarzge— 
ſaͤumter Streif her, der mit ſchwarzen weiß geringten, 
graubraun oder ſchwarz behaarten Waͤrzchen beſetzt iſt. 
Uiber den Bauchfuͤßen iſt die Grundfarbe blaßblau und 


auf jedem Gelenke ſteht ein mennigrothes, grau be⸗ 


haartes Waͤrzchen. 

Die Puppe iſt ſchwarzbraun, mit grauen und 
braunen Haarbuͤſcheln; der Schmetterling erſcheint nach 
drey Wochen. Als das Walen kenne ich nur die 
Gegend von Leipzig. 


* 


* 


! ö 
190 


55 3. LIPARIS RUBEA 


Lip. alis pallide ruſescentihus, puncto medio albido, 
fascia strigaque poslica nigris. 


Hübner, Bomb. Tab. 66. f. 240. ! Tab 
16. f. 60. 61.) (foem.) Text, S. 117. 
Heckeichenſpinner, B. Rubea. 

— — Beitr. II. B. 2. Th. Taf. III. f. Q. 8. 50. 
u. 124. —— 

Wien. Verz. S. 51. Fam. C. n. 2. Heckeichenſpinner, 
B. Ru bea. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 69. n. 2. 

Fabr. E. J. III. 1, 44% aan 

Scriba, Beitr. III. H. Tab. XVII. f. 6. S. 213.— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LXXXIX. Cont. 10. 
f. 3. Fortſ. S. 55. —— 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 268. n. 94.— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 252. ———. 


Geſtalt und zuweilen auch die Groͤße von Lin. 
detrita. Die Fühler find ſehr ſtark gekaͤmmt, helle 
braun, mit roͤthlichem Schafte; Kopf und Rüden braun, 
der Hinterleib blaßroth. 

Die Vorderfluͤgel ſind rothgrau und dunkler geran⸗ 
det, gegen die Wurzel zeigt ſich eine verloſchene wel— 
lenfoͤrmige Binde, welche aus zwey ſchwaͤrzlichen Paral⸗ 
lellinien beſteht, in der Mitte gegen den Vorderrand ein 
weißliches ſchwaͤrzlich umzogenes Fleckchen und vor dem 
Außen rande ein ſchmaler abgeſetzter ſchwarzer Streif. 
Die Hinterfluͤgel ſind truͤb roſenroth, mit einem ſchwaͤrz⸗ 


5 Die Fig. 60. ift nach einem Originale mit angeſetzten 
maͤnnlichen Fuͤhlern verfertiget. 


191 


lichen batten iu der Mitte, welcher nach außen von 
einer dunkleren, durch die Adern unterbrochenen Linie 


1 


ſcharf begrenzt wird. Auf der Unterſeite ſind die Vor⸗ 
derfluͤgel ſchwaͤrzlich grau, am Vorder- und Außenrande 
roͤtheltoth, mit den verloſchenen Zeichnungen der Ober— 
ſeite; die hinteren einfarbig trüb roſenroth. 

Das Weib iſt kleiner, ſeine Fluͤgel ſind ſchmaͤler, 


etwas durchſichtig und nebſt den Fuͤhlern und dem gan— 


zen Koͤrper ziegelroͤthlich. Die Rane kaum 
ſichtbar. 

| Die Raupe uͤberwintert in halber Größe, man 
findet ſie im May erwachſen auf niederen Eichenbuͤſchen 
(Quercus Robur et Ilex); bey Tage liegt fie unter 
den abgefallenen Blaͤttern verborgen und frißt nur des 
Nachts. Sie iſt einen Zoll lang gelb, über den Ruͤk⸗ 
ken braun gewaͤſſert und gewoͤlkt; zwey unregelmaͤßige 
abgeſetzte ſchwaͤrzliche Streife, worin ſich am Anfange 
eines jeden Gelenkes ein ſchwarzer Punkt deutlich aus: 
nimmt, ſtehen zu beyden Seiten des Ruͤckens. Der 
Koͤrper iſt mit zwoͤlf Querreihen erhabener, grau und 


ſchwaͤrzlich behaarter Waͤrzchen beſetzt: der Kopf iſt 


rothbraun. | 
Die Puppe iſt hellbraun und buͤſchelweiſe gelb 
behaart, der Schmetterling entwickelt ſich nach zwoͤlf 
bis funfzehn Tagen und war bisher in der Gegend von 


Wien eine große Seltenheit; H. Dahl, dem ich Raupe 


und Puppe verdanke, hat eine Anzahl davon in den ſchoͤn⸗ 
ſten pere erzogen. 


192 


— 


4. LIPARIS MONACHA. 


Lip. alis albis atro-undatis, abdominis incisuris sangui- 
neis. 


’ 


Hübner, Bomb. Tab. 19. f. 74. (foem.) Text, 
S. 120. n. 7. Fichtenſpinner, B. Mona cha. Tab. 
57. f. 246. (mas.) Text, S. 120. n. 6. inſterer 
Spinner, B. Eremita. (Variet.) 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, C. e. £. 
2. a. (Raupe) auf der folgenden gleich bezeichneten 
Tafel, f. 1. a. (Raupe,) b. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 52. Fam. D. n. 5. Apfelſpinner, 
B. Monacha. c 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 73. n. 5. 

— — Magasz. II. B. S. 47. n. 5.—— 

Linné, S. N. I. 2. 821. 43. B. Monacha. 

— — Faun. Suec. ed. 2. 300. 1130. 

Fabr. E. S. III. 1. 446. 119. —— | 

Scopoli, Ent. Carn. 196.490. —— 

Schaeffer, Icon. Tab. LXVIII. f. 2— 5. No- 


— 


mencl. Panz. p. 85. 
Kleemann, Beytr. Tab. en Er 1—6. 

S. 275. 5 

Sepp, Neederl. Ins. Tweede Gezin der eerste 
Hende. Tab. XIX. f. 1 —6. . 
Wilkes, Nat. Hist. Tab. XXXIX. 
Esper, Schm. III. Th. Tab. XXXVII. f. . S. 

192. B. Mona cha. 
Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CXXXVII. f. 185. a 

— i. pag. 103. Le Zigzag à ventre rouge. | 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 507.n. 116. B. Mo- 


nacha. / 


— — Rhein. Mag. I. B. ©. 354. n. 186 a 
Müller, Zool. Dan. p. 118. n. 1562. —— 


193 


Fueß l. Schweiz. Inf. S. 35.n. 659. B. Mona ch a. 
— — N. Magaz. II. B. S. 505. u. 375. 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. 
S. 404. n. 15. —— 
Naturf. XXI. St. S. 64. XXII. St. S. go. 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 256. n. 
1429. —— 2. Abth. 8. he n. 5. Laria 
Monacha. N 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 55. n. 50. B. Met ö 
nacha. 
Lang, Verz. 2. A. S. 86. n. 665. 666. 
Brahm, Inf. Kal. S. 74. u. 32, —— 
rn a ü S. 221. 570) De 


Die Fuͤhler ſind 8 dem Manne ſtark ere 
schwarzbraun, der Schaft iſt an der Wurzel und Spitze 
weiß, der Kopf weiß oder gelblich, an den Seiten roth⸗ 
gelb, der Ruͤcken weißwollig, Halskragen und Schulter⸗ 
decken ſchwarz geſaͤumt, der Hinterleib abwaͤrts roſen⸗ 
roth, mit ſchwarzen Punkten durch die Mitte und einem 
gleichfarbigen Afterbuͤſchel. 

Die Vorderfluͤgel ſind weiß, mit einem charge 
V in der Mitte und mehreren gleichfarbigen wellenfoͤrmi— 
gen und zackigen Querlinien, Punkten und Flecken; die 
hinteren gewöhnlich weißgrau mit einem zackigen dunkie- 
ren Streife vor dem Außen rande und einem ſchwarzen 
mondfoͤrmigen Mittelflecke. Die Franzen ſind weiß und 
ſchwarz geſcheckt. | 
| Das Weib hat ſchwarze, ſchwach gefiederte Fuͤhler, 
einen dicken Hinterleib mit abwechſelnd roſenrothen und 
ſchwarzen Querſtreifen und einem langen Legeſtachel. 

Die vorkommenden Abaͤnderungen ſind ſo mannig— 
faltig, daß man nur wenige ſich ganz aͤhnliche Stuͤcke 
7 ſindet. Oft hat der Hinterleib keine Spur von Roſen⸗ 
| Dritter Band. N N 


* 4 


* 


194 


roth, der Ruͤcken iſt manchmal einfarbig ſchwarz oder 
doch nur wenig weiß behaart, die Vorderfluͤgel find als— 
dann in allen Uebergaͤngen mehr oder weniger ſchwarz⸗ 
grau oder ſchwarzbraun, mit tiefſchwarzen Zeichnungen, 
zuweilen nur wenigen weißen oder braͤunlichen Miſchun⸗ 
gen, die Hinterfluͤgel einfarbig ſchwarzgrau mit ſchwar⸗ 
zen, nur ſelten etwas heller geſcheckten Franzen. Ich ha⸗ 
be dieſe allerdings merkwuͤrdige Varietaͤt, 3 rs B. 
Eremita aus Lappland, wozu auch fig. f. g. der 
Pap. d' Europe, I. c. gehoͤrt,) aus ganz ſchwarz gefänb- 
ten Rauͤpen, die ich unter den gewöhnlichen. an denſelben 
Orten fand, mehrmals erzogen. 

Das Ey iſt laͤnglichrund, blaßbraͤunlich oder roͤth⸗ 
lichweiß, die Raupe kurz und dick, ihr Kopf groß, 
hellbraun, mit zwey ſchwarzen vorſtehenden Haarbuͤ⸗ 
ſcheln. Die Grundfarbe iſt uͤber den Ruͤcken braͤunlich⸗ 
gruͤn, oder weißgrau und ſchwarz gemiſcht, am ſelten⸗ 
ſten ganz ſchwarz; der Leib iſt mit erhabenen blauen 
und rothen behaarten Waͤrzchen beſetzt und auf dem 
zweyten Gelenke ſteht ein ſammtſchwarzer, nach dem 
Kopfe zu ausgeſchnittener, hinterwaͤrts blaͤulich und an 
den Seiten weißgeſaͤumter Fleck, die drey letzten Ge⸗ 
lenke ſind ſchwarz gefleckt und die Seiten heller gefaͤrbt. 


Man findet fie im Juny und July auf Foͤhren 


(Pinus sylyestris), Eichen nei Robur), Apfel: 
baͤumen (Pyrus Malus) u. ſ. w. fie naͤhrt ſich theils 
von den Flechten, theils von den Nadeln und Blättern 
derſelben und hat ſich durch die Verwuͤſtung der Na⸗ 
delwaͤlder furchtbar gemacht. 
| Die Puppe ift braunroth oder ſchwarzbraun und mit 
rothbraunen und gelben Haarbuͤſcheln beſetzt. In vier— 
zehn Tagen oder drey Wochen erſcheint der Schmetterling, 
in manchen Gegenden Deutſchlands bald als Seltenheit, 
bald als Landplage. Wee 


© | 195 


5. LIPARIS DIS PAR. 


Lip. alis maris gris eo fuscoque nebulosis „ foeminae 
albidis . | 


Hübner, Bomb. Tab. 19. f. 75. (mas.) 76. (oem) 

Text, S. 12 1. n. 8. Apricoſenſpinner, B. Dispar. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, C. c. f. 
a. (Eyer,) b. Ries c. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 52. Fam. D. n. 6. ne 
B. Dis par. 

Illig er, N. Ausg. dess. 1. Bd. S. 75. U., 6. 

Linné, S. N. I. 2. 821. 44. —— | 

Fabr. E. S. III. 1. 437. 9. —— 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p- 112. n. 14. Le 
Zig-zag. | | 

Scopoli, Ent. Carn. 197. 491. B. Dispar. 

Schaeffer, Icon. Tab, XXVII. f. Nb. Nomenel. | 
Panz. p. 40. —— 

— — Nachricht von einer Raupe, ſo etliche Jahre her 
an manchen Orten in Sachſen vielen Schaden gethan 
u. ſ. w. Regensburg, 1752. 

— — Der wunderbare und vielleicht in der Natur ch 
nie erſchienene Eulenzwitter nebſt der Baumraupe, aus 

welcher derſelbe entſtanden u. ſ. w. e 1761. 
Roͤſel, Ins. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. III. 11 
—7. S. 17 

Friſch, Beſchr d. Inſ. I. Tab. III. S. 14. 5 

Sepp, Neederl. Ins. Tweede Gezin der eerste Ben- 
de, Tab. II. III. f. 1 — 15. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XIII. . 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXXVIII. f. DR 
S. 197. B. Dispar. 

Pa p. d' Europe, T. IV. Pl. ( xXXVII f. 186. 
a — g. pag. 106. Le Zigzag. Pl. II. Suppl. Cl. 

a N 2 


196 


Ire. fig. 186. K. i. (Ein Zwitter) K. I. (die von 
Esper lig. 6. abgebildete Ausartung.) 

Panzer, Faun. germ. 23. 22. B. dis par. 

v. Müller, Be silesiaca. 3. Abth. 1. H. B. dis- 

parina 52 | 

Borkh. Eur. Schm. II. Th. S. 312. n. 118. B. 
Dispar. | 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 334. n. 166 — 

Fueßl. Schweiz Inf. S 35. n. 660. —— 1 

— — A. Magaz. II. St. S. 286. —— 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. IE B. 4. St. S. 
406. n. 16. B. Dis par. 

ln XVI. St. S. 150. Bemerkungen über die 
- Stammraupe. j 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 256. n. 
1450. — — 2. Abth, S. 151. n. 6. Laria 
dis par. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 54. n. 49. B. dispar. 

Rossi, un Etr. T. II. p. 170. n. 1081. Nov. 
ed. IIlig. p. 273. n..1081. —— . 

Lang, Verz. 2. A. S. 86. n. 661-664. —— 

Brahm, Inf. Kal. S. 517. u. 378. 

Schwarz, Raupenkal. S. 60. 22 4. 377 — 


Die Fuͤhler ſind ſchwarzbraun, mit einem weiß⸗ 
grauen Schafte, der Kopf und Ruͤcken braungrau, der 
Hinterleib gelbgrau, mit einer kiss. 3; Fleckenreihe und 
gleichfarbigem Afterbuͤſchel. 

Die Vorderfluͤgel find bungen mit dunkleren 
Schatten, einem ſchwarzen Mondflec und en von 


/ 
— —— 


*) Eine ſehr kleine weibliche Abart, wovon mir im Jahre 
1809. auf der Baſtey in Wien, beyde Geſchlechter, 
haufig vorgekommen find. 


d 


197 
mehreren wellenfürmigen und zackigen ſchwarzen Quer: 
ſtreifen durchzogen; die hinteren braungelb mit einem 
ſchwarzen hakenfoͤrmigen Mittelfleck und dunkleren Schat— 
ten vor dem Außenrande. Die Franzen ſind ſchwarz und 
hellbraun geſcheckt. | 

Das Weib ift beträchtlich größer, feine Fühler 
find ſchwarz und ſchwach gefiedert, der Hinterleib dick 
und am Ende mit einer braungrauen Wolle bekleidet, 
die Fluͤgel ſchmuzig weiß und wie bey dem Manne, 
aber deutlicher gezeichnet, die hinteren ‚führen eine ver— 
blichene ſchwaͤrzliche Binde vor dem Außenrande und 
einen hakenfoͤrmigen Mittelfleck. Die Franzen ſind 
ſchwarz und ſchmuzig weiß geſcheckt. 

Die Abänderungen beziehen ſich meiſtens auf die 
verſchiedene Groͤße, auf die Deutlichkeit und Zahl der 
Wellenſtreife; eine merkwuͤrdige Ausartung des Manz 
nes, (Es pers fig. 6. J. c.) welche ich erzogen und 
auch in mehreren Sammlungen angetroffen habe, zeich- 
net ſich durch unregelmaͤßige ſchmuzig weiße Einmiſchun⸗ 
gen, die ſich der Laͤnge nach durch die Vorderſtügel 
ziehen, vorzuͤglich aus. 

Die Eyer werden von dem traͤgen Weibe an Baum⸗ 
ſtaͤmme, Breterwaͤnde und dergleichen gelegt und mit der 
Wolle des Hinterleibes dicht bedeckt. Die Raupe lebt 
vom Ende des April bis zum Auguſt auf allen Arten 
von Obſtbaͤumen, an denen ſie oft große Verwuͤſtun⸗ 
gen anrichtet, auf Pappeln, Weiden, Linden, Eichen, 
Roſen u ſ. w. Erwachſen iſt fie braun. oder aſchgrau, 
mit drey feinen gelben Linien, oder einem breiten dun⸗ 
kelbraunen Streife uͤber den Ruͤcken, auf den vorderen 
Ringen ſtehen blaue, auf den hinteren rothe ſtark behaarte 
Waͤrzchen; der Kopf iſt ſehr groß, gelblichgrau, mit 
zwey braunen Flecken. 
| Die Verwandlung geſchieht in einem weitlaͤufi⸗ 
gen, nur aus dd Faͤden beſtehenden Gewebe unter 


Daͤchern, oder zwiſchen den Ritzen und Blattern der 
Baͤume; die Puppe iſt ſehr lebhaft, ſchwarzbraun und 
mit gelblichen Haarbüfcheln beſetzt. Der Schmetterling 
erſcheint vom Auguſt bis in den September und fin- 
det ſich allenthalben in Deutſchland, in manchen Sab- 


ren ſelten, in manchen, zum Verderben der Obſtpflan⸗ | 


zungen, in ungeheurer Menge. 


6. LIPARIS SALICIS. 


Lip. alis albo -nitidis, antennis fuscis, pedibus nigris 
albo annulatis. 


* 


Hübner, Bomb. Tab. 18. f. 70. (oem. ) Text, ©. 


120. n. 3. Weidenſpinner, B. Salicis. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, C. b. 
fig. 1. a. (Raupe.) Auf einer nachgelieferten, gleich- 
bezeichneten Tafel noch einmal abgebildet. fig. 1. a. 
( Raupe.) b. (Puppe.) 


Wien. Verz. S. 52. Fam. D. n. 2. Weidenſpinner, 


B. Sali cis. 
Illiger, N. Ausg. 605 1. B. S. 71. n. 2. - 
Linné, S. N. I. 2. 822. 46. —— 


— — Faun. suec. ed. 2. 299. 1129. 2 
Fabr. E. S. III. 1. 459. 163.—— 


— 


Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 1167 19. Lap- 


parent. 
Scopoli, Ent. Carn. 198. 495. B. Salieis. 

De Geer, Uiberſ. von Goeze. I. B. 1. Q. S. 141. 
Tab. 1 1. f. 13. 14. II. B. S. 216. n. 2 —— 
Roͤſel, Inf. Bel. I. Th. Nacht. 2. Cl. Tab. 1 

— 8. S. 57. 
Friſch, Beſchr. d. Inſ. I. SE Tab IV. f. 1 — 4. 
S. 22. 


199 


Sepp, Neederl. Ins. tweede Gezin der eerste Bende. 

Tah. IV. f. 1— 8. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XI IV. B. Salicis. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. I. Pl. rg — 

Es per, Schm. III. Th. Tab. XLI. f. 1 — 6. S. 
213. — — Tab. LXXIX. f. 2. S. 394. (das 


ev). 

Pa p. d' Europe, T. IV. Pl. CXXXV. f. 181. a 
— d. pag. 91. L'apparent. f 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 292. n. 110. B. Sa- 
li eis. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 332. n. 162.—— 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 35. n. 663. —— 

— — A. Magaz. II. B. 1. St S. 1. 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 155. 1. 107. 
©. 158. u. 148. —— 

Müller, Faun. Friedr. 41. 370. 

— l, Dan. 118. 1364. 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 
406. n. 18. —— 

5 Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 254. n. 
1426.— — 2. Abth. S. 150. u. 2. Laria Sa- 
lieis. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 55. n. Bi B. S a- 

Ilicis. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p- 74 n. 1 Nov. 

ed. Ulig. p. 278. n. 1092. 

Lang, Verz 2. A. S. 87. n. 674. 675. — 

Schwarz, Raupenkal. S. 224. 389. 522. 


Die Fuͤhler ſind bey dem Manne ſtark, bey dem | 
Weibe ſchwaͤcher, ſchwarzbraun gekaͤmmt, der Schaft ift _ 
weiß und die Fuͤße ſchwarz und weiß geringt, der Hinter⸗ 


leib chwarz mit weißen Haaren dicht bekleidet, die Fluͤ : 


gel auf beiden Seiten einfarbig glaͤnzend weiß. 


200 | K 
| U 

Die Eyer ſind rund, gruͤn ar mit einer weißen 
ſchaumartigen Decke uͤberzogen; ; die Raupe iſt ſchwarz, in 
den Seiten braungrau und eine Reihe ſchildfoͤrmiger gel: 
ber oder weißer Flecke, zwiſchen rothgelben behaarten 
Waͤrzchen, laͤuft uͤber den Ruͤcken. Sie lebt in manchen 
Jahren ſelten, oͤfters aber in zahlreichen Heeren, vom 
April bis in den Juny auf allen Arten von Weiden (Sa- 
hx) und Pappeln (Populus), die fie oft ganz entblaͤt⸗ 
tert. 

Die Verwandlung geſchieht in einem leichten Gewe⸗ 
be zwiſchen zuſammengezogenen Blaͤttern; die Puppe iſt 
glaͤnzend ſchwarz, mit weißen Flecken und Linien und mit 
gelben oder weißen Haarbuͤſcheln beſetzt. Der Schmetter⸗ 
ling entwickelt ſich nach drei oder vier Wochen und iſt al⸗ 
’ lenthalben in Europa zu Hauſe. 


7. LIPARIS V. NIGRUM. 


Lip. alis niveis, anlicis V. nigro notatis. 


Hübner, Bomb. Tab. 18. f. 71. (foem.) Text, S. 
120. n. 4. Wintereichenſpinner, B. Nivosa. 

— — Larv. 1 III. Bomb. II. Ver C. b. fig. 

a. (Raupe. L (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 52. Fam. D. n. 1. Wintereichenſpinner, 

B. Ni vosa. 

Illiger, N. Ausg. des 1. B. S. 71. n. 1. —— 

Fabr. E. S. III. 1. 458. 159. B. V. nigrum. 

Müller, Taun. Fridr. p. 40. n. 560. B. L. ni- 
grum. N | 

— — Zool. Dan. p. 112. n. 13573. —— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XL. f. 1 — 6. S. 210. 
B. Vau nigrum. 


1 


2 1 7 1 
* , 1 3 


201 


a p. d' Europe, T. IV. Pl. CXXXIV. f. 180. 
a2 — g. p. 87. Le V. noir. 

Naturf. II. St. Tab. I. f. 1. S. 16. VI. X. St. S. 89. 
— — XI St. Tab. I. f. 8 — 10. S. 56. 57. 
Fueß l. A. Magaz. II. B. 1. St. S. 86. 

— — N. Magaz. II. B. 2. St. S. 211. 


Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 255. n. 


1425. B. nivosus., 2. Abth. S. 150. mn. 1. Laria 
ni vosa. 
Borkh. Eur. Schm. II. B. S. 290. n. 109. B. Ni- 
— VvoOsa. , 


— — Rhein. Magaz. I. B. S. 331. n. 161. —— 


Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 54. n. 48. B. V. ni- 


grum. 
Lang, Verz. 2. A. S. 86. n. 667. 668. B. Ni- 
a VOS à. 
Brahm, Inſ. Kal. S. 5 44. n. 406. * 
Schwarz, Raupenkal. S. 95. 244. B. V. nigrum. 
BT 

- Die Fühler ſind gelbbraun gekaͤmmt, mit weißem 
Schafte, der ganze Körper weiß behaart, die Füße ſchwarz 
gefleckt. 

Die Fluͤgel ſind ſehr fein beſchuppt, ſchneeweiß, die 
vorderen mit einem hakenfoͤrmigen ſchwarzen Striche, den 


man mit einem lateiniſchen V. oder L. vergleicht. Das 


gruͤnliche Anſehen, welches der Schmetterling im Leben 
hat, iſt eine Wirkung des durch die duͤnnen Fluͤgeladern 
ſcheinenden gruͤnen Saftes und verliert ſich, ſobald er 
nach dem Tode vertrocknet. 

Die Raupe lebt auf Eichen (Querens Robur), Lin⸗ 
den (Tilia europaea) und nach einigen auch auf Bu⸗ 
chen Fagus sylvatica); fie uͤberwintert und man findet 
ſie erwachſen im May, meiſtens nur auf niederen Gebuͤ⸗ 
ſchen. Sie iſt über den Rüden ſchwarz, in den Seiten 


202 


roſtgelb, am Kopfe und After dicht und lang behaart; 
auf dem Ruͤcken ſtehen acht Haarbuͤſchel, wovon die drey 
mittleren rothgelb, die uͤbrigen weiß ſind. Sie hat die 
Eigenſchaft, wenn man ſie beruͤhrt, durch das Zuſammen⸗ 
ziehen ihres Körpers auf eine beträchtliche Strecke weit 
wegzuſpringen. 

Zwiſchen einigen leicht zuſammengezogenen Blaͤttern 
wird ſie zu einer vorn ſehr dicken, nach hinten zugeſpitzten 
blaulichgruͤnen Puppe, mit drey gelben Ruͤckenlinien und 


ſchwarzgeſaͤumten Fluͤgelſcheiden. Der Schmetterling er⸗ 


— 


ſcheint im Juny; in den meiſten Gegenden Deutſchlands, 


beſonders in Sachſen, nicht haͤufig. 


8. LIPARIS CHRYSORRHOEA. 


Lip. alis albis ano barbato ferrugineo. 


Hübner, Bomb. Tab. 18. f. 67. (mas) Tab. 58. 


f. 248. (mas.) 249. (foem.) Text, S. 119. n. 
1. Gartenapfelſpinner, B. Chysorrhoea. 


— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, C. a. 


fig. 1. a, (Eyer.) b. ( Raupe.) c. 1 


Wien. Verz. S. 52. Fam. D. n. 3. Weiß dornſpin⸗ | 


ner, B. Chry ara ar 
Illiger, N. Ausg. dess. I. B. S. ir W Billniiee 
Linné, 8. N. I. 2. Fa 45. j 


2 uu. suec. ed. 2. 299. 1128... — 


Fabr. E. S III. 1. 458. 160.—— 
Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 117. n. 20. La 


phaléne blanche à cul brun. 
e e Ent. Carn. 197. 7955 B. 0 
‚rhoea, 
Roͤſel, Inf. Bel. I. Th. en 2. Cl. Ta N 
4% . 1 5. S. 187. 


\ 


2 


205 


> 


sro, RR: d. Sf III. Th. 2. Pl. Tab. I. f. 
1 — 4. 

Wies, Re Hist. Tab. LIX. B. Chrysor- 
rhoe a. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. I. Pl. X. —— 

Es per, Schm. III. Th. Tab. XXXIX. f. 6. (mas.) 
B. Auriflua. f. 3. (Raupe.) f. 4. (Gewebe.) 
fig. 5. (Puppe.) S. 203. B. Chrysorrhoea “). 

Pap. d' Europe, I. IV. Pl. CXXXV. f. 182. 

a — f. pag. 95, La Phaléne blanche a cul 


brun. 


Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 295. n. 111. B. 


Chrysorrhoea, \ 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 552. n. 183. —— 

Müller, Faun. Fridr. 41. 569. —— 

— — Zool. Dan. 118. 1363. —— 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 35. n. 661. —— 

— — A. Magaz. I. B. a. St. S. 286. —— 

— — N. Magaz. III. B. S. 146. n. 30. S. 156. 
n. 111. ©. 163. n. 181. —— 

Hufnagel, Tab. im rap Magaz. II. B. 4. St. S. 
406. n. 17. III. B. 1. St. S. 10. —— 


Naturf. VIII. St. S. 2055 n. 16. —— 


Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 254. 
n. 1427. B. Chrysorrhoeus. 2. Abth. 8. 
150. n. 3. Laria chrysorrhoea. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. 53. n. 45. B. 
chrysorrhoea. | 

Rossi, Faun. Etr. T. II. 173. 1091. Nov. ed. II- 
lig. p. 277. 1091. — 

Lang, Verz. 2. A. S. 87. n. 676. 677. —— 


*) Dieſer und der folgende Schmetterling ſind, wie H. 
Hübner in feinem Texte ſehr richtig bemerkt, in den 
W Ben 15 


Brahm, Inf. Kal. S. 161. n. 78. B. Chrysorrhoea. 
Schwarz, Raupenkal. S. 98. 514. 655. 755. —— 


Die Fuͤhler ſind braun, mit einem weißen Schaf: 
te, die Palpen ſchwarzbraun, der Kopf und Rüden 


weiß, der Hinterleib bei dem Manne groͤßtentheils 


roſtgelb, bey dem Wei be am Ende mit gleichfarbiger 
Wolle bekleidet. 

f Die Fluͤgel ſind weiß, die vorderen bey dem 
Manne zuweilen in der Mitte und am Innen winkel 
mit zwey ſchwarzen Punkten bezeichnet, auf der Unter- 
ſeite am Vorderrande ſchwarzbraun; bey dem Weibe 
auf beyden Seiten ungefleckt. 


Die Eyer werden von dem Weibe an Blätter 


und Baumſtaͤmme gelegt und mit der Wolle des Hin⸗ 
terleibes dicht überzogen. Die Raupen überwintern in 
einem gemeinſchaftlichen grauen Gewebe und zerſtreuen 
ſich nach den erſten Haͤutungen; erwachſen ſind ſie 
ſchwarzgrau, hellbraun behaart, mit zwey rothbraunen 
Ruͤckenlinien: auf dem vierten und letzten Gelenke 
ſteht eine ſchwarze warzenfoͤrmige Erhöhung und zu 
beyden Seiten des Ruͤckens weiße abgebrochene Striche. 
Sie leben auf allen Arten von Obſtbaͤumen, auch auf 
Eichen, Ruͤſtern u. ſ. w. in manchen Jahren zum Ver⸗ 
derben der Bluͤthen und Fruͤchte. 


Das Gewebe iſt braungrau, die Puppe ſchwarz⸗ 


braun, mit einer ſcharfen Endſpitze. Der Schmetter⸗ 
ling erſcheint nach drey oder vier Wochen, vom Ende 
des July bis in den reich — allenthalben in 


Europa. 


u 


205 


9. VLIPARIS: AURIFLUA. 
Lip. alis niveis ano barbato fulvo, 


— — EM 


"Hübner, Bomb. Tab. 18. f. 68. (mas.) 6. 
(foem.) Text, S. pi N. 41 ele 
B. Auriflu a. 

— — Larv. Lepid. Ul. 2 I. Verae, 8 

fig. 2. a. (Raupe) b. (Gewebe.) c. (Puppe.) 

Wien. Ver z. S. 52. Fam. D. n. 4. Gartenbirn⸗ | 
ſpinner, B. Auriflua 0% 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. Sn 2% Ale 

Fabr. E. S. III. 1. 459. 161. 

Roͤſel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XXI. 

f. 1 — 6. S. 134. 

Schaeffer, Icon. Tab. CXXXI. f. 1. 2. No- 

mencl. Panz. p. 151. B. Chrys orrho ea. Tab. 

(XXXIX. f. 1. 2. Nomencl. Panz. p. 136. B. 

auriflua Var. Tab. CCLXXI. f. 1. 2. No- 
mencl. Panz. p. 214. —— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXXIX. £. 1. (mas.) 
2. (foem.) B. Chrysorrhoea. hg. 7. (Mau 
pe.) S. 107. B. Auriflua. 

Pa p. d' Europe, T. IV. Pl. CXXXVI. £. 183. 
4a — f. Pag. 100. Phalene de à Cul Jm 

ne. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 298. n. 112. B. 

Auriflua. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 333. n. 164. 

Fueßl. Schweiz. SM S. 35. n. 662. Phal. Si⸗ 

milis. 

— — A. Magaz. 2. St. S. 287. 

— — N. Magaz. II. B. S. 374. 

Schrank, Faun. 510 B. 1. Abtb. S. 254. 


206 


n. 1428. B. aurifluus. 2. Abth. S. 151. n. 

4. Laria auriflua. | 7 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. 53. n. 46. B. 

auriflua. i . 
Rossi, Faun. Etr. Mantiss. T. II. p. 19. n. 3575. 
Lang, Verz. 2. A. S. 8). n. 671 — 673. —— 
Brahm, Inf. Kal. S. 568. n. 246. 
Schwarz, Raupenkal. S. 59. 265. 551.647. 


f 1 

Groͤße und Geſtalt der vorhergehenden Art, mit 
der fie oͤfters verwechſelt worden. Die Fühler find 
braunlich gelb, mit einem weißen Schafte, die Palpen 
nur wenig braunlich gefaͤrbt, der Hinterleib rothgelb 
gebartet, die Fluͤgel ſchneeweiß, die vorderen am In⸗ 
nenwinkel braungrau gefleckt und am Innenrande mit 
langen abſtehenden Haaren beſetzt, auf der Unterſeite 
am Vorderrande in anſehnlicher Breite ſchwarzbraun 
ſchattirt. Das Weib iſt auf beiden Seiten einfarbig 
weiß. 1 W. 
Die Eyer werden auf gleiche Weiſe, wie bey Lip. 
Chrysorrho ea gelegt, aber die Raupe lebt in der 
Jugend nicht in Geſellſchaft unter einem gemeinſchaft⸗ 
lichen Gewebe, ſondern zerſtreut ſich gleich nach dem 
Auskriechen, uͤberwintert und iſt nicht ſchaͤdlich, da ſie 
nicht fo häufig vorkommt. Man findet fie erwachſen 
im Anfange des Juny auf allen Obſtbaͤumen, auf Ei⸗ 
chen (Quercus Robnr), Hainbuchen (Carpinus Be- 
tulus), Weiden (Salix), Nüftern (Ulmus campestris), 
Weißdorn (Crataegus Oxyacantha), wilden Roſen 
(Rosa canina), Schlehen (Prunus spinosa) u. ſ. w. 
Die Grundfarbe iſt ſchwarz, uͤber den Ruͤcken laͤuft ein 
zinnoberrother, durch eine ſchwarze Linie getheilter Streif 
und zu beyden Seiten deſſelben eine unterbrochene weis 
ße Linie; ein ſchwarzer weißbeſtaubter Haarwulſt ſteht 


209 


— — — 


— 


auf dem vierten, fuͤnften und letzten Gelenke und uͤber 
den Füßen eine zinnoberrothe Linie. Der ganze Körper 
iſt ſchwarz behaart. 

Das Gewebe iſt duͤnn und braunlich, die Puppe 
dunkelſchwarzbraun, mit einer ſcharfen Endſpitze. 

Der Schmetterling entwickelt ſich, nach Beſchaffen— 
heit der Witterung, in vierzehn Tagen, drey oder vier 
Wochen und iſt in We, Frankreich und Italien zu 


0 


e 


O N G I A. 


‘ a ee a BET 1 
> dr 7 T U * * 1 
44 Zr Eu 
g 1 31 in * 10 


Die Fuͤhler ſind zweyreihig, bey dem Manne ſtark, 
bey dem Weibe nur ſchwach gefiedert, der Sauger iſt ſehr 


kurz, die rauchen Vorderfuͤße ſind in der Ruhe weit vor— 
geſtreckt, die Fluͤgel abhaͤngend, bey den zwey letzten Ar, 
ten, deren Weiber fluͤgellos ſind, flach verbreitet. 

Die Raupen haben uͤber den Ruͤcken, am Kopfe und 
Hintertheile buͤrſtenfoͤrmige Haarbuͤſchel. 

Die Verwandlung geſchieht in einem mit Haaren 
vermiſchten, doppelten Gewebe, die Puppe iſt behaart. 


\ 
yw, extendo, und yviov, pes, zuſammengeſetzt. 


Larıa, Schrank, Latreille, 


I 9 x 

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1 

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\ 


Der Name Orgyia iſt aus dem griechiſchen ohe 


. 


1. ORGYIA PUDIBUNDA. 


Org. alis albo-cinereis, anticis macula media 8 ; 
strigisque tribus undatis fuscis. 


Hübner, Bomb. Tab. 21. f. 84. (mas. ) 85. (foem.) 
B. Iuglandis. Text, S. 122. n. 6. Wallnuß⸗ 
ſpinner, B. Pudibunda. 

ar. Ever III. Bomb. II, Verae, D. b. fig. 
1. a, (Raupe.) | 

Wien. Verz. S. 55. Fam. G. n. 1. Wallnußſpinner, B 
Pudibunda. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 96. n. 1. 

Linné, S. N. I. 2. 824. 54. — 

— — 8. N. ed. X. 521. 144. Ph. PETER: 
ia. 

— — Faun. gase. ed. 2. 296. 1118. B. Pu d i- 
bunda. b 

Fabr. E. S. III. 1. 438. 97. Lö 

Geoffr. Hist. des. Ins. T. II. p. 113. n. 15. hs 
patte &etendue, 

Scopoli, Ent. Carn. 195. 489. B. Pudibun- 
da. 5 

Clerk, Icon. Tab. V. f. 8. Ph. Scopularia. 

Roͤſel, Inf. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XXXVIII. 
f. 1 — 6. S. 222. 

Schaeffer, Icon, Tab. XLIV. f. 9. 10. Nomenel. 
Panz. p. 62. Tab. XC. f. 1. 2. 3. Nomencl. 
Panz. p. 102. Tab. CCXIV. f. 5. 6. Nomencl. 
Panz. P. 183. Pl. CCXIX. f. 1. 121 Nom. u 
p. 185. B. Pudibunda. 

De Geer, Ueberf. v. Goeze. I. B. 7. 75 * 27. Tab. 
n 4. Q. S. 120. II. . Th. S. 
229. n. 6. 

Dritter Band. 0 


210 


1 
* 4 \ 


Sepp, Necderl. Ins. II. Th. van’t tweede Gezin der 
eerste Bende. Tab. XVII. XVIII. f. 1 — 13. 
Wilkes, Nat. Hist. Tab. LXIIL B. Pudibun- 

da. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. LIV. 12 1 — 9. S. 
271. — 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLX. f. 209. a 
g. Pl. IV. Suppl. Cl. Ire. f. 209. h. (Variet. no- 
tab.) pag. 170. La patte Ctendures 8 | 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 520. n. 120. B. . 
dibunda. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 353. n. 201. 0 

Müller, Faun. Fridr. p. 40. n. 364. B. . 
bunda. B . N. Ma Nohutiea M 7) 

— — Zool. Dan. p. 118. n. 136%. B. eee 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 35. n. 671. 

— — Alt. Magaz. II. B. 1. St. S. 3.—— 

— — N. Magaz. II. B. S. 37. n. 54. III. B. 2. * 
S. 164. n. 206. 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. En 
418. n. 3 K 

Schrank, 1 boic. 2. B. 1. Abch. S. 265. n. 

1444. B. pudibundus. 2. Abth. SIR 

Lari 5 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. 56. n. 52. B. pu- 
dibunda. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. 171. 1082. Nor. ed. IIlig. 
P- 27 4. n. 1082. 8 

Lang, Verz. 2. A. S. 95. n. 733. 754. 

Brahm, Inſ. Kal. S. 246. n. 142. —— 

Schwarz, Raupenkal. S. 524. 676. —— 


/ 
I u 


| Die Fühler find braunlich gelb, bey dem Weibe 
ſchwach gefammt, mit weißem Schafte, der Rüden iſt 


nr 1% 


aſchgrau, der Hinterleib weißgrau. Die Vorderfluͤgel 
ſind weißgrau, ſchwaͤrzlich beſtaͤubt und gewoͤlkt, mit 


einem mondfoͤrmigen ſchwarzbraunen Mittelflecke und 


drey gleichfarbigen wellenfoͤrmigen Querſtreifen; die hin— 
teren weißlich, mit einem verloſchenen ſchwarzgrauen 
Mittelflecke und einer mehr oder weniger ſichtbaren, oft 
unterbrochenen, ſchwaͤrzlichen Schattenbinde. Die Fran⸗ 
zen ſind, mehr oder weniger deutlich, heller und dunk⸗ 
ler geſcheckt. . 


Das Weib iſt groͤßer, Ruͤcken und Nase ſind 
weißgrau, die Vorderfluͤgel heller gefärbt, ſparſamer ge⸗ 
zeichnet und weniger mit ſchwarzgrauen Atomen beſtaͤubt; 
die Hinterfluͤgel mehr weiß und die Schattenbinde der⸗ 
ſelben verloſchener, zuweilen gar nicht ſichtbar. 


Die Unterſeite aller Fluͤgel iſt weißgrau; dunkler 
angeflogen, mit einem ſchwarzbraunen Mittelflede und 
einer gleichfarbigen Binde. 


Das Ey iſt rund, hellbraun mit einem dunkle⸗ 
ren Mittelpunkt. Die Raupe lebt vom July bis in 
den September und Oktober auf Eichen (Quercus 1 
Buchen (Fagus sylvatica), Haſeln (Corylus Avella- 
na), Birken (Betula alba), Linden (Tilia .europaea), 
Wallnußbaͤumen (Iuglans regia), Weiden (Salix), 
Pappeln (Populus), und allen Arten von Obſtbaͤumen. 
Sie ift gruͤnlichgelb, behaart, mit ſammtſchwarzen Ein⸗ 
ſchnitten, vier gelben, abgeſtutzten Haarbuͤſcheln auf dem 
Ruͤcken und einem einzelnen roſenrothen auf dem letz 
ten Gelenke. Die Farbe der Haare aͤndert ab; oft iſt 
ſie roſenroth, zuweilen braunroth. 


Das Gewebe iſt gelblich, mit den Haaren der 
Raupe vermiſcht, die Puppe vorn ſchwarzbraun, hinten 
rothbraun, mit gelben Haarbuͤſcheln; ſie uͤberwintert 

und der Schmetterling erſcheint im Fruͤhling, nach Be⸗ 
O 2 


— 


212 


ſchaffenheit der Witterung fruͤher oder pine, — al⸗ 
lenthalben in Europa. 


"ORG YIA ABIETIS. 
Org. alis albidis fusco- ‚irroralis, anticis fascia inter 


media binisque crenatis fuscis; macula disci ra- 
mosa. 14 


Hübner, Bomb. Tab. 21. f. 82. (mas.) 83. (foem.) 

Text, S. 122. n. 5. e B. Abie- 
tis. 

e Lepid. III. Ponte II Verae, D. b. 18. 
2. à (Raupe) b. (Gewebe.) c. (Puppe.) 

2 Beitr I BIS Phe I. Taf. nr A. 1. 2. 3. S. 
S. 3. II. B. 3. Th. II. Taf. fig. I. (mas.) S. 65. 
Nachtr. 8. 114. 129. B. Abietis. 

Wien. Verz. S. 55. Fam. G. n. 2. Tannenſpinner, 
B. Abietis. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 97. n. 2. —— 

Espers, Schm. III. Th. Tab. LXXXII. Cont. 3. f. 

. Fort . Tab. LXXXXI. Cont. 12. f. 2. 
(mas.) Fortſ. S. 67. B. Abietis. | 

Pa p. d' Europe, Pl. V. Supplem. Cl. Ire. fig. 19 
0 f. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th S. 32 4. n. 1317. —— 2 

Lang, Verz. 2. A. S. 96. n. 737. —— 

Schwarz, Raupenkal. S. 55. 263. 389. —— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 265. n. 
1445. KR (Die hier beſchriebene Raupe gehoͤrt zu 
Esper B. Coe nobita, N. Panthea Fahr. 
Supplem. 447. 309 — 10. wovon an einem andern 
Nite) 0 


215 


Scriba, Journal, II. St. S. 121. B. Abietis. 


Größe und Geſtalt der vorhergehenden Art. Die 


Fuͤhler ſind braunlichgelb gekaͤmmt, mit weißem Schafte, 
der Kopf und Rüden weißgrau und dunkler gemiſcht, der 


Hinterleib weißlich. 


Die Vorderfluͤgel ſind weiß, eben beſtaͤubt 


und gewoͤlkt, an der Wurzel ſteht eine ſchwaͤrzliche Zackenlinie, 
hierauf ein gleichfarbiger Bogenſtreif, in der Mitte ein 
ſchwarzes, zwey in einander geſtellten V. ähnliches Zei⸗ 
chen, welches die Spitze gegen die Wurzel kehrt und in das 


die ſcharfe Spitze eines ſchwarzen kappenfoͤrmigen Bogen⸗ 


ſtreifes auslaͤuft, welcher, außer demſelben, durch den 

Flügel zieht. Der Raum zwiſchen dieſem und dem Au- 

ßenrande iſt braungrau bogig gewolft und vor dem weiß- 

grau und ſchwaͤrzlich geſcheckten Saume läuft eine unters 

brochene ſchwarzbraune Linie her. 

; Die Hinterflügel find bey dem Manne aſchgrau, bey 
dem Weibe weißlich, mit einem dunkleren mondförmigen 


Mittelflecke, an welchen ſich ein gleichfarbiges bogiges 


Band anſchließt, das in den Innenwinkel auslaͤuft. Die 
Franzen ſind weißlich und braungrau geſcheckt. 
Die Unterſeite führt auf jedem Flügel einen braun⸗ 


grauen mondförmigen Fleck und ein gleichfarbiges verlo⸗ 


ſchenes Band; der Vorder- und Außenrand find. brauns 
grau beſtaͤubt. 
| Das En ift faſt rund und gruͤnlich; die Raupe fiber 
wintert und lebt auf der gemeinen Tanne, (Pinus Abies, 
picea L.) wo man ſie im Juny erwachſen findet. Sie 
hat die Groͤße und Geſtalt der von Org. pudibunda, 
iſt hellgruͤn gefärbt, mit ſammtſchwarzen Einſchnitten, über 
den Ruͤcken und in den Seiten weiß und ſchwarz gefleckt; 
zwey ſchwarze ruderfoͤrmige Haarbuͤſchel ſtehen, vorwaͤrts 
geſtreckt, über dem Kopfe; auf dem Rucken, von dem 


1 


214 


vierten bis zum fiebenten Gelenke, vier braungelbe, ſeit⸗ 
waͤrts gelblich gefärbte, oben abgeſtutzte bürflenartige und 
auf dem eilften ein braungelber hornfoͤrmiger Haarbüͤſchel. 
Der uͤbrige Koͤrper iſt mit ſchwarz oder braunlichgelb be⸗ 
haarten Waͤrzchen beſetzt. ö 
Das Gewebe iſt eyfoͤrmig, doppelt, graulich und 

mit den Haaren der Raupe vermiſcht; die Puppe glaͤn⸗ 
zend ſchwarzbraun und braͤunlich behaart. | 
| Nach achtzehn bis zwanzig Tagen erſcheint der 
Schmetterling, welcher im ſuͤdlichen Deutſchland eine der 
groͤßten Seltenheit iſt; wenigſtens kenne ich nur fuͤnf 
Exemplare, nämlich zwey in der Gerning'ſchen, zwey 
in der Radda'ſchen Sammlung und ein ſehr wohl er⸗ 
haltenes, das ich um einen hohen Preis erhielt. 


3. ORGYIA FASCELINA. 


1 ; 3883 8 { 1 
Org. alis cinereis, anticis nigro- irroratis: strigis dua- 
bus ful vo- ſuscis repandis. 


Hübner, Bomb. Tab. 21. f. 81. (oem. ) B. Medi- 
caginis, Text; S. 122. n. 4. Kleeblumenſpinner, 
B. Tasceli ua. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, D. a. b. 
fig. 2. a. (Raupe.) b. (Gewebe.) 

Wien. Verz. S. 55. Fam. G. n. 5. Kleeblumenſpin⸗ 

ner, B. Fascelina. 

Illi ger, N. Ausg. dess. 1. B. 8. 97. m. 3 ‚un das 

Linné, S. N. I. 2. 825. 55. —— _ 

— — Faun. suec. ed. 2. 297. 1119. —— 

Fabr. E. S. III. 1. 439. 98. —— 

De Geer, Uiberſ. v. Goeze. I. B. 2. Q. 46 Tab. 15. 
f. 12 — 15. 4. Q. S. 119. II. B. 1. Th. S. 250. 


II. 7. 


215 


Roͤſel, Ins. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XXXVII. 


f. 1 — 9. S. 217. 
Wilkes, Nat. Hist. Tab. LXII. B. Fascelina. 
Esper, Schm. III. ©. Tab: LV. R I - 5 
275. —— 
90 7 d' Europe, T. IV. Pl. CLXI. f. 209. a — 
h. pag. 175. La patte &icndue agate. 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 317. n. Ag: B. Fas- 
celina. 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 352. n. 200. —— 
Müller, Faun. Fridr. p. 40. n. 365. —— 
— Zool, Dan. p. 118. n. 1368. 
Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 35. u. 672. 
— — A. Magaz. II. B. 1. St. S. 4. 
— — N. Magaz. II. B. S. 75. n. en 


Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. ©: 


422. n. 41. . 5 70 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 80900 . 
1446. B. fascelinus. 2. Abth. S. 151. n. 2. 
ria fascelina. 
Vieweg,; Tab. Verz. 1. H. S. 55. n. 51. B. Hage 
lina. ni 
Liang, Verz. 2. A. S. 95. n. 735. 736. —— 
Brahm, Inf. Kal. S. 508. n. 369. —— 


Schwarz, Raupenkal. S. 62. 227. 525. 669. 


761.71 


Die Fuͤhler ſind ſchwärzlich gefämmt, mit einem 
weißgrauen Schafte, Kopf, Rüden und Hinterleib aſch— 
grau, der letztere ſchwarzgrau gebartet, der Ruͤcken am 


Ende roſtgelb gefleckt. 


Die Vorderfluͤgel ſind aſchgrau „ ſcqwarz beſtaͤubt, 
weiß und grau gewoͤlkt, mit einem ſchwarzen Mittelmond— 
chen und zwey geſchwungenen, roſtgelben, ſchwarz begrenze _ 


ten Querſtreifen; die hinteren hellgrau, mit einem 


216 


en Mittelflecke und zuweilen einer verloſchenen 
Binde. 

Die Unterſeite aller Fluͤgel iſt aſchgrau, dunkler be⸗ 
ſtaͤubbt, mit einem ſchwarzbraunen Mittelflecke und einer, 
nur am Anfange deutlichen, gleichfarbigen Binde. 

Die Eyer ſind rund, weißlich und mit den After⸗ 
haaren des Weibes bedeckt. Die Raupe uͤberwintert; man 
findet ſie erwachſen zu Ende des May und Anfange des 
Juny auf mehreren Grasarten, auf Kleeblumen (Trifo- 
lium pratense), Löwenzahn (Leontodon Taraxacum), 
Wegerich (Plantago), Brombeeren (Rubus fruticosus), 
Pappeln, Eichen, Weiden, Schlehen u. ſ. w. Sie iſt 
ſchwarzgrau und mit gelbbehaarten Waͤrzchen beſetzt; auf 
dem Ruͤcken ſtehen uͤber den fuͤnf mittleren Gelenken eben 
ſo viele, halb weiße, halb ſchwarze Haarbüſchel, zu bey⸗ 
den Seiten des Kopfes zwey ſchwarze vorwärts geſtreckte 
und auf dem letzten Gelenke ein gteithfarbigen. ſpitzer, 
aufgerichteter Haarpinſel. 

Das Gewebe iſt ſchwarzgrau, uͤbrigens wie bey den 
vorhergehenden Arten, die Puppe ſchwarzbraun und braun 
behaart. Der Schmetterling entwickelt ſich in drey oder 
vier Wochen und wird faſt allenthalben in Europa ange⸗ 
troffen. 


4. ORGYIA SELENITICA. 


Org. alis anticis fusco cinereoque variis, macula cen- 
trali strigaque postica undata albidis; posticis atris. 


Hübner, Beitr. II. B. 3. Th. I. Taf. fig. A. (foem.) 
S. 59. u. 125. B. Selenitica. 

— — Sammlung auserleſ. Voͤgel u. Schm. Tab. 150 5 
(mas) — 


N 317 


Hübner, Bomb. Tab. 20. f. 79. (mas.) 80. (foem.) 
Text, S. 122. n. 3. Blattererbſenſpinner, B. La- 
thy ri. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, D. a. b. 
fig. 1. a. (Eper. b. (Raupe. ) c. (Puppe und Ge⸗ 
webe. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LXXXII Cont. Bomb. 
3. f. 5. (foem.) Fortſ. S. 18. Pab. LXXXVIII 
Cont. Bomb. 9. f. 2. (mas.) Fortſ. S. 49. Tab. 

XGIV. Cont. 25. f. 4. 5. (Raupe.) 6. (Gewebe.) 7. 
Puppe.) Fortſ. S. 101. B. Selenitica. N 

Pa p. d' Europe, Pl. VII. Suppl. Cl. Ire. f. 237. 
a. b. bis. (foem.) 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 466. n. 27 — 28. —— 
Fahr. E. S. III. 1. 477. 218. B. paradox a. (Hier 
iſt der Mann ſehr gut beſchrieben, das Weib aber, un⸗ 

Rane als fluͤgellos angegeben.) 


Der Mann hat die Geſtalt der folgenden Art, iſt 
aber gewoͤhnlich etwas größer. Die Fühler find brauns 
grau, mit einem gelblichen Schafte, der Kopf und Ruͤk— 
ken braungrau wollig, der Hinterleib dunkler. 

Die Vorderfluͤgel ſind gelbgrau, graubraun gewoͤlkt, 
mit einem weißlichen, nierenfoͤrmigen, mit einem ſchwarzen 

Mondſtrichchen bezeichneten Mittelflecke, einer ſchwarzbrau- 
nen zackigen Binde gegen die Wurzel, einer gleichfarbigen 
kappenfoͤrmigen Linie und einem weißen Wellenſtreife vor 
dem Außenrande. Die Franzen ſind ſchwarzbraun und 
gelbgrau geſcheckt; die Hinterfluͤgel ſchwarz, in der Mitte 
gelblich gemiſcht, mit graugelben Franzen. Die Unter- 
ſeite ift ockergelb, auf den Vorderfluͤgeln am Vorderran— 
de gegen die Wurzel, auf den hinteren am Rande und in 
der Mitte, ſchwarzbraun ſchattirt. 

Das Weib iſt wie Org. fascelina geftaltet, aber 


218 


beträchtlich kleiner, durchaus ſchwarzgrau, am Hinterleibe 


mit weißgrauen Einſchnitten und aſchgrauem Afterbarte. 


Die Fluͤgel ſind dunkel ſchwarzgrau, die vorderen mit 
zwey weißen Wellenſtreifen, einigen gleichfarbigen Mi— 
ſchungen, einem weißlichen Nierenflecke in der Mitte und 
ſchwarz und hellgrau geſcheckten, die hinteren mit gelblich 
grauen Franzen. Die Unterſeite iſt einfarbig ſchwarzgrau, 


mit einem weißlichen Nierenflecke auf den Vorderfluͤgeln. 


Die Eyer find rund, gruͤnlich und mit Haaren be- 
deckt. Die Raupe iſt ſchwarz, lang und dicht behaart, 
mit zwey langen ſchwarzen Haarpinſeln am Kopfe, einem 
auf dem letzten Gelenke und fuͤnf gelblichgrauen, oben 
ſchwarzen Ruͤckenbuͤrſten. Sie lebt vom Juny bis in den 
Fruͤhling des folgenden Jahres auf Esparcette (Hedysa- 
rum Onobrychis), und nach Huͤbner, auch auf der 


Wieſenblatterbſe (Lathyrus pratensis), überwintert ganz 
ausgewachſen und iſt bey der kuͤnſtlichen Erziehung ſehr 


ſchwer zu erhalten. 

Das Gewebe iſt eyrund, dunkelgrau und ſchwarz⸗ 
braun, die Puppe rothbraun, gelblich behaart; der 
Schmetterling erſcheint nach vier Wochen, gewoͤhnlich in 
der Mitte des Monats May in Bayern, Gallizien und 
haͤufig in der Gegend von Erfurt. 


5. OH G TIA GONOSTIGMA. 


ER alis fuscis, anticis macula apieis fulva, albo mar- 
Ante alter aque anguli aui alba; foemina aptera. 


Hübner, Bomb. Tab. 30, . 78. (mas.) Tab. 59. 
fig. 255. (foem.) Text, S. 121. v. 2 ben, ue 
ner, B. Go nostig ma. 

— — Lev. Lepid. III. Bomb. II. Verae, D. a. 


fig. 2. a. ( Raupe.) 


219 
Wien. Verz. S. 55. Fam. G. n. 6. Zwetſchkenſpin 
ner, B. Gonostigma. 
Illiger, Magaz. II. B. S. Ag. (v. Kaspeyres) 


Fabr. E. S. III. 1. 477. 217. —— 


Scopoli, Ent. Carn. 198. 496. Ph. Antiqua. 


Roel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XL, 


f. 1— 10. S. 229. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. LXV. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. N f. 6 — 10. S. 282. 
B. Gonostigma. 


Pa p. d' Europe, T. IV. Pl. n f. 212. lech 


pag. 186. La soucicuse. 


Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 329. n. 124. B. 


Gonostigma. 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 354. n. 203. —— 
Fueßl. Schweiz. Inf. S. 36. n. 674. —— 
— — A. Magaz. II. B. 1. St. S. 6.—— 
— — N Magaz. II. B. S. 37. u. 57. — 8 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 
408. n. 21. Ph. Antiqua. 
Schrank, Faun. boic. 2 B. 4 Abb 8 S. 267 . 


1449. B. Gonostigma. 2. Abtb. S. 151. n. 


. Verin Gonostigma. 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 66. n. 73. Bom b. 


Lang. Verz. 2 A. S. 9. n. 744546 


Brahm, Inf. Kal. S. 40g. n. 288. —— 
Schwarz, Raupenkal. S. 61. 230. 38 1. 526. 649. — 


Die Ffxuͤhler find hellbraun, Kopf, Ruͤcken und 2 5 


terleib dunkel braungrau, die Vorderfluͤgel dunkelbraun, 
ſchwarzbraun gewoͤlkt und ſchattirt; an der Wurzel ſteht 
ein rothbrauner, weißgerandeter, faſt viereckiger Fleck, 
eine gleichfarbige Makel in der Mitte und vor dem Au— 
ßenrande eine breite kappenfoͤrmige, einwaͤrts ſchwarz 


220 

4 W e enen 
auswärts an der Fluͤgelſpitze von vier oder fünf weißen 
Fleckchen, am Innenwinkel von einer gleichfarbigen, 
mondfoͤrmigen Makel begrenzte gebogene Binde, welche 
am Vorderrande rothgelb gefaͤrbt und von den durchzie⸗ 
henden Adern unterbrochen iſt, zuweilen, jedoch verlo- 
ſchener, bis zum Innenrande fortlaͤuft. Auf der Unter: 
ſeite ſind ſie von der Wurzel aus ſchwarzbraun, vor dem 
Außenrande braͤunlich gelb, mit einem weißen Flecke an 
der Fluͤgelſpitze. 

Die Hinterflügel find auf beyden Seiten dunkel- 
ſchwarzbraun, die Franzen aller Stügel gelblich u ſchwarz⸗ 
braun geſcheckt. | 

Das Weib iſt dunkelaſchgrau, mit nur ebe 
Spuren von Flügeln. - 

Die Eyer find Et weiß, mit Haaren bedeckt. 
Die Raupe findet man im May und Juny, im Auguſt 
und September auf Eichen (Quercus), Schlehen (Pru- 
nus spinosa), Pflaumen (Prunus domestica), wilden 
Roſen (Rosa canina), Erlen (Betula Anus), Schwarz⸗ 
beerſtauden (Vaccinium Myrtillus), Himbeeren (Ru- 
bus Idaeus) u. ſ. w. Sie iſt ſchwarz, rothgelb geſtreift, 
mit weiß⸗ und gelbbehaarten Waͤrzchen beſetzt; vier 
Paare gelbbraͤunlicher Haarbuͤrſten ſtehen auf dem Ruͤcken, 
am Kopfe zwey und uͤber dem letzten Gelenke ein ſchwaͤrz⸗ 
licher Haarpinſel. 

Das Gewebe iſt eyfoͤrmig, Wiuniich, die maͤnnliche 
Puppe an den Fluͤgelſcheiden und uͤber den Ruͤcken ſchwarz⸗ 
braun, am Hinterleibe ockergelb; die weibliche dicker, oh— 
ne Fluͤgelſcheiden, glänzend ſchwarz, mit rothgelben Ein⸗ 
ſchnitten des Hinterleibes. Beyde fuͤhren eine ſcharfe 
Endſpitze und ſind braungrau behaart. 

Der Schmetterling entwickelt ſich nach vierzehn Ta⸗ 
gen, oder drey Wochen, im July und zu Ende des gen 
tembers, — allenthalben in Deutſchland. 8 


221 


6. ORGYIA ANTIOUA. 


Org. alis ferrusineis, anticis strigis duabus obsoletis. ob- 


scurioribus maculaque anguli ani nivea; foemina 
aptera. ö 
\ 


Hübner, Bomb. Tab. 20. f. 77. (mas.) Tab. 54. 
f. 235. (foem.) Text, S. 121. n. 1. Schlehenſtrauch⸗ 
ſpinner, B. Antiqua. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, D a. 

fl. 1. a. (Gewebe und Eyer,) b. (Raupe,) c. (Puppe.) 


Wien. Verz. S. 55. Fam. G. n. 5. Abricoſenſpinner, 


B. Antiqua. 
Illiger, Magaz. II. B. S. 49. (v. Laspeyres.) 
Linné, 8. N. I. 2. 825. 56. B. antiqua, elin- 


guis, alis planiuseulis: superioribus ferrugineis 


lunula alba anguli postici; femina aptera. 

— — 826.57. B. gonostigma, elinguis, alis 
‚planiusenlis: superioribus ochraceis macula tri- 
gona anguli postici; femina aptera ). 

— —Faun, ‚Suee. ed. 2.297. 1120. B. antiqua, 

Scopoli, Ent.Carn. 199. 497. Ph. Gonostigma. 

Fabr. E. S. III. 1. 476. 216. B. antiqua. 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 119. n. 23. 
L’etoilee, . | 

De Geer, Uiberſ. v. Goeze. I. B. 2. Q. S. 35. Tab. 

17. f. 1— 18. 4. Q. S. 120. II. B. 1. Th. S. 
208. n. 2. Ä 

Röfel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtb. 2. Cl. Tab. XXXIX. 
f. 1—5. S. 225. III. Th. Tab. XIII. f. 14. S. 81. 


8 ep p, Neederl, Ins. II. Th. van't tweede Gezin der 


e Bende, Tab. XXIII. lig. 1— 11. 


5 ueber B. antiqua und Gb gma des Linne 
und Scopoli Waben man IIlig. Magaz. N, B her 


222 


Wilkes, Nat. Hist. Tab. LXIV. © 
Douovan, Nat. Hist. Vol. I. Pl. XVI. | 
Esper, Schm. III. Th. Tab. L VI. f. 1 5. S. ars 
B. Antiqua. 
Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLXII. fig. 211. a 
f. Pl. CLXIII. f. 211. g — i. pag. 181. D’ätoilee. 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 3511 M. er B. 
Antiqua. 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 35 4. n. 304 — 
Müller, Faun. Fridr. p. 41. n. 366. —— 
— — Zool. Dan. p. 118. n. 1569. —— 
Fueßl. Schweiz. Inf: S 55. n. 673.—— 
e A. Magaz. II. B. 2. St. S. 4. —— 
— — N. Magaz. II. B. S. 75. n. 56. —— III. B. 
2. St. S. 149. n. 75. S. 164. m. 203. B. Gono- 
stig ma. (v. Brahm in feinem Inf. Kal. . Hi 
antiqua angeführt.) 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 207. m 
1 448. B. anti quus. 2. Abth. 8. 15 n. 11. 
Laria antiqua. 
Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 17). n. 1102. Nov. ed. 
IIIig. p. 28 2. n. 1102. B. antiqua. 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 65. n. e vo 
Nat ur f. V. St. S. 233. 3 
Lang, Verz. 2. A. S. 97. n. 740 — 743. 
Brahm, Inſ. Kal. S. 410. n. 289. — 1 
Schwarz, Raupenkal. S. 57. 230. 58 1. 526. 648. -— 


7 4 
JE 


Die Fuͤhler ſind braungrau, mit einem gelblichen 
Schafte, Kopf, Rüden und Hinterleib dunkelbraun, die 
Vorderfluͤgel zwiſchen zwey ſchwarzbraunen, meiſtens ver⸗ 
loſchenen Wellenſtreifen roſtfarbig, an der Wurzel und 
dem Außenrande dunkelbraun; in der Mitte ſt ht ein 
helleres verblichenes Mondfleckchen und gegen den Innen⸗ 


2253 


winkel ein eckiger ſchneeweißer Fleck. Die Hinterflügel 
ſind roſtfarbig; die Unterſeite iſt roſtgelb, in der Mitte 
dunkler ſchattirt. 

Das Weib iſt, wie bey der vorhergehenden Art, fi 
gellos und gelbgrau behaart. 

Die Raupe lebt mit der vorhergehenden gleichzeitig 
auf denſelben Pflanzen ſie iſt aſchgrau, mit feinen roth— 
gelben und weißen Laͤngslinien und Waͤrzchen, gelblich 
behaart; hinter dem Kopfe ſtehen erhabene rothgelbe 
Punkte in einer Querreihe und zwey ſchwarze vorgeſtreckte, 
aus oben gefnöpften Haaren beſtehende Pinſel, zwey wa⸗ 
gerechte in jeder Seite des vierten Gelenkes und ein auf— 
gerichteter uber dem letzten, auf dem Rücken vier Paare 
gelber abgeſtutzter Bürften. 

Das Gewobe iſt eyfoͤrmig, gelberku z die Puppe 
gelb, an den Fluͤgelſcheiden ſchwarzbraun und braͤunlich 
behaart; der Schmetterling hat gleiche Erſcheinungszeit 
mit dem vorigen und iſt allenthalben in Europa zu Hauſe. 


. 


f \ 


224 


XIII. 
F , 


Die Fuͤhler ſind zweyreihig gekammt, s a iſt 
kurz, der Kopf und groͤßte Theil des Ruͤckens führt einen 
breiten ſammtartigen Streif, der Hinterleib ift lang, am 
Ende (bey dem Manne getheilt) gebartet und in der Ruhe 
in die Hoͤhe gerichtet, die Vorderfuͤße ſind ausgeſtreckt, die 
Fluͤgel liegen dicht am Leibe an, die vorderen haben an der 
Spitze eine farbige Makel und ſind uͤbrigens mit bogigen 
helleren Querlinien bezeichnet. 

Die Raupen ſind duͤnn behaart, haben auf 50 vierten 
und letzten Gelenke aufgerichtete faſt ſpitze Haarbuͤſchel und 


leben meiſtens in zuſammengeſponnenen Blaͤttern. 


Die Verwandlung geſchieht zwiſchen Blaͤttern in 
einem weichen, aber dichten Gewebe. Die Puppe ft am 
Ende mit einem Stachel verſehen. 

Der Name Pygaera iſt aus dem griechischen 
muyy anus, und algas tollens, zuſammengeſetzt. 

LARIA, Schr ank, Latreille. 


An mer kun g. 


Die fuͤnferſten in dieſer Gattung aufgefuͤhrten Arten ſind 
keinem Zweifel unterworfen; ihre Kennzeichen ſind deutlich und 
uͤbereinſtimmend; aber Bucephala dahin zu ziehen, iſt ein 
Wageſtuͤck, das ſchwer zu rechtfertigen iſt. Die Verwandlungs⸗ 
geſchichte, die borſtenfoͤrmigen Fuͤhler des Weibes, die in der 
Ruhe nicht ausgeſtreckten Vorderfuͤße widerſprechen, aber die am 
Leibe dicht anliegenden Fluͤgel, die gefleckte Spitze der vorderen 
und der faſt auf gleiche Art bezeichnete Rücken verbieten wenig⸗ 
ſtens die Vereinigung mit coeruleo-cephal a, 0 le a gi- 
na und trimacula. Das Uibereinſtimmende in der Zeich⸗ 
nung des Schmetterlings beſtimmte mich, ihn, jedoch in einer 
beſonderen Abtheilung, dieſer Gattung beyzufuͤgen, da er in 
keiner andern untergebracht werden kann und die Errichtung 
einer neuen die ohnehin ſchon ſo große Anzahl derſelben noch 


mehr vermehren würde. 


f 


10 


225 


1. PYGAERA OV. 


Pyg. alis griseis, anticis puniceo variis, macula apicis 
lunari nivea strigisque tribne albidis. 


u 


Hübner; Bomb. Tab. 22. f. 86. rt Tut, S 
123. n. 1. Weißfleckiger Spinner, B Timon. 


Groͤßer, als die folgende Art; die Fuͤhler braun⸗ 
grau, der Kopf braun, der Ruͤcken veilgrau, mit einem 
dunkelbraunen Flecke in der Mitte, der Hinterleib braun⸗ 
grau, die Vorderfluͤgel veilgrau, braun ſchattirt und ge⸗ 
woͤlkt. Gegen die Wurzel ſteht ein weißer wellenfoͤrmiger 


Streif, an welchem auswaͤrts rothbraune Flecke liegen, 


wovon der mittlere, groͤßere, an eine faſt gerade weiß⸗ 
liche Querlinie flößt, die mit einem gleichfarbigen, ein⸗ 
waͤrts gebogenen Streife die dunklere Grundfarbe in der 
Mitte einſchließt; zwiſchen beyden ein blaſſes Mondfleck⸗ 
chen. Am Vorderrande zeigt ſich ein ſchneeweißer mond⸗ 
foͤrmiger Fleck, welcher einwaͤrts einen rothbraunen Schat⸗ 
ten begrenzt, der ſich vor dem dritten Querſtreife herab⸗ 
zieht und an der Spitze des Fluͤgels ſtehen zwey weiße 


Fleckchen; der Außenrand iſt zackig veilgrau ſchattirt. 


Die Hinterflügel find hellgrau, mit einem breiten braun⸗ 


grauen Schatten vor dem Außenrande, in welchem am 
Innenwinkel ein verblichener veilgrauer Wiſch ſteht. Die 


Unterſeite iſt braungrau, die Zeichnungen ſcheinen von 
oben verloſchen durch, der Außenrand iſt dunkler und ge⸗ 
gen die Spitze der Vorderfluͤgel nehmen ſich die weißen 
Flecke der Oberſeite deutlich aus. | 
Das Original der Huͤbner'ſchen Abbildung, welche 
etwas zu dunkel gerathen iſt, und meiner Beſchreibung, 
befindet ſich in der Sammlung des H. Abbate Maz- 
Dritter Band. P 


226 


* 


zola und wurde in Maͤhren des Abends in einem er— 
leuchteten Zimmer gefangen. H. Huͤbner giebt Lapp⸗ 
land als das Vaterland an. N * 


2. PYGAERA ANASTOMOSIS. 


Pyg. alis griseis ferrugineo fuscoque variis, strigis tri-- 
bus albidissubanastomosantibus:: thorace fer rugineo. 


Hübner, Bomb. Tab. 22. f. 87. (foem.) Text, S. 
1 Lorbeerweidenſpinner, r N 
mos is. 

— — Larv. Lepid. II. Bomb. II. Verae, E. A. 
fig. 2. a. (Raupe.) b. (Puppe.) | 

Wien. Verz. S. 55. Fam H. n. 1. Lorbeerweiden⸗ 
ſpinner, B. Anastomosis. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 100. n. 1. —— 

— — Magaz. II. B. S. 51. n. 1... 

Linné, S. N. I. 2. 824. 55. —— 

— — Faun Suec. ed. 2. 299. 1125. 

Fabr. E. S. III. 1. 448. 125. —— 

De Geer, Uiberſ. v. Goeze II. B. 1. Th. S. 233. 

Ro ſel, Inf. Bel. I. Th. Nachtv. 2. El. Tab. XXVI. 
f. 1 5% 8. 197 

Es per, Schm. III. Th. Tab. LIE f. 1 —4. S. 262. 
B. Anastomosis. 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLXIV. f. 219. a—i. 
pag. 189. La Haussequeue grise. 

Borkh. Eur. Schm. III. et ©. 585 n. 126. B. 
Anastomosis. 

— — Rhein. Magaz 1 B. S. 355. n. Los BRREE 

Müller, Faun. Fridr. p. 41. n. 568. —— | 

— — Zool. Dan. p. 118. n. 1965. —— I 


2257 


Fueßl. Schweiz. Inf. S. 55. n. 670. B. Anastomosis. 
— — A. Magaz. II. B. 1. St. S. 3. —— 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. 8 
420. n. 39. 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 268. n. 
1450. —— 2. Abth. S. 151. n. 13. Laria 
Anastomosis. 
Vieweg, Tab. Verz, 1. H. 8. 52. n. 44. B. a na- 
sto mos is. J 
Lang, Verz. 2. A. S. 99. n. 754. 755. —— 
Brahm, Inſ. Kal. S. 468. n. 330. 
Schwarz Raupenkal. S. 226. 380. 649. 751. A 
eg Journal, III. St. S. 241. 1. 


— . 


Die Fuͤhler ſind braungrau, mit einem weißgrauen 
Schafte, der Leib iſt roͤthlich grau, mit einem dunkel— 
rothbraunen Flecke auf dem Ruͤcken. Die Vorderfluͤgel 
find braungrau, gegen die Spitze roſtfarbig, ſchwarz. 
braun und veilgrau gewoͤlkt und gefleckt, mit drey 
weißlichen braungerandeten Schraͤgſtrichen und einem 
ſchwaͤrzlichen undeutlichen Mittelflecke. Vor dem Außen- 
rande ſteht ein ſchwarzbrauner, auswärts ſchwarzbegrenz⸗ 
ter Schatten. Die Hinterfluͤgel ec wie die ganze un 
terſeite, einfarbig braungrau. . 

Die Raupe iſt braun, uͤber den Rücken ſchwarz, 
mit weißen und gelben Punkten und zwey gelben, von 
rothen behaarten Waͤrzchen unterbrochenen Seitenſtrei— 
fen. Auf dem vierten Gelenke ſteht ein groͤßerer, auf 
dem letzten ein kleinerer ſchwarzbehaarter und weißge⸗ 
fleckter Zapfen. Sie lebt im Juny und Anfange des 
July, dann wieder im Auguſt und September auf 
allen Arten von Weiden (Salix) und Pappeln (Popu- 
lus). Das Gewebe iſt grau, duͤnn und zwiſchen Blaͤt⸗ 
tern Ir a die Puppe blaͤulich ſchwarz, am Hinter: 

a 


228 


leibe dunkelbraun, mit zwey rothgelben Ruͤckenſtreifen. 
Der Schmetterling erſcheint im May, July und zuweilen 
auch noch im September und Oktober, — faſt e 
ben in Europa. 


3. PYGAERA RECLUSA: 


Pyg. alis anticis glauco -cinerascentibus, strigis albidis 
subanastomosantibus ‚ macula apicis ferruginea 
punctoque marginali albo. 


Hübner, Bomb. Tab. 22. f. 90. (mas.) Text, S. 
124. n. 5. Rosmarinweidenſpinner, B. Reclusa. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, E. b. 
fig. 2. a. (Raupe.) b. (Puppe.) | | 
Wien. Verz. S. 56. Fam. H. n. 4. Rosmarinwei⸗ 

denſpinner, B. Reclusa, f 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 102. n. 4 —— 

Fabr. E. S. III. 1. 447. 124. 5 

Scopoli, Ent. Carn. 201. 502. Ph. Ansstirino 
sis. (mit einem?) 

De Geer, Uiberſ. v. . II. B. 1. Th. Tab. 5. . 

1. S. 254. n. 11. 

Roͤſel, Inſ. Bel. IV. Th. Tab. XI. 1.186. S. 81. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LI. f. 6. 7. 8. S. 260. 
B. Reclusa, 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLXV. f. 2 16. a — e. 
pag. 197. La Haussequeue brune. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. IV. Pl. CXXIV. 
CXXIX. f. 4. B. Anas to mos is. , 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 344. n. 129. B. 
Reclusa. 


— — Rhein. Magaz. I. B. S. 356. n. 208, 


ag 


Hufnaget, Zub. im Berl. Magaz. II. 8 4. St. &- 

4426. n. 46. Ph. pigra. 

N Naturf. VIII. St. S. 109. n. 46. —— 

Schrank, Faun boic. 2. B. 1. Abth. S. 269. n. 
1452. B. Reclusa. 2. Abth. S. 152. n. 16. 

Laria Reclusa. 

Vieweg, Tab. Verz, 1. H. S. 52. n. 43. B. re- 
olusa. 

Lang, Verz. 2. A. S. 98. n. 749. 750. 

Fueßl. A. Magaz. II. B. 1. St. S. 2. 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 165. n. 213. 

Brahm, Inſ. Kal. S. 512. n. 372. 

Schwarz, Raupenkal. S. 249. 388. 532. 666. 
759. — ö 


Fr 


8 Kleiner als alle verwandten Arten. Die Fühler 
find. braungrau, der Rüden und Hinterleib röthlichgrau, 
der erſtere mit einem rothbraunen Flecke; die Vorderfluͤgel 
etwas abgeſtumpft, veilgrau: an der Wurzel ſtehen zwey 
weißliche braungerandete Querlinien, die ſich an beyden 
Enden vereinigen, hierauf folgt ein ſchwarzbrauner Schatten, 

der nach innen von einer weißlichen Linie begrenzt wird, 

welche nicht bis zum Vorderrande reicht und gegen dieſen 
einen Haken bildet; nach außen zieht ein gleichfarbiger 
Querſtreif vom Innenrande, wo er mit der dritten Linie 
zuſammenhaͤngt, in ſchiefer Richtung nach dem Vorderran⸗ 
de, laͤuft hier in einem weißen Fleckchen aus und begrenzt 
eine roſtfarbige Makel, welche auswaͤrts gegen die Fluͤ⸗ 
gelſpitze ſteht. Der Außenrand iſt veilgrau, mit einem 
gebogenen ſchwaͤrzlichen, zuweilen unterbrochenen Quer⸗ 

zſtreif. Die Hinterfluͤgel find braungrau; die Unterſeite 
iſt eben fo gefärbt, mit einem dunkleren Streife, der ſich 
auf den Vorderfluͤgeln am Vorderrande in einem 285 
Flecke endiget. 


250 


Werwondlungsgeſchichte und Nahrungspflanzen hat 
die Ve mit der vorhergehenden gemein, doch fand ich 
fie meiſtens auf jungen Espen (Populus tremula). Sie 
iſt ſchwaͤrzlichgrau, auf dem Ruͤcken gelb, hellaſchgrau 
oder gruͤnlichgrau, an den Seiten deſſelben gelb punktirt, 
mit einem ſchwaͤrzlichen Fleckchen auf jedem Einſchnitte 
und einer ſchwarzbehaarten Warze auf dem vierten und 
letzten Gelenke. Uiber den Fuͤßen läuft eine * 
gelbe kettenfoͤrmige Linie her. N 
Die Puppe iſt an den Flügelſcheiden cchwarz, am 
Hinterleibe rothbraun. Der Schmetterling erſcheint, wie 
der vorhergehende, in zwey Generationen und wird in den 
meiſten Gegenden Deutſchlands, aber e ar haͤu⸗ 
fig, angetroffen. 


I. PYGAERA ANACHORETA: 


Pyg. alis griseis, strigis albidis; macula apieis rg 
ferruginea linea undata alba. 


20 77114 RR 


‚Hübner, Bomb. Tab. 22. f. 88. (mas.) Text, S. 
12 4. m. 4. Korbweidenſpinner, B. Anachoreta. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Mn, E. a. 
ſig. 1. a. RER 7 

Wien. Verz. S. 56. Fam. H. n. 3. Borbweitenpin 
ner, B. eee ee N 

IIlliger, n. Ausg. dess. 1. B. 8. 101. 0 

Fabr. E. S. III. 1. 447. 125.—.— 

eee * d. Inſ. V. Th. Tab. VI. f. 16. 

S. 18. f 

Roͤſel, Ju. Bel. Tab. XLIII. £ 1 —5. S. 256. 

Sepp, Neederl. Ins. II. B. Nacht- Vlinders van't 

tweede Gezin der eerste Bende. Tab. J. f. 12 — 18. 


* 


ST, 8 x „ 
* 5 


— 


291 


Ichanffer, Ieon. Tab. CCI. f. 5. 6. Nomencl. 
Panz. p. 181. B. anachoreta. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LI. f. 1 — 4. S. 256. 

B. Curtula. 

Rap Europe, T. IV. Pl. CLXV. f. 214. ae, 
pag. 192. La haussequenue fourchue. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 341. n. 128. B. 
Ana chore ta. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 356. n. 207. — 

Suehl. Schweiz. Inf. S. 35. n. 669. Pb. Curtula. 
(den Citaten nach mit:reclusa vereiniget.) 5 

— — A. Magaz. II. B. 1. St. S. 1. Ph. Curtula. 
(Mit der folgenden Art vereiniget.) 


e, N. Magaz. III. B. 2. St. S. 165. n. 194. B. 


- Curtula. 


Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 


408. n. 20. —— 


; Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 51. n. u B. Curtu- 


1 


La. (S. 69. wird die Verwechſelung dieſer mit der fol⸗ 
genden Art, durch Espers Irrthum veranlaßt, an⸗ 
gezeigt und nach Fa br. Auseinanderſetzung verbeffert.) 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 269. n. 
1451. B. Anachoreta. 2. Abth. 8. 151. n. 15. 
Laria —— 
Lan g, Verz, 3, K. 8. 98. . 747. 748. B. Cur- 
tul a. (Nur das Esper'ſche Citat iſt richtig.) 
8 ahm, Inſ. Kal. S. 110. n. 4 S. 510. u. 271. 
Anachoreta. 


Schwarz Raupenkal. ©. 246. 388. 525 65 ³ 


Die Fuͤhler ſind aſchgrau, a Wan Schaſte, 0 
der Ruͤcken und Hinterleib aſchgrau, erſterer mit einem 
dunkelbraunen Flecke, die Vorderfluͤgel blaͤulichgrau, 
mit weißlichen Schraͤgſtrichen. Gegen die. Spite ſteht 


ein großer braungrauer roſtfarbig gemiſchter Fleck, durch 


232 i 


* 


welchen eine weiße Wellenlinie und vor dem Außenran⸗ 


de eine Reihe ſchwarzbrauner Punkte zieht, die zumeis 
len zuſammenhaͤngen; am Innenwinkel zeigen ſich zwey 
ſchwarze Flecke von ungleicher Groͤße uͤbereinander. Die 
Hinterfluͤgel find, wie die Unterſeite, aſchgrau. 
Die Raupe lebt vom Juny bis in den Oktober 
auf allen Arten von Weiden (Salix), und Pappeln 
(Populus); über den Rüden iſt fie gelbgrau, fleiſch⸗ 
farben oder grau, mit unterbrochenen ſchwaͤrzlichen Laͤngs⸗ 
linien und abwechſelnd ſchwarzen und gelben Flecken zu 
beyden Seiten deſſelben. Auf dem vierten Gelenke ſteht 
eine größere, auf dem letzten eine kleinere, rothgelbe, 


warzenfoͤrmige Erhoͤhung: die vordere hat auf jeder 


Seite einen weißen Punkt; die Luftloͤcher ſtehen in 
rothgelben Flecken, welche einen abgeſetzten Streif bilden. 
Gewebe, Puppe und Erſcheinungszeit des Schmet⸗ 
terlings find wie bey den e Arten. Das 
Vaterland if Deutfchland. ES, 


50 PYGARRA CURTULA. 
Pyg. alis glaucis, strigis albis macnlaque Alice testa 
cea immaculata. ö 


A 


Hübner, Bomb. Tab. 22. f. 89. (mas.) Text, S. 


125. n. 5. Roſenweidenſpinner, B. Curtula. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. II, Verae, E. b. 
fig. 1. a. (Raupe.) b. (Puppe.) 
Wien. Verz. S. 55. Fam, H. m. 2. Roſenweiden. 
ſpinner, B. Curtula. 
Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 101. n. 2. — 
Linné, S. N. I. 2. 825. 52. B. Curtula. 
— — Faun. Suec, ed. 2. 299. 1124. —— 
Fabr. E. S. III. 1. 447. 123. —— 


* 


235 


De Geer, uiberſ. v. Goeze. II. B. 1. %. Tab. 4. 

f. 22 — 25. S. 231. n. 9. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LI. f. 5. S. 2800 Tab. 
LXXXVI Cont. 7. f. 6—8. Fortſ. S. 44. B. 
Ana choreta. 

Pap. d' Europe, T. IV. ‚Pl. CLXV. f. 215. a. 
b. c. Pl. V. Suppl. Cl. Ire. f. 215. d. e. pag. 195. 
La Haussequeue blanche. 

Schwarz, Beytr. II. Th. Tab. XVII. £ 1-4. ©: 

10g. B. Curtula. 

— Eur. ee. III. Th. S. BERN n. 127. B. 
Ourtula. 100 | 

— — Rhein. Magaz I. B. S. 356. n. Und ten 

Müller, Faun. Fridr. p. 41. n. 367. | 

— — Zool. Dan. p. 118. n. 1366 — 

Fueßl. A. Magaz. II. B. 1. St. S. 1. 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 157. n. 136. S. 
158. n. 147. Ph. Ana choreta. | 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S, 125. n. 
14. W ib Curtula. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 51. n. 12. B. a na- 
choret a. 8. 550 n. 42. | 

Lang, Verz. 2. A. S. 98. n. 767 756 — 

Brahm, Inſ. Kal. S. 50g. n.370. B. Curtula. 

Rossi, Faun. Etr. Mant. T. II. p. 18. n. 876. B. 


Anachoreta. 


Schwarz, Raupenkal. S. 207 v8 523. 651. * 
Curtula. 


Aus den Citaten dieſes und der beyden vorher⸗ 
gehenden Schmetterlinge iſt zu erſehen, welche Verwir⸗ 
rungen dabey geherrſcht haben; theils ſind ſie mit ein⸗ 
ander verwechſelt, theils vereiniget worden, nachdem 
man entweder nur einen oder den andern kannte, oder 


| 234 / 


6 


die Citate, die man bey den aͤltern Schriftſtelern fand, 


ohne weitere Pruͤfung aufnahm und abſchrieb. Fa⸗ 


brizius hat ſie zuerſt nach dem Wien. Verz. ge⸗ 
nau unterſchieden und alle Zweifel gehoben. 

Pyg. Curtula iſt gewöhnlich etwas größer, als 
anachoretaz die Fühler find braungrau, mit weißli⸗ 
chem Schafte, Ruͤcken und Hinterleib roͤthlichgrau, auf erſte⸗ 
rem ſteht ein großer, dunkelkaffeebrauner, faſt rautenfoͤrmi⸗ 
ger Fleck und der Afterbuͤſchel iſt am Ende rothbraun gefaͤrbt. 

Die Vorderfluͤgel ſind perlgrau, roͤthlich gemiſcht 


und ſchwarzbraun beſtaͤubt, mit vier weißen Schraͤg⸗ 


ſtrichen, deren aͤußerer einen rothbraunen großen Fleck 
begrenzt, welcher an der Fluͤgelſpitze ſteht und durch 
deſſen Mitte ſich eine ſchwaͤrzliche abgeſetzte Linie zieht. 
Die Hinterfluͤgel ſind braͤunlich grau, am Außenrande 
dunkler; die Unterſeite der vorderen iſt braͤunlich roth, mit 
einem helleren, die der hinteren weißgrau, mit einem 
dunkleren Querſtreife. 


Die Raupe iſt faſt walzenfoͤrmig / dünn behaart 


daumen gelblichgruͤn, oder fleiſchfarben; auf dem 
vierten Gelenke ſteht eine groͤßere, auf dem letzten eine 
kleinere ſammtſchwarze warzenfoͤrmige Erhöhung “). 
Von den drey in der Grundfarbe abweichenden Varie⸗ 
töten führt die erſte eine roͤthliche Ruͤckenlinie und ro⸗ 
the Punkte in den Seiten, die zweyte iſt an den Sei⸗ 
ten mit ſchwaͤrzlichen Atomen beſtaͤubt und mit vier 
Reihen blaßgelber Waͤrzchen beſetzt; die dritte mit fei⸗ 
nen, ſchwaͤrzlichen, oft abgeſetzten Ruͤckenlinien und 
hochgelben Waͤrzchen. 

Nahrungspflanzen, Lebensart und Verwandlungs⸗ 
geſchichte find. wie bey den vorhergehenden Arten, das 
Vaterland die meiſten Gegenden von Difekand⸗ 


* Bey der von Hübner e a * keine 4 


Spur davon zw fehen. 


- 


* 
8 . In? \ * * 
ie RR AND: „ 


BR 


6. PTGAERA BUCEPHALA., 
Pyg. alis einereis, strigis duabus u eee e macula- 


— 0 ew . Ä 


* 


Hübner, Bomb. Tab. 45. f. Pa ( mas.) 195. 
( foem.) Text, S. 295 . . Lundenſpinner, B. 
Bucephala. 4 H 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Van, T. a. b. 
fg. 1. a. (Raupe.) b. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 59. Tam. wur di * 14 eabn. 
ner B. Bucephal a. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. 8. 122. n. 1. — 


Linné, S. N. I. 2. 816. 31. —-—— 


— — Faun. Suec. ed. 2. 295. 1119. —— 


Fabr. E. S. III. 4. 439. 99. 


Geoffr. Hist. des Ins. 00 II. p. 125. n. 28. La 
lunule. 

De Geer, iber. v. bee 1 8. 2. 8. Tab. 13. 
f. 7 — 20. S. 12. 2. B. 1. Th. S. 229. n. 5. 


Roͤſel, Inſ. Bel. I. Th. Nacht. 2. Cl. Tab. XIV. 


f. 1— 7. S. 89. 


Fee d. Inſ. yet Th. Tab. IV. 81 


4. S. 26 
Schaeffer, Icon. Tab. Exit. f. 10. 11. No- 
mencl. Panz. p. 44. B. Bucephala, | 


Sepp, Neederl. Ins. II. B. Nacht- Vlinders vanꝰl 


tweede Gezin der eerste Bende. Tab. XIV. 
f. 1—6. 


Wilkes, Nat. Hist. Tab: XIII. B. Buce phald. 


Donovan, Nat. Hist. Vol. I. Pl. III. 


Esper, Schm. III. Th. 178 XXII. f. 1 — 4. S. 
111. Tab. LXXIX. f. 1. S. 393. ee 8 


256 


Pap. e m. V. Pl. CLXXXV, f. 240. 
a — h. pag. 49. La lunule. 

Scopoli, Ent, Carn. 208. 515. Ph. Bucephala. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 346. n. 130. —— 

— — Rhein. Magaz. I. 5 S. 370. n. 229. — 

Müller, Faun. Fridr. p. 40. n. 361. N 

— — And Dan. p. 118. n. 1357. 

Fu eßl. Schweiz. Inf. S. 34. n. 649. — a 

— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 283. —— 
— — N. Magaz. II. B. S. 60. n. 31. III. 8. a. et 

S. 164. n. 200. —— 

Hufnagel, Tab. in Berl. mne, un. . 2 SS. 
204. n. 1. 

ee ank, Faun. Do 2. B. 1. Abih. 8. 282. n. 1470. 
B. . 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. 50. u. 40. B. a 
en | 

Rossi, Nane Etr. T. II. p. ‚271m, 1083, Nov. 
ed. Illig. p. 274. 2.1083, ——ı 

Lang, Verz. 2. A. S. 106. n. 814. N — 

Brahm, Inf. Kal. S. 473. n. 336.—.— 

Schwarz, Raupenkal. S. 573. 521. 650. 43 


Die Fuͤhler ſind braun, bey dem Manne gelblich 
gebartet *), bey dem Weibe borſtenfoͤrmig, mit aͤuſ⸗ 
ſerſt kurzen, nur dem bewaffneten Auge deutlichen, Haͤr⸗ 
chen. Der Kopf und Ruͤcken ſind eee der . 


*) De Geer hat 2 genau beſchrieben und abgebildet. 
Auf jedem Gelenke ſitzt naͤmlich unten ein Knoͤpfchen, 
das auf jeder Seite einen Haarbuͤſchel, wie ein rund⸗ 
liches Straͤußchen hat, woran die Haare mit den Spitzen 
zuſammen floßen- 


tere von roſtbraunen Doppellinien geſaͤumt, der Hin⸗ 
terleib iſt blaßgelb, in den Seiten ſchwarzgefleckt. 

Die Vorderfluͤgel ſind gezaͤhnt, aſchgrau, an der 
Wurzel und dem Innenrande ſilbergrau; zwiſchen zwey 
gelben, auf den gegen einander gekehrten Seiten ſchwarz— 
braun, auf den entgegengeſetzten roſtbraun gerandeten 
Querſtreifen ſteht in der Mitte ein blaßgelbes, oder 
ſilbergraues Nierenfleckchen und an der Fluͤgelſpitze eine 
große, faſt runde, hellgelbe, dunkler gewoͤlkte, ein⸗ 
waͤrts von dem zweyten Querſtreife halb mondfoͤrmig 
begrenzte Makel. Die Hinterfluͤgel ſind gelblichweiß 
und fuͤhren gegen den Innenwinkel einen graubraunen, 
oft verloſchenen Doppelſtreif. 

Die Unterſeite iſt gelblichweiß, — auf den Vor⸗ 
derfluͤgeln in der Mitte dunkler ſchattirt, — mit, eie 
ner roſtbraunen, zuweilen abgekuͤrzten Binde durch die 
Mitte. 

Ich beſitze eine merkwuͤrdige Abänderung in 1 275 
den Geſchlechtern, die wohl eigene Art ſeyn moͤchte und 
von Schaeffer, Icon. Tab. XXXI. fig. 11. be: 
reits abgebildet iſt. Die Vorderfluͤgel ſind ſtark zu⸗ 
geſpitzt, faſt durchaus ſilbergrau, mit einem runden 
hellgelben, braun gekernten, ziemlich großen Mittelflek⸗ 
ke und einem gleichfarbigen Wiſche im Innenwinkel; 
die gelbe Makel an der Fluͤgelſpitze iſt einwaͤrts von 
dem zweyten Querſtreife mondfoͤrmig geſaͤumt, aber die⸗ 
ſer bildet in der Mitte einen vorſpringenden Zahn. — 
Die hinteren, fo wie die ganze Unterfeite, find gelblich⸗ 
weiß und ungefleckt, die Fuͤhler braungelb und dem 
Hinterleibe fehlen die ſchwarzen Seitenflecken. H. Dahl, 
zeigte mir im vorigen Herbſte eine auf Eichen gefundene 
Raupe, welche von den gewoͤhnlichen dieſer Art zwar 
nicht in der Geſtalt, aber doch in Anſehung der Grund: 
farbe und Zeichnung merkwuͤrdig verſchieden war; ſoll⸗ 
te, was noch zu erwarten iſt, der hier beſchriebene 


U 8 


2238 
1 ve EAN RT N 

Schmetterling daraus entſtehen, ſo duͤrfte er wohl nicht 
mit Unrecht, als eine beſondere Art, unter dem Na⸗ 
men: Py g. Bucephaloides aufzuführen feyn. 

Das Ey iſt rund, grün, oben weiß, mit einem 
dunkelgruͤnen Punkt in der Mitte. Die Raupe lebt, 
vom July bis in den Oktober, auf Linden (Tilia eu- 
ropaea), Erlen (Betula Alnus), Eichen (Quercus 
Robur), Weiden (Salix), Birken (Betula alba), A. 
horn (Acer campestre), Pappeln (Populus) u. ſ. w. 
Sie iſt duͤnn behaart, ſchwarz, oder ſchwarzbraun, mit 
abgeſetzten ſchmalen gelben Laͤngsſtreifen, die zwiſchen je⸗ 
dem Gelenke von einer gelben Querbinde unterbrochen ſind. 
In der Jugend iſt ſie geſellig und verwandelt ſich unter der 
Erde, ohne Gewebe, in eine dunkelbraune, am Ende 
mit einer Spitze verſehene Puppe, welche im May und 
Juny den Schmetterling liefert, der er in Euros 


pa zu Haufe iſt. 


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u 1 a * 4 ’ | 
. 
age 1 8 


ASTRO YA OE A. 


Dieſe Gattung zerfällt in mehrere Familien, deren 
jede zwar ihre unterſcheidenden Merkmale hat, die aber 
nicht wohl zu trennen ſind, da die unberkennbarſten Ui⸗ 
bergaͤnge von einer zu der anderen fuͤhren. Außer der 
vorzuͤglichen Dicke des Hinterleibes bey dem weiblichen 
Schmetterling iſt kein auszeichnendes allgemeines Kenne 
zeichen aufzufinden, wenn man nicht von der Beſchaffen⸗ 
heit der Raupen ausgehen will; daher nahm ich den Gat— 
tungsnamen von dem griechiſchen TAZ THE, Venter 

und AXO, bel ae 


Fee e Schrank, Latreille. 


A. 
Die Fühler find zweyreihig gekaͤmmt, die Palpen 


lang hervorragend, die Fluͤgel gezaͤhnt. Die vorderen 


liegen in der Ruhe dachfoͤrmig und die hinteren ſtehen un- 
ter denſelben hervor. Der Sauger fehlt. 
Die Raupen ſind unten flach, oben gewoͤlbt, halbs 


rauch; auf dem zweyten und dritten Gelenke mit einem oder 


zwey farbigen Querſtreifen und einer zapfenartigen Warze 
auf dem vorletzten; aͤhnliche, mit langen Haaren buͤſchel⸗ 
weis beſetzt, in den Seiten. 

| Die Verwandlung geſchieht über der Erde in einem 
Goglhtn, weichen, von innen beſtäubten Gewebe. 


= 


240 


1. GASTROPACHA ILICIFOLIA. 


1 alis reversis leert subdentatis cinereis A 
nebulosis, Tascia maculari albida. 


Hübner, Bomb. Tab. 44. f. 190. (foem.) B. Be- 
tulifolia. Text, S. 148. n. 5. Saalweidenſpinner, 
B. Ilici folia. 

— — Larv. Lepid. UI. Bomb. II. Verae, 8. b. 0. 
fig. 1. a. (Raupe.) 

Linne, S. N. I. 2. 813. 19. B. Ilieifolia, 

— — Faun. Suec. ed. 2. 293. 1109. —— 

De Geer; Uiberſ. v. Goeze. I. B. 2. Q. S. 17. Tab. 

14. f. 1 — 12. II. B. 1. Th. S. 212. n. 1 

Esper, Schm. III. ww Tab. VII. f. 2 — 6. S. 65. 
B. Betulifolia. 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLXVII. f. 219. à. 
b. pag. 204. La feuille de bouleau. (Die Raupe 
und Puppe.) Pl. VI. Suppl. Cl. Ire. fig. 219. c. d. 
(mas.) e. f. (foem. ). 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 69. n. 17. B. Be t u- 
lifolia. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 359. n. 210. — 

Illiger, Magaz. II. B. S. 5 1. Fam. O. n. 3. des 
Wien. Verz. (Eine gruͤndliche Auseinanderſetzung 
von inne s Ilicifolia, und Betulifoli a und 
Ili cifolia Esper. Von Laspeyres.) 

Lang, Verz. 2. A. S. 99. n. 759. 760. B. Bet u- 
Ii folia. 

Schwarz, Raupenkal. S. 232. 750. — 

Fueß l. Schweiz. Inf. S. 33. n. 637, Ph. Ili ci fo- 
lia. 


Die Fühler find weißlich und braun gekoͤmmt, der 


241 


7 


| Kopf und Rüden roͤthlichbraun und grau gemiſcht, der 


Hinterleib dunkelgrau. 
Die Vorderfluͤgel ſind roͤthlichbraun und hellgrau be— 
ſtaͤubt; in der Mitte ſteht zwiſchen zwey gebogenen, ſchwaͤrz⸗ 


lichen, aus kappenfoͤrmigen Fleckchen zuſammengeſetzten 
Querlinien ein weißer rautenfoͤrmiger Fleck, welcher aus⸗ 
waͤrts mit einem ſchwarzen Strichchen bezeichnet iſt. Vor 

dem bläulichgrau gefärbten Außenrande zieht eine ſchwaͤrz⸗ 


liche, einwaͤrts weißgerandete Fleckenreihe her. An In— 


nenwinkel ſind ſie buſenfoͤrmig eingeſchnitten. 


Die Hinterfluͤgel ſind dunkelgrau, gegen die Wurzel 
braͤunlich, mit einer weißlichen, auf beyden Seiten dun 
kel geſaͤumten Binde. Vor dem Saume aller Fluͤgel laͤuft 


eine ausgekappte braune Linie in die weißen Franzen aus, 
wodurch er gezaͤhnt erſcheint. Sie ſind am Vorderrande 


halbmondfoͤrmig eingeſchnitten. Auf der Unterſeite ſind 
die Vorderfluͤgel roͤthlichgrau, am Außenrande blaugrau, 
mit einer verloſchenen ſchwaͤrzlichbraunen Querbinde; die 
hinteren bläulichgrau, am Innenrande weißlich, mit ei: 
nem großen ſchwarzbraunen Schatten am Vorderrande, 
der ſich in einer verloſchenen Binde endiget. 

Das Ey iſt laͤnglichrund, weiß und braun gefleckt, 
oben mit einem ſchwarzen Punkte. Die Raupe lebt im 
Juny und July, bis in den Auguſt, auf jungen Saal— 


weiden (Salix caprea), und Heidelbeeren Vaccinium 


Myrtillus) “). Erwachſen ift fie ſehr geſchmeidig, lang 
geſtreckt, uͤber den Ruͤcken kurz, in den Seiten laͤnger be— 
haart, mit einem behaarten Zapfen auf dem vorletzten 
Abſchnitte. Ich kenne zwey Abaͤnderungen davon, die 
wahrſcheinlich den Unterſchied des Geſchlechtes beſtimmen; — 
die eine iſt roſtfarbig, mit zwey großen weißen Puncten 


*) In Leipzig wird fie faſt jährlich zu Hunderten von den 
Landleuten, welche Heidelbeeren ſuchen, mit dieſen zum 
Verkaufe auf den Markt gebracht. 


Dritter Band. Q 


U 


242 
# 


auf jedem Gelenke, welche einwaͤrts durch eine ſchwarze 
Mittellinie, die ſich nach ihnen ausbreitet, gerandet ſind. 
Auf dem zweyten und dritten Ringe ſteht ein rothgelber, 
an beyden Seiten ſchwarzpunktirter Querſtreif und uͤber 
den Fuͤßen iſt ſie grau; der Kopf braͤunlichgrau und roſt⸗ 
farbig behaart. Die zweyte fuͤhrt uͤber den Ruͤcken roth⸗ 
gelbe, von ſchwarzen Querlinien unterbrochene Flecke, 
welche durch eine ſchwarze Mittellinie verbunden und auf 
beiden Seiten in betraͤchtlicher Breite weiß eingefaßt ſind. 
Ueber den Fuͤßen ſteht ein blaugrauer Streif und der Kopf 
iſt ſchwarzgrau. 

0 Das Gewebe iſt gelblichweiß und von einer vöthlich⸗ 
weißen ſtaubartigen Materie, welche auch die Puppe uͤber⸗ 
zieht, durchdrungen. Dieſe iſt kurz und dick, ſchwarz⸗ 
blau und hier und da roth behaart; der Schmetterling 
entwickelt ſich im May des folgenden Jahres und iſt in 
N 15 28 und Schwaben zu Hauſe. 


2. GASTROPACHA BETULIFOLIA. 


Gastr. alis reversis semitectis ferrugineis: e strigis 
interruptis fuscis margineque exteriori cinereo; po- 
sticis fascia transversa fusca. 


Hübner, Bomb. Tab. 44.f. 191. (mas.) 192. (foeın.) 
B. Ilicifolia. &ert, S. 148. n. 6. Traubenei⸗ 
chenfpinner, B. Tr emulifolia. 

a Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, 8. p. 

fig. 2. a. (Raupe.) 

Wien. Ver z. S. 56. Fam. I. n. 2. Salbei 
ſpinner, B. e 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 105. U. 2. ——— 

Magazin m n. 2. —— 

Fabr. E. S. III. 1. 421. 43. 


243 


Naturf. XV. St. Tab. III. f 5 — 14. S. 5). 


B. Ilicifolia. (Die ganze Naturgeſchichte vom 
Ey an. Von Capieux.) 

Esper, Schm. III. Th. Tab. VIII. f. 1 — 5. S. 
64. 


P a p. d' Eu rope, T. IV. Pl. CLXVIII. f. 2 20. 
a — k. pag. 206. La petite feuille-morte. 


Borkh. Eur. Schm. II. Eh. S. 72. m. 18. B. Ilie 


cifolia. 
— — Rhein. Magaz I. B. S. 360. n. 212. 
Schrank, Faun. boic. 2. B. ı. Abth. 8. 271. n. 
1454. B. Hicifolium. 2. Abh. S. 154. La- 
s 10 Campa Ilicifolia. 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 31. n. 5. B. II i- 
ci foli a. 
Lang, Verz. 2. A. S. gg. n. 1788 — 758. —— 
Brahm, Inf. Kal. S. 148. n. 76.©.554 —— 
Schwarz, Raupenkal. ©. 17. 69. 210, 371. 640, 
Ya ee 


x 


Größe und Geſtalt der vorhergehenden Art. Die 
Fuͤhler ſind gelblich und rothbraun gekaͤmmt, Kopf, 
Ruͤcken und Hinterleib roſtfarbig. Die Vorderfluͤgel 
haben eine gleiche Grundfarbe und ſind vor dem Auſ— 
ſenrande aſchgrau angeflogen. Zwey ſchwaͤrzliche, ab— 
geſetzte Querſtreifen, die ſich am Innenrande gegen ein⸗ 
ander neigen, ziehen durch die Mitte und zwiſchen ih— 
nen ſteht ein gleichfarbiges Mondſtrichchen, zuweilen in 
einem verwiſchten grauen Flecke, das ſich oft nur als 
ein feiner Punkt ausnimmt. Vor dem Außenrande 
zeigt ſich eine, meiſtens verloſchene, dunklere Flecken⸗ 
reihe. 8 

Die Hinterfluͤgel ſind roſtfarbig, am Außenrande 
ſchwaͤrzlich ſchattirt, mit einem ſchwarzbraunen Quer⸗ 


S 
2 2 


— 


* 


\ 


244. 


ſtreife. Der Saum aller Flügel ift roſtbraun, en 
foͤrmig und laͤuft in die weißen Franzen aus. 

Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel roſtroth, an 
der Wurzel gelblich, am Außenrande grau, mit zwey 


N ſchwarzbraunen Querbinden; — zuweilen zeigt ſich auch 


nur eine: — die hinteren aſchgrau, am Außenrande roſt⸗ 
braun ſchattirt, mit einem ſchwarzbraunen Querſtreife 
durch die Mitte. Die vorkommenden Abaͤnderungen be⸗ 
ziehen ſich auf die hellere oder dunklere Grundfarbe und 
die mehr oder weniger deutlichen Zeichnungen. | 

Das Ey iſt laͤnglich rund, weißgruͤn und dunkelgrün 
gezeichnet; die Raupe blaͤulich-gelblich⸗ oder roͤthlich⸗ 
grau, meiſtens einfarbig, zuweilen auch mit mehr oder 
weniger deutlichen roſtgelben oder graubraunen abgebro⸗ 
chenen Linien und Strichen bezeichnet. Auf dem zweyten 
und dritten Gelenke ſteht ein rothgelber Querſtreif, der 
an beyden Enden einen ſchwarzen Fleck und in der Mitte 
ein, oder zwey gleichfarbige Puͤnktchen fuͤhrt. Der Kopf 
iſt roͤthlich-, oder ſchwarzbraun, der Leib kurz, in den 
Seiten laͤnger und buͤſchelweis behaart: . dem vorletzten 
Gelenke ſteht ein kurzbehaarter Zapfen. Sie lebt auf Ei⸗ 
chen (Quercus Robur), Birken (Betula alba), Schwarz: 
pappeln (Populus nigra), und Vogelbeerbaͤumen (Sor- 
bus aucuparia), meiſtens vom July bis ſpaͤt in den 
Herbſt, nach einigen Schriftſtellern auch fruͤher. Das 
Gewebe iſt gelblich, von einem roͤthlichen Mehlſtaube durch⸗ 
drungen, womit auch die Puppe, welche an Geſtalt und 
Farbe der vorhergehenden gleicht, bedeckt if. | 

Der Schmetterling erſcheint gewöhnlich im May, zu⸗ 
weilen auch, aus fruͤheren Raupen, nach drey oder vier 
Wochen, wovon die Brut alsdann in halber Groͤße uͤber⸗ 
wintert. Das Vaterland iſt Deutſchland. 


* 245 


2 


5, "abend Anmerkung. 


Daß nicht dieſer, ſondern der vorhergehende Schmet⸗ 
terling Lin ne's B.Ilicifolia ſey, hat Laspeyres 
in IIlig. Magaz. I. c. gründlich erwieſen. Linne's Citat 
aus dem De Geer hebt jeden Zweifel, denn dieſer hat of— 
fenbar urfere Ilicifolia beſchrieben und abgebildet; es iſt 
daher unbegreiflich, wie man ſie verkennen und auf das ge— 
waltſamſte auf Betulifolia anwenden konnte, wodurch 
die Verwirrung in den Beſchreibungen der Raupen und der 

Angabe des Futters derſelben entſtand. Espers B. Be- 
tulifolia heißt alſo mit Recht, nach Linne -Liicifolia 
und deſſen B. Ilicifolia, um nicht einen neuen Namen 
geben zu müſſen; Betulifolia. 


3. GASTROPACHA POPULIFOLIA. 
Gastr. alis reversis repando dentatis luteo - testaceis, lu- 
703 una numerosis fuscis. 


Hübner, Bomb. Tab. 43. f. 189. (mas.) Tert, S. 
147. n. 3. Weißespenſpinner, B. Populifolia. 
Tab. 59. f. 254. (Ein Zwitter. ) 29 
— — Larv. Lepid. III. Bomb, II. Verae, 8. a. Bi 
fig. 1. a. (Raupe) b. (Puppe) 
Wien. Verz. Nachtr. z. Fam. I. S. 310, n. 5. (1— 
2.) Weißespenſpinner, B. Populifolia. © 
IIliger, N Ausg. dess. 1. B. S. 10 4. n. 1 2.—.— 
Fab T. E. S. III. 1. 420. 41. | 
Na a Haie III. Th. Tab. VI. A. f. 3. 4. Tab. 
f. 1. S. 62. Tab. LXXXVIII. 8050 9. f. 
3 l. (Raupe und Puppe.) Fortſ. S. 50. —— 
Bet, d' Europe, T. IV. Pl. CLXVII. f. 218. 4 
g. Pag. 203. La feuille-morte de Peupfier. Pl. V. 
Suppl. Cl. Ire. f. 2 18. h. (Raupe.) i. (Puppe.) 


4 


* ‘ N 
246 


Schwarz, Beytr. Tab. XIV. f. 1 — 4. S. 91: B. 
Populifolia. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 67. n. 1 08 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 357. n. 1 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 31. n. 4. 5 

Lang, Verz. 2. A. S. 100. n. 765. 766. — 

Brahm, Inf. Kal. S. 335. n. 221. x 

Schwarz, Raupenkal. S. 91. 254. —— 


Von der Groͤße der Gastr. Ouereifo lia, 


aber die Vorderfluͤgel ſind ſchmaͤler, weniger abgerundet 
und nur ausgeſchweift gezaͤhnt. Die Fuͤhler ſind ſchwarz⸗ 
grau, der Schaft an der Wurzel roſtgelb; eben ſo ſind 
Ruͤcken und Hinterleib gefaͤrbt und uͤber den n läuft, 
vom Kopfe an, ein [hwärzlicher Mittelſtrich. 

Die Grundfarbe der Fluͤgel iſt gelbbraun, am In⸗ 
nenrande der vorderen und Vorderrande der hinteren roſt⸗ 
gelb; durch erſtere ziehen fuͤnf, aus verloſchenen, nicht 
zuſammenhaͤngenden ſchwaͤrzlichen Mondfleckchen beſtehen— 
de Querſtreife und in der Mitte ſteht ein gleichfarbiger 
Punkt. Letztere ſind deutlicher gezaͤhnt, vom Vorderran⸗ 
de her bis zur Mitte ſchwaͤrzlich verloſchen ſchattirt und 
gefleckt. Die Unterſeite iſt heller, mit undeutlichen Spu⸗ 
ren von Fleckenreihen. 5 

Die Raupe uͤberwintert nach den erſten Häutungen 
und wird zu Ende des May auf Espen (Populus tremu- 
la), Pappeln (Populus nigra et italica), und Weiden 
(Salix), erwachſen angetroffen. Sie haͤlt ſich gewoͤhnlich 
an den hoͤchſten Aeſten auf, begiebt ſich nur zur Verwand⸗ 
lung herunter an nahe ſtehende Geſtraͤuche oder Waͤnde 
und iſt daher nicht leicht zu finden. In der Geſtalt gleicht 
fie der folgenden, aber ihre Farbe ift ſtandhaft hellaſch— 
grau, mit dunkleren Punkten und verloſchenen Flecken ge⸗ 
zeichnet; auf dem zweyten Gelenke ſteht ein ſchwarzblauer, 


ER pr” 
— N 

2 

2 


auf dem dritten ein rothgelber ſchwarzblau gerandeter - 


Querſtreif: der Zapfen auf dem vorletzten iſt kuͤrzer und 
breiter, die Warzen in den Seiten groͤßer und laͤnger be⸗ 


haart. Es iſt mir nie gelungen, die im Herbſte gefunde⸗ 


nen Raupen zu uͤberwinteren die, welche mir im Frühe 
linge in die Haͤnde fielen, erzog ich ohne Schwierigkeit, 
ſogar lieferte eine, die ich kurz vor ihrer Verwandlung an 
dem Stamme einer Espe antraf, und die mit Schlupf: 
wespeneyern ganz bedeckt war, einen wohlgeſtalteten, un— 
gewoͤhnlich dunkelgefaͤrbten, maͤnnlichen Schmetterling. 

Das Gewebe iſt weißgrau, mit braͤunlichen Haaren 
gemiſcht; die Puppe ſchwarz, weißlich beſtaͤubt, hier und 
da rothbraun behaart, und hat gleichfarbige Einſchnitte. 
— Der Schmetterling erſcheint im Juny und iſt in den 
meiften Gegenden von Deutſchland, wiewohl ſelten, zu | 
. 


— 


4. GASTROPACHA QUERCIFOLIA. 


Gastr. alis reversis dentatis ferrugineis, strigis Aüchtis 
fuscis margineque Fos tit nigris. 


Hübner, Bonib. Tab. 43. f. 185. (mas yu 88. (focm.) 


Text, S. 147. n. 4. Srühbirnfpinner, B. Querci- 


folia. 


— — Larv. Lepid. II. Bomb. II. Verae, S. a. FAN 


— 


fig. 1. a. . b. (Raupe.) c. 1 d. (Pup⸗ | 
pe.). | 

Wien. Verz. S. 56. Fan Ru. x Beüpsienfpinner, 
B. Quercifolia. 

lager; N. Ausg. dess. 1. B. S. 109. n. 1.—— 

Linné, S. N. I. 2. 812. 18.— * 


— — Faun. Suec. ed. 2. 295. 1110. —— 


248 
— 
Fabr. E. S. III. 1. 420. 42. B. Quereifolia. 
Geo f fr. Hist. des Ins. T. II. p. 110. n. 11. La feuil- 
le-morte. 


Scopoli, Ent. Carn. P. 193. n. 485. Ph. * 


ci fol ia. 
Roͤſel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtb. 2. Cl. Tab. XII f. 
1 - 7. S. 238. 


Friſch, Beſchr. d. Inſ. II. Th. 3. platte Tab. L. 
f. 1 — 6. S. 24. XII. 

Se Kennz. d. Inſ. Tab. XVI. f. 98. 

Schaeffer, Icon. Tab. LXXL f. 4. 5. Nomencl. 
Panz. p. 87. B. Quereifolia. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. LVII. —— 

Es per, Schm. III. Th. Tab. VL f. 5 — 7. Tab. VI. 
A. f. 1. 2. S. 56. . Tab. LXXIX f. 5. S. 
394. (Das Ey.) 

Pap. d' Europe, T. W. Pl. CLXVI. £ 217. 
a — g. 755 199. La feuille-morte. Pl. V. Supp. 
Cl. Ire. f. 217. h. ’ 

Poda, Mus. ErAER, Tab. II. f 7. pP: 84. n. 5. . B. Quer- 
Soli 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 63. n. 151 1 8 
ci foli a. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 357 n. 209. — 

Müller, Faun. Fridr. p. 39. n. 554. 

— — Zool. Dan. p. 11). n. 1349. 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 33. n. 636. —— Io! 

— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 269. — | 

— — N. Magaz. II. B. S. 5g. n. 18. —— 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. ©. 
594. n. 2. S. 428 Ar 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. A n. 
1455. B. Qwercifolium, 2. Abth. S. 154. 
n. 1. Lasiocampa quercifolia, 


* 


249 


Vieweg, Tab. Verz. 1. I. S. 30. n. 3. B. Ber 
"eifolia. 

Rossi, Faun. Etr. p. 168. n. 1075. a. Nov. ed. 
IIlig. p. 270. n. 1073. a. 

Kaas Verz. 2. A, S. 100. n. 761 — 764. —— 

Brahm, Inſ. Kal. S. 83. n. 35. —— 

nend, Raupenkal. S. 3. 69. 210. 659.753. — 


4 


Ich unterfcheide hier zwey Abarten dieſes Schmet— 
terlings, welche mir in ihrem weiteſten Abſtande merk— 
wuͤrdig und die beſondere Aufmerkſamkeit der Entomo— 


logen zu verdienen ſcheinen. 


Die erſte, welche faſt allenthalbrn in Europa zu 
Haufe iſt, hat ſchwarze, auswärts ſchwaͤrzlich, ein— 
waͤrts rothfarbig gekaͤmmte Fuͤhler, die Palpen ſind 
ſehr lang und ſchwarz, der Kopf und Ruͤcken roſtfar— 
big, ungefleckt, der Hinterleib roſtbraun. Die Fluͤgel 
ſind ſehr ſtark und tief gezaͤhnt, die vorderen hell roſt⸗ 
farbig, am Vorderrande gelbgrau beſtaͤubt, gegen den 
Außenrand roͤthlichblau angeflogen, am Innenrande roſt⸗ 
gelb. In der Mitte ſteht ein ſchwarzer, etwas laͤngli— 
cher Punkt zwiſchen zwey ſchwaͤrzlichen e in fachen 


Querſtreifen: der erſte gegen die Wurzel iſt wellenfoͤr— 


mig, der zweyte bildet am Vorderrande einen einwaͤrts 
ſtehenden Halbmond und laͤuft dann in einzelnen, kaum 


zuſammenhangenden kappenfoͤrmigen Strichen in ſchiefer 


Richtung nach dem Innenrande; ein dritter weniger 
deutlicher Streif zieht vor dem Außenrande her und be- 


ſteht aus ſchwaͤrzlichen Mondfleckchen, die ihre hohle 


Seite auswärts kehren. Der Saum iſt gelblich und. 


die Zaͤhne deſſelben ſchwarz. Die Hinterfluͤgel find am 


Vorderrande roſtgelb, in der Mitte ſchwaͤrzlich ſchattirt, 
am Außenrande roͤthlichblau angelaufen, mit zwey 


ſchwaͤrzlichen einfachen Querſtreifen. Die Unterſeite iſt 


250 - 


roſtbraun, mit einer ſchwaͤrzlichen Schattenbinde durch die 


Vorderfluͤgel, welche ſich an eine aͤhnliche anſchließt, die 
auf den hinteren in gerader Richtung bis zur Mitte zieht 
und mit einem verloſchenen Querſtreife, der vor dem Au⸗ 


ßenrande herlaͤuft, einen ſpitzen Winkel bildet. 


Die zweyte Abart iſt kupferbraun; auf dem Kopfe 
und Halskragen ſteht ein ſchwarzer Strich und eben ſo ſind 
die Schulterdecken geſaͤumt. Die Fluͤgel ſind ſchwach und 
flaͤcher gezaͤhnt, die vorderen dunkel kupferbraun, am Vor⸗ 
derrande bis zur Mitte herab ſchwarz/ am Außenrande 
blaͤulich, am Innenrande roſtbraun; die zwey erſten 
Querſtreife beſtehen aus zwey kappenfoͤrmigen ſchwarzen 


ununterbrochenen Parallellinien, der dritte aus mondfoͤr⸗ 


migen Flecken, die ihre hohle Seite einwaͤrts kehren. Die 
hinteren ſind am Vorderrande roſtbraun, im Mittelraume 
ſchwaͤrzlich, am Außenrande blauſchimmernd: durch die 
Mitte geht ein doppelter ſchwarzer Querſtreif und ein zwey⸗ 
ter, einfacher, ſteht in faſt gerader Richtung vor dem Au⸗ 
ßenrande, wo er ſcharf abgeschnitten iſt und gg ein⸗ 
waͤrts in die Grundfarbe. vi 
Die Unterſeite ift 1 die Vorberflügel i in 
der Mitte ſchwaͤrzlich ſchattirt, mit einem gleichfarbigen 
Fleckenſtreife vor dem Saume. In der Mitte der Hinter- 
fluͤgel ſteht eine ſchwarze gekruͤmmte Binde und nahe am 


Außenrande ein gleichfarbiger nicht deutlich begrenzter a 


Schatten. 


„Ich habe dieſe Abart nur in der Gegend von Leipzig 
gefunden, kenne keine Uibergaͤnge zu der erſteren in Anſe⸗ 
hung der Zeichnung, wohl aber in der Grundfarbe und 
uͤberlaſſe es dem Urtheile der Kenner, ob ſie, unter dem 
Namen Gast. Alnifolia, als eigene Art aufgefuͤhrt 
werden koͤnne. Die lig. 217. b. Pl. V. Suppl. Cl. Ire. 
der Pa p. d' Europe hat einige Aehnlichkeit davon, 
aber nur was die Grundfarbe und die zwey erſten Quer— 
ftreife der Vorderfluͤgel betrift. Die Raupen, welche auf 


251 1 
das mannigfaltigſte varüren, 90 keinen ſi heren Unter | 
ſcheidungsgrund.— 

Das Ey iſt laͤnglichrund, gruͤn bandirt, . in der 
Mitte mit einem gruͤnen, weiß umzogenen Punkte. Die 
Raupe uͤberwintert nach den erſten Haͤutungen, man fin⸗ 

det ſie erwachſen im May und Juny auf allen Arten von 
Kernobſtbaͤumen, auf Schlehen, (Prunus spinosa), wil⸗ 
den Roſen (Rosa canina), u. ſ. w. Ihre Grundfarbe ift 
aſchgrau, oder erdbraun, mit helleren und dunkleren Zeich— 
nungen, einem breiten dunkelblauen Einſchnitte auf dem 
zweyten und dritten und einer Japfenfoͤmigen behaarten 
Erhoͤhung auf dem vorletzten Gelenke. In den Seiten fte- 
hen uͤber den Fuͤßen buͤſchelweis und lang behaarte h, 
auf jedem Ringe zwey braune Knoͤpfe. 

Das Gewebe iſt laͤnglich, dicht, ſchwarzgrau, von 
einem weißlichen Mehlſtaube durchdrungen, der auch die 
ſchwarzbraune Puppe bedeckt, LOCH e eine a 
che Farbe erhaͤlt. ö 
| Der S Schmetterling entwickelt ſich — allenthalben in 
Europa — nach drey oder vier Wochen. | 


9.:.GASTROPACHA PINI. 


Gastr. alis reversis griseis: fascia ferruginea punctoqus 
triangulari albo, 


Hübner, Bomb. Tab. 42. f. 184. (mas.) 185. 
(foem.) Text, S. 147. n. 2. Foͤhrenſpinner, B. 

an 

— — Larv. Lepid. III. Bomb: II. Verae, S. a. 
fig. 1. a. (Eyer.) b. (Raupe.) e. (Gewebe.) d. (Pup⸗ 
pe. ). 

Wien. Verz. S. 56. Fam. I. n. 4. Foͤhrenſpinner, B. 


Pini. 


252 


Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 106. n. 4. B. Pini. 

Linné, S. N. I. 2. 814. 24. 

— — Faun, Suec. ed. 2. 292. 1104. — — 

Fabr. E. S. III. 1. 426. 62. 

Roͤſel, Inf. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. IIX. f. 
1 — 6. S. 297. | 

Friſch, Beſchr. d. Inſ. X. Th. Tab. X. a — e. S. 
IA. 

Schaeffer, Icon. Tab. LXXKVL I. 1 — 3. 

| Nomencl. Panz. p. 99. B. Pini. | 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. LXI. 

Es pers, Schm. III. Th. Tab. XII. f. 1 — 6. Tab. 
XIII. f. 1. S. Ks Tab. LXXIX. f. 7. ©. RR 
(Das Ey.) — g 

Pa p. d' Dad piel T. IV. Pl. CLXX. f. 222. a — 
h. Pl. CLXXI. f. 222. i — o. pag. 211. La feuil- 
le morte du Pin. 

Schwarz, Beytr. Tab. VI. f. 7. S. 46. (Eine Ab⸗ 
aͤnderung der Raupe.) | | 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 78. n. 20. B. Pini. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 361. n. 214, —— 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 34. n. 6411Äů5t 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 157. n. 131. —— 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 
398. n. 5. S. 431. E. —— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 272. n. 
1456. —— 2. Abth. S. . n. 4. Lasio- 
campa Pini. 

Vieweg, Tab. Vers. {HR 832. 3007, B. ö 

Lang, Verz. 2. A. S. 100. n. 769 — 774. —— 

Brahm, Inſ Kal. S. 95. u. 42. —— | 

Schwarz, Raupenkal. S. 72. 211. 372. 515. 642. 
753. —— 


en 
= 


253 


Die Fuͤhler find bey dem Manne ſtark, bey dem Mei- 
be ſchwach gekaͤmmt, braun, mit einem weißlichen Schaf: 
te, Kopf und Ruͤcken wie die Vorderfluͤgel, der Hinter— 
leib wie die hinteren, gefaͤrbt. 

Die Fluͤgel ſind ſtumpfzaͤhnig, die vorderen braun 
und weißgrau beſtaͤubt; an der Wurzel ſteht ein roſtbrau— 
ner Fleck, in der Mitte ein, meiſtens dreyeckiges, wei— 
ßes Fleckchen und vor dem Außenrande eine breite roſt⸗ 
braune, oͤfters nur auswärts deutlich ſchwarzbraun ge- 
ſaͤumte, ſtark gezackte Querbinde. Die Hinterfluͤgel ſind 
einfarbig roſtbraun; die Unterfeite iſt braungrau, zumeis 
len mit dunkleren Querbinden. | 

Die vorkommenden Abaͤnderungen find unzaͤhlbar, 
ſo, daß kaum ein Exemplar dem anderen vollkommen aͤhn⸗ 
lich iſt. 5 

Das Ey iſt groß, laͤnglichrund und gelbgruͤn, die 
Raupe, in manchen Jahren eine Landplage, lebt auf der 
gemeinen Foͤhre (Pinus Sylvestris), und der Weymouths⸗ 
kiefer (Pinus Strobus), uͤberwintert in verſchiedener 
Groͤße unter dem Mooſe und man findet fie erwachſen zu An⸗ 
fange des Juny. Uiber den Rüden iſt fie gewoͤhnlich ſilber- 
grau, oder aſchgrau, roth behaart, mit braunen rautenförmi- 
gen Flecken und gleichfarbigen abgebrochenen Seitenſtreifen; 
auf dem zweyten und dritten Gelenke ſteht ein dunkelblauer 
Querſtreif und auf dem letzten ein ſtumpfer Zapfen. Die 
Seiten ſind mit langen Haaren buͤſchelweis beſetzt. 

Das Gewebe iſt dicht, laͤnglich, gewöhnlich gelb! 
grau, mit dunkleren Haaren vermiſcht, die Puppe ſchwarz⸗ 
braun, mit rothbraunen Einſchnitten. Der Schmetterling 
entwickelt ſich nach drey oder vier Wochen, in vielen Ge- 
genden von Europa bald mehr, bald weniger haͤufig. 


1 


| 
254 


6. GASTROPACHA PR UNI. 
Gastr. alis reversis deutatis fulvis: strigis duabus ful- 
g Vis punctoque albo. | 


Hübner, Bomb. Tab. 44. f. 186. (foem.) Text, 
S. 147. n. 1. Pflaumenſpinner, B. Pruni. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, S. a. 
fig. 1. a (Raupe.) b. (Gewebe.) c. (Puppe.). 

Wien. Ver z. S. 56. Fam. I. n. 3. Pflaumenſpin⸗ 
ner, B. Pruni. | | 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 106. n. 5. —— 

— — Magaz. II. B. S. 55. n. 3. —— 

Linné, S. N. I. 2. 813. 22. —— 

Tabr. E. S. III. 1. 424. 56. —— 

Roͤſel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XXXVI. 
f. 1 — 6. S. 20. 


Schaeffer, Icon. Tab. LX. f. 6. 7. Nomencl. 


Panz. p. 78. B. Pruni. 
Esper, Schm. III. Th. Tab. X. f. 1 — 4. S. 72.—— 
Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLXIX. fig. 221. 
2 — g. pag. 209. La feuille-morte du unter- 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 75. n. 19. B. 
Pini. | 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 361. n. 213. —— 
Müller Zool. Dan. p. 117. n. 1351. 0 
Fueßl. Schweiz. Inf. S. 34. n. 639. —— 
— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 160. n. 166. —— 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 
394. n. 3. S. 450.0. —— 
Naturf. VIII. St. S. 101. n. 3. — 
Schrank, Faun, boic. 2. B. 1. Abth. S. 271. n. 
1455. B. . 2. Abth, S. 154. n, 8. Lasio- 
campa —— 
Vieweg, Tab. Verz. 1. II. S. 34. n. 6. B. Prunil 


— RN 


255 a 


* 


Lang, Verz. 2. A. S. 100. n. 767. 768. B. Pruni. 


Schwarz, Raupenkal. S. 70. 210. U. 8 


Scriba, Journal, III. St. S. 224. 3 


Die Fuͤhler ſind braͤunlich, der Kopf und Hals— 


kragen braunroth, der Rüden. und Hinterleib rothgelb, 


die Fluͤgel gezaͤhnt, die vorderen rothgelb, dunkler ge— 
woͤlkt, mit zwey ſchwarzbraunen faſt geraden Querli⸗ 
nien und einem verloſchenen roſtbraunen Streife vor 
dem Außenrande. In der Mitte ſteht ein weißer, mei— 
ſtens laͤnglichrunder Fleck. Die Hinterfluͤgel ſind roth— 


gelb, mit einem verblichenen dunkleren Schattenſtreife. 


Die Unterfeite iſt heller gefaͤrbt, mit einer rofts 
braunen Querbinde und einem gleichfarbigen blaugrau 
beſtaͤubten Schatten an der Spitze der Vorderfluͤgel, 


die hinteren mit einem undeutlichen roſtbraunen Zaden- - 


ſtreife und einer gleichfarbigen Binde, welche vom Bor 
derrande nur bis zur Mitte reicht. 


Das Ey iſt kugelrund und weißgrau. Die Rau⸗ 


pe uͤberwintert nach den erſten Haͤutungen und man— 
findet ſie erwachſen zu Ende des May und im Juny 
auf Pflaumenbaͤumen (Prunus domestica) Aprikoſen⸗ 
baͤumen (Prunus armeniaca) Schlehen (Prunus spi- 
nosa), Linden (Tilia europaea), Birken, (Betula al- 
ba), Erlen (Betula Alnus), Eichen (Quercus Ro- 
bur), auch auf Pfirſich⸗ und Birnbaͤumen. Sie iſt 
ſehr ſchlank und lang geſtreckt, blaͤulichgrau mit gelbli⸗ 
chen Laͤngslinien und weißlichen, zuweilen verblichenen 
Flecken. Auf dem dritten Gelenke ſteht ein rothgelber 
Querſtreif und auf dem vorletzten ein kurz behaarter 
Zapfen. Die Nachſchieber ſind auseinander geſperrt 


und hinten weggeſtreckt. 


Das Gewebe iſt feſt und gelblich, die Puppe an 
den Fluͤgelſcheiden ſchwarz, am Hinterleibe dunkelbraun; 


j 


256 


— der Schmetterling erſcheint nach drey oder vier Wo— 
chen, nirgends in Deutſchland häufig. 


B. 

Von den zwey hier beſchriebenen Arten ſchließt 
ſich die erſte an die vorhergehende, die zweyte mehr 
an die folgende Familie an; beyde machen den ſchick · 
lichſten Uibergang von der einen zu der anderen, ob 

| fie gleich unter ſich, beſonders in Anſehung der Be⸗ 
ſchaffenheit des Schmetterlings, verſchieden ſind. Ihre 
Kennzeichen ergeben ſich am deutlichſten durch die Be⸗ 


ſchreibung, da ſie im Allgemeinen Rn wohl zu vereini⸗ 
gen ſind. | 


7..GASTROPACHA: POTATORIA. 


Gastr. alis reversis subdentatis luteis; strigis Sl 
repandaque fuscis punctisque duobus albis. 


/ 


Hübner, Bomb. Tab. 41. f. 132. (mas.) 185. 
(foem.) Text, S. 146. n. 3. Trespſpinner, B. 
Potatoria. 

— — Larv. Lepid. III. Fee II. Verae, R. * 
fig. 1. a. (Eyer.) b. e. (Gun d. (Gewebe, 6. 
(Puppe.). 

Wien. Verz. S. 56. Fam. K. u. Welke 
B. Potatoria. 

Illi ger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 108. n. 1. 

9 8 S. N. I. 2. 815. 23. ö 

Fabr. E. S. III. 1. 425. 58. —— 

ö . Suf, Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. II. 5 4 
8. S. g. 


-257 


Schaeffer, Icon. Tab. LXVII. f. 10. 11. No- 


mencl. Panz. p. 85. B. potatoria. 


.. Sepp, Neederl. Ins. II. B. Nacht- Vlindr. v. twee- 


de Gezin der eerste Bende. Tab. VIII. . 18. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. LVIII. B. Potatoria. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. XI. f. 1 — 5. S. 25. Sch, 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLXXIL f. 225. a 
h. pag. 1. La buveuse. | 

Borkh. Eur. Schm. III. B. S. 97. n. 26. B. Po- 
tatoria. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 364. n. 219. —— 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 34. n. 640. h 

— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 270. —— 

— — N. Magaz. II. B. S. 59. n. 23. — | 

Müller, Faun. Fridr. p. 40. n. 359. —— 

— — Zool. Dan. p. 117. n. 1352... 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 
398. n. 4. S. 450. D. —— 


Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 273. n. 


1457. B. potatorius. 2. Abth. S. 15 4. n. 6. 


Lasiocampa potatoria, 


| Vieweg, Tab. Verz. I. H. S. 35. n. 12. B. po- 


tatori a. 
Rossi, Faun. Etr. T. II. p. ate n. 1076. Nr ed. 
Illig. p. 271. n. 1076. 
Lang, Verz. 2. A. S. 101. n. 775 - 781. —— 


Brahm, Inf. Kal. S. 202. n. 104. — 


Schwarz, Raupenkal. S. 71.210. 511. 641. N 


Die Fuͤhler ſind bey dem Manne braͤunlich und ſtark 
gekaͤmmt, die Palpen vorſtehend, der Kopf und Rücken 
braun, der Hinterleib braͤunlich gelb. 

Die Fluͤgel ſind ſtumpfzaͤhnig, die 74 Wa 
gelb und dunkler Waldes an der Wurzel Tas eine roft. 
Dritter Band, 


— 


* 


258 


braune, etwas bogige Querlinie, aus der Fluͤgelſpitze 
zieht ein faſt gerader, auswaͤrts heller gerandeter Strich 
in ſchiefer Richtung nach dem Innenrande und vor dem 
Außenrande laͤuft eine dunkelbraune Zackenlinie her. In 
der Mitte zeigt ſich ein weißer oder gelblicher, länge 
lichrunder, oder nierenfoͤrmiger Fleck und uͤber dieſem ein 
gleichfarbiger Punkt. Die Hinterfluͤgel ſind kupferbraun, 
mit einer verloſchenen dunkleren Schattenbinde und 
die Unterſeite iſt hellbraun, mit einem roſtbraunen, ſchie⸗ 
fen, nur an der Fluͤgelſpitze deutlichen Streife auf den 
Vorder⸗ und einer gleichfarbigen Querbinde auf 55 
Hinterfluͤgeln. 

Das Weib iſt durchaus hellgelb, — bey Varietä⸗ 
ten zuweilen ockerbraun, — und beg wie der Mann 
e 5 
Das Ey iſt Gängtichrund grünlich, oben And unten 
mit ſchwarzen Ringen. Die Raupe uͤberwintert und 
wird im May und Juny erwachſen auf mehreren Gras⸗ 
arten angetroffen. Sie iſt ſchwarzbraun, kurz behaart, 
in den Seiten gelb geſtreift und mit weißen Haarbuͤſcheln 
beſetzt. Auf dem zweyten und vorletzten Gelenke ſteht ein 
ſchwarzer, oben zugeſpitzter Haarbuͤſchel. br 

Das Gewebe iſt laͤnglich, weich, aber dicht, mit 
Haaren vermiſcht, die Puppe ſchwaͤrzlich braun; der 
Schmetterling erſcheint nach drey oder vier Wochen und iſt 
faſt allenthalben in Deutſchland keine Seltenheit. 


8. GASTROPACHA LOBULINA. 


Gastr. alis snbreversis cinereis, fasciis duabus nigris 
albido marginatis lunulaque media nivea. 


Hübner, Beitr. II. B. 1. Th. II. Taf. fig. L. (foem.) 
III. Taf. fig. L. 1. (Raupe.) 2. (Gewebe.) 3. (Pup⸗ 
pe.) S. 17. Nachtr. S. 122, L. B. Lobulina. 


259 


Hübner, Bomb. Tab. 41. f. 180. (mas.) 18 1. 
(foem.) B. Lobulina, Text, S. 145. n. 1. Pech⸗ 


baumſpinner, B. Lunigera. (Mit Beziehung auf 
fig. 181.) S. 146. n. 2. Kienbaumſpinner, B. Mi 
bulina, (Mit Beziehung auf fig. 180.) 


— — Larv. Lepid. III. Bomb, II. Verae, R. a. fig. 


1. a. (Raupe.) B. Lobulina, fig. 2. a. (NRaupe.) 
b. (Puppe und Gewebe.) B. Lunigera. 

Wien. Verz. S. 57. Fam. K. n. 6. Kienbaumſpin⸗ 
ner, B. Lobulina. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 112. n. 6. 

Fa br. E. S. III. 1. 428. 66. B. lunigera. 

— — Supplem. 436. 83 — 4. B. lobolina. 

Schwarz, Beytr. Tab. XII. f. 1 — 5. S. 79. n. 28. 
B. Lobulina. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXII. f. 5. 6. S. 2452 
B. Lunigera. Tab. LXXXII. Cont. 3. f. 3. 4. 
Fortſ. S. 15. B. Lobulina. Tab. LXXXXI. 
Cont. 12. f. 4. (Raupe.) 5. (Gewebe.) 6. (Puppe.) 
fig. 3. (mas.) Fortſ. S. 68. B. Lunigera. 


Pap. d' Europe, Pl. VI. Suppl. Cl. Ire. fig. 227. - 


a — h. bis. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 48. n. 7. B. Luni- 
gera. S. 88. n. 21. B. Borealis. S. 46 4. u. 
27 — 28. a. B. Lobulina. 

Lang, Verz. 2. A. S. 105. n. 795. 796. B. Lo- 

bulina. 


Schwarz, Raupenkal. S. 262. —— 


Die Fuͤhler ſind braungrau, bey dem Manne ſtark, 
bey dem Weibe nur wenig gekaͤmmt, der Schaft iſt weiß⸗ 
grau, Kopf und Ruͤcken aſchgrau, heller gest, der 
Hinterleib braungrau. 

Die Flügel find ſtumpfzaͤhnig, gewöhnlich. weiß- 

N 


2 


260 


4 


oder gelbgrau, und ſchwaͤrzlich beſtaͤubt. Gegen die Wur⸗ 
zel ſteht eine ſchwarze, etwas wellenfoͤrmige Querlinie, 
die einwaͤrts weißlich geſaͤumt iſt, dann ein gleichfarbiger 
kappenfoͤrmiger, auswaͤrts weißlich, zuweilen gelblich be⸗ 
grenzter Streif, der am Vorderrande bogig eingeſchnitten 
iſt und am Innenrande der erſten Querlinie naͤher ſteht; 
zwiſchen beyden in der Mitte ein ſchneeweißer mondfoͤrmi⸗ 
ger Fleck. Vor dem Außenrande laͤuft zuweilen eine 
ſchwarze Zackenlinie her, die aber oͤfters von ſchwarzbrau⸗ 
nen Atomen ganz bedeckt iſt. Die Hinterfluͤgel ſind braun⸗ 
grau, mit einer verloſchenen helleren Querbinde, die Fran— 
zen durchaus weißlich und ſchwarzbraun geſcheckt. 

Die Unterfeite iſt aſchgrau, dunkler beftäubt, mit 
einem ſchwarzbraunen Querſtreife, der zuweilen auf den 
Vorderfluͤgeln nur bis zur Mitte reicht. . 

Abaͤnderungen in Anſehung der Größe und der hel⸗ 
leren oder dunkleren Grundfarbe, ohne Zweifel durch die 
verſchiedene Nahrung bewirkt, kommen in allen Uibergaͤn⸗ 
gen vor; eine ſeltnere iſt durchaus ſchwarzgrau, (Es- 
pers B. Lobulina) auf den Vorderfluͤgeln nur we⸗ 
nig weiß beſtaͤubt, die Querlinien find weißlich und kaum 
dunkler gerandet; daher haben mehrere Schriftſteller Ver⸗ 
anlaſſung genommen, zwey beſondere Arten daraus zu 
machen, die ſich, im weiteſten Abſtande, nur durch die 
Farbe, aber nicht in der Zeichnung unterſcheiden. 

Das Ey iſt laͤnglichrund, blaͤulichgruͤn, mit einem 
dunkeln Punkte an beyden Enden. Die Raupe uͤberwin⸗ 
tert und iſt im Anfange des July vollkommen erwachſen; 
walzenfoͤrmig, lang geſtreckt, in der Ruhe zuſammenge⸗ 
zogen, ſtark behaart, mit aufrecht ſtehenden Haarbüs 
ſcheln über den Rüden, wovon der auf dem zweyten und 
vorletzten Gelenke, wie bey Gastr. potatoria, ver⸗ 
laͤngert iſt. Man kennt zwey Abaͤnderungen, deren eine 
auf der gemeinen Tanne (Pinus picea L.), die andere 
auf Foͤhren (Pinus sylvestris) lebt. Erſtere iſt uͤber 


— 


— 
N * 
> „ 


261 


den Ruͤcken gelb, mit einem ſchwarzen Flecke auf jedem 
Gelenke, auf dem ein gleichfarbiger Haarbuͤſchel ſteht, in 
den Seiten violett, mit gelben ſchwarzgeſaͤumten Schraͤg— 
ſtrichchen; ſie liefert den dunkler gefaͤrbten Schmetterling, 
B. Lobulina Esp. Die zweyte iſt blau, auf jedem 
Gelenke ſteht ein faſt rautenfoͤrmiger, ſchwarz und weiß 
behaarter ſchwarzer Fleck und zu beyden Seiten deſſelben 
winkliche hellgelbe und in den Einſchnitten rothgelbe Ma= 
keln. Die Seiten ſind rothgelb, mit zwey aus blaͤulichen 
Flecken und Punkten beſtehenden Laͤngslinien. Aus dies 


ſer Abaͤnderung entſteht der heller gefaͤrbte Schmetterling, 
B. Lunigera Esp. 


Das Gewebe iſt laͤnglichrund, gelblich und mit 
ſchwarzen Haaren vermiſcht, die Puppe faſt gleich dick 
und gelbbraun. Der Schmetterling entwickelt ſich nach 


drey oder vier Wochen und iſt in Sachſen, Franken, Defters 


reich und Lappland, aber nirgends haͤufig, zu Hauſe. 
Aan 


C. 


Die Fuͤhler find zweyreſhig gekaͤmmt, bey dem 
Manne ſehr ſtark, bey dem Weibe ſchwaͤcher, die Shi: 
gel ungezaͤhnt und liegen in der Ruhe dachfoͤrmig; 


auf den vorderen zeigen ſich eine oder zwey Querbin⸗ 


den und meiſtens in der Mitte ein 5 Fleck. Der 
Sauger iſt ſehr kurz. a 

Die Raupen haben kurze verworrene pelzartige 
Haare und dunkler gefaͤrbte Einſchnitte; bey der Be⸗ 
ruͤhrung rollen ſie ſich zuſammen. 

Die Verwandlung geſchieht bey den erſten Arten 
in einer hartſchaligen, walzenfoͤrmigen Huͤlſe, bey der 
letzten in einem weichen laͤnglichen Gewebe. 6 


262 


9. GAST ROPACHA TRIFOLTI. 


Gastr. alis reversis ferrugineis, anticis puncto albo li- 
neaque repanda livida; posticis immaculatis. 
! ' 


Hübner, Bomb. Tab. 59. f. 171. (mas.) Lat, S. 
143. n. 1. Wieſenkleeſpinner, B. Trifolii. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, A. 
fig. 1. a. (Raupe.) b. (Gewebe.) 

Wien. Verz. S. 57. Fam. K. n. 4. EN: 
ner, B. Trifolii. 

IIli ger, N. A. dess. 1. B. S. 110. n. 4 —— 

Fabr. E. S. III. 1. 425. 52. 

Roͤſel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XXXV. 
b. fig. 1. (Raupe.) 2. (Gewebe.) Tab. XXXV. 5 
fig. 5. (der maͤnnliche Schmetterling.) N 

Pa p. d' Europe, T. V. Pl. CLXXVI. f. 226. a. 
b. e. pag. 13. Le petit minime a bande. 

Sepp, Neederl, Ins. II. Th. v. tweede Gezin der 
cerste Bende. Tab. XIII. XIV. f. 1— 13.02 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 89. go. n. 23. B. 

Trifolii. | 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 363. n. 216. —— 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 54. n. 643. Ph. Dumeti. 

— — A. Magaz. II. B. 2. St. S 209. 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 151, n, 80. S. 

| 160. n. 164. B. Trifolii. 

Naturf. V. St. S. 75. VIII. St. ©. 102. n. 6. 


*) Ich beſitze dieſes Werk nicht, kann es auch in Wien 
nicht nachſchlagen; meine Bemerkungen darüber, die 
ich vor mehreren Jahren in Leipzig niederſchrieb, ge⸗ 
ben keine Auskunft, es bleibt mir alſo zweifelhaft, ob 
dieſes Citat zu dem gegenwaͤrtigen, oder dem folgen⸗ 
den Schmetterling ER 


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Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Ahab. S. 276. * 
1462. an —— 2. Abth: S. 154. n. 10. La. 
siocampa Tri folii. 

Vieweg, Tab. Vers. 1. H. S. 33. n. 9. B. Er 
folii. 

Rossi, Faun. Etr. Mantiss. T. II. p. 1). n. 368.— 
Lang, Verz. 2. A. S. 102. n. 789 — 792. . 
Schwanz, Raupenkal. ©. 91. 257. —— 1 


Dieſe und die folgende Art find durch alle Stän- 

de weſentlich verſchieden und bereits in Fueßl. N. 

Magaz. 3. B. 2. St. S. 151. n. 80. von Bra hm 

genau beſchrieben und abgeſondert worden; aber weder 

Er noch Borkh. (S. go.), der Brahms Beobach- 

tungen beſtaͤtigt, wagten es, fie als verfchiedene Arten 

aufzufuͤhren, bis ſie endlich im Rhein. Magaz. 1 3 

unter den Namen Trifolii und Medica gigi, 

vorkommen. Faſt alle Schriftſteller haben fie entwe— 

der als Abaͤnderungen einer Art, oder als die ver— 

ſchiedenen Geſchlechter derſelben behandelt, und meiſtens 
ſo allgemein beſchrieben, daß die ausſchließende Deu— 

tung auf die eine oder andere ſehr erſchwert wird. 
Selbſt einige Abbildungen koͤnnen keine ganz befriedi— 

gende Auskunft geben, wenn die ſo auszeichnende Un— 

terſeite der Fluͤgel nicht zu ſehen iſt; daher ſind nur 

wenige der angefuͤhrten Citate zu verbuͤrgen. Auch bey 

den Raupen herrſcht durch die Verwechslung mit Gastr. 

Quercus, welche Roͤſel veranlaßte, eine ſchwer zu 

hebende Verwirrung: indeſſen will ich es verſuchen, durch 
eine genaue Beſchreibung, nach einer bedeutenden Anzahl 

von Exemplaren beyder Arten, die Zweifel, was die Ar— 

ten ſelbſt betrifft, aufzuklaͤren. 
Die Fühler find braun, mit einem hellgelben Schaf— 
te, Kopf, Ruͤcken und Hinterleib roſtbraun, die Fluͤgel 


Pi 


264 


gleichfalls; ihre Staubfedern ſind fein und glatt auflie⸗ 
gend Auf den vorderen ſteht in der Mitte ein weißes 
dunkler gerandetes Fleckchen, gegen den Außenrand ein 
hellgetber , auf beyden Seiten ſcharf abgeſchnittener gebo- 


gener Streif und an der Wurzel zuweilen eine gelbliche 
verloſchene Makel. Die Hinterfluͤgel ſind einfarbig und 


die Franzen etwas wellenfoͤrmig. Die Unterſeite iſt roth⸗ 


braun, mit einer gelblichen gebogenen Querbinde. 
Ich beſitze eine merkwuͤrdige Abart, in beyden Ges 
ſchlechtern, aus Sachſen, woran, bey gleicher Grundfar— 


be, außer den weißen Mittelflecken auf der Oberſeite der 


Vorderfluͤgel, uͤbrigens keine Spur von Zeichnung zu 
ſehen iſt. | 

Die Raupe lebt vom Herbſte bis in den Juny auf 
Wieſenklee (Trifolium pratense), Sichelklee (Medica- 
go falcata), Wegerich (Plantago), und mehreren niede⸗ 
ren Gewaͤchſen und Grasarten. Sie iſt ſchlank und ge⸗ 
ſchmeidig, der Kopf oraniengelb, der ganze Leib mit 
weichen ſammtartigen gelben Filzhaaren beſetzt, mit einem 
ſchmalen abgeſetzten blaßgelben Seitenſtreife und breiten 
ſchwarzblauen, blaͤulich weiß gefleckten Einſchnitten. 


Das Gewebe iſt walzenfoͤrmig, an beyden Enden 


abgeruadet, roͤthlichgelb, und die Puppe durchaus hellbraun. 

Der Schmetterling erſcheint nach vier oder fünf Wo⸗ 
chen und iſt in den meiſten gt von bie gan zu 
Haufe. 


10. GASTROPACHA MEDICAGINIS. 


Gastr. alis reversis luteo-Cinereis, anticis puncto albo 
fasciaque repanda albida, postice diluta; posticis 
striga obliterata albida. 


Borkh. Rhein. Magaz. I. B. S. 363. n. 217. B 


Medic aginis. 


e 


Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 88. . B. Tri- 
01 ii. 
Ro el Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XXXV. 
a. fig. 3 (Puppe.) 4. (der weibliche Schmetterling.) 
Esper, Schm. III. Th. Tab. XV. f. 1— 6. S. 37. 
B. Prifo li: 
Pap. d' Europe, Tab. V. Pl. CLXXVI. f. 226. 
c. d. f. g. i. p. 13. Le petit minime à bande. 
Panzer, Faun. Germ. 19. 23. B. Trifolii. 
Wilkes, Nat. Hist. Tab. XLVII. B. Quercus. 
Fueßl. N. Magaz. III. B. 2. St. S. 151. n. 80. S. 
160. n. 164. B. Trifolii. 


Die Fuͤhler ſind hellbraun, mit gelblichem Schafte, 
der Kopf und Ruͤcken gelbgrau, der Simterleib braͤunlich 
gemiſcht. | 

Die Fluͤgel ſind grob und aufgeworfen beſtaͤubt, die 
vorderen gelbgrau, in der Mitte etwas dunkler, mit einem 
weißen braungeſaͤumten Mittelflecke; gegen den Außen⸗ 
rand ſteht eine gelblichweiße gebogene Binde, welche aus⸗ 

waͤrts in die Grundfarbe verfließt und einwaͤrts braun ge⸗ 
randet iſt. Die Hinterfluͤgel ſind roſtbraun, mit einem 
verloſchenen gelblichen Streife, der Saum aller Fluͤgel 
iſt etwas wellenfoͤrmig, die Unterſeite gelbgrau, mit einer 
geſchwungenen roſtbraunen Querbinde. 

Die Raupe hat Nahrungspflanzen, Aufenthalt 

und Verwandlungsgeſchichte mit der vorhergehenden 

gemein, iſt braungelb, mit ſchmalen ſchwarzblauen 
Einſchnitten und weißen Schraͤgſtrichen in den Seiten. 
Das Gewebe iſt braͤunlich und die Puppe an den Fluͤ⸗ 
gelſcheiden hellbraun, am Hinterleibe gruͤn. 


* 


266 


11. GASTROPACHA QUERCUS. 


Gastr. alis reversis maris brunneis, foeminae luteis: ia 
cia flava punctoque albo. 


l 


Hübner, Bomb. Tab. 39. f. 172. (mas.) Tab. 52. 
Ff. 225. (foem.) Text, S. 144. n. 3. Eichenfpinner, 
B. Quercus. N 8 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, P. a. fig, 
2. a. (Eyer.) b. (Raupe. ) c. Gewebe.) d. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 57. Fam. K. n. 3. Eichenſpinner, B 
Quercus. 

Illi ger, N. Ausg. dess. 1. B. 8. 109. N. 3. 

Linné, S. N. I. 2. 814. 25. 

Faun. Sue, ed. 2. 15 1106. 

Fabr. E. S. III. 1. 423. 53. . 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 111. n. 15. Le mi- 
nime à bande. 

Scopoli, Ent. Carn. 194. 487. Ph. Quercus. 

Roͤſel, Inf. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XXXV. 

a4. fig. 1. (Raupe.) 2. (Gewebe.) Tab. XXXV. b. 
fig. 3. (Puppe.) 4. 5. 6. (Schm.) 7. (Eyer.) 

Schaeffer, Icon. Tab. LXXXVII. f. 1. 2. 3. No- 
mencl. Pam p. 100. B. Quercus. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XLVI.—— 

Donovan, Nat. Hist. Vol. III. Pl. GIN 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XIII. f. 4 — 6. Tab, 
XIV. f. 1. 2. S. 81. 

Pap. d' Europe, T. V. PL. CEXXIV.. 385. 
a — f. Pl. CLXXV. f. 225. 1 e. 
£. 226. h. pag. 8. Le ıninime a bande. 

Panzer, Faun. germ. 66. T. 21. (mas. ) T. 22. 
(foem.) B. Quercus. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 8 4. n. 22. B. Quer- 
cus. S. 464. n. 2. —— 


22 


Borkh. Rhein. Magaz. I. B. S. 562. n. 215. B. 
Quercus. er 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 34. n. 642, —— 

— — N. Magaz. II. B. S. 59. III. B. 2. St. S. 160. 
n. 168. S. 164. n. 201, —— e 

Müller, Faun. Fridr. p. 39. n. 355. Zool. Dan. p. 
117. n. 1353.— | 


Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 


398. u. 6. —— 


Naturf. VIII. St. S. 10a. n. 6. XIII St. ©. 


230. n. g. | 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 275. n. 
1460. Bach, — 2. Abth. S. 154. n. 8. Las i o- 
campa Quercus, 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 33. n. 8. B. Quer- 


cus 


Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 168. n. 1074, Nov..ed. 


Illig. p. 270. n. 1074. Mantiss. T. II. p. 17. n. 

369. 
Lang, Verz. 2. 15 S. 102. n. 785 - — 788. —— 
Brahm, Inf. Kal. S. 80. n. 54. —— 


Schwarz, Inſ. Kal. S. 74. 238. 644. 754. rg Ri 


6 ET ET? 


Hübner; Bomb. Tab. 39. f. 173. (mas.) Tab, 52. 
f. 224. (foem.) Text, S. 143. n. 2. Pfriemenſpin⸗ 
ner, B. Spartii. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. XIII. f. 2. 3. S. 84. B. 
Quercus. 

Pa p. d' Europe, T. V. Pl. CLXXIV. 4% 0. 8- 
RL CL. XXV. f. 225, i. K. Pag. 10. 11. Le mi- 
nime a bande Variet, | 


Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 84. n. 22. B. Quer- 


C Us. 
g 


- 


N 


268 


Borkh. Rhein. Magaz. I. B. S. 562. n. 215. B. 
Quercus. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 275.0 
1461. Bomb. — 2. Abth. 8. 184. n. 9. A 
siocampa Roboris. 


Bon dieſem Schmetterlinge kennt man zwey Aber, 
ten, deren weſentliche Verſchiedenheit aber noch beftritten 
wird und zwar nicht mit Unrecht, da es nicht an Uiber⸗ 
gaͤngen von einer zu der anderen fehlt und man he aus ei⸗ 
nerley Raupen erzogen hat. 

Die Fuͤhler des Mannes ſind hellbraun, der Schaft 
an der Spitze gelblich, Kopf, Ruͤcken und Hinterleib ka⸗ 
ſtanienbraun, die Fluͤgel dunkelkaſtanienbraun, mit einer 
geſchweiften hellgelben Binde, welche meiſtens auf beyden 
Seiten ſcharf begrenzt iſt, zuweilen auch, beſonders auf 
den vorderen, nach außen etwas in die Grundfarbe ver— 
laͤuft. Dieſe fuͤhren in der Mitte einen weißen, dunkler 
gerandeten Fleck und die hinteren haben hellgelbe Franzen. 
Die Unterſeite iſt etwas heller gefärbt, die Binde iſt um 
vieles breiter und verlaͤuft auswaͤrts in die Grundfarbe. 

Das Weib iſt betraͤchtlich größer, die Fuͤhler und der 
ganze Leib ſind ockergelb, die Fluͤgel roͤthlichgelb, im Mit⸗ 
telraume oͤfters braͤunlich, die Binde hellgelb und meiſtens 
nur nach innen ſcharf begrenzt: der weiße, kaſtanienbraun 
umzogene Fleck der Vorderfluͤgel iſt größer als bey dem 
Manne und hat zuweilen eine eckige Geſtalt. Die Unters 
ſeite iſt von der Wurzel aus bis zur Mitte dunkler, dann 
heller ockergelb. Abaͤnderungen in allen Uibergaͤngen, bis 
zu einem hellen Roſtbraun im eee kommen Pc 
felten vor. 

Der Mann der zweyten Abart, Huͤbners B. Spar- 
tii, iſt rothkaſtanienbraun, die hellgelbe Binde iſt we⸗ 
niger geſchweift, auf den Vorderfluͤgeln faſt gerade, und 


NN 


269 * 


auswaͤrts mehr oder weniger in die Grundfarbe vertrieben. 
Auf der Unterfeite iſt die Spitze der Vorderfluͤgel jenſeits 
der ſehr breiten gelben Binde zimmtbraun gefaͤrbt und 
manchmal laͤngs dem Außenrande gleichfarbig beſtaͤubt; 
auf den hinteren nimmt die Binde den ganz aͤußeren Raum 
ein und iſt nur vor den Franzen ſparſam braͤunlich anges 
flogen. Das Weib laͤßt ſich hier nicht mit Zuverlaͤßigkeit 
angeben, da unter fuͤnf und dreyßig Exemplaren, die ich 
vergleiche, keins dem anderen vollkommen aͤhnlich iſt. 
Von den angeführten Schriftſtellern werden bald die hel- 
ler, bald die dunkler gefaͤrbten Abaͤnderungen, mit aus— 
waͤrts verlaufender Binde, dafuͤr angenommen, aber dieſe 
Kennzeichen ſind nicht ſtandhaft und nur bey den wenigſten 


Exemplaren iſt die Binde nach außen und bey keinem ſo 


deutlich, wie einwaͤrts begrenzt. | | RR 
Das Ey iſt laͤnglichrund, blaßbraun; die Raupe 
lebt vom Herbſte bis in den Juny des folgenden Jahres 
auf Eichen, Weiden, Birken, Hagedorn, Schlehen, 
Hainbuchen, Ginſter (Spartium Scoparium) u. ſ. w. Er. 
wachſen iſt fie graugelb behaart, mit breiten ſammt⸗ 


ſchwarzen Einſchnitten, deren jeder mit zwey weißen Punk⸗ 


ten bezeichnet iſt, und einem weißen Seitenſtreife uͤber den 

Fuͤßen, von welchen gleichfarbige Schraͤgſtrichchen abwaͤrts 

laufen. Y | 
Das Gewebe ift braungrau, und wie bey den zwey 


vorhergehenden Arten geſtaltet, die Puppe an den Fluͤgel⸗ 


— 


ſcheiden ſchwaͤrzlich, am Hinterleibe braun, mit helleren 


Einſchnitten. Der Schmetterling entwickelt ſich nach drey 
oder vier Wochen und iſt nirgends in Europa eine Sel— 
tenheit. 


270 | | x 


12. GASTROPACHA RUBI. 


Gastr. alis reversis cervinis: anticis strigis duabus albi- 
dis, posticis immaculatis. 


Er Bomb. Tab. 39. f. 1155 (mas.) Ter, 
S. 144. n. 4. Brombeerſpinner, B. Rubi. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, P. b. fig. 
1. a. b. (Raupe.) c. (Gewebe.) d. (Puppe.) 

Wien. Verz. S. 56. Tam. K. n. 2. . Brombeerſpin⸗ 
ner, B. Rubi. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 108. n. 2. 

Linne, S. N. I. 2. 813, 21. 

— — Faun. Suec. ed, 2. 292. 1109. —— 

Fabr. E. S. III. 1. 427. 65. 

Scopoli, Ent. Carn, 197. 492: —— 

Roͤſel, Inſ. Bel. III. Th. Tab. XLIX. S. 283. 

Schaeffer, Icon. Tab. CLXXVIII. f. 3 — 6. 
Nomencl. Panz. p. 159. B. Trifoli i. 

Sepp, Neederl. Ins. II. Th. v. tweede Gezin d. 
eerste Bende. Tab. VII. VIII. IX. f. 1 — 12. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. LIV. B. Rubi. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. II. 13 LUX VI. 
(LXIX.) —— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. IK. Te 8 9 
69. 

Pa p. d he T. V. Pl. ang 1 en a— 
1. pag. 5. La polyphage. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 99. n. 27. B. Rubi. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 364. n. 218.—: 

Müller, Faun. Fridr. p. 39. u. 351. —— 

— — Zool. Dau. p. 117. n. 1350. 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 54. n. 658.—— 

— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 269. —— 


1 


271 


Fueßl. N. Magaz. II. B. S. 7 2. n. 21. III. B. 2. St. 
S. 145. u. 25. S. 157. n. 123. B. . 

, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 274. n. 
1458. Bomb. — 2. Abth. S. 154. n. 7. Las io- 
campa Rubi. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. 34. n. 10. B. Ru- 
b i. 

Rossi, Faun. Eir. 1. 1 p. 169. n. 1075. Nor. 
ed, Illig. p. 271..n. 1075. — 

Lang, Verz. 2. A. 8. 101. n. 782 — 784.— 

Brahm, Inſ. Kal. S. 197. . on 

Schwarz, Raupenkal. 96. 372.79. —— 


Die Fuͤhler ſind bey dem Manne roͤthlichbraun, 
mit gelblichem Schafte, der ganze Koͤrper gelbbraun, 
die Fluͤgel zimmtbraun; auf den vorderen ſtehen zwey 
gelbliche, ſchmale, faſt parallele Querſtreife und gegen 
den dunkler gefaͤrbten Außenrand eine gelblich beftäub- 
te, gezackte, verloſchene Binde. Die hinteren find, fo 
wie die hellere Unterſeite, ungefleckt und haben gelbe 
Franzen. . 

Das Weib iſt braͤunlichgrau, mit zwey weißlichen 
Querſtreifen auf den Vorderfluͤgeln: die hinteren ſind 
braungrau, oder roſtbraun, die Unterſeite aſchgrau, die 
Fuͤhler weißgrau und nur wenig braun gezaͤhnt. 

Die Raupe naͤhrt ſich von Brombeeren (Rubus 
Fruticosus), von vielen niederen Gewaͤchſen und faſt 

allen Arten von Laub. In der Jugend iſt fie ſchwarz, 
mit hochgelben Guͤrteln: erwachſen ſammtbraun, in der 
Seiten ſchwarz, mit ſchwarzblauen Einſchnitten und 
ziemlich langen rothbraunen Haaren. Sie uͤberwinter: 
völlig ausgewachſen und verwandelt ſich zu Ende des 
April in einem weichen, ſchwaͤrzlich grauen, laͤnglichen 
Gewebe in eine ſchwarzbraune Puppe mit rothbrauner 


A 


272 


Einſchnitten am Hinterleibe, welche nach drey oder vier 
Wochen den Schmetterling liefert, der faſt allenthalben 
in Europa in Menge angetroffen wird. 


B. 

Die Fuͤhler ſind bey dem Manne ſehr breit ge⸗ 
fiedert, der Hinterleib abwechſelnd ſchwarz und gelb ge⸗ 
ringt, lang behaart, die Fluͤgel ſchwach beſchuppt. 

Die Raupen find dünn behaart, mit zwey Reis 
hen ſchwarzer Flecken uͤber den Ruͤcken, und rollen ſich 
bey der Beruͤhrung nicht zuſammen. 

Die Verwandlung geſchieht in er Erbe ohne Ge⸗ 
webe. 


15. GASTR OPACHA TARAXACI. 


Gastr. alis reversis pallidis concoloribus; anticis puncto 
BE nigro. 


Hübner, Bomb. Tab. 37. f. 165. (mas .) 166. (foem.) 
Text, S. 142. n. 2. Butterblumenſpinner, B. Ta- 
1a xa c i. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. a N. b. 
fig. 2 (Raupe.) 

Wien. Verz. S. 57. Fam. L. n. 7. Butterblumen⸗ 
ſpinner, B. Taraxacı. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 118. n. 7. —— 

Fabr. E. S. III. 1. 433. 83. —— 

Fueßl. Archiv. der Inf. Geſch. VI. H. S. 19. Tab. 34. 
f. 1 — I. —— 

— — N. Magaz. II. B. S. 376, — 

Es per- Schm. III. Th. Tab. VIII. f. 6. 7. S. 68.—— 

Pap. d' Europe; T. V. Pl. CLXXVII. f. 228. a. 


194 


2973 


b. pag. 18. La jaune du Pissenlit. Pl. VII. Suppl. 
CL Ire. f. 228. c. d. e. 
Panzer, Faun. germ. 19. 22. B. en ano, 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 95. n. 25. 
Brahm, Inf. Kal. S. 483. n. 345.—— 
Schwarz, Raupenkal. S. 94. 257. —— 


Die Fuͤhler ſind ockergelb und braͤunlich gefiedert, 


Kopf und Ruͤcken rothgelb, der Hinterleib oben ſchwarz, 


mit rothgelben Einſchnitten und gleichfarbiger Endſpitze. 

Die Fluͤgel ſind auf beyden Seiten ockergelb, bey 
dem Manne jedoch dunkler, und bis auf einen ſchwarzen 
Punkt, der auf den vorderen in der Mitte gegen den Vor— 
derrand ſteht, ungefleckt. 

Die Raupe findet man im May, Juny und July 
auf dem Löwenzahn (Leontodon Taraxacum). Erwach⸗ 
ſen iſt ſie uͤber den Ruͤcken orangegelb, in den Seiten 


2 


ſchwarzbraun; auf jedem Gelenke ſteht zu beyden Seiten 


es Ruͤckens ein ſammtſchwarzer Fleck, der gegen den Af⸗ 


ter von einer ſchmalen orangegelben Querlinie durchſchnit— 


ten wird. Der Kopf iſt ſchwarzbraun und der Koͤrper 
ſpgrſam mit orangegelben Haaren beſetzt. 

In einer Erdhoͤhle, ohne Gewebe, wird ſie zu ei⸗ 
ner ſchlanken hellbraunen Puppe, mit einer doppelten End⸗ 


ſpitze, welche im Oktober den Schmetterling liefert, der 


in Oeſterreich, Ungarn, der Schweiz und De zu Haus 
ſe iſt. 


14. GASTROPACHA DUMETI. 


Gastr. alis reversis fuscescentibus: anticis puncto, fas- 


cia margineque postico luteis. 


Hübner, Bomb. Tab. 37. f. 164. (mas.) Text, S 
141. u. 1. Loͤwenzahnſpinner, B. Dume ti. 
Dritter Band. 


N N 


274 


Hübner, Larv. Lepid- III. Bomb. II. Verae, N. b. fig. 
1. a. (Raupe. ). 

Wien. Verz. S. 57. Fam. K. n. 5. Wwenggönſpinner, 
B. Dumeti. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. 8.1 % 

Linne, S. N. I. 2. 815.26. —— e 

— — Faun. Suec. ed. 2. 293. 110%. B. du mi. 

Fabr. E. S. III. 1. 427.63. B. Dume ti. 

Sulzer, abgek. Gesch. d. Ins. II. Th. Tab. XXI. . 
3.8. 159. —— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XIV. f. 3. 4. S. 85. 

Tab. LXXX. Cont. Bomb. 1. f. 4 — 6, Fortſ. 
S. 5.—— 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLXXVIL f. 227. 
a — g. pag. 15. La brune du Pissenlit. 

Fu eßl. Archiv. d. Inf. Geſch. VI. H. S. 25. Tab. 35. 
f. 1 — 7. B. Dumeti. 

— — Schweiz. Inſ. S. 34. n. 6495. —— 

a MAIN I. B. 2: St. Sni. 

— — N. Magaz. II. B. S. 576. —— 

Knoch, Beitr. III. St. S. 35. n. 5. Tab. II. f. 1— 
„ 

Naturf. VI. St. S. 75. n. III. Tab. III. f. 1 — 4. 
X. St. S. 93. —— | 

Panzer, Faun. germ. 19. 24. 


Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. IH eh. —— S. 


464. n. 24. —— 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 365. n. 220. 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S 
416. n. 31. S. 436. M. Ph. Tura (Vergl. 
Naturf. VIII. St. S. 106. n. 31.) 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 274. n. 
1459. Bee 2. Abth. S. 15 4. n. 11. Las io- 
campa Dumeti. f 


. 


= 


j 2 


Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 34. n. 11. B. Du- 
meti. 

Lang, Verz. 2. A. 8. 102. n. 795. 794. 

Schwarz, Raupenkal. S. 75. 211. —.— 


Die Fuͤhler ſind gelbbraun, der Kopf und Ruͤcken 
rothgelb, der Hinterleib ſchwarzbraun, mit rothgelben 
langbehaarten Einſchnitten und einer gleichfarbigen End— 
ſpitze. ä 
Die Fluͤgel find ſchwach beſchuppt, dunkel oliven 
braun, dunkelgelb gerandet, mit einer gleichfarbigen ge— 
ſchlaͤngelten Binde, und einem runden, oder eckigen gel« 
ben Mittelflecke. Die vorderen ſind an der Wurzel gelb 
gefaͤrbt. Die Unterfeite iſt gelb und ſchwarzbraun ſchat⸗ 
tirt, die Binden zeigen ſich wie oben, aber vertrieben und 
breiter. 

Das Ey iſt unten flach, oben gerundet, glatt und 
glaͤnzend, braͤunlich, mit weißlichen Ringen und einem 
ſchwarzen Mittelpunkte. | 

Die Raupe lebt vom May bis in den July auf dem 


Loͤwenzahn (Leontodon Tara xacum), mehreren Arten von 


Habichtkraut (Hieracium murorum, sylvaticum, du- 
bium, Philosellae) und Lattich (Lactuca saliva). Er⸗ 
wachſen iſt fie ſchwaͤrzlichgrau, mit erhabenen, roſtbraun 
behaarten Waͤrzchen und laͤnglichen ſammtſchwarzen Mas 


keln zu beyden Seiten des Ruͤckens, welche zuweilen, von 


dem fuͤnften Gelenke an, vorwaͤrts von braͤunlichweißen 
Flecken geſaͤumt ſind. 

Sie wird in der Erde, oder unter Blaͤttern, ohne 
Gewebe, zu einer chagrinartigen, dunkelbraunrothen Pup⸗ 
pe, welche auf dem Ruͤcken des erſten Ringes zwey laͤng⸗ 
liche Auswuͤchſe und eine doppelte, gekruͤmmte, auf je⸗ 
der Seite mit vier Stacheln beſetzte Endſpitze hat. 

f S 2 


276 


Der Schmetterling erſcheint im Oktober in meh⸗ 
reren Gegenden Deutſchlands. 


4 


E. 


Die Fuͤhler ſind bey dem Manne fein gekaͤmmt, bey 
dem Weibe kaum ſichtbar gekerbt und der Hinterleib 
deſſelben bey den meiſten Arten am Ende mit einer dik⸗ 
ken Wolle, zur Bedeckung der Eyer, bekleidet. Der 
Ruͤcken iſt ſtark behaart. Die Fluͤgel liegen dachfoͤrmig, 
die vorderen haben gewoͤhnlich ein paar Querſtriche, zu⸗ 
weilen auch einen hellen Punkt. Der Sauger fehlt. 

Die Raupen ſind langleibig, weich, fein behaart 
und die meiſten leben in der Jugend geſellig. 

Die Verwandlung geſchieht über, oder an der Er— 
de, in einer eyfoͤrmigen Huͤlſe. 


An mer kung. 


Nach H. Huͤbners Anleitung finden bey dieſer Fa: 
milie drey Unterabtheilungen ſtatt, deren Kennzeichen ſich 
beſſer bey Beſchreibung der einzelnen Arten, als hier im 
Allgemeinen angeben laſſen. Ich habe ſie daher, um nicht 
allzu weitlaͤuftig zu werden, nur mit griechiſchen Buchſta⸗ 
ben bezeichnet. 


G. 
15. GASTROPACHA POPULL. 


Gastr. fusca, antice pallida, alis reversis fuscescenti- 
bus: striga sesquialtera repanda albida. 


Hübner, Bomb, Tab. 56. f. 163. (foem.).Zert 
S. 141. n. 5. Albernſpinner, B. Populi, 


* 


277 5 


Hübner, Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, M. 
b. fig. 1. a. b. (Raupe.) c. (Puppe.). 

Wien. Verz. S. 58. Fam. L. n. 9. Albernſpinner, B. 
Populi. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 119. n. g. 

Linné, S. N. I. 2. 818. 54. —— 

— — Faun. Suec. ed. 2. 291. 1101. —— 

Fabr. E. S. III. 1. 429. 70. — 


Roͤſel, Inf. Bel I. Th. Nachtv. 2. Cl. S. 301. Tab. 


LX. f. 1 — 6. III. Th. S. 428. Tab. LXXI. f. 7. 

8. 9. 

Schaeffer, Icon. Tab, CCLXXIX. f. 1. 2. No- 
mencl. Panz. p. 217. B. Populi. 

Wilkes, Nat. Hist. Pl. XLVIII. —— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXV. f. 1 — 8. S. 
136. — — 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLXXXIII. f. 236. 
a — g. pag. 37. La phalene du Peuplier. 

Bor kh. Eur. Schm. III. Wh. S. 129. n. 35. B. Po- 
pu li. 


— — Rhein. Magaz I. B. S. 367. n. 225.— 


Fueß l. Schweiz. Inf. S. 34. n. 652. —— 
— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 285.—— 


Schrank, Faun. oe 2. B. 1. Abth, S, we 


14671 — 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 36, n. 15.—— 
Lang, Verz. 2. A. S. 103. n. 797. 798. —— 
Brahm, Inf. Kal. S. 286. n. 178.—— 
Schwarz, Raupenkal. S. 65. —— 


Die Fuͤhler ſind ſchwarzgrau, der Kopf und Hals⸗ 
kragen weißlichgelb, braͤunlich gemiſcht, der Ruͤcken 
und Hinterleib graubraun, die Fluͤgel duͤnn beſchuppt, 


die vorderen ſchwarzgrau, an der Wutzel roſtbraun, 


278 


mit zwey geſchwungenen gelblichen Querſtreifen, die hin⸗ 
teren heller, mit einer verloſchenen weißlichen Binde. 
Die Unterſeite iſt aſchgrau, mit einer weißlichen, eine 
waͤrts ſcharf begrenzten Binde und die Franzen ſind 
auf beyden Seiten gelblich und braun geſcheckt. 

Das Ey iſt laͤnglich und platt, grau und dunk⸗ 
ler beſprengt. Die Raupe lebt im May und Suny 
auf mehreren Obſtbaͤumen, Eichen (Quercus Robur), 
Birken (Betula alba), Espen (Populus tremula), 
Schwarzpappeln (Populus nigra), Linden (Tilia eu- 
ropaea), Weißdorn (Crataegus Oxyacantha) und 
wilden Roſen (Rosa canina). Sie iſt bald heller, bald 
dunkler grau, fein behaart, mit einem gewuͤrfelten, 
braunen oder ſchwaͤrzlichen Rückenſtreife und vier roth⸗ 
gelben erhabenen Punkten auf jedem Gelenke. 

In einem feſten erdartigen Gehaͤuſe wird ſie zu 
einer ſchwarzbraunen, am Hinterleibe braunrothen Pup— 
pe, die zu Ende des Septembers und im Oktober den 
Schmetterling liefert, welcher nirgends in Deutſchland 
unter die Seltenheiten gehoͤrt. 


16. GASTROPACHA CRATAEGI. 


Gastr. alis deflexis rotundatis cinereis: fascia obscurio- 
re, ano barbato. 2 


fr 


Hübner, Bomb. Tab. 36. f. 162. (mas.) Tert, S. 
141. n. 4. Hagedornſpinner, B. Cratae gi. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, M. b. fig. 
1. a. b. c. (Raupe.) d. (Puppe.). 

Wien. Verz. S. 58. Fam. L. n. 8. Hagedornſpinner, 
B. Crataegi. 

Tlliger, N. Ausg. 9 875 1. B. 8. 118. n. 8.—ͤ— 


279 


Linné, S. N. I. 2. 825. 48. B. Crataegi. 

— — Er Suec. ed. 2. 299. 1126. —— 

Fabr. E. S. IH. 1. 460. 166. —— 434. 85. B. 

Mali. 

— — Mantiss, Ins. T. II. 116. 76. B. Avella- 
nae. 

De Geer, Uiberſ. v. Goeze. I. 8. 1. Q. S. 143 
Tab. 1 1. f. 18 — 21. II. B. 1. Th. ©. 214. n. 3. 
Schaeffer, Icon. Tab. CXXXIN. f. 3. 4. No- 

mencl. Panz. p. 133. B. Crataegi. 

Sepp,; Neederl. Ins. II. Th. v. tweede Gezin d. eer- 

ste Bende. Tab. XXV. f. 1— 8. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. IV. Pl. CXVII. B. Cr a- 

taeg i. 

Esper, Sam: III. Th. Fun XLV. f. 1 — 6. S. 
33. (Die fig. 5. ſtellt einen Zwitter vor, 
welcher von Esper in einer eigenen Abhandlung 
beſchrieben wurde.) | 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLLXXXII. f. 235.a— 
e pag. 34. La queue fourchue. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 127. n. 34, B. re 
ta eg i. S. 468. n. 27 — 28. e.) B. Mali. n. 
27 — 28. f.) B. Avellanae. (Nach Fabr.) 

— — Rhein. Magaz. 1. B. S. 367. u. 224. B. Cr a- 
tae gi. 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 35. n. 665. 

— — N. Magaz. II. B. S. 72. n. 48. —— 

Lang, Verz. 2. A. 3. 104. n. 806 — 808.—— 

Brahm, Inf. Kal. S. 292. n. 181. —— 

Schwarz, Raupenkal. S. 84. 237. —— 


Die Fuͤhler ſind ſchwarzgrau gefiedert, Kopf, Ruͤk⸗ 
ken und Hinterleib roͤthlichgrau, der letztere am Ende 
gebartet. 


280 


mit einem breiten ſchwaͤrzlichgrauen, auswaͤrts ſtark ge— 
zackten Bande durch die Mitte und einem dunkeln Wel⸗ 
lenſtreife vor dem Außenrande. Die Hinterfluͤgel ſind 
hellgrau, gegen den Saum dunkler ſchattirt, mit ei⸗ 
ner weißlichen, einwaͤrts braungrau gerandeten Quer- 
binde. Die Unterfeite iſt braͤunlichgrau mit einem ge⸗ 
ſchweiften braunen Streife durch alle Fluͤgel. 
6 Das Weib iſt braungrau, mit ſchwaͤcheren und 
weniger deutlichen Zeichnungen. 

Die Raupe lebt im May und Juny auf Hages 
dorn (Crataegus Oxyacantha), Schlehen (Prunus 
spinosa) und Weiden (Salix). Sie iſt blaͤulichſchwarz 
und duͤnn behaart; auf jedem Gelenke ſteht eine weiße 
oder gelbe Binde zwiſchen zwey ziegelrothen behaarten 
Waͤrzchen und in jeder Seite eine Laͤngslinie von weis 
ßen Flecken. 


Das Gewebe iſt eyfoͤrmig, gelblich und hartſcha⸗ 


lig, die Puppe ſchwarzbraun und an beyden Enden 
abgeſtumpft. Der Schmetterling erſcheint im Septem⸗ 
ber, oder October, und iſt nirgends in Deutſchland 
haͤufig. | 
umge Liu n.G 

!innes N. Vitis idaeae, S. N. I. 2. 834. 88. 
Faun. Suec. ed. 2. 309. 1163. iſt hoͤchſt wahrſcheinlich 
eine weibliche Abaͤnderung dieſes Schmetterlings. 


/ 


17. GA4STROPACHA PROCESSIONEA. 


Gastr. alis reversis cinereo - fuscis: foeminae striga 
obscuriore, maris tribus. 


Hübner, Bomb. Tab. 36. f. 159. (mas.) 160. 


Die Fluͤgel find. gerundet, die vorderen weißgrau, 


281 


— 


(foem.) Text, S. 140. n. 2. Viereichenſpinner, 
B. Processionea. \ 
Hübner, Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, M. 
a. fig. 2, a. (Raupe. ). 
Wien. Verz. S. 58. Fam. L. n. 10. Viereichenſpinner, 
B. Processionea. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 120. n. 10. —— 

Linné, S. N. I. 2. 819. 37. —— 

Fabr. E. S. III. 1. 430. 75. —— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXIX. f. 1 — 5. 

S. 150. —— 0 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLXXXIV. f. 238. 
a — f. pag. 41. La processionnaire du Ch£ne, 

Naturf. XIV. St. S. 60. n. 4. Tab. II. f. 8 — 12. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. ©. 132. n. 36. B. Pro- 
cessionea. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 369. n. 228. 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 34. n. 655. —— 

— — N. Magaz. I. B. S. 50. 409. II. B. S. 72. 
292. III. B. S. 153. n. 97. S. 159. u. 150. —— 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 
402. n. 12. S. 434. K. —— 

Schrank, Faun. boie. 2. B. 1. Abth, S. 280. n. 
1468. B. processioneus. 

Vieweg, Tab. Verz. I. H. 8. 57. n. 18. B. Pro- 
cessionea, 

Lang, Verz. 2. A. S. 104. n. 804. 805. —— 

Brahm, Inſ. Kal. S. 542. n. 404. —— 

Schwarz, Raupenkal. S. 67. 221.—-—— 


Die Fuͤhler ſind hellbraun, Kopf und Ruͤcken aſch— 
grau, der Hinterleib braͤunlich, mit einem ſchwaͤrzlich— 
braunen Afterbarte; die Vorderfluͤgel aſchgrau und dunk— 
ler gewoͤlkt. An der Wurzel ſteht eine ſchwarzgraue wel— 


282 

lenfoͤrmige Querlinie, hierauf eine ähnliche, faſt gerade, 
in ſchiefer Richtung, eine dritte iſt etwas geſchweift und 
neigt ſich am Innenrande gegen die zweyte. Zwiſchen dies 
ſen beyden zeigt ſich oͤfters ein ſchwaͤrzlicher Punkt. Die 
Hinterfluͤgel find weißlich, mit einem verloſchenen fhwärz« 
lichgrauen Querſtreife, der ſich zuweilen am Innenwin⸗ 
kel etwas verbreitet. Die Franzen aller Fluͤgel ſind hell 
und dunkelgrau geſcheckt. Die Unterſeite iſt weißlichgrau 
und die Zeichnungen der oberen ſind kaum angedeutet. Das 
Weib iſt groͤßer, führt gewöhnlich auf den Vorderfluͤgeln 
zwey undeutliche Schattenbinden und wüten ihnen einen 
dunkeln Punkt. 

Die Eyer ſind gelblichweiß, mit einem ſchwärzlichen 
Mittelpunkte und werden von dem Weibe mit der Wolle 
des Afterbartes bedeckt. 

Die Raupe hat ſich von jeher durch ihre geſellſchaftliche 
Lebensart unter einem gemeinſchaftlichen Gewebe, durch ihre 
regelmaͤßig geordneten Wanderungen bemerkbar; durch ihre 

Verwuͤſtungen und die ſchaͤdliche Wirkung ihrer Haare auf 
die Haut derer, die ſie beruͤhren, furchtbar gemacht. Sie lebt 
vom May bis zu Anfange des July auf Eichen (Quercus 
Robur), iſt weißgrau behaart, uͤber den Ruͤcken blaͤulich 
ſchwarz, in den Seiten weißlich, mit zwey rothgelben, 
oder bleichgrauen behaarten Waͤrzchen auf jedem Gelenke. 

In einem roͤthlichbraunen, feſten, mit Haaren 
durchwebten Gehaͤuſe wird ſie zu einer ockergelben, mit 
zwey kurzen Endſpitzen verſehenen Puppe, und der Schmet⸗ 
terling entwickelt ſich nach vier oder fuͤnf Wochen, — 
zuweilen erſt im folgenden Jahre, — faſt allenthalben 
in Europa. 


285 


18. GASTROPACHA PITYOCAMPA 


® * * * “ * * » * 
Gastr. alis reversis griseis, stigis tribus obscurioribus: 
posticis pallidis, lituxa auali fusca, 


Hübner, Bomb. Tab. 36. f. 161. (foem.) Text, 

8 140. n. 3. Fichtenſpinner, B. Pit yocampa. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, M. a. 
fig. 1. a. (Raupe.) b. (Gewebe,) c. (Puppe.). 

Wien. Verz. S. 58. Fam. L. n. 11. Fichtenſpinner, 
B. Pit yocampa. 

IIli ger, N. Ausg: dess. 1. B. S. 120. n. 11. 

Fabr. E. S. III. 1. 431. 74. B. pithyocampa. 

Fueßl. A. Magaz. II. B. 2. St. S. 232. 55 III. 
f. 1— 9. 

— — N. Maga: I. B. S. 44. — 

Es per, Schm. III. Th. Tab. XXIX. f. 6. 7. ©: 15g. 
B. Pityocampa. 

Pap. d Europe, T. V. Pl. CLXXXIV. f. 259. 
2 — f. pag. 45. La processionnaire du Pin. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 138. n. 37. B. Pi- 
tyocampa. 

Naturf. XV. St. S. 73. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 38. n. 19. —— 

Schwarz, Raupenkal. S. 11. 552.— — 


Etwas groͤßer, als die vorhergehende Art. Die 
Fuͤhler ſind roſtgelb, der Kopf und Ruͤcken aſchgrau, der 
Hinterleib helebraun; der Kopf hat zwiſchen den Palpen ei⸗ 
nen braunen, hornartigen, faͤcherigen Auswuchs. 7 

Die Vorderfüuͤgel find weißgrau und graubraun ge— 
woͤlkt, an der Wurzel ſtehen zwey ſchwaͤrzlichgraue Quer— 
ſtreife, in der Mitte ein ſchwaͤrzliches Mondſtrichchen, — 
oft nur ein Punkt, — hierauf eine ſchwarzgraue kappen⸗ 


334 


foͤrmige Querlinie und vor dem Außenrande, bey den 
deutlichſten Exemplaren, ein weißlicher, einwaͤrts dunkel⸗ 
ſchattirter Wellenſtreif. Die Hinterfluͤgel ſind weißlich, 
mit einem verloſchenen ſchwaͤrzlichgrauen Wiſche im In⸗ 
nenwinkel und die Franzen weiß und braungrau geſcheckt. 
Die Unterſeite iſt heller gefärbt und die Zeichnungen ſchei⸗ 
nen von oben verloſchen durch. | 

Das Weib hat einen dicken braͤunlichgelben Hinter⸗ 
leib mit ſchwarzen Einſchnitten und einem ſchwarzblau be⸗ 
ſchuppten Afterbuͤſchel, die Fluͤgel ſind blaͤſſer und undeut⸗ 
lich gezeichnet. 

Lebensart und Kunſttriebe hat die Raupe mit der 
vorhergehenden gemein; ſie lebt auf der Fichte (Pinus 
sylvestris), Rothtanne (Pinus picea), Weißtanne (Pi- 
nus Abies) und Pignole (Pinus Pinea), iſt uͤber den 
Ruͤcken blauſchwarz oder ſchwaͤrzlichgrau, unten weißlich, 
mit einem braungelb behaarten Querwulſt auf jedem Ge⸗ 
lenke und weißgrauen Haarbuͤſcheln in den Seiten. Der 
Kopf iſt ſchwarz. Sie uͤberwintert gewoͤhnlich faſt aus⸗ 

gewachſen *) und macht im März oder April in der Erde, 
unter Steinen oder Moss ein laͤngliches, feſtes braunröth. 
liches Gewebe, in welchem ſie zu einer rothgelben, an den 
Fluͤgelſcheiden braͤunlichen Puppe wird, die einen zuge— 
ſpitzten Kopf und am Ende des Hinterleibes zwey Spit⸗ 
zen hat. i 


„) Milhauſer, von dem ich darüber eine eigene Abhand⸗ 
lung in Manuſcript beſitze, fand ſie im Jahre 1756. bey 
Dresden zu Ende des Juny und im Anfange des July, 
erhielt aber den Schmetterling erſt im folgenden Jahre 
zu Ende des April. Auch zeigte ſich die Raupe im Junp 
und July 1807. in der Gegend von Torgau, wie ich aus 
den mir vorgelegten Berichten der Forſtbedienten erſah, 
als man mich wegen Vertilgung der in ungeheurer Men⸗ 
ge erſchienenen Mo nach a zu Rathe zog. 


1 


| 085° \ 


Der Schmetterling entwickelt ſich nach vier bis 
ſechs Wochen, oder auch erſt im Fruͤhling des folgen— 
den Jahres. Das Vaterland iſt das ſuͤdliche Europa, 
Tyrol, die Schweiz, Sachſen und die Mark Branden- 
155 , 


A 


32 


| 5. 
19. GASTROPACHA CATAX, 


Gastr. 4110 reversis corticinis e anticis pun- 
cto albo. 8 


Hübner, Bomb. Tab. 38. f. 168. (foem:) B. Ca- 
t a x. Text, S. 142. n. 2. Cerreichenſpinner, B. Ri- 
micola. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, O. a. 
fig. 1. a. (Raupe). b. (Gewebe.) c. (Puppe.). 

Wien. Verz. S. 57. Fam. L. n. 1. Cerreichenſpinner, 

B. Rimicola. 

IIliger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 114. n. .—— 

— — Maga. II. B. S. 53. —— ). 

Linné, S. N. I. 2. 815. 27. B. Cat ax, elinguis, 
alis reversis flavis unicoloribus puncto albido. 

— 2 Faun. Suec.' ed. 2. 293. 1108. 

Fabr. E. S. III. 1. 429. 71. . 


5 Linne's B. Catax wird bald auf dieſen, bald auf den 
folgenden Schmetterling gedeutet; ſeine Beſchreibung iſt 
wahrſcheinlich nach einem nicht gut erhaltenen maͤnnli⸗ 
chen Exemplare der einen oder anderen Art verfaßt; aber 

= » Röfels Abbildungen, die er citirt, dürften doch die 
Vereinigung mit dem gegenwaͤrtigen Schmetterling be⸗ 
gane | 


286 


Roͤſel, Ju Bel. III. Th. S. 425. Tab. LXXI. T, . 
a. (Raupe und Puppe.) IV. Th. S. 239. Tab. 
XXXIV. fig. a. b. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XVI. . —5. S. 

388. B. Cat aK. 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLXXVIII. f. 229. 
a — e. pag. 20. La laineuse du Chöne, 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 116. n. 30. (351. 
B. Catax. 

— — Rhein. Magaz. 1 B. S. 365. m BL 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 34. n. 644. —— f 

— — N. Magaz. II. B. S. 376. B. Ri micola. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S. 15 4. n. 12. 
Lasiocampa Rimicola. 

Brahm, Inf. Kal. S. 285. n. 177. B. Ctäx. 

Schwarz, Raupenkal. S. 78. 211. —— 


Die Fuͤhler ſind roͤthlichgrau, der Kopf, Ruͤcken 
und Hinterleib bey dem Manne wie die Flügel ges 
faͤrbt, letzterer bey dem Weibe dunkelbraun, mit einem 
dicken aſchgrau wolligen Afterbarte. 

Die Fluͤgel ſind auf beyden Seiten fahl ziegel⸗ 
braun, gegen den Außenrand heller und ſchwaͤcher be- 
ſchuppt, mit einem weißen Punkt in der Mitte der 


Vorderfluͤgel. 


Die Raupe lebt im May und Juny, (in det Ju⸗ 
gend geſellig), auf Eichen (Quercus Cerris et Robur); 
ſie iſt duͤnn behaart, aſchgrau, mit einem breiten blauen 
Ruͤckenſtreife, der auf beyden Seiten erſt ſchwarz / dann 
weiß geſaͤumt iſt und auf jedem Gelenke, vom vierten 
bis zum zehnten, zwey rothgelbe behaarte Waͤrzchen 
fuͤhrt. Der Kopf iſt ſchwarz. 

Das Gewebe iſt eyrund, glatt, ſehr feſt, gelb: 
grau oder braͤunlich, die Puppe an beyden Enden ab⸗ 


287 


geſtumpft und hellbraun. Der Schmetterling erſcheint 
im September und October, zuweilen auch erſt nach 
zwey oder drey e — allenthalben in Deutſch⸗ 
land. g 


20. GASTRO PACHA EVERIA. 


Gastr. alis reversis luteis, foeminae brunneis; anticis 
puncto albo strigaque postica flava. 


Knoch, Beitr. I. St. S. 26. n. 6. Tab. II. f. ı — 
7. B. Everia. | 

Hübner, Bomb. Tab. 38. f. 166. (mas.) 167. 
(foem.) B. Everia, Text, S. 142. n. 1. Holz⸗ 
birnſpinner, B. Ca ta x. 

— — Lary. Lepid. III. Bomb. II. Verae, O. a. 
fig. 2. a. (Raupe.) b. (Gewebe.) e. (Puppe.). 

Wien. Verz. S. 57. Fam. L. n. 3. ce 
ner, B. Catax. 

Ili ger, n. A. dess. 1. B. S. 12 5. n. 3. 

— — Magaz. II. B. S. 53. — — 

Fabr. E. 8. III. ı. 430. 72. B. Everia. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. XVI. f. 6 —9. Tab. 
XVII. f. 1. S. 91. B. Lentipes. 

Pa p. d' Europe, T. VI FHC 2610 

* — 1. La laineuse du Prunelier. 

v. Müller, Faun. silesiaca, III. Abth. 1. H. B. 
Everia. 

ei Eur. Schm. III. Th. S. 120. n. 32. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 366. n. 222. 
Schrank, Faun. beic. 2. B. 1. Abth. 8. 278. n. 

1464. B. Catax. 2. Abth. S. 154. n. 14. La- 

siocampa Catax. 


8 Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 53. n, 13. B. verge 


> 
— 


288 


Lang, Verz. 2. A. S. 105. n. 811. ga B Heri 
Schwarz, Raupenkal. S. Hi 237. 


Die Fuͤhler, der Kopf, der ſehr ſtark und lang 
behaarte Rüden und Hinterleib des Mannes find gold. 
gelb, eben fo find die Vorderfluͤgel bis gegen den Au⸗ 
ßenrand gefaͤrbt, welcher roͤthlichgrau angelegt iſt. Nicht 
weit von der Wurzel ſteht ein verloſchener rothbrauner 
Querſtreif, in der Mitte ein weißer dunkelgerandeter, 
meiſtens runder Fleck und vor dem Außenrande eine 
hellgelbe Binde, die einwaͤrts rothbraun geſaͤumt iſt. 
Die Hinterfluͤgel ſind roͤthlichgrau, in der Mitte etwas 
in's Braune vertrieben. Die Unterſeite gleicht der obe= 
ren, nur find die Zeichnungen kaum ausgedruͤckt. 

Das Weib iſt roſtbraun, der wollige ſehr dicke 
Afterbuͤſchel deſſelben aus aſchgrauen, roͤthlichgrauen 
und braunen Haaren gemiſcht. Die Vorderfluͤgel ha— 
ben an der Wurzel einen dunkelgelben Fleck und einen 
gleichfarbigen Streif gegen den Außenrand, welcher 

nebſt den Hinterfluͤgeln und der ganzen Unterſeite roth— 
braun gefaͤrbt iſt. Der weiße Fleck iſt wie bey dem 
Manne vorhanden. 

Die Eyer find cylinderfoͤrmig, oben flach, braͤun⸗ 
lichgrau und dunkler punktirt. Sie werden noch vor 
dem Winter in ſchiefer Richtung um einen Zweig oder 
Aeſtchen gelegt und mit der After des Weibes be⸗ 
deckt. 

Die Raupe lebt in der Jugend geſellſchaftlich auf 
Schlehen (Prunus spinosa), Holzbirnen (Pyrus com- 
munis sylvestris) und Birken (Betula alba). Man 
findet ſie erwachſen zu Ende des May und in der erſten 
Haͤlfte des Juny; ihre Haare ſind fein und weich, ſchwarz, 
braͤunlichweiß und dunkelbraun: der Kopf iſt ſchwarz⸗ 
braun, der walzenfoͤrmige Leib oben gelbbraun, mit 


289 

ſammtſchwarzen Einſchnitten und blauſchwarzen Flecken 
uͤber den Ruͤcken und blauen gelbgeſtrichten und wünites 
ten Flecken in den Seiten. 

Das Gewebe iſt wie das der vorhergehenden Art ge⸗ 
ſtaltet, von Farbe gelblich oder braun, die Puppe zimmt⸗ 
braͤunlich. Der Schmetterling, erſcheint zu Ende des Sep⸗ 
tembers, zuweilen auch erſt nach einem Jahre — in meh⸗ 
reren Gegenden Deutſchlands. 


6 ASTRO PACHA LANESTRIS. 


2 alis reversis ſerrugineis: striga alba, anticis 
puncto basique albis. 5 555 | 


Be K Tab, 38.f. 169. 3 170. (foem.) 
Text. S. 243. n. 3. Eirkaenfpinneer B. Lan e- 

m Stris. ©, 

— rv. Lepid. III Ruh II. Verse, 0. b. 
fig. 1. a. (Raupe.) 

Wien. Verz. S. 57. Fam. T. n. 2. Kirſchenſpinner, 
B. Lanestris. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1, B. n „ 

Linné, S. N. I. 2. 815. 28. 

— — Faun. Suec. ed. 2. 292. 1205.4 — 

Fab. E. 8, III. 1. 429, 68. 

Scopoli, Ent. Carn. 199. 499. 

Rösel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. LXII. 4 
an. ©. 305. 

. Icon. Tab. XXXVIII. £ 10. 11. No 

mencl. Panz. p. 55. B. lanestris. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. III 

Kanne Seh III. 45. Tab. XVII. . A der 8. S. 
95. N * 1 


Dritter Band. T 


290 


Pap. KH Ups T. V. Pl. CLXXVIIl. fig. 250. 
— f. pag. 22. La laineuse du Cerisier. 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 123. n. 35. B. La- 

b nest 18. 

— — Rhein. Magaz 1. B. S. 366. n. 223. —— 
Müller, Faun. Fridr. p. 39. n. 552. 
— — Zool. Dan. p. 117. n. 1354. 


Fueßl. Schweiz. Inf. S. 54. n. 646. —— en 


— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 270. —— 

— — N. Magaz. II. B. S. 72. n. 28.—-— 

Naturf. XI. St. S. 37. XXVIII. St. S. 87 n. 
16. XXIX. St. S. 230. n. 4. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 80 


1463. e — 2. Abts 154. n. 13. 


Las iocampa lanestris, 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 36. n. 24. B. lane 
era! 
Lang, Verz. 2. A. S. 104. n. 809. 3105 
Brahm, Inſ. Kal. S. 288. n. 179. 55 544. n. 
405. — 
W Baupenfl, ©. 79. 211. Bien 516. _ 


Die Fühler find braungelb, mit einem weißlichen 
Schafte, der Kopf, Rüden und Hinterleib dunkel braun⸗ 
roth, der Afterbart des Weibes weiß — und dunkelgrau 
gemiſcht, die Vorderfluͤgel rothbraun, am Außenrande 
weiß beſtaͤubt, (bey Abaͤnderungen auch in der Mitte); 
an der Wurzel ſteht eine weiße, bald größere, bald klei— 
nere Makel, in der Mitte ein gleichfarbiger runder Fleck 
und gegen den Außenrand ein weißer etwas wellenfoͤrmiger 
Duerfireif. Die Hinterfluͤgel find blaͤſſer und ſchwaͤcher 
beſchuppt, mit einer weißlichen Binde durch die Mitte. 
Die Unterſeite gleicht der oberen, der weiße Fleck an der 


en 


29 ar 


Wurzel fehlt und der Vorderrand der ener if 
wie ‚oben, weiß. 

Die Raupe lebt im May und Juny geſellg unter ei⸗ 
nem gemeinſchaftlichen Geſpinſte auf Schlehen (Prunus 
spinosa), Pflaumenbaͤumen (Prunus domestica), Kir⸗ 
ſchen (Prunus Cerasus), Birken (Betula alba), Linden 
(Tilia europaea), Hagedorn (Crataegus Oxyacantha), 
Weiden (Salix) u. ſ. w. Erwachſen iſt fie ſchwarzblau, 
oder ſchwarzbraun, mit zwey Reihen behaarter rothgelber 
Waͤrzchen uͤber den Ruͤcken und drey weißen Punkten zwi⸗ 
ſchen dieſen auf jedem Gelenke; in den Seiten zeigt ſich 
meiſtens eine weiße, oder gelbe abgeſetzte Laͤngslinie. 

Das Gewebe iſt wie bey den vorhergehenden Arten 
geſtaltet, gelblich, oder braun, die Puppe ockergelb und 
braun ſchattirt; der Schmetterling entwickelt ſich im Ok⸗ 
tober, oder kuͤnftigen Fruͤhling, zuweilen auch nach ei— 
nem ar zwey 1 und 5 nirgends in Europa ſelten. 


1 


1 J. 
22. GASTRO PACHA LOT I. 
Gastr. alis reversis maris ferrugineis, foeminae cinereis; 
anticis puncto strigaque Postica sinuata albis. 


Eine neue Entdeckung des H. Gr. v. Hofmanns⸗ 
egg, aus Portugal, wovon ich beyde Geſchlechter aus 
meiner Sammlung Hrn. Huͤb ner mittheilte, der fie in der 
Folge in Abbildung liefern wird. 

Dier Mann hat kaum die Groͤße des von Gastr. 

franconica; feine Fühler find roſtfarbig, mit einem gelb⸗ 

lichen Schafte, der Kopf, Ruͤcken und Hinterleib grau⸗ 

braun und ſtark behaart, die Vorderflügel von der Wur⸗ 

zel aus fuchsroth, dann roſtbraun; in der Mitte ſteht 
| | T 2 | 


292 | ER 


ein weißes rundes Fleckchen und jenſeits deſſelben ein wei⸗ 
ßer, etwas geſchweifter Streif in ſchiefer Richtung. Die 
Hinterfluͤgel nebſt der Unterſeite ſind einfarbig roſtbraun. 
Das Weib iſt nur um weniges groͤßer, durchaus 
bräunlichgrau, mit einem weißen Mittelpunkte und ver⸗ 
loſchenen gleichfarbigen Querſtreife auf den Barberflügeln, 
ar Hinterleib hat keinen Afterbuͤſchel. 

ur Von der eee, Nh Schnur in 
ae hehe bekannt. 


23.64STROPACHA-FRANCONICA 
Gastr. alis reversis maris lividis fusco - venosis margi- 


natisque, ee nk foemihae brunneis con- 
coloribus. 1 


Hübner, Bomb. Tab. 40. f. 175. (mas. ) 176. (foem. 
Text, S. 145. n. 3. Queckenſpinner, B. enge 
nica. | 

Wie n. Verz. S. 57. ram. L. n. 5 E 
B. Franconica. 

IIIi ac N. Beige dess. Bi. 8. 117. n. 6.—— 

Tab r. E. S. III. 1. 433. 82. 

Esper, Schm. il. Th. Tab. XXVI. t. 1. 2. S. 
139.—— 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLXXXIL f. 30 
a. b. c. pag. 33. La franconienne 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 112. n. 30. B. 

Franconica. is 

Lang, Verz. 2. A. S. 105. n. 813. a 

Brahm, Inſ. Kal. S. 340. n. 225.—— 


Die Fühler find bey dem Manne gelblich und dunkel⸗ 


293 


braun gekaͤmmt, der Kopf und Ruͤcken gelb und ie 
lich behaart, der Hinterleib ſchwaͤrzlichgrau, die Fluͤgel 
auf beyden Seiten in der Mitte faſt durchſichtig gelbgrau, 
ſchwarzbraun geadert und gerandet, mit einem hellgelben 
Querſtreife und einem ſchwaͤrzlichen Mondſtrichchen in der 
Mitte der vorderen, deren Franzen unregelmaͤßig gelb und 
ſchwarzbraun genedt 17 7 die der hinteren ſind een 


gelb. 

| Das Weib ift faft ko einmal o groß, durchaus ku⸗ 
pferfarbig, mit einem dunkleren Mittelmondchen und zu⸗ 
weilen auch einem blaſſen verblichenen e ne den 
Vorderfluͤgeln. 

Die vollſändig Naturgeſchichte hat Bo rkha u fen n 
zuerſt geliefert 5! wovon Ei 170 das 1 im ee 
gebe. 

Die Eyer ET wie bey d ben zwey folgenden 105 
ten, in einem Ringe um einen Zweig gelegt, ſind rund, 
ſchmuzigweiß, oben mit einem braunen Puͤnktchen. 

Die Raupe lebt, geſellig in einem Gewebe, vom 


May bis zu Ende des July auf Quecken (Triticum re- 


pens), Meier, oder Huͤnerdarm (Alsine media), Acker- 
Gauchheil (Anagallis arvensis), Ruprechts Storchſchna⸗ 
bel (Geranium Robertianum) und dem Schierlingsblaͤtt— 
rigen Storchſchnabel (Geranium eicutarium). Sie iſt 
blaͤulichſchwarz, rothgelb behaart, mit einem blauen Rüf- 
kenſtreife und vier gelbrothen Laͤngslinien zu beyden Seiten 
deſſelben; unter dieſen ſteht eine breitere er und über 
den Füßen eine rothgelbe Linie. 35 
Das Gewebe iſt eyrund, weiß und ſo wie die lang 
liche, weiche, dunkelbraune Puppe gelb bepudert. Der 
Schmetterling entwickelt ſich nach drey oder vier Wochen, 
zu Ende des July oder im Auguſt. Als das Vaterland 
kenne ich nur die Gegenden von Frankfurt am Mayn und 
Darmſtadt. | 


24. GASTR: OPACHA CASTRENSIS. 


Gasir. 4155 reversis, ahtieis maris pallidis, strigis dua- 
bus fasciaque postica brunneis; > foeminae ni: 
fasciis duabus E | “1279039 


ie N Tab. ar ER ol: 178. 0 
(foem.) Text, S. 145. n. 2. „ Aenne 
B. Castrensis. 

— — Larv. Lepid. IH. 1 II. etage 9255 a. 
b. fig. 2. a. e H b. (Puppe.). 

Wien. Verz. S. 57 „Tam. L. n. 5. Fiodebtumfpinen 
B. Castrensis. 

Hier; N. Ausg. dess. 1. B. 8. 117. n. 5.— 

Linne, 8. N. I. 2 818. 36% } 

— — Faun. Suec. ed. 2. 29 1102. e New 

‚nstria Var. 1 

abe E. S. III. 1. 1 80 B. ach ee 5271755 

De Geer; Uiberſ. v. Goeze, 1. B. 2. Q. S. 7. Tah. 
13. f. 1 — 6. 4. O e 8 275 
n. 2. — 

Röfel, Inſ. Bel IV ab. Tab. v. 1. 1 — 6. 1 
10941 

Friſch, Geſchr. d. Ju. X. Th. Tab, Vin. 1 85 1 
S. 10. VIII. 

d Icon. Tab. CCI. f. 30 14 Nomen 
Panz. p. 181. B. Castrensis. | 

Esper, Schm. Hr Th. Tab. XXVIII. f. 1 — 7. 
6 S1 147 f 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLXXXI. f. 455. a 
I. Pl. CLXXXII. f. 235. m. n. pag. 50. La li- 
‚ vree des Prés. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 107. n. 29. B. Ca- 
strensis. 


— — Rhein. Magaz. I. B. S. 969. n. 225. 3 


— ri. 


295 


Fueßl. Schweiz. Inf. S. 34. n. 654. B. Castrensis. 

— — N. Magaz. II. B. S. 335. n. 147. III. B. 
2. St. S. 148. n. 51. S. 157. n. 124. —— 

e Tab. im Berl. Magaz. II. 15 4. St. S. 
402. n. 10. S. 433. I. —— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abch. S. 279. n. 
1466. Bomb. 2. Abth. 8. 05 n. 16. vr 
sio campa castrensis, 

Wir wegs Tab. Verz. 1. A. S. 37. n. 17. B. castreusis. 

Lang, Verz. 2. A. S. 104. n. 802. 80. 


Brahm. Inſ. Kal. S 357. n. 224. —— 


en Rndperiipl: S. 82. 220. 576. —— 


Die Fühler des Mannes find: brbunlic gefämmt, 
mit einem gelben Schafte, der Kopf und Ruͤcken gelb 
behaart, der Hinterleib graubraun, die Vorderfluͤgel 
hellockergelb, zwiſchen zwey braunen Querſtreifen gleich— 
farbig bindenfoͤrmig ſchattirt; eine braune Binde ſteht 
vor dem Außenrande, iſt oͤfters verloſchen und beruͤhrt 
weder den Border» noch Innenrand. Die Hinterflüs 
gel ſind braun, mit einer verblichenen gelblichen Quer= 
binde und die Franzen gelb und braun gefleckt. Auf 
der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel braun, mit einem 
gelben eee, die hinteren gelb und zweyfach braun 


bandirt. 


Das Weib iſt größer, duct roſtbraun, mit 


zwey ſchraͤgen, hellockergelben Binden, die auf den ent⸗ 


gegen geſetzten Seiten in die Grundfarbe verlaufen, auf 
den Vorderfluͤgeln und einem ſehr verblichenen Quer— 
ſtreife durch die hinteren; die Unterſeite fuͤhrt eine gel⸗ 
be, ſchmale Binde. 1 

Unter einer Menge vorkommender Abaͤnderungen 
hat Borkhauſen J. c. die nerfoireigien beſchrie⸗ 
ben. 

Die Raupe findet man vom Aptil bis in die Haͤlfte 


296 


des Juny auf der gemeinen Flockenblume (Centaurea 
lacca), an einigen Arten der Wolfsmilch (Euphor- 


bia Esula et Cyparissias), des Storchſchnabels (Ge- 


ranium), auf Mausoͤhrchen (Hieracium Pilosella) 
und den jungen Wurzelausſchlaͤgen der Birken (Betula 
alba). Sie gleicht ſehr der folgenden, iſt aber nach 
beyden Enden duͤnner, uͤber den Ruͤcken orangegelb, 
abgeſetzt ſchwaͤrzlich geſtreift und punktirt, mit einer 
blauen, oder weißlichen Mittellinie, in den Seiten ein 
oder ſchwaͤrzlich und an den Füßen grau. 
Gewebe, Puppe, die ganze Lebensart und Weben 
lungsgeſchichte hat ſie mit der vorhergehenden und fol⸗ 
genden gemein; der Schmetterling erſcheint nach drey 
oder vier Wochen und iſt nur in nee dee 
Feen Ne: | m. 


25. GASTROPACHA NEUSTRIA. 
Gastr. alis reversis rufo-ochraceis, anticis 43 dua- 
bus flavescentibus: subtus unica. 


Hübner, Bomb. Tab. 40. f. 179. (mas) 180. 
‚ (foem.) Text, . 144. 1 Weißbuchenſpinner, B. 
Neustria. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, Q. a. b. 
fig. 1. a. (Raupe.) b. (Gewebe.) c. (Puppe.). 
Wien. Wer z. S. 57. Fam. L. n. 3. Weißbuchen⸗ 
ſpinner, B. Neustria. | | 
Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 116.n.4 —— 

— — Magaz. II. B. S. 56. —— 

Linné, S. N. I. 2. 818. 54. —— 

— — Faun. Suec. ed. 2. 292. 1102. —— 
Fabr. E. S. III. 1. 432. 79. —— 


ee 297 

Geoffr. Hist. d. Ins. T. I. p. 114. u. 16. La 
Iivree, 19%: 

Scopoli, Ent. r 199. 498 Ph. Pr G 00 

Roͤſel, uf. Bel. I. Th. 8 2. Cl. Tab. VIII . 
1 — 7. S. Ar 

Friſch, Beſchr. d. Inſ. I. Th. Tab. II. f. 1 — 6. S. 
10. 

J ee Icon. Tab. CCIX. f. 1. 2. Tab. 
CNV 0. 125 Nomenel. Panz. p. 180. 183. B. 
' Neustria. 

| wi ilkes, Nat. Hist. Tab. XLV. N 

Donovan, Nat. Hist. Vol. III. Pl. X CV. 

renn III. Th. Tab. XXVII. f. 1 — 7. S. 
143. — Tab. LXXXV. Cont. Tab. 6. f. 3. 

W Fortſ. S. 35. B. N eustria Quereus. (Va- 

ai riet.) 499, 

Pap. d' Europe, T. V. Pl. CLXXX. f. 252. a 

n. pag. 27. La livree, 
Borkh. Eur. en III. * 85 103. n. 28. B. Neu- 
stria. 

—— Rhein Magaz. 2 B. S. 368. n. 226. a. B. Watt 

stria vulgaris. b. Neustria Quercus. 

Müller, Faun. 1 P. 39. n. 350. B. Neu 

‘ 'stria. N 

— — Zool. Dan. P. 118. n. 1358.— 

Fur zl. Schweiz. Inf. S. 34. n. 653. —— 

— — N. Magaz. II. B. S. 60. n. 35. III. B. 2. St. 
S. 148. u. 52. S. 152. n. 82.— 

zer Tab. im Berl. Magaz. "1. B. 4. St. 8. 

402. n. 11. —— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 279. u 

1465. Bomb; —— 2. Abth. S. 155. n. 15. La- 
siocampa Neustria. 

Vieweg, Tab. Verz. I. H. S. 37. n. 16. B. Neu- 
stria. 


298 


Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 170, n. 1079. Nov. ed. 
Illig. p. 275. n. 1079. B. Neustria. 

Lang, Verz. 2. A. 8. 104. n. 780 ese — 

Panzer, Faun. Germ. 23.21. . 

Brahm, Inf. Kal. S. 341. n. 226. — ri 

Schwarze Raupenkal. S. 81. 220. —— 


— 


Die Fühler und der ganze en fi nd wie die üg 
gefaͤrbt; dieſe kommen von einem blaſſen Ockergelb bis zu 
einem ſehr erhöhten Rothbraun in allen Uibergaͤngen und 
Miſchungen vor. Durch die vorderen laufen zwey roͤthlich⸗ 
braune, oder, bey den dunkleren Abaͤnderungen, gelbli⸗ 
che Querſtreife, wovon der erſte kaum gebogen, der zwey⸗ 
te etwas geſchwungen iſt, der Raum zwiſchen beyden iſt 
zuweilen, beſonders bey dem Weibe, in Form einer Bin⸗ 
de, dunkler ausgefuͤllt und die Hinterfluͤgel haben oͤfters 
einen verloſchenen dunkleren Querſtreif. Die Franzen ſind 
heller und dunkler, ungleich geſcheckt. Die Unterſeite 
gleicht der oberen, mit einem bindenförmigen Schatten⸗ 
ſtreife durch die Mitte. 

Verwandlungsg eſchichte und Lebensart hat die Nau⸗ 
pe mit den beyden vorhergehenden Arten gemein,, ſie iſt 
langleibig, weich und duͤnn behaart, blau, roth und gelb 
geſtreift, mit einer weißen Ruͤckenlinie. Der Kopf iſt 
blaugrau und mit zwey ſchwarzen Punkten bezeichnet. 
Man findet fie — allenthalben in Europa, — in man⸗ 
chen Jahren in großer Menge, vom Ende des April bis zu 
Anfange des Juny auf allen Obſtbaͤumen, denen ſie oft 
großen Schaden zufuͤgt, auf Pappeln, Birken, Eichen, 
Ruͤſtern, Schlehen, Weißdorn u. ſ. w. Der Schmetter⸗ 
ling erſcheint nach drey oder vier Wochen, aa im 
July. 


ee 
— 


N e 


Die Fuͤhler ſind ae en Frei borſten⸗ 
foͤrmig und kaum ſichtbar gefranzt, der Hinterleib ge— 
fleckt, die Fluͤgel ehhöͤngend « buntfarbig; der Sauger 
ſehr kurz. 
Die Raupen find auf jenen Gelenke mit länger oder 
kuͤrzer behaarten Wärzchen befet und heißen daher Bü 
renraupen. - 
Die Verwandlung geschieht. ig einem weichen, nicht 
immer gleich dichten Gewebe über der Erde. Die Puppe 
iſt dickleibig und behaͤlt an dem nur een geſpitzten Hin⸗ 
i n den Raupenbalg. 
Der Name Eyprepia iſt aus dem e 
Evageneın (deear eximius) genommen. 560 
10 e , Schrank, l et 
° MORPHA, LITHos A La tr. 


/ 


m: 


300 


A, 


1 


Die Fühler find fein gekaͤmmt, der Rüden glatt, 
die Vorderfluͤgel ſchmal, die hinteren breit, der Hinter⸗ 
leib ſchlank, in der Mitte, oder 20 er in ben 
Seiten ſchwarz punktirt. „ 


LITHOSIA, Latreille. N 


"EYPREPIA COSCINIA. 


22 alis anticis coerulescenti- albis, punctis 1 
fuscis: posticis 1 796 rapie l fulvis. 


be 
Haber Bomb. Tab. 58. . 251. B. Cheysoce 
phala. 


Die Fuͤhler ſind ſchwach gekaͤmmt, ſchwarz mit ei⸗ 
nem weißlichen Schafte, der Kopf und die Spitze des aſch⸗ 
grauen Hinterleibes rothgelb; der Ruͤcken iſt, wie die 
Vorderfluͤgel, blaͤulichweiß gefaͤrbt. Dieſe ſind ſchmal, an 
der Spitze abgerundet, mit zwey ſchwarzbraunen uͤber ein⸗ 
ander ſtehenden Punkten, die hinteren breit, am Außen« 
rande geſchweift, weißgrau, am Vorderrande dunkler 
ſchattirt, mit einem mondfoͤrmigen, ſchwaͤrzlichgrauen 
Mittelflecke und weißen Franzen. Auf der Unterſeite ſind 

die Vorderfluͤgel ſchwarzgrau, mit weißen Franzen, die 
hinteren wie oben gefaͤrbt. 
Ich kenne nur ein maͤnnliches Exemplar dieſes 
Schmetterlings, aus Portugal, welches ich bereits vor 
acht Jahren von dem H. Gr. v. Hofmannsegg un⸗ 
ter dem vorſtehenden Namen erhielt. 


Pr \ 


7 


301 


wo EYPREPIA CANDIDA. 


Eypr. alis anticis Kernläktenti. albis, punctis a 
nigris: posticis wberascen tips ; abdomine er 
15 nigro ae 


rte 55 14 Specim. I. Tab. VI. f. 5. 
5. Bomb. candida. | 

Hü bn er, Samml. auserleſ. Voͤgel u. Schnet Tab. 

4 870. Colon Wr 

— — Bomb. Tab. 28. f. 119. (foem.) Text, S. 

| 131. n. 2. Feinpunktirter Spinner, B. Colon. 3 

Esper, S Tab. LXXXVII. Cont. 8. Ge 5. 
Fortſ. S. 47. B. Cribellum. 

N ans, N Etr. T. I. p. 177. n. 1101. Nox, ed. 
IIlig. p. 282. n. 1101. B. Colon? 90. 


Groͤße und Geſtalt der vorhergehenden Art, aber die 
Vorderfluͤgel ſind an der Spitze nicht abgerundet, ſondern 
bilden einen ſcharfen Winkel. Die Fühler find bläulich- 
weiß, ſchwarz gekaͤmmt, Kopf, ‚ Rüden und Hinterleib 
haben die Farbe der Vorderfluͤgel; der letztere iſt meiſtens 
in der Mitte ſchwarz punktirt. EN TREO 


* A _ 


x) B. Colon Fabr. Gener, Ins. mike 5 281. Ent. 
Syst. III. I. 476. 214. ſcheint nicht dieſer Schmetter⸗ 
ling zu ſeyn, daher iſt der Name, unter welchem. Cy- 

rillus ihn zuerft abgebildet hat, vorzuziehen. 

**) Die Diagnofe „alis incumbentibus griseo - fuscis, 

punctis duobus nigris distantibus“ ift die des Fabr. 
und macht dieſes Citat zweifelhaft. Der Schmetter⸗ 
ling, welchen Fabr. beſchreibt, iſt, außer der verfchier 
denen Örundfarbe und Stellung der Punkte, in Deutſch⸗ 

land zu Hauſe. H. D. IIliger halt Hubners B. 

Colon für eine Abänderung von . ehr 


302 


Die Vorderfluͤgel ſind blaͤulichweiß, mit zwey feinen 
ſchwarzen Punkten, jenſeits der Mitte, unter einander; 
zuweilen fehlen ſie ganz / manchmal iſt nur einer zu ſehen. 
Der Saum iſt nach Hübner und Es per ſchwarz punk⸗ 
tirt. Die Hinterfluͤgel ſind weißlich, am Vorderrande 
etwas dunkler ſchattirt, mit einem ſchwaͤrzlichen Mittel⸗ 
ſtrichchen. Die Unterſeite iſt wie bey in de Wii 
n19, 

Esper giebt die Endſpitze des Hinterleibes bey 
dem Manne gelb an; in der Sammlung des Abbate 
Mazzola befinden fich beyde Geſchlechter ohne Spur da: 
von, 0 fehlen die ſchwarzen ae 5 Vorder⸗ 
fluͤgel. N 

Des Mae un Pen und das ſübliche 10 
ug?” 


4414 


3. EYPREPIA CRIBRUM. 


e alis anticis coerulescenti-albis, transverse nigro 
e pos ticis cinereis. d 5 


58471 


Hübner, Bomb. Tab. 28. £ 120. (mas) 121. 
(foem.) Tert, ©. 132. m. 5. Grobpunktirter Spinner, 
B. Cribrum. 

Illiger, N. Ausg. des Wien. Verz. 1. B. S. 178. 
n. 8. B. Cribrum ha 1 

Linné, S. N. I. 2. 831. 76. B. Or nen g 

— — Faun. Suec. ed. 2. 302. 1156.— . 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LXIX. fr. BE — 


„) B. Cribrum des Wien. Verz. Fabr. Schrank, 
und Le manteau a points des Geoffr.Hist. des ins. 
T. II. p. 190. n. 21. gehoͤren zu Tin. Cribrella 
Hübn. Tab. 10. f. 67. Man vergleiche Illig ner Ma- 
gaz. II. B. S. 80. zun 


2 


Pap. d' Europe, Tab. VI. Pl. 88K f. 508. a. 
b. pag. 47. Le erible. 

Naturf. II. St. Tab. I. f. 5. S. 1 (Die Ab⸗ 
bildung iſt ſo ſchlecht, daß ſie weder auf dieſe, noch 
auf die folgende Art mit Gewißheit gedeutet werden 
kann; doch wird ſie mit mehr Wahrſcheinlichkeit hier 
angeführt.) 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 213. u. 65. B. Cri- 
brum. 


— — Rhein. Magaz. I. B. S. 541. n. 180. — 


—— — 


Größe, Geſtalt und Grundfarbe der zwey vorher: 
gehenden Arten. Der Kopf iſt aſchgrau, die Schulter⸗ 
decken mit einem ſchwarzen Punkt, der Hinterleib iſt in 
der Mitte und den Seiten ſchwarz punktirt und fuͤhrt bey 
dem Manne einen gelben Afterbuͤſchel. 

Die Vorderfluͤgel haben jenſeits der Mitte zwey tief⸗ 
ſchwarze Punkte und mehrere Reihen ſchwarzbrauner oder 
ſchwaͤrzlicher, laͤnglicher, nicht ſcharfbegrenzter Fleckchen 
und Punkte, welche in der Zahl nicht ſelten abaͤndern; 
die hinteren find dunkelgrau, zuweilen in der Mitte et— 
was heller, mit einem verloſchenen dunkleren Mondſtrich⸗ 
chen und weißlichen Franzen. 

Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel ſchwarzgrau, 
mit weißlichen Franzen, die hinteren heller als oben ge— 
faͤrbt und das Mondſtrichchen iſt gewoͤhnlich deutlicher. 

Der Schmetterling findet ſich in Schweden, Sachſen 
und der Gegend von Berlin; von ſeiner e iſt 
nichts bekannt. 


304 


EYPREPIA PULCHRA. e 


7 alis anticis llavescentibus, atro sanguineoque pun- 
“ etatis; poslicis lacteis snigke, marginatis. 


> 


Hübner, Bomb. Tab.26. f. 115. N 
128. U. 1. Sonnenwendeſpinner, B. pulchra. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, G. fi. * 
a. (Raupe.). 

Wien. Verz. S. 68. u 0. n. 9. Sonnenwente: 
Eule, N. pulchra. 

Illiger, N. Ausg. dess. I. B. S. 179. n. 50 — 
Linné, S. N. I. 2. 884. 549. Ting En 
chella. \ 
Fabr. E. S. III. 1. 459. RI B. neleiee een ö 
Seopoli, Ent. Carn. 208. 514. Ph. Pulchella. 
Schaeffer, Icon. Tab. CXXII. f. ı. Nomenel. 

Panz. p. 126. B. pule hella. 

Sulzer, abgek. Gesch. d. Ins. II. Th. Tab. XXIII. 

% il 8. 162. TI. ‚Pulchella; 

Cramer, Pap. exot. Pl. CIX. fig. E. F. Phal. u. 
tm iX. 

Es p er, Schm. IV. Th. Tab. CLXIY. Noct. Br ig 
5 — 5. S. 570. N. pulchra. 

Pa p. d' Europe, T. VI. Pl. COXXL f. 309. A 
e. pag. 48. La gentille. * 

Panzer, Faun. germ. 95. 24. B. re K 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 259. n. 89. B. Pul- 
ehr a. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8.315. n. 
1512. N. pulchra. | 

Lang, Verz. 2. A. S. 163. n. 1148. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 177. n. 1105. Tab. A. 
fig. 8. Nov. ed. Illig. p. 283. n. 1105. B. pul- 

chella. * 


Schwarz, Raupenkal. S. 382. 472. Tin. pul- 
a | | 


Größe. und Geſtalt von Eypr. Cribrum; Kopf, 
Halskragen und Ruͤcken ſind rothgelb und ſchwarz gefleckt, 
die Fuͤhler ſchwarzbraun und kaum ſichtbar gefranzt, der 
Hinterleib blaͤulichweiß und in den Seiten ſchwarz punf- 
tirt, die Vorderfluͤgel weißlichgelb und mit kleineren 
ſchwarzen und groͤßeren blutrothen Flecken und Punkten. 
dicht beſetzt, der Außenrand iſt ſchwarz punktirt und die 
Franzen ſind gelblich und ſchwarzbraun geſcheckt. 


Die Hinterfluͤgel ſind am Außenrande kaum einge⸗ 
bogen, milchweiß, mit einem ſchwaͤrz lichen Mittelſtrichchen 
und gleichfarbigen Saume, der an der Spitze und gegen 
den Innenrand ſich in die Flaͤche verbreitet; die Franzen 
weiß. Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel roth ge⸗ 
fleckt und ſchwarz punktirt, mit einer ſchwaͤrzlichen breiten 
Binde vor dem Außenrande und einer ſchmaͤleren gegen die 
Wurzel, welche beyde den Innenrand nicht beruͤhren, die 
hinteren wie oben gezeichnet und füßem am Vordtrrande / 
einige ſchwarze Fleckchen. 


| Die Raupe lebt auf der Sonnenwende (Heliotro- 

pium europaeum), dem Acker-Vergißmeinnicht (Myo- 
sotis arvensis), dem wolligen Nachtſchatten (Solanum 
en) und nach Pallas (Reife in die ſuͤdl. 

Statthalterſchaften des ruſſiſchen Reiches u. ſ. w. I. B. S. 
177.) in der Gegend von Aſtrachan häufig auf Messer- 
schmidia. Sie iſt ſchwaͤrzlich behaart, blaͤulichgrau, 
mit einem breiten weißen Ruͤckenſtreife, ſchwarzen Punk. 
ten und einer rothen, in der Mitte getrennten K 
auf jedem Gelenke. 

Der Schmetterling iſt in einigen Gegenden von 
Bayern und Oeſterreich, in Ungarn, Italien, dem ſuͤd— 
Dritter Band. “U | 


lichen Frankreich und Rußland, Portugal und auch in 
Aſien und Amerika zu Hauſe. e, 


5. ET PRE PIA GRAMMICA. 


Eypr. alis luteis: anticis flavis nigro-striatis 1 posticis 
fascia! terminali nigra. 2 
Hübner, Bomb. Tab. 28.f. na 77 8871 
Tab. 56. f. 241. (mas.) 242. (oem. ) Text, S 132. 
n. 4. Schwingelſpinner, B. Grammica, 
Wien. Verz. S. 54. Fam. E. n. 12. e e 
B. Grammica. 
Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 88. n. 12. 
Linné, 8. N. I. 2. 831. 79. 
8. N. ed. X. 502, 31. Ph. striata. 
Faun. Suec, ed. 2. 501. 1154. B. gram- 


* 


mi ca. 

Fabr. E. S. III. 1.465. 1835 We 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 115. n. 27 1 0 

phalene chouette. 
Roͤſel, Inf. Bel. IV. Th. Tab. XXI. 4. 8 S. 
150. 

Schaeffer, Icon. Tab. XCII. f. 2. Nomencl. Panz. 

104. B. grammica. a 

Esper, Schm. III. Th. Tab. LXVIII. f. 5—8. S. 
550. Tab. LXXXIII. Cont. a 1 Fortſ. S. 21. 
Var. B. Grammic a. { 

Pap. d' Europe, T. IV. PL. CLVI. f. 205. Bu 
. pag. 155. L. caille chouette. 

Schwarz, Beytr. Tab. XI. f. 1 — A. S. 75. 1. 
striata. 

Scriba, Beitr. Ul. H. Tab. XVII. f. 921 9: ©. 98 
n. 10. B. Striata. 


307 


Wort., Eur. een III. ai S. 210. n. 64. B. 
Srammica. 16K ö 

—— at dur WERT Zn a. n. 64 —65 
B. striat a. a 

— — Rhein. Magaz 1. B. S. 845 n. 50. B. 
Gram mica. 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. Fe n. 683.. — 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. e 55. S. 
157. n. 134. — 

Hufnagel⸗ Tab. im Berl. Magen I. B. 4, St. S. 
418. n. 34. 

Naturf. VIII. St. S. 106. n. 34. — 77 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 175. n. 1096. Nov. ed. 
IIlig. p. 280. n. ge — — e T. *. Kr 
141. —— 


Schrank; N boic. 2. B. 1. Abt, 8. 262. 0 


ı440. B. grammicus. 2. Abth. S. 153, n. 12. 
Arctia grammieca. 
Vieweg, Tah. Verz. 1. H. S. 59. n. 59. B. W 
mica. 
Lang, Verz. 2. 5 S. 95. n. 721. 722. 
Brahm, Inſ. Kal. S. 453. n. 305. —— S. BR n. 
504. B. melanoptera. (Variet.) 
Schwarz, Raupenkal. S. 86. 1 255 649. 754. B. 


grammica. 


aura 


nt Oie Fühler ſind hellgelb und ſchwörzlch gefiedert, 
hrs W ſchwarz, der Ruͤcken hellgelb, mit drey ſchwar— 
zen Laͤngsſtreifchen, der e n und ſchwarz 
en as \ 

Die Vorderſtͤgel find ſtrohgelb, mit zwey ſchwar⸗ 
zen Mittelpunkten, die oͤfters in einen einzigen Fleck zu⸗ 
ſammenfließen, und vielen ſchwarzen Laͤngsſtrichen, die 
hinteren oraniengelb, mit einem ſchwarzen Mittelmonde 

1 7 U 2 


AN 


€ 


308 


und gleichfarbigen breiten Saume und Vorderrande; die 
Franzen aller Fluͤgel gelb. Die Unterſeite iſt oraniengelb, 
auf den Vorderfluͤgeln zeigen ſich die zwey ſchwarzen Mit⸗ 
telpunkte wie oben und am Außenrande ſchwarze Strich⸗ 
chen; auf den hinteren ein verloſchenes e und 
ſchwarze Randflecken. f 

Das Weib iſt heller gefaͤrbt, auf den Borderflügein 
find meiſtens nur Spuren der ſchwarzen Laͤngsſtriche zu 
ſehen, zuweilen fehlen ſie ganz; der Saum der hinteren 


iſt mit einzelnen ſchwarzen Flecken bezeichnet. 


Bey Abaͤnderungen verbreitet ſich die ſchwarze Farbe 
des Saumes und Vorderrandes auf den Hinterfluͤgeln, in 
allen Uibergaͤngen, in die Fläche, fo, daß öfters nur ein; 
zelne gelbe Streife zu ſehen ſind, und zuweilen auch die 
ganzen Fluͤgel einfarbig ſchwarz erſcheinen. Die letzte Ab⸗ 
aͤnderung kommt bey mehreren Schriftſtellern als eigene 


Art unter dem Namen Bomb. Striata vor, und foll 


auch aus einer ganz verſchiedenen Raupe und Puppe ent⸗ 
ſtehen; allein die ſchwarzen Hinterflügel trift man bey meh: 
reren Arten dieſer Gattung an, z. B. Ey pr. Plant a- 
ginis, Dominula, Caja und was die Raupe be⸗ 
trift, fo tritt hier derſelbe Fall ein, wie bey Li paris 
Monacha, deren ſchwaͤrzliche Varietaͤt (Huͤbners 
B. Eremita) ich aus einer gleichfalls ſchwarzgefaͤrbten 
Raupe erzog. 

Die Raupe lebt im May auf Schwingel (Festuca 
duriuscula), Mausoͤhrchen (Hieracium Pilosella), 
Beyfuß (Artemisia vulgaris et campestris), Wegerich 
(Plantago), Labkraut (Galium), Schlehen (Prunus 
spinosa), Haide (Erica vulgaris) und mehreren weichen 
Grasarten. Sie iſt ſchwarzbraun, mit rothbraunen 
Bauchfuͤßen, einem oraniengelben Ruͤckenſtreife einer wei⸗ 
ßen Linie in jeder Seite und rothbraunen, fuchsroth be⸗ 
haarten Waͤrzchen. Die Raupe, aus welcher die ſoge⸗ 
nannte Stria ta entſteht, iſt ſchwarz, der Ruͤckenſtreif 


809 9 8 
fehlt und ſtatt der weißen Seitenlinie ſind die Waͤrzchen 
weiß behaart. 

Dias Gewebe iſt weißgrau, die Puppe ſtumpf, roth⸗ 
braun, (die der Striata ſchwarzbraun,) mit einigen 
Endſpitzen. Der Schmetterling entwickelt ſich nach drey 
oder vier Wochen und iſt in W . Pa von Euros 
va au Haube 


Die Fuͤhler ſind ſchwach gefämmt, oder kaum ſicht⸗ 


bar gefranzt, der Ruͤcken glatt, der Hinterleib ſchlank, 


roth oder gelb, meiſtens mit einem ſchwarzen Streif durch 
die Mitte, die Vorderfluͤgel auf einem dunkeln Grunde 


weiß oder gelb gefleckt, die hinteren roth oder gelb, mit 


ſchwarzen Flecken. Die Schmetterlinge fliegen bey Tage, 


| ne loneuche, oder die Blumen beſaugend 9 


4 


Carurmonpua L a tr ei IIe. 


N 


\ 


6. EYPREPIA RUSSULA. 


Kerr. alis Inteis limbo sanguineo lunulaque fusca: po- 


sticis supra fascia marginali fusca, subtus immacu- 
latis, 


Hübner, Ran. r. Tab. 29. f. 124. ER 125, (foem.) 
Text, S. 152. n. 5. e , B. Rus- 
sul. 


*) Eypr. Russula macht den Uebergang von der vor⸗ 
hergehenden Familie zu dieſer, mit welcher ſie zwar 
nicht die Farbe, aber doch die Geſtalt verbindet. 


2 


510 


Hübner, Larv. Liz III. Bomb. I. vate, * a. 
fig. 1. a. (Raupe.). 

Wien. Verz. S. 54. Fam. E. n. 5 Apofemtrat 
ſpinner, B. Rus sul a. nn 

Illi ger, N. Ausg. dess. 1. B. 8. 89. n. n 

Linné S. N. I. 2. 830. 71.1 — I, 

— — 8. N. ed. X. 520, 136. Ph. i e 

— — Faun. Suec. ed. 2. 302. 1135. B. Sannio. 
(mas.) 308. 1156. N. russ ul a. (foem.) 

Fabr. E. S. III. 1. 464. 180. B. russ u la. 

G eoffr. Hist. des Ins. T. II. p. a n. 8 La bor- 

dure ensanglantée. . 

Scopoli, Ent. Carn. p. 211. n. 7 Ph. and 

+ | | 

Clerck, a Tab, IV. f. I. N. ee en 

San, Icon. A LXXXHL f. 4. 5. bee 

4 mencl. Panz, p., 96, B. rus sua. nam? 

Kleemann, Beytr. Tab. XX. f. 1 — 8. ni — 15 

Esper, S Schm. III. Th. Tab. NER f. 2 — 7. 
S. 337. B. Russ ul a. * a 5 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. Cl v. £. 201. a — 
i. pag. 153. L'écaille à bordure ensanglantee, Pl. 
IV. Suppl. Cl. Ire. f. 201. K. Jar.) . 

Bork h. Eur. Schm. II Th. * N n. 68. 1 Rus 
sulasnt au; 1077 A 

— — Rhein. Magaz. 1. B. S. 342. n. 481% — — 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 36. n. 682. 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 149. n. 65.—— 

Müller, Faun. Fridr. p. 42. n. 575. u Dan. pP. 
119. n. 1389. B. Sanni. 24 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 1303. n. 
1441. a 2. Abth. S. 153. n. 13. Arctia 
Russula. | 

Rossi, Faun. Etr. . 11 5 p. Nr n. 1094. Nor. 
ed. IIlig. p. 279. n. 199 B. russula. 


+ 


5 311 


Vi eweg, Tab. Verz. V H. S. 61. n. 64. Bi enssula. 
Lang, Verz. 2. A. S. gà. n. 719. 720. 
Bra hm, Inſ. Kal. S. 445. n. 3512. 
Schwarz/ Manpenkal. S. 25841681 e 


Die Fuͤhler ſind bey dem Manne roth und braun⸗ 
grau gekaͤmmt, der Kopf und Rüden hellgelb, der Hin⸗ 
terleib gelblich, kaum ſchwaͤrzlich gefleckt, die Vorderfluͤgel 
hellgelb mit einem nierenfoͤrmigen roſenrothen unterwaͤrts 
ſchwaͤrzlich gemiſchten Mittelflecke und roſenrothen In⸗ 
nenrande. Die hinteren ſind weißlichgelb, an der Wur⸗ 
zel aſchgrau ſchattirt, mit einem ſchwarzgrauen Nieren⸗ 
flecke in der Mitte und einer gleichfarbigen, von den Adern 
unterbrochenen Binde vor dem Außenrande. ai Franz 
zen find rofenroth. 

Auf der Unterfeite find die Vorderfluͤgel gelb und 
roth gerandet, von der Wurzel aus ſchwarzgrau, mit ei— 
nem gleichfarbigen Mittelflecke und ähnlicher Schattenbin⸗ 
de vor dem Außenrande; die hinteren Haczerbt n 
mit einem ſchwaͤrzlichen Mittelpunkte. 

a Das Weib iſt kleiner und durchaus roſtgelb, die 
Vorderfluͤgel ſind braͤunlichroth geadert und geſaͤumt, mit 
einem gleichfarbigen Mittelflecke, die hinteren von der 
Wurzel aus mehr oder weniger ſchwarz, mit einem gleiche ' 
farbigen Mittelflecke und Randbinde. Der Hinterleib 
iſt ſchwarz gefleckt. Eine Abaͤnderung, die ich davon 
beſitze, hat faſt ganz ſchwarze Hinterfluͤgel und nur 
am Vorderrande zwey roſtgelbe Flecken uͤbereinander. 
Die Raupe naͤhrt ſich von verſchiedenen niederen 
Gewaͤchſen, als Wegerich (Plantago), Löwenzahn (Leon 
todon Taraxacum), Apoſtemkraut (Scabiosa arven- 
sis), Hundszunge (Cynoglossum officinale), Habicht⸗ 
kraut (Hieracium), Meyer, oder Huͤnerdarm (Alsine 
media) u. ſ. w. Sie iſt ſchwarzbraun / mit einer gel⸗ 
\ x 


\ . “ ! Ä 
a f 


312 


ben, rothpunktirten Ruͤckenlinie, fuchsrothen Haarbuͤ⸗ 
ſcheln, die nach hinten mehr verlaͤngert ſind, und wei⸗ 
ßen Luftloͤchern. In einem leichten Gewebe wird ſie 
zu einer glaͤnzend rothbraunen Puppe und der Schmet⸗ 
terling erſcheint nach vierzehn Tagen; von den uͤber⸗ 
winterten Raupen im May, dann wieder im July und 


zuweilen, wiewohl ſehr ſelten, auch im September und 


Oktober: aber dann iſt er um die Hälfte kleiner; ge⸗ 
rade fo, wie er von Esper fig. 6. 7. abgebildet iſt. 
Faſt allenthalben in Europa. 


— — 


J. EYPREPIA PLANTAGINIS.. 
Eypr. alis anlicis atris rivulis la vis, posticis luteis mar- 
u maculisque nigris. ; | 


Hübner, Bomb. Tab. 29. f. 126. 127,(mas.) 128. 

(foem.) Tab. 55. f. 258. (maris Variet.) Text, ©. 

133. n. 1. Wegerichſpinner, B. Plantaginis. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, K. a. 
fig. a. b. c. (Raupe). d. (Puppe.). 

Wien. Verz. S. 55. Fam. E. n. 4. Wegerichppin⸗ 
ner, B. Plantaginis. en S. 310. B. Ho- 
s pit a. 

Illi ger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 81. n. 1 

— — Magaz. II. B. S. 47. n. 4 —— 

Linné, S. N. I. 2. 820.42. —— 

— — Faun. Suee ed. 2. 301. 1152. —— 

Fabr. E. S. III. 1. 466. 186. —— 

Scopoli, Ent. Carn. 205. 50). P h. A dees 

en Inſ. Bel. IV. Th. Tab. XXIV. f. 1 — 10. 
S. 167. 

Schaeffer, Icon. Tab. XCIIl. f. 5 — 7. Wesen 


Fanz. p. 104. B. Plantag inis. Tab. CXXXVI. 
f. 1. 2. Nomencl. Panz. p. 15. Variet. Hospita, 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. L. B. Plantaginis. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. IV. Pl. CXXXIV. — 

Esper, 3 III. Th. Tab. XXXVI. f 1 — 8. 
S. 188. 

2 d' Bae pe T. NV. Pl. CXLV. f. 191. a—- 

k. Pl. CXLVL f. 191. 1— u. Pl. CXLVII. 1.192. 
a — k. pag. 127. L'écaille noire à bandes jaunes. 
pag. 131. L'écaille noire à bandes blanches. 

Panzer, Faun. germ. 16. 22. B. Plantag i- 
nis. | 

v. Müller, haut Giles, III. iat 1. A. 1 Be 
Sta.. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 178. n. 52. B. Pla n- 

taginis. S. 470. B. Hos pita. 

1 Magaz. I. B. S. 358. n. 17¹ B. 
Plantaginis. 

Fueß l. Schweiz. Inf. S. 35. n. 658. — 

— — N. Magaz. -I. B. S. 375. 0° 

Müller, Faun. Fridr. p. 41. u, * Zool. Dan. 
P. 118. n. 1361. ö 

Schrank, Faun. boic. 2. 0 1. Abth. S. 259. 1. 
1433. Bod 2. Ablli. 8. 152. n. 4. Arctia 
Plantaginis. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 58. n. 56. B. Aten. 

taginis. * | 

Lang, Verz. 2. A. 8. 89. n. 658 3 - 692. - — 

S8. 90. n. 693. 694. Variet. 

Brahm, Inf Kal. S. 244. n. 159. 22 i 
Schwarz, 8 S. 4. 2 221. 377. 644 
.. — 


* 


Die unzaͤhlichen und ſonderbaren Abaͤnderungen, in 
| welchen dieſer Schmetterling vorkömmt, erſchweren die 


* 


314 


Angabe allgemeiner Kennzeichen, da faſt kein Exem⸗ 
plar dem anderen aͤhnlich iſt. Die Fuͤhler ſind bey dem 
Manne ſchwarz mit gelblichem Schafte, der Halskragen in 
der Mitte ſchwarz, an den Seiten rothgelb, der Ruͤcken und 


6 die Schulterdecken ſchwarz, letztere gelb geſaͤumt; der Hinter⸗ 


leib gelb, in der Mitte und in den Seiten ſchwarz gefleckt. 

| Die Vorderfluͤgel find: ſchwarz, mit hellgelben, 
oder weißlichen Laͤngs- und Querſtreifen, die hinteren 
ockergelb, an der Wurzel ſchwarz geſtreift und am Au⸗ 
ßenrande gleichfarbig, oft bindenartig, gefleckt. Die 
Franzen find, durchaus gelb, und die Unterſeite gleicht 


der oberen. 


Die Fuͤhler des Weibes ſind ſchwarz, der Hals⸗ 
kragen an den Seiten zinnoberroth, der Ruͤcken ſchwarz, 
der Hinterleib zinnoberroth und wie bey dem Manne 


gefleckt. Die Streifen der Vorderfluͤgel ſind brei⸗ 


ter und zuweilen, beſonders gegen den Vorderrand, 
roth angeflogen, die hinteren zinnoberroth, oder ora⸗ 
niengelb, von der Wurzel aus oͤfters bis zur Haͤlfte 


ſchwarz, uͤbrigens wie bey dem Manne gezeichnet. 


Eine merkwuͤrdige Abaͤnderung, welche unter dem 
Namen Hospita von mehrern Schriftſtellern als 
eigene Art behandelt wird, hat weiße, ſchwarzgezeich⸗ 


nete Hinterfluͤgel; bey einer anderen ſind ſie ſchwarz 


und gegen den Außenrand nur ſparſam gelb gefleckt. 
Die Raupe uͤberwintert nach den erſten Haͤutun⸗ 

gen und lebt bis in den May auf Wegerich (Plauta- 

go); Lichtroſe (Lychnis dioica), dem wilden Nachtveil 


( Silene noctiflora) und verſchiedenen anderen niederen 


Gewaͤchſen; ſie iſt ſchwarz, die ſechs mittleren Gelenke 
aber ziegelroth. In einem duͤnnen Gewebe wird ſie 

einer ſchwarzbraunen Puppe, welche zu Ende des May 
und im Juny den Schmetterling liefert, der in mehreren 
eaten er keine Ahne t. 8 


515 


8. EYPREPIA LAPPONICA: « 


7. alis anticis brunneis, maculis fasciisque fla vis ſu- 
sco- marginatis; postieis basi fuscis , apice fulvis, 
© migro- maculatis. 8 | * a 


Thunberg, Dissert. entomol. sistens insecta sue- 
cica. Pars II. Upsaliae, MDCCXCI. pag. 40. 
Bom b. la pponi ca, alis deflexis, anticis brun- 
neis: punctis fasciisque flavis; postieis bası' fu- 
seis, apice fulvis: maculis quatuor nigris. Tab. 

| 0 fig. 7. 

Acerbi, Voyage au u Cap-Nord, ‚etc, Pl. XV. n. 5. 
6. Vol. III. p. 175. Bomb. Lapponica, alis 
omnibus ferrugineis; maculis transversis Maris 
Ber: inelusis. 

Rare Bomb. Tab. 57. f. 247. (mas) Tab. 53. 
F. 250. ‚(foem.) Text, S. 136. n. 15. Aeltliher 
Spinner, B. Avia. E 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. ©. 191, n. 56. B. Ker 
stiva 

Schneider, N. Magaz. d. Chlönibfk I. B. 4. H. 
„S. 431. m. 13. B. Tea 8. leptke nit . 5. 
H. S. 589. n. 13. ui 


Etwas groͤßer, als Eypr. Plantaginis: die 
Fuͤhler ſind braun und ſchwarz gekaͤmmt, der Kopf 
und die Fuͤße roth, der Halskragen und Ruͤcken roth⸗ 
braun, erſterer mit einem gelben Querſtreife, letzterer 
mit zwey gelben Laͤngslinien und die Schulterdecken mit 
einem gleichfarbigen Flecke, der Hinterleib rothgelb, in. 
der Mitte ſchwaͤrzlich, unten und in den Seiten roth. 

Die Vorderfluͤgel ſind braunroth, mit gelben, charge | 
worin gerandeten Flecken und Binden, die hinteren von 


der Wurzel aus bis zur Hälfte ſchwarzbraun, dann roth⸗ 
gelb und ſchwarz gefleckt. Die Franzen ſind an dem weib⸗ 
lichen Exemplare, das ich vor mir habe, an den Spitzen 
gelb. Die Unterſeite iſt blaͤſſer gefaͤrbt, übrigens wie oben 
gezeichnet. 

f Vaterland ift Lappland. 


i Anmerkung. 


Schneider unterſcheidet in ſeinem n. Mag az. I. B. 
5. H. S. 589. einen lappländiſchen Schmetterling von dem 
obigen unter dem Namen: Bomb. Quenselr, welcher von 
pay kull in den Schriften d. Kopenhagn. Naturf. Geſch. 
II. B. 2. H. Tab. 2. f. 2. abgebildet und von Fabr. E. 8. 
III. 1. 454. 146. als IB. Strigosa mit folgenden Worten be⸗ 
ſchrieben iſt: „alis deflexis fuscis flavo-strigosis: posticis 
nigris; striga angulata flava submarginali. Thorax niger, 
flavo -lineatus. Abdomen nigrum, flavo utrinque pun- 
ctatum.“ Ich bin ſehr geneigt dieſen Schmetterling für die 
bereits angeführte Abänderung von Ey pr. Plantag inis, 
mit ſchwarzen, vor dem Außenrande nur ene gelbgeſteck 
ten 3 zu halten. | 


9. a DOMINULA. 


Eypr.alis antieis atris, maculis albo- 1 Po- 
sticis rubris nigro-maculatis. 


14 


Hübner, Bomb. Tab. 27. f. 117. (mas.) 118. 
(foem.) Tab. 52. f. 223. (Variet.) Text, S. 131. 
n. 2. Hundszungenſpinner, B. Domina. | 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, H. fg. 
1. a. (Raupe) b. (Puppe.). | 

— — Beitr. II. B. 4. Th. IV. Tab. V. S. 97. u. 128. 
B. Persona. (Var.). 

Wien. Verz. S. 53. Fam. E. n. g. Gundegungenfpin 
ner, B. Dominula, 


317 


* 
\ x 


Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 84. n. 8. B. Dominula. 


Linné, S. N. I. 2. 834. go. Noct, Dom inula. 


Fabr. E. S. III. 1. 475. 210. B. Dominula. 


\ 


Scopoli, Ent. Carn. 204. 506. 
Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 107.n. 7. L’teaille 
marbree, var. 
on ge Inf. Bel. III. Th. Tab, XLVII. S. 260. 
aeffer, Icon. Tab. LXXVIL f. 3 4. Nomencl. 
Panz. p. Koi B. Dominula. 5 
Wilkes, Nat. Hist. Tab. XXXVIL —— 


Donovan; Nat, Hist. Vol. IV. Pl. CXLL.— — 


Acerbi, Voyage au Cap-Nord. Vol. III. p. 111. 
Pl. XIV. n. 4. p. 5. B. Alpina, alis superiori- 
bus nigris, flavo- maculatis, inferioribus cocei- 

neis, basi fasciisque e concatenatis, 
atris. (Variet.) 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. eh Noct. 4. 
f. 1 — 4. S. 38. N. Domi nula. Tab. CLXXX. 
Noct. 101. f. 1. Tab. CLXXXIV. Noct, 105. f. 
4. IV. Th. 2. B. 2. Abſchn. S. 3. und 19. Noet. 
Donna. 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLM. f. 197. a — 
Bh. pag. 142. L/ecaille marbrée rouge. 


Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 20. n. 61. B. Di 


minula. 
— — Rhein. Magaz. I. B. ©. 359. n. 175. — 
Fueßl. Schweiz. Inf. S. 36. n. 692. 
— — N. Magaz. II. B. S. 60. n. 90. —— 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 261. u 
1457 Bank: 2. Abth. 8. 153. n. 8. Arctia 
Rem 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 2. St. S. " 


204. n. 2. Ph. Dominula. 


e Tab. Verz. 1. H. S. 62. n. 66. 


Lang, Verz. 2. A. 8. 91. n. 703, 504. 4. 
2 


| 14 318 


— 


Brahm, Inf. Kal. S. 64. n. 26. Ph. Dominula. 
Schwarz 1 : 8. 107, 0 1 gr 
| gi e e g 


Die Fühler ſind ſchwarz⸗ ele kaum ſi * 
bar gefranzt, der Ruͤcken ſchwarz, grünſchillernd, mit 
zwey rothgelben Laͤngsſtreifen, der Hinterleib oben roth, 
mit einem ſchwarzen. nun. und greichfarbigemn After⸗ 5 
barte, unten ſchwarzgruͤn. 

Die Vorderfluͤgel ſind ewe grünſchilernd, roth⸗ 
gelb und weiß gefleckt; die hinteren zinnoberroth 25 
ſchwarz gefleckt. Die Unterſeite gleicht der oberen. 

Eine Abaͤnderung, die ich in der Gerning’ ſchen 
und Mazzola’ ſch en Sammlung ſah, hat gelbe Hin⸗ 
terfluͤgel; bey einer anderen, aus Italien, [Persona 
Huͤbners in den Beitr.) ſind ſie ſchwarz und nur in der 
Mitte mehr oder weniger gelb geſtreift und gefleckt. 0 
Die Raupe überwintert, man findet fie erwachſen zu 
Ende des April und im May auf der Hundszunge (Cy- 
noglossum officinale), Taubneſſel (Lamium), auf 
Wollweiden (Salix caprea), Eſchen (Fraxinus excel- 
sior), Vogelbeerbaͤumen (Sorbus aucuparia), Brenn⸗ 
neſſeln (Urtica urens); Erdbeeren, Schlehen, Brombee⸗ 
ren u. ſ. w. Sie iſt ſchwarz, mit drey gelben, weiß⸗ 
punktirten Laͤngsſtreifen und hellblauen Waͤrzchen, ver⸗ 
wandelt ſich in einem dünnen weißen Gewebe in eine glaͤn⸗ 
zend rothbraune Puppe, welche im Juny den Schmetter⸗ 
ling liefert, der in mehreren Gegenden Deutſchlands und 


des ee 1 5 an zu Hauſe iſt. 80 


319 ’ 


10. EFPREPIA HERA. 


Eypr. alis anticis virescenti- nigris: rivulis flavis; posti- 
eis rubicundis „ maculis tribus nigris. 


— 


Hübner, Bomb. Tab. 27. f. 116. (mas.) Text, 
S. 150. n. 1. Beinwellſpinner, B. Hera. 

— — Larv. Lepid. III. Benn II. Verae, H. fig. 2. 

a. (Raupe.). 

Wien. Verz. S. 52. Pad. E. n. 5. Beinwelſpinnet, 
B. lers. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 78. n. 3, —— 

Linné, S. N. I. 2. 834. 91. No ct. Hera. 

Fabr. E. S. III. 1. 474. 209. B.— 

ee Hist. des FM. T. II. p. 145, n. * Lapha- 
lene chinee. | 

Sscopoll, Ent. Carn. 203. A0 Ph. Planta- 

- ginis. 

Röſel, Inſ. Du IV. Th. Tab. XXVIII. f. 3. S. 

194. 

Kleemann, Beitr Tab. XLI. f. 1 — 5. S. 545. 

Schaeffer, Element. Tab. X. f. 1. 

— — Icon. Tab. XXIX. f. 1. 2. Nomenel. Panz. 
P. A0. B. Her a. 

super Schm. IV. Th. Tab. LXXXII. Nöct! 4. 
f. 5 — 7. S. 41. Tab. CLXXXIX. Noct. 110. 
Er; An en 
N. 

Pay. d' BRerepe T. IV. pl CXLIV! f. 190. — 

ti. Pag. 123. La Pine chinébe. a 

Panzer, Faun, germ. 31. 25. B. Hera. 

Poda, Mus. ac 89.n. 20. N, quadripun. 

| ctaria, 

Bork h. Eur. Schm. III. 5 S. 205. n. 62. B. 
Hera. | 1 en 


U 


2 
Borkh. Rhein. u I. B. S. 357. n. 1 B. 
Hera. l 
Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 38. n: 693. Ph. 
Schrank, Faun. boic. 2 B. ı. Abth. 8. 288 u 
1432. B. — — 2. Abth. 8. 1 m 5. Ar- 
et ha = 
Rossi; Faun. Etr. T. II. Pa. 170 n. 1099. Nor. ed. 
Illig. p. 281. n. 1099. B. 5 
. Verz. 2. A. S. 89. n. 686 — 687. —— 
Brahm, Inſ. Kal. S. 63. n. 25.—— 
Schwarze . 9 a 573. 702. 
A FAR ua | 


/ 


Die Fühler find wie bey der vorhergehenden. Art, 
Kopf und Halskragen gelb und ſchwarzgruͤn gefleckt, 
der Ruͤcken ſchwarzgruͤn und gelb geſtreift, der Hinter⸗ 
leib oben rothgelb, mit einer Reihe ſchwarzer Punkte, 
unten gelb, mit drey derſelben; die Vorderfluͤgel ſchwarz, i 
grünſchimmernd, mit drey großen breiten und einigen 
kleineren, kurzen, hellgelben Schraͤgſtrichen, wovon die 
beyden letzten vor dem Außenrande gegen den Sn 
nenwinkel zuſammenlaufen und ſich hier in einem 
gelben ſchwarzpunktirten Flecke endigen. Der Innen⸗ 
rand iſt gelb. Die Hinterfluͤgel ſind hochroth, hoͤchſt⸗ 
ſelten gelb, mit einem ſchwarzen Flecke in der Mitte, 
einem am Außenwinkel und einem dritten gegen den 
Innenwinkel. Auf der Unterſeite ſind die Vorderfluͤgel 
von der Wurzel aus roth, dann gelblich, mit einer 
ſchwarzen unregelmaͤßigen Binde durch die Mitte und 
den Zeichnungen der Oberſeite: die hinteren rothgelb, 
mit einem ſchwarzen Flecke gegen den Innenwinkel; die 
beyden anderen ſcheinen ſchwach von oben durch. 

Die Raupe lebt vom Herbſte bis zu Ende des 
May auf Ginſter (Spartium scoparium), Himberſtraͤu⸗ 

7 


321 

chern (Rubus idaeus), Wegerich Plautago), Klee (Tri- 
folium), Lattich (Lactuca sativa), Eichen (Quercus 
Robur), Buchen (Fagus sylvatica), Weiden (Salix), 
Stachelbeerſtraͤuchern (Ribes Grossularia), dem knolli— 
gen Beinwell (Sympliytum tuberosum), Schotenwei— 
derich (Epilobium), Gundelreben (Glecoma hederacea) 
u. ſ. w. Sie iſt graubraun, oder ſchwarz, mit einem 
hochgelben, zuweilen oranienrothen Ruͤckenſtreife, einer 
gelben, oder weißlichen, abgeſetzten Seitenlinie und roſt⸗ 
gelben, gleichfarbig behaarten Waͤrzchen. 

Das Gewebe iſt grau und die Puppe glaͤnzend 
rothbraun; der Schmetterling erſcheint nach vierzehn 
Tagen, oder drey Wochen und beſaugt am Tage die 
Blumen; er iſt nicht in allen Gegenden Deutſchlands 
einheimiſch. 1 | 


Anmerkung. 


Es pers Noct. Clymene, Tab. CLXXXII. Noct. 
103. f. 1. IV. Th. 2. B. 2. Abſchn. S. 10. wozu auch Hüb: 
ners gelbfleckiger Spinner, B. Colo na, Tab. 31. f. 135. 
(foem.) Text, S. 135. n. 8. gehört, ſteht in der naͤchſten 
Verwandtſchaft mit Ey pr. Hera, iſt aber, als exotiſch, ent- 
weder durch die Taͤuſchung eines Inſektenhaͤndlers, oder die 
Sucht manches Sammlers, eine neue Art nur allein zu be⸗ 
ſitzen, in die Reihe der europaͤiſchen Schmetterlinge ger. 
rathen. | | 


C. 


Die Fuͤhler find meiſtens zweyreihig gekaͤmmt, Kopf 

und Rüden ſtark behaart und bunt gezeichnet, der Hin: 
terleib dick, roth oder gelb und ſchwarz gefleckt, die 
Vorderfluͤgel entweder dunkelfarbig und weiß oder gelb 
geſtreift oder gefleckt, oder hell gefärbt und dunkler ge- 
fleckt; die hinteren roth oder gelb, mit ſchwarzen 
Dritter Band. * 


322 


Makeln, die nicht felten in Binden zuſammen flie⸗ 
ßen *). a | | 


11. EYPREPIA PURPURBA. 


Euypr. alis anticis flavis fusco punctatis, postieis rubris 
nigro maculatis. 


— 


e Bomb. Tab. 33. f. 142. (foem.) Tab. 
55. f. 229. (maris Variet.) Text, S. 137. n. 14. 
Meyerkrautſpinner, B. purpurea. 0 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. NR K. ei 
fig. 1. a. b. (Raupe). 

Wien. Verz. S. 53. Fam. E. n. 9 Megerkrautſpin⸗ 
ner, B. purpurea. 

Illıoer..D N. Ausg. dess. 1. B. 8. 86. n. 9. —— 

Linné, S. N. I. 2. 823. 67. —— 

Fabr. E. S. III. 1. 466. 185. —— 

Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 105. n. 6. L’fcail- 
le mouchet£e, 


1 Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. X. S. 


Sc ae Icon. Tab. LIX. f. 4. 5. Nomencl. 
Panz. p. 77. B. purpurea. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. LXV. f. 1 — 5. S. 325. 
Tab. LXXXIII. Cont. 4. f. 1. (Variet.) Fortſ. S. 
20. B. purpurea. 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLIN. f. 198. a 
k. pag. 145. L'écaille mouchetée. | 


*) Ausnahmen machen Eypr. luctifera und ciliaris; 
> doch iſt erſtere von luliginosa unzertrennlich und letz⸗ 
tere nirgends ſchicklicher unterzubringen. | Baß 


523 


Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 193. n. 58. B. pur- 
pure a. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 340. n. 176. — 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 36. n. 680. — 
Fueßl. N. Magaz. III. B. 2. St. S. 146. n. 26. S. 

149. n. 7. S. 153. n. 98. —— 

Naturf. VI. St. S. 75. n. 4. —-— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 261. n. 
1438. B. purpureus. 2. Abth. S. 153. u. g. 
Nin purpurea. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. 8. 58. n. 58. Bomb. 

Lang, Verz. S. 92. n. ge 718 —— 

Brahm, Inſ. Kal. S. 103. n. 46. 

Schwarz, Raupenkal. S. 89. 237. 528. 758.—— 


Die Fuͤhler ſind gelb und braͤunlich gefiedert, der Kopf 
und Ruͤcken hellgelb, der Hinterleib roͤthlichgelb in der Mitte 
und den Seiten ſchwarzgefleckt, unten roth angeflogen. 

Die Vorderfluͤgel ſind hellgelb, mit ſchwaͤrzlichen, 
oft nur graubraunen, Flecken — und Punktreihen, die 
hinteren bis an die hellgelben Franzen ſcharlachroth, am 
Innenrande gelblich, (ſehr ſelten ganz gelb), mit einer 
ſchwarzen Binde gegen die Wurzel, einem gleichfarbigen 
Mittelflecke und vier ſchwarzen Makeln vor dem Außen⸗ 
rande. Die Unterſeite iſt gelb, roth gemiſcht, mit Tomas 
zen Flecken und Binden. 

Das Ey iſt klein, rund und gelblich; die Raupe 
lebt vom Herbſte bis zu Ende des May auf Labkraut, 
(Galium verum et Mollugo), Ginſter (Spartium sco- 
parium), Wegerich (Planiago), Ochſenzunge (Anchusa 
officinalis), Hundszunge (Cynoglossum officinale), 
Stachelbeeren (Ribes Grossularia), Meyer (Alsine me- 
dia) u. ſ. w. Sie iſt ſchwarz, mit rothbraun oder gelb 
* X 2 


394 


behaarten Waͤrzchen über den Ruͤcken, hellgelben oder 
weißlichen in den Seiten und einem gelblichen Ruͤcken⸗ 
und Seitenſtreife. 

Das Gewebe iſt duͤnn und mit den Haaren der Raupe 
vermiſcht, die Puppe glaͤnzend dunkelbraun; der Schmet⸗ 
terling erſcheint nach drey oder vier Woge Deen allent⸗ 
halben in Deutſchland. | | 


12. EYPREPIA AULICA. 


Eypr. alis anticis griseis Aae een postieis ful vis 
nigro-maculatis. 


Hübner, Bomb. Tab. 32. f. 139. (mas.) Text, 
S. 136. n. 11. Tauſendblattſpinner, B. Aulica. 

Wien. Verz. S. 53. Fam. E. n. 6.—— 

IIliger, n. A. dess. 1. B. S. 83. n. 6. —— 80 

Linné, S. N. I. 2. 829. 68. —— 

— — Faun. Suec, ed. 2. 301. 1133. 

Fabr. E. S. III. 1. 450. 134. —— 

Geof fr. Hist. des Ins. T. II. p. 109. n. 10. L’£cail- 
le brune. 

Clerck, Icon. Tab. 4. f. 3. B. aulit 

Naturf. IV. St. S. 141. X. Tab. I. f. 8. VI. St. S. 
125. Tab V „5. 

Es per, Schm. III. Th. Tab. LXV. f. 6. 7. S. 328. 
B. Aulica. 

Pa p. d' Europe, T. IV. Pl. CXLIX. f. 195. 
b — f. pag. 156. La petite éaaille brune. 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 190. n. 55. B. Au- 

li ca. S. 470. n. 55. 
— — Rhein. Magaz. I. B. S. 339. n. 135. — 
Fueßl. A. Magaz. II. B. 2. St. S. 226. —— 


\ 


3258 


Fueßl. N. Magaz. II. B. S. 375. B. Aulica- 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 260. n. 
1435. Bo m b. 2. Abth. S. 152. n. 6. Ar- 
ctia. —— 

Roi, Faun. Etr. T. II. p. 173. n. 1089. Nov. ed. 
IIlig. p. 276. n. 1089. B. aulic a. 


v. Müller, Faun. Silesiaca. III. Abth. I.H. —— 
Lang, Verz. 2. A. S. gr. n. 705 — 707. —— 
Brahm, Inſ. Kal. S. 147. n. 75. S. 393. n. 


272. —— | 
Schwarz, Raupenkal. ©. 645. 754. —— 


Die Fühler find gelblichbraun, der Kopf und Ruͤk⸗ 
ken zimmtbraun und gelb gemiſcht, der Hinterleib dunkel- 
gelb, mit einer Reihe ſchwarzer Querflecke, in den Seiten 
ſchwarz punktirt. 

Die Vorderfluͤgel ſind roſt⸗ oder zimmtbraun, mit 


hellgelben Flecken und Punkten, wovon der erſte an der 


Wurzel aus zweyen zuſammengefloſſen ſcheint; die hinte⸗ 
ren pommeranzengelb, mit einem ſchwarzen mondfoͤrmigen 
Mittelflecke und zwey gleichfarbigen Binden, deren erſte 
an der Wurzel, die zweyte vor dem Saume ſteht und in 


der Mitte durch die Grundfarbe getheilt iſt. Die Unter⸗ 


feite gleicht der oberen, nur iſt fie blaſſer angelegt und die 


gelben Flecken der Vorderfluͤgel ſind groͤßer. 


Dias Ey ift klein, kugelrund und gelblichweiß. 

Die Raupe uͤberwintert vor der letzten Haͤutung; 
man findet ſie erwachſen vom Anfange des April bis in den 
May auf Wieſen, wo ſie ſich von verſchiedenen niederen 
Gewaͤchſen naͤhrt, z. B. der Schafgarbe, Tauſendblatt 
(Achillea millefolium), Hundszunge (Cynoglossum 
oflieinale), Brenneſſeln (Urtica urens) u. ſ. w. Ich 
erzog fie mit Klebekraut (Galium Aparine) Meyer, oder 
Huͤnerdarm (Alsine media) und Lattich (Lactuca sati- 


/ 


* x — N 
: 326 


va). Der Kopf iſt glaͤnzendſchwarz, die Grundfarbe 
ſammtſchwarz „mit gleichfarbigen Waͤrzchen, auf welchen 


in den Seiten über den Füßen roſtfarbene Haarbuͤſchel ſte⸗ 
hen; die Haarbuͤſchel des Ruͤckens ſind bald mehr, bald 


weniger, öfters faft alle, roſtfarbig, zuweilen mit ſchwar⸗ 


zen Haaren gemiſcht, aͤußerſt ſelten durchaus ſchwarz: 
auf den drey letzten (Wenfen ſehr verlaͤngert Mun jederzeit. 
ſchwarz. 

In einem duͤnnen ſeidenartigen weißen Gewebe wird 
ſie zu einer glaͤnzend ſchwarzen Puppe, welche an dem 
ſchlanken Hinterleibe rothbraune Einſchnitte und eine brei⸗ 
te, am Ende getheilte und mit feinen Haͤckchen beſetzte 
Spitze hat. Der Schmetterling erſcheint nach vierzehn 
Tagen oder drey Wochen, gewoͤhnlich im May und iſt in 
Sachſen, Oeſterreich und Italien zu Hauſe. Es iſt wahr⸗ 
ſcheinlich, daß es zwey Generationen davon giebt. 


15. EYPREPIA4 CURIALIS. 
Eypr. alis anticis brunneis favo- maculatis: Posticis ru- 
fescentibus, ſasciis duabus maculaque media ni- 


gris. 


Hübner, Bomb. Tab. 52. f. 140. (mas.) 141. 


(ſoem.) Text, S. 156. n. 12. Ochſenzungenſpin⸗ 


net, „ 5 
— — Beitr, II. B. 1. Th. I. Taf. fig. E. S. 11. E. 
(foem.) 5. Th. II. Taf. fig. F. S. 63. F. (mag.) B. 


Ci vica. 


— 


7) Da der Name Maculania, welchen Lang dieſem 
Schmetterlinge zuerſt gegeben, grammatiſch unrichtig iſt, 
fo behauptet der von Esper l. e. vorgeſchlagene und von 

Borkh. eingeführte fein Recht vor dem fpäter von H uͤ be 
ner aufgebuͤrdeten Namen Ci vica. | 


* 


327 


Esper, Schm. III. Th. Tab. LXXX, Cont. 1. f. 
2. 3. Fortſ. S. 4. B. aulica Variet. 

Pap. d' Europe, Pl. IV. Suppl., Cl. Ire. f. 195. 
2 — f. bis. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 192. u. 471. n. 57. 
B. Curialis. 

Lang, Verz. 2. A. S. 91. n. 8 799. B. Macu- 


lania. 


Etwas größer, als Ey pr. aulica und nur durch 
folgende Kennzeichen davon verſchieden. Die Vorderfluͤ⸗ 
gel ſind kaſtanienbraun, die gelben Flecke zwar eben ſo 
geſtellt, aber mehr als doppelt fo groß: die hinteren von 
der Wurzel aus rothgelb, von der Mitte bis zum Außen- 
rande roth angeflogen; der Mittelfleck iſt öfters, (beſon⸗ 
ders bey dem Weibe,) ſehr klein und beſtehet zuweilen nur 
aus einem feinen gebogenen Strich, die ſchwarzen Binden 
ſind ſchmaͤler, die aͤußere iſt gelb gerandet und fuͤhrt 
am Außenwinkel vor den eee een, vier rothe 
Punkte. 

| Das Vaterland iſt Italien. 


14. EYPREPIA MATRONULA. 


Eypr. alis anticis fuscis exterius flavo-maculatis: posti- 
cis flavis nigro subfasciatis, 


— 


Hübner, Bomb. Tab, 5a. f. 138. (foem.) Tab. 55. 

f. 239. (mas.) Text, S. 156. n. 10. Mefußſpinner, 
B. Matrona. 

— — Larr. Lepid. III. Bomb. II. Verae, K. d. 
fig. 1. a. (Eyer.) b. c. Raupe.) d. (Puppe.). 


4 

Wien. Verz. S. 53. Fam. E. n. l een 
Matronula. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. 8. 82. n. 5.—.— 

Linné, „„ J. 2. 835. 92. Noct. Matro- 

nula. 

Fabr. E. S. U.. 1. 468. 191. B. mate hn Dad 

Scopoli, anno 5. p. 115. n. 121. Phal. Idriensis. 

Roͤſel, Inf. Bel. III. Th. Tab. XXXIX. f. 1. 2. 

| S. 235. IV. Th. Tab. IV. f.4. S. 36. (die Raupe.) 
Esper, Schm. IV. Th. Tab. LXXXIV, Noct. 5. f. 

1 — 5. S. 44. N. Matronula. 

Pa p. d' Europe, T. IV. Pl. CXLVIL Pr 194, 
a — e. Pl. CXLIX. f. 194. f— h. pag. 133. La 
grande é&caille brune. Pl. III. 1 Cl. Ire. f. 194. i. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 185. n. 54. B. 
Matronula. | 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 37. n. 694. — 

v. Müller, Faun. silesiaca. III. Abth. LH. —— 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 259. n. 
1434. Bomb. — — 2. Abth. S. 152. n. 5. Ar- 
ctia Matronula. H 

Lang, Verz. 2. A. S. 90. n. 695 - 700. B. —— 

Schwarz, Raupenkal. S. 595. 577. —— 


; Der größte Schmetterling unter den europaͤiſchen 
Arten dieſer Gattung. Die Fuͤhler ſind ſchwaͤrzlich, 
borſtenfoͤrmig und kaum ſichtbar gefranzt, der Kopf und 
Halskragen ſchwarzbraun und roth geſaͤumt, der Ruͤk— 
ken ſchwarzbraun, mit zwey rothen Laͤngsſtreifen in der 
Mitte und zwey hellgelben an der Wurzel der Vor— 
derfluͤgel; der Hinterleib roth, in der Mitte ſchwarz 
gefleckt, in den Seiten gleichfarbig punktirt. | 
Die Vorderfluͤgel find heller oder dunkler oliven⸗ 
braun mit fünf verſchieden geſtalteten, ſchwefelgelben, 


329 


dunkelgerandeten Flecken laͤngs dem Vorderrande und 
zuweilen (an beyden Geſchlechtern,) einem gleichfarbigen 
gegen den Innenwinkel; die hinteren hochgelb, mit 
ſammtſchwarzen Flecken, welche oͤfters zwey zuſammen⸗ 
haͤngende, oder unterbrochene Binden bilden, zwiſchen 


denen gegen den Vorderrand eine gleichfarbige Makel 


ſteht. Die Unterſeite iſt hochgelb mit ſchwarzen Bin- 
den und Flecken, welche zum Theil von oben durch⸗ 
ſcheinen. 
Der Mann hat eine dunklere Grundfarbe und einen 
ſchlankeren Hinterleib, der am Ende mit einer hervor⸗ 
ſtehenden Zange verſehen iſt, vermuthlich, um bey 
Begattung das ſehr fluͤchtige Weib feſter zu halten. 
Das Ey iſt rund, weißlich; die Raupe kriecht 
nach zehn oder zwoͤlf Tagen aus und ift bis zur ſechs⸗ 
ten Haͤutung weiß, mit gelben Waͤrzchen und braͤun⸗ 
lichen Haaren, dann uͤberwintert fie und wird im fol- 
genden Frühling nach der ſechsten Haͤutung hellbraun 
und nach und nach immer dunkler, bis ſie im Herbſte 
eine betraͤchtliche Groͤße erreicht. Ausgewachſen iſt ſie 
ſchwaͤrzlich braun, mit gleichfarbigen Waͤrzchen, welche 
mit langen rothbraunen Haaren beſetzt find; fie übers 
wintert zum zweyten Male und ſpinnt ſich alsdann zu 
Ende des April erſt ein. In der erſten Jugend fin⸗ 
det man ſie an Haſelſtraͤuchern (Corylus Avellana), 
Kreuzdorn (Rhamnus calharticus), und Faulbaum 
(Rhamnus Frangula), fpäter lebt fie ſehr verſteckt 
unter Moos und abgefallenen Blaͤttern und kommt 
nur in der Nacht zum Vorſchein, ihre Nahrung zu 


** 


genießen, welche in mehreren niederen Gewaͤchſen beſteht, 


als z. B. Stiefmuͤtterchen (Viola tricolor), Wegerich 
(Plantago), Habichtkraut (Hierapjam); Beyfuß (Ar- 
temisia vulgaris) u. ſ. w. Ich erzog fie mit Sal⸗ 
lat (Lactuca sativa) und den Blaͤttern der Trauben⸗ 
kirſche, oder des Elſenbeerbaumes (Prunus Padus), 


330 
aber niemals iſt es mir, wie einigen meiner Freunde, 
gelungen, nach der erſten Uiberwinterung die Schmet⸗ 
terlinge zu erhalten ). 

Das Gewebe iſt ſehr geraͤumig, weißgrau und 
dicht mit Haaren vermiſcht, die Puppe glängend ſchwarz⸗ 
braun, mit rothbraunen Einſchnitten des Hinterleibes; 
der Schmetterling entwickelt ſich nach fuͤnf bis ſechs 
Wochen und iſt in Sachſen, beſonders in der Gegend von 
Leipzig und Erfurt, in Franken, Schwaben, Bayern, 
auch hier und da in Oeſterreich zu Hauſe. Seine 
Seltenheit iſt eine Folge der mancherley Unfaͤlle, de⸗ 
nen die Raupe waͤhrend ihrer rom Ain ausge⸗ 


ſetzt iſt. 1 %% e 


15. EFPREPTIAI FILLICA. 


Eypr. alis anticis atris, maculis octo albidis ; 5 
Ba nigro-maculatis, 


Hübner, Bomb. Tab. 31. f. 136. (foem.) Text, S 
135. n. 9. Spinatſpinner, B. Villiea, 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. 1 K. a. b. üg. | 
2. a. (Raupe.). | 


1 


*) Wenn man die Vorſicht braucht, ſie beym Erwachen aus 
dem Winterſchlafe öfters mit Regenwaſſer zu beſprüz⸗ 
zen, welches ſie begierig einſaugen, ſo mißgluͤckt ihre 
Erziehung nur ſelten; denn ehe die alsdann verhaͤrte⸗ 
ten Freßwerkzeuge und die vom vorigen Jahre im 
Leibe zuruͤckgebliebene Nahrung nicht erweicht worden, 
koͤnnen fie weder freſſen, noch ihr Gewebe verfertigen. 
Bis ein Zufall mich auf dieſen Kunſtgriff brachte, 
waren mir Schaaren von Raupen zu Grunde gegan: ' 
gen; bey der vorgeſchriebenen Behandlung aber brachte 

N ich alle ohne Schwierigkeit zur Verwandlung. 


331 


Wien Verz. S. 53. Kam; E. n. 9. Heinatſpinner en 
Villica. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. 8,84. n. I 

Linne, S. N. I. 2. 820. 41. —— 

Fabr. E. 8. III. 1. 468. 192.—— a 

Geoffr, Hist. des Ins. T. II. p. 106. n. 7. L’£caille 
marbree, 

Scopoli, Ent. Carn. 205. 504. Ph. Villica. 

Roͤſel, Inſ. Bel. IV. Th. Tab. XXVIII. f. 2. S. 
192. Tab. XXIX. f. 1 — 4. S. 197. 

Schaeffer, Icon. Tab. CXXX. f. 1. eee 
Panz. p. 132. B. Villica. 

Friſch, Beſchr. der Inſ. X. Th. Tab. II. f. 1. 2. S. 5. 

Sepp, Neederl. Ins. II. B. Eerste Gezin. Tweede 
Bende. Tab. XVI. f. 1— 7. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XXXVII. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. II. Pl. LXXL 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXXV. f. 1— 6. S. 
185. B. Villica. 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CL. f. 196. a — g. Pl. 

CLI. f. 196. h— o. pag. 138. L'écaille marbre£e. 

Panzer, Faun. germ. 16. 23. B. Villica, 

* en Faun. siles. III. Abth. I. H. Var. 

Po da, Mus. graec. p. 88. n. 15. B. Vidua. 

Müller, Faun. Tride P. 42. n. 376. B. Villi ca. 

— — Zool. Dan. p. 118. n. 1560 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 182. n. 53. N 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 338. u. 173. —— 

Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 35. n. 657. — | 

— — N. Magaz. II. B. S. 335. n. 146. 
Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8. 260. n. 

1436. Bomb. — 2. Abth. S. 152. n. 7. Arctia 
Villica. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 175. n. 1097. Nov. ed. 
Illig. p. 280. n. 1097. B. .— 


SI. 


Hu fast el, Tab. im Berl. Winds II. B. n St. ©: 
404. n. 14. B. Villica. g 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 58. n. 57. — 

Lang, Verz. 2. A. 8, 90. n. 701. 702. —— 

Brahm, Inf. Kal. S. 42. n. 14.— 

Schwarz, Raupenkal. S. 18. 84. 512. 653. 
755. —— | N 


ö 


Die Fuͤhler, der Kopf und Ruͤcken find ſchwarz, 
die Schulterdecken mit einem weißen Flecke, der Hin⸗ 
terleib roth, in der Mitte und in den Seiten ſchwarz 
gefleckt; die Vorderfluͤgel ſchwarz, mit acht gelblich⸗ 
weißen Flecken von verſchiedener Geſtalt und Groͤße, 
die hinteren pommeranzengelb ‚an der Spitze ſchwarz und 
im Mittelfelde mit mehreren einzelnen, (zuweilen zu⸗ 
ſummenhaͤngenden,) gleichfarbigen Makeln beſetzt. Die 
Unterſeite gleicht der oberen, nur iſt ſie hier und da 
roth angeflogen. 
| Die Raupe lebt vom July bis in den May des fol⸗ 
genden Jahres auf Meyer, oder Huͤhnerdarm (Alsine 
media), Schafgarbe (Achillea millefolium), Spinat 
(Spinacia oleracea), Neſſeln (Urtica), Erdbeeren 
(Fragaria vesca), Lattich (Lactuca), u. ſ. w. Er⸗ 
wachſen iſt ſie ſammtſchwarz, mit hellbraunen Haarbuͤ⸗ 
ſcheln, weißen Luftlöchern, braunrothen Fuͤßen und 
Kopfe. x HN J 6 
; Das Gewebe ift weißgrau, die Puppe ſchwarz, mit 
rothbraunen Einſchnitten des Hinterleibes; der Schmet⸗ 
terling erſcheint nach drey oder vier Wochen in verſchie⸗ 
denen Gegenden Deutſchlands, (in See Oeſterreich) 
und Italien. N 


333 


16. EYPREPIA FASCIATA. 


Eypr. alis antieis atris, flavo rivulatis: posticis Iuteis 
nigro maculatis, margine rubro, 


Esper, Schm. TIL, Eh. Tab. XXXIII. f. 3. S. u 
Tab. LXXXVII. Cont. 8. 10 1. Fortſ. S. 47. 
Fasciata. 

De Villers, Ent. Linn. T. II. p. 152. n. 56. 
Tab. V. f. 4. B. Fasciata, p. 159. n. 82. Tab. 

V. F. 5. B. Tigrins ?) 

Hübner, Bomb. Tab. 31. f. 133. (foem.) Text, 
S. 134. n. 5. Orvelkrautſpinner, B. Gratios a. 

Pap. d Europe, Pl. III. Suppl. Cl. Ire. f. 187. 
a — d. bis. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 176. n. 50. B. Fa- 
sciat a. S. 235. n. 74. B. Tigrina. 


19 


Die Fuͤhler, der Kopf und Ruͤcken ſind ſchwarz/ 
die Schulterdecken haben auswaͤrts einen hellgelben Saum, 
der ſich auf dem rothgerandeten Halskragen zuſammen⸗ 
zieht; der Hinterleib iſt roth, in der Mitte und den Sei— 
ten ſchwarz gefleckt, mit einer gleichfarbigen Endſpitze. 

Die Vorderfluͤgel ſind ſchwarz / mit breiten hellgels 
ben, meiſtens etwas geſchlaͤngelten Querſtreifen von ver- 
ſchiedener Geſtalt und Lage, welche oͤfters die Grundfarbe 
zu ſeyn ſcheinen; die hinteren hochgelb, am Außenrande 
zinnoberroth, mit ſchwarzen Flecken und Punkten, wo⸗ 
von der groͤßte am Außenwinkel ſteht. Auf der Unter⸗ 
ſeite ſind alle Fluͤgel wie oben gezeichnet, die vorderen 


) Die Abbildung läßt keinen Zweifel übrig, daß dieſes Ci⸗ 
tat nabe gehoͤrt. 


2 


e 554 a 


am Vorderrande roth gefleckt, die hinteren durchaus roth 


gerandet. 
Das Vaterland iſt das ſuͤdliche Frankreich. 


* 
2 


17. EYPREPIA PUDICA. | 


Eypr. alis incarnatis, anticis fusco tesselatis: posticis 


punctis aut maculis Marat fuscis. 


Hübner, Bomb. Tab. 31. f. 154. ER Tert, 

S. 134. n. 6. Sternkrautſpinner, B. Pudi ca. 

eee Baur, ID. 4. Th. I. Taf. fig. G. 1. 2. S. 

%» 

Es per, Schm. III. Th. Tab. XXXIIII. f. 1. S. 177: 
Tab. LXXXIV, Cont. 5. f. 1. Fortf. S. 26. Tab. 
LXXXVII. Cont. 8. f. 4. Fortſ. S. 48. B. Pu- 
di ca. 

Pa p. Europe, T. IV. Pl. CXLVIII. f. 195. 
pag. 133. L’ecaille blanche à taches noires. 

De Villers, Ent. Linn. Tab. V. f. 18. (mas et 


foem.) Tom. II. 5 27 4. II. 344. Not. Tes. 


s ela ba. 
Fabr. E. S. III. 1. 471. 197. B. Pudi ca. 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 234. n. 75. S. 472.— 


Die Fühler find ſchwarz, fadenförmig, ſchwach ges 


franzt, der Halskragen roͤthlich, der Ruͤcken ſchwarz, mit 


zwey roͤthlichen Laͤngsſtreifen, der Hinterleib roth, in der 
Mitte und den Seiten ſchwarz gefleckt, an der Spitze 
ſchwarz und bey dem Manne gelb gemiſcht. 


+ 1 


Die Vorderfluͤgel find roͤthlichweiß und' mit vielen 


braunſchwarzen eckigen Flecken beſetzt, die hinteren blaß 


"990 


roſenroth, bey dem Manne nur mit zwey oder drey ſchwarz⸗ 
braunen Punkten, bey dem Weibe mit mehreren ſchwar⸗ 
zen Flecken bezeichnet. Auf der Unterfeite find die Vor— 
derfluͤgel weiß, und, wie oben, braunſchwarz gefleckt, 
die hinteren fuͤhren am Vorderrarde einige ſchwarzbraune 
Flecke und ſind uͤbrigens wie oben gezeichnet. 
Das Vaterland iſt Portugal und das ſuͤdliche 
Frankreich. 


18. EYPREPIA CAIA. 


Eypr. alis anticis fuscis, rivulis albis: posticis testa- 
ceis, nigro maculatis. 


Hübner, Bomb. Tab. 50. f. 131. (foem.) 130. (Var.) 
Text, S. 134. n. 3. Neſſelſpinner, B. Caja. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. IL Verae, K. e. fig. 1. 
a. b. (Raupe.) c (Puppe.). 
Wien. Verz. S. 52. Fam. E. n. 1. er e 
B. Caja. 
Illiger, N. Ausg. dess. I. B. 8. 771 n. A. A 
Linné, 8. N. I. 2. 819. 58.—— 
— — Faun. Suec. ed. 2. 300. 1131. 
Fa br. E. S. III. 1. 470. 196. —— 
Geoffr. Hist. des Ins. T. II. p. 108. n. 8. Le seaille 
martre ou herisonne. Br N. 
Scopoli, Ent. Carn, 201. 5035. Ph. CAA. f 
De Geer, Uiberſ. v. Goeze. I. B. 1. Q. Tab. 12. f. 
2—9. S. 147. 5 
Roͤſel, Inf. Bel. I. wg Nachtv. 2. Cl. Tab. . . 1 
8. S. 1. 
Friſch, Beſchr. d. Inſ. II. Th. Tab. IX. f. 1 — 3. 
S. 38. u. X. vo 


Y 536 


Schaeffer, Icon. Tab, XXIX. f. 7. 8. Nomenel 
Panz. p. 41. B. Caja. 

Sepp; Neederl Ins. II. B. Nacht- Wind, v. tireede 
Genz. d. eerste Bende. Tab. 2. 1 — 7. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XXXVL 

Donovan, Nat. Hist. Vol, I. Pl. XV. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXX. f. 1—5. Tab. 
XXXI. f. 1 — 4. Tab. XXXII. f, 1—4 ©. 167. 
B. Caja. \ 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CXXXIX. f. 187. a 
— h. Pl. CXL. f. 187. i — g. Pl. CXILI. f. 187. 
r — . Pl. CXLII. f. 187. aa — ff. pag. 210. 
Leécaille Martre. Pl. III. Suppl. Cl. Ire. f. 187. 
gg - kk. N 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 162. n. 47. B. Cara, 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 336. n. 169. —— 

Sulzer, Kennz. d. Inſ. Tab. XVI. f. 94. RER 

Müller, Faun. Fridr. p. 41. n. 1 | 

Fueßl. Schweiz. Inſ. ©. 34 n. 666. 

— — A. Magaz. I. B. 2. St. S. 286. N. Maga; 

„oT. B. 2. St. S. 146. n. 31. 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 
404. n. 153. 

Naturf. II. St. Tab. I. f. 4. S. 17. n. 4. (Var.) 
III. St. S. 17. VIII. S. 102. n. 13. XIX. St. S. 
7 — 

Abhbah E, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. 8 257. n. 
1431. Bomb. —— 2. Abth. 8. 152. U. 1. Ar- 
etia Caja. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p . 176. n. 1098. Nor. ed. 
IIlig. p. 280. n. 1098. B. Caja. 

Vieweg, Tab. Verz. I. H. S. 57. n. 54. —— 

Lang, Verz. 2. A. S. 88. n. 680 — 683. —— 

Brahm, Inſ. Kal. S. 216. n. 112 —— 

Schwarz Ravpenfal. S. 85. 221. 758.—— 


— 


- 537 


Die Fühler ſind weiß und braun gefiedert, der Kopf 
und Ruͤcken kaffeebraun, der Halskragen roth geſaͤumt, 
der Hinterleib roth, in der Mitte und in den Seiten 
ſchwarz gefleckt. 

Die Vorderfluͤgel ſind kaffeebraun, mit weißen zu. 
ſammenhaͤngenden und ſich durchkreuzenden Streifen und 
Flecken, die hinteren ziegelroth, mit blauſchwarzen, 
dunkler gerandeten Flecken. Die Unterſeite gleicht der 
oberen, nur iſt ſie blaſſer gefaͤrbt und gefleckt. f 

Die ſonderbarſten Abaͤnderungen, oft bis zur un⸗ | 
kenntlichkeit, machen dieſen Schmetterling merkwuͤrdig; 
die auffallendſten hat Borkhauſen l. c. beſchrieben, 
gute Abbildungen findet man bey Esper und in den 
Pa p. d' Europe; die Originale davon ſah ich in der 
Gerningſchen Sammlung, welche aus Raupen ent⸗ 
ſtanden ſeyn ſollen, die man mit Nußblaͤttern erzog. Um 
nicht zu weitlaͤufig zu werden, verweiſe ich auf die an⸗ 
geführten Abbildungen und Borkhauſens genaue Be⸗ 
ſchreibungen. f 

Die Raupe naͤhrt ſich faſt von allen Pflanzen, die 
man ihr vorlegt, fie uͤberwintert in verſchiedener Größe 
und man findet ſie gewohnte) erwachfen zu Ende des May 
und im Anfange des Juny: ihre Grundfarbe iſt ſammt⸗ 
ſchwarz, mit hellweißen Waͤrzchen, auf welchen auf den 
drey erſten Gelenken und in den Seiten roſtgelbe, uͤbri⸗ 
gens aber ſchwarze, an den Spitzen aßliche, ae 

Haarbüͤſchel ſtehen. 

Dias Gewebe iſt fehr geräumig, weich, mit den G8 
ren der Raupe vermiſcht, die Puppe glänzend ſchwarz; der 
Schmetterling entwickelt ſich nach vier bis fünf Wochen 2 1 
und iſt allenthalben in Europa gemein, 


* Aus Eyern „ die bereits zu Ende des Juny gelegt wur⸗ 

den, erhielt ich mehrere Schmetterlinge noch im Okto⸗ 
ber und November deſſelben Jahres; die uͤbrigen Rau⸗ 
pen uͤberwinterten halb⸗ erwachſen. 


Dritter Band. „5 N 


338 


19. EYPREPIA FLA IA. 


Eypr. alis anticis nigris, rivulis albis: posticis flavis, 
nigro maculatis; abdomine rubro. 


Fueßl. A. Magaz. II. B. 1. St. S. 70. n. 2. Tab. 1. 
| f. 11. Ph. Flavia. 
Cramer, Pap. exot. Pl. CCCXCVII. fig. O. 
Esper, Schm. III. Th. Tab. LXXVIII. f. 1. S. 
390.—— | 
Bin d' Europe, T. IV. Pl. CXLII. f. 188. a. b. 
pag. 119. L’ecaille jaune. 
Hübner, Bomb. Tab. 30. f. 132. (foem.) Text, 
S. 134. n. 4. Blaulattichſpinner, B. Vir go, 
Borkh. Eur. Schm. III. Th. S. 171. n. 48. B. 


Flavia. 


Größe und Geſtalt von Ey pr. Caja, die Fuͤh⸗ 
ler, der Kopf und Ruͤcken ſind ſchwarz, der Halskragen 
weiß geſaͤumt, der Hinterleib roth, ſchwarz gefleckt, mit 
ſchwarzer Endſpitze, die Vorderfluͤgel ſchwarz, mit wei⸗ 
ßen bandfoͤrmigen Streifen und Linien und weißem Sau⸗ 
me, die hinteren gelb und ſchwarz gefleckt. (Ein Exem⸗ 
plar in der Gerning'ſchen Sammlung hat nur zwey ſchwar⸗ 
ze Flecke.) Die Unterſeite iſt blaſſer, als die obere und 
eben ſo gezeichnet. | Rn 

Der weiße Saum des Halskragens und der Vorder⸗ 
flügel und die ſchwarze Endſpitze des Hinterleibes unter⸗ 
ſcheiden dieſen Schmetterling hinlaͤnglich von allen Abaͤn⸗ 
derungen der Ey pr. Caja, welche oͤfters auch mit 
gelben Hinterflügeln vorkommt. Ei 8 

Nach Fueßl. A. Magaz. I. c. iſt die Raupe duͤnn 
und lang behaart, lichtgrau und ſchwarz gefaͤrbt. Das 
Vaterland iſt die Schweiz und Siberien. nd 


359 


20. EYPREPIA- HEBE. 


Eupr. alis anticis atris albo fasciatis: posticis sangui- 
neis atro maculatis. 


Hübner, Bomb. Tab. 30. f. 129. (mas.) Text, 
S. 135. n. 2. Garbenſpinner, B. Hebe. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, K. a. 
b. fig. 1. a. (Raupe.). 

Wien. Ver z. ©. 52. Fam. E n. 2. Gabenſpinner, 
B. Hebe. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 78. n. 2.—— 

Linné, S. N. I. 2. 820. 40. —— © 

Tabr. E. S. III. ı. 469. 193. 

Geoffr. Hist. d. Ins. T. II. p. 10g. n. g. Lale 
couleur de rose. 

Roͤſel, Inſ. Bel. IV. Th. Tab. XXVII. . 1. . 
S. 186. 

Kleemann, Beytr. Tab. XIII. f. 1 — 4. (Raupe und 
Puppe.). | 

Friſch, Beſchr. d. Inſ. VII. Th. Tab. IX. f. 1. S. 14. 
n. IX. 

| Schaeffer, Element. Tab. XCVM. fig. I. 

— — Icon. Tab. XXVIII. f. 1. 2. Nomencl. 

Panz. p. 40. B. Hebe. 

Esper Schm. III. Th. hab, XXXIV. f. 1— 4. S. 
181. 
Pa p. d' Europe, . IW. Pl. CXLIII. f. 1832 4a — 

k. pag. 120. L'écaille rose. . 

Panzer, Faun. germ. 16. 24. B. Hebe. 

Scriba, Beitr. II. H. Tab. VII. f. 3. Variet. 
Borkh. Eur. Schm. III Th. S. 172. n. 49. — 
— — Rhein. Magaz. l. B. S. 337. n. 170. 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II B. 4. St. S. 

416. n. 32. ©. 457. Anm. N. Ph. fest i va. 

| Y 2 


/ 


” 340 


Naturf. VIII. St. S. 106. n. 32. 

Fueßl. N. Magaz. III. B. 2. St. S. 145. n. 14. B. 
Hebe. 

Schrauk, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S. 152. n. 2. 
B. Ari Hebe. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 57. n. 55 B. Hebe. 

Lang, Verz. 2. T. S. 89. n. 684. 685.— | 

Brahm, Inf. Kal. S. 24. n. 9. S. 316. u. 201. S. 

382. n. 258. —— 

Schwarz, Raußenkal. S. 19. 100. 518. 652 763, 


Die Fuͤhler, der Kopf und Rücken ſind ſammt⸗ 
ſchwarz, der Halskragen roth geſaͤumt, der Hinterleib 
ſchwarz und nur in den Seiten der ſechs erſten Ge⸗ 
lenke roth gefaͤrbt, die Vorderfluͤgel ſammtſchwarz, mit 
weißen roſtfarbig gerandeten Querbaͤndern, die hinte⸗ 
ren bey dem Manne roſen- bey dem Weibe blutroth und 
ſchwarz gefleckt. Gegen die Wurzel zeigt ſich oͤfters eine 

ſchwarze Querbinde, zwey Flecke am Außenrande find 
von betraͤchtlicher Groͤße und zuweilen weißlich geſaͤumt, 
die Franzen ſchwarz. Die Vorderfluͤgel ſind auf der Un⸗ 
terſeite von der Wurzel aus roͤthlich angeflogen, 17 5 
gleich den hinteren, wie oben gezeichnet. 

Bey Abaͤnderungen zeigen ſich auf den Vorderfluͤ⸗ 
geln die weißen Binden bald breiter, bald ſchmaͤler, in 
größerer oder kleinerer Zhhl, fo, daß manchmal die wei⸗ 
ße, gewoͤhnlich aber die ſchwarze Farbe der Grund zu 
ſeyn ſcheint. Die Hinterfluͤgel ſind ſehr ſelten gelb 
und die Flecken variiren in der Größe, Geſtalt und Zahl. 

Das Ey iſt rund und weißlichgelb, die Raupe uͤber⸗ 
wintert; man findet ſie im April und Anfange des May 
erwachſen auf der gemeinen Schafgarbe (Achillea Mil- 
lefolium), Beyfuß (Artemisia vulgaris), Wolfsmilch 
(Euphorbia Esula, Cyparissias, Heliojeopia), 
Hundszunge (Cynoglossum officinale), Ochſenzunge, 


541 


Elite ofeinalie), Huͤhnerdarm (Alsine media) 
Lattich (Lactuca sativa) u. ſ. w. Sie ift ſchwarz, mit 
gleichfarbigen Waͤrzchen, auf denen in den Seiten roſtgelbe, 
uͤbrigens grauſchwarze, an der Spitze We oder 
gelbe Haarbuͤſchel ſtehen. 


Das Gewebe iſt weiß und mit den Hdäken der Raupe | 


vermiſcht, die Puppe dunkelſchwarzbraun; der Schmet⸗ 
a terling erſcheint nach drey oder vier Wochen und iſt nicht 
in allen Gegenden Deutſchlands einheimiſch. 


21. EYPREPIA4 CASTA 


Eypr. alis anticis fuscis, ſasciis N dentatis albis; 
posticis rubris, maculis marginalibus nigris. 


Hübner, Bomb. Tab. 3 1. f. 137. (foem)) Tab, 

51. f. 219. (mas.) Text, S. 135. n 7. Braun⸗ 
wurzſpinner, B. Casta. VA 

Fabr. E. S. III. 1. 471. 198. —— a 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXXIII. f. a. S. 
177. a Seren Cont. 12. f. 8 — 11. 
Fortſ. S. — — 

Borkh. Eur. Som. III. Sh. S. 177. n. 51. B. Car 
sta, 


* 


Große der folgenden Art; die Fühler find bey dem 
Manne ſchwarzbraun, der Kopf und Ruͤcken ſtark be⸗ 
haart, braunſchwarz, der Hinterleib ſchwarz, in den 
Seiten kaum ſichtbar rothgefleckt, die Vorderfluͤgel 
ſchwarzbraun, mit zwey weißen, auswaͤrts in einen 
Zahn auslaufenden, geſchweiften Querbinden, die zu— 
weilen am Vorderrande roth ‚angeflogen find; die 


f 
* 


= 


342 


hinteren weißlich, N blaßroſenroth, oͤfters mit 
einem ſchwarzbraunen Mittelflecke und einer gleichfar⸗ 
bigen Randbinde, welche in der Mitte durch die ene 
farbe unterbrochen iſt. 

Das Weib hat ſchwarze Fuͤhler, einen rothgrauen 
Halskragen, ſchwarzbraunen Ruͤcken und ſchwarzen 
Hinterleib, der am Anfange ſeitwaͤrts roth gefleckt 
iſt. Die Vorderfluͤgel ſind dunkelkaffeebraun, zuweilen 
ſammtſchwarz, die weißen Binden, wie bey dem Man⸗ 
ne, (nur iſt die erſte ſchmaͤler), gewöhnlich nur am 
Vorderrande, oͤfters auch durchaus roͤthlich angeflogen: 
gegen die Spitze ſteht ein faſt mondfoͤrmiger weißer 
Fleck, der nur ſelten fehlt; die hinteren ſind heller, 
oder dunkler roſenroth, mit zwey ſchwarzen oder ſchwarz⸗ 
braunen Randflecken und einer gleichfarbigen Makel am 
Vorderrande. 

Die Unterſeite gleicht der aten, nur iſt fie blaſ⸗ 
ſer angelegt und am Vorderrande der Hinterfluͤgel zeigt 
ſich immer ein ſchwarzbrauner Fleck. 5 


Die vorkommenden Abaͤnderungen, deren ich meh⸗ 
rere, von H. Dahl erzogen, beſitze, zeichnen ſich eo 
die hellere oder dunklere Grundfarbe, durch die abwei⸗ 
chende Geſtalt der Binden und den mehr oder weniger 
rothgefleckten Hinterleib aus; oͤfters iſt dieſer, vorzuͤg⸗ 
lich bey dem Manne, nebſt dem Ruͤcken, mit weiß⸗ 
grauen Haaren gemiſcht. 


Die Raupe iſt kaum ſo groß, als die von Ey pr. 
Menthastri, mit der ſie große Aehnlichkeit hat. 
Die Grundfarbe iſt ſchwaͤrzlich mit einer helleren Ruͤk⸗ 
kenlinie, welche auf jedem Gelenke einen laͤnglichvier⸗ 
eckigen ſammtſchwarzen Fleck theilt. Die Waͤrzchen 
find ſchwaͤrzlichgrau, der Kopf ſchwarzbraun. Sie lebt 
im Juny und July ſehr verſteckt unter ihrer Nahrungs⸗ 
pflanze, dem Hundswuͤrgerartigen Waldmeiſter (Aspe- 


* 


543 


rula eynanchica), kommt nur bey Nacht zum Vor⸗ 
ſchein und laͤuft aͤußerſt ſchnell. x 

Das Gewebe iſt eyfürmig, mit Haaren und Er— 
de vermiſcht, die Puppe rothbraun, an beyden Enden 
abgeſtumpft, mit einer kurzen, doppelten Endſpitze. Der 
Schmetterling entwickelt ſich zu Ende des April und im 
May, das Vaterland iſt Oeſterreich, beſonders die Ge⸗ 
gend um Wien, und Ungarn. | 


1 
/ — 


22. EYPREPIA MAC UL OS A. 


u - . * . N . — 8 
Eypr. alis nigro maculatis: anticis fuscis, posticis rus 
bris. 


Hübner, Bomb. Tab. 33. f. 144. (mas.) 145. 
(foem.) Text, S. 137. n. 16. Klehekkautſpinner, B. 

Maculosa. 

e Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, K. f. 
fig. 1. a. (Raupe. ). 

Wien. Verz. S. 54. Fam. E. n. 10. Klebekrautſpin⸗ 

ner, B. Maculos a. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 87. n. 10. 

Fabr. E. S. III. 1. 471. 199. —— 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XXXIII. f. 4. 5. S. 

. T. IV. Pl. CLIV. f. 199. a — h. 
pag. 148. L'écaille tachetee. 

Knoch, Beitr. III. St. Tab. V. f. 2. S. 100. B. 
Maculosa. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 196. n. 59. —— 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 340. n. 177. —— 

Lang, Verz. 2. A. S. 92. n. 714. 715. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 2. Abth. S. 153. 1. 
10. Arctia maculosa 


544 


a Brahm, Inſ. Kal. S 199. n. 102. B. macu- 
| losa. | > N 3 


Die Fühler, der Kopf und Rüden find bey dem 
Manne braͤunlich, der letztere mit drey ſchwarzen Laͤngs⸗ 
ſtrichen, der Hinterleib ſchwarzgrau, am Anfange und in 
den Seiten roth; die Vorderfluͤgel graubraun, gewoͤhn⸗ 
lich mit drey Querreihen ſammtſchwarzer Flecken von un⸗ 
gleicher Geſtalt und Groͤße, die hinteren roth: gegen die 
Wurzel ſteht ein ſchwarzer bindenfoͤrmiger Streif, dann 
ein gleichfarbiges Mondfleckchen und drey Randflecken. Die 
Unterſeite iſt roth und wie oben ſchwarz gefleckt. | 
Dias Weib hat ſchwarze Fuͤhler und iſt durchaus dunk⸗ 
Fer. gefärbt. Die vorkommenden Abaͤnderungen betreffen 
vorzuͤglich die Groͤße, Geſtalt und Zahl der Flecken, die 
hellere, oder dunklere Grundfarbe. 

Die Raupe lebt vom Herbſte bis in den May und 
dann wieder im July auf dem Klebekraut (Galium Apa- 
rine) 5). Sie hat die Größe der von Ey pr. fuligi- 
nosa, tft aber kuͤrzer behaart; der Kopf iſt glaͤnzend 
ſchwarz, mit einem hochgelben, faſt kleeblattfoͤrmigen 
Flecken uͤber dem Maule, die Farbe des Leibes iſt ſammt⸗ 
ſchwarz, mit einer gelben oder roͤthlichen Ruͤckenlinie und 
braͤunlichen kurzen Schraͤgſtrichen in den Seiten. Die 
blaͤulichſchimmernden Waͤrzchen ſind ſch ware und uͤber 
den Füßen roſtgelb behaart. 

In einem leichten Gewebe, gewöhnlich unter Stei⸗ 
nen, wird ſie zu einer ſchwarzbraunen blau bereiften Pup⸗ 
pe und der Schmetterling erſcheint im Juny und Auguſt 


*) Ob ich fie gleich an einem Orte fand, wo kein Klebe⸗ 

kraut zu ſehen war, ſo konnte ich fie doch nur mit 

dieſem erziehen; den Sauat, welchen alle verwandten 
Arten lieben, verſchmaͤhte ſie. e. 


— 


345 


in Ungarn und Oeſterreich; auch hat man ihn, wiewohl 
nur einzeln, in einigen Gegenden des ſuͤdlichen Deutſchlands 
gefunden. 


23. EYPREPIA PAR AS TZ. A. 


Eypr. alis eine reis, anticis maculis longitudinalibus atris; 
posticis immaculatis; nie alis imperfectis, 


Hübner, Bomb. Tab. 55. f. 146. (mas.) Tab. 53. 
f. 228. (foem) Text, S. 13. n. 17. Ginſterſpin⸗ 

ner, B. Parasita. 

— — Larv. Leid. III. Bomb. IL. Vera; K. f. fig. 
2. a. (Raupe.). 

— — Beitr. II. B. 2. Th. II. Taf. fig. I. S. 42. 

u. 124 

Es per, Schm. III. Th. Tab. LXXXXII. Cont. 12. 
de 1— 7. Sort. S. ide 


Größe der vorhergehenden Art. Die Fühler des Man⸗ 
nes ſind ſchwarz, Kopf und Ruͤcken ſtark behaart, grau, 
der Halskragen fuͤhrt einen ſchwarzen Querſtreif und die 
Schulterdecken eine gleichfarbige Laͤngslinie; der Hinter⸗ 
leib iſt ſchwaͤrzlich und mit grauen langen Haaren be⸗ 
25 

Die Vorderfluͤgel find aſchgrau, zuweilen roͤthlich⸗ 
grau, mit zwey Querreihen ſammtſchwarzer, weißlich ge⸗ 
randeter Flecke, wovon die erſte aus ſplitterfoͤrmigen Strei⸗ 
fen beſteht, die gegen die Wurzel ſpitz zulaufen, die zwey⸗ 
te aus vier ſchmaͤlern und kuͤrzeren Streifchen. Die Hin- 
terflügel find wie die vorderen gefaͤrbt und vor dem Au⸗ 
ßenrande verloſchen dunkler gefleckt. Die Unterſeite iſt 


| 346 


— 


aſchgrau und ſchwarzbraun ſchattirt; die Flecken ſcheinen 
von oben etwas durch. 

Das Weib iſt kleiner, der Hinterleib deſſelben be⸗ 
traͤchtlich ſtaͤrker, ſchwarz und ſeitwaͤrts roͤthlichgrau ge⸗ 
fleckt und behaart. Die Fluͤgel ſind ſehr kurz und ſchei⸗ 
nen nicht ausgebildet, die vorderen haben vier Reihen klei 
nerer, ſchwarzer, weißlich gerandeter Flecke; die hinteren 
ſind vor dem Außenrande ſchwarz gefleckt. 

Die Raupe lebt zu Ende des April und im May auf 
mehreren niederen Gewaͤchſen, auf Neſſeln (Urtica urens 
et dioica), dem Ginſter (Genista), u. ſ. w. Der Kopf 
iſt roͤthlich und mit vier ſchwarzen Punkten beſetzt, die 
Grundfarbe gelblich, oder braun, mit drey weißen oder 
gelblichen Ruͤckenlinien und rothbraunen, oder ſchwarzen 
Punkten und Flecken zwiſchen denſelben, die Haarbuͤſchel 
find braun oder roſtgelb, die Luftloͤcher weiß. Die Huͤb⸗ 
ner'ſche Abbildung weicht von der Es per ' ſchen bee 
traͤchtlich ab: nach dieſer iſt die Grundfarbe greisgrau, 
braun und ſchwaͤrzlich punktirt, mit einer gelben Ruͤcken⸗ 
linie, gleichfarbigen Haarbuͤſcheln und ſchwarzem Kopfe. 

In einem leichten Gewebe, an der Erde, wird ſie 
zu einer rothbraunen, am Kopfe ſtark gewoͤlbten, am 
HOintertheile ſtumpf zugeſpitzten Puppe, welche im März 
und April des folgenden Jahres den Schmetterling lie 
fert, der in Ungarn und auch, wiewohl ſehr ſelten, in der 
Sumer Gegend gefunden wird. 


} 


“94, !EYVPREPIA FULIGINOSA. 


Eypr. alis anticis rufo fuliginosis, puncto gemino nigro; ; 
posticis rubris, maculis marginalibus nigris, 


’ 


Hübner, Bomb. Tab. 33. f. 143. (oem) Text, ©. 
13. n. 15. Ampferſpinner, B. Fuli gin osa. 


347 


Hübner, Larv. Lap III. Bomb. II. Verae, K. ig. 
2. a. (Raupe.) b. (Puppe.). 

— — Beitr. II. B. 3. Th. II. Taf. fig. 6. 8 S. 63. 
Variet. 

Wien. Verz. S. 54. Fam. E. n. 1 T. mitem 
B Fuliginosa. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 88. n. ı1. —— 

Linné, S. N. I. 2. 836. 95. N. fuliginosa. 

— — Faun. Suec. ed. 2. 508. 1159. -— 

Fabr. E. S. III. 1. 486. 246. Bomb. 

Scopoli, Ent. Carn. 206. 508. Pha Il. — 

Roͤſel, Inf. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XLIIII. 
f. 1 — 6. S. 245. 

Schaeffer, Icon. Tab. XXXVII. f. 7. 8. No- 
mencl. Panz. p. 55. B. fuli gin osa. 

Sepp, Neederl. Ins. II. Th. v. tweede Gezin d. eer- 

ste Bende. Tab. XXVI. f. 1 — 8, 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XLIX. 

Harris, Expos. of engl. Ins. Tab. VIII. f. 7. 

Donovan, Nat. Hist. Vol. III. Pl. LXXX. 

Panzer, Faun. germ. 7. 16. B. fuliginosa. 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. LXXXVI. Noct. ask 
1 — 5. S. 56. Noct. fuliginosa, 

Pa p. d' Europe, T. IV. Pl. CLIV. f. 200. a — e. 
Pl. CLV. f. 200. f — h. pag. 150. L’ecaille 
eramoisie. 

Borkh. Eur. Schm. III. Th. ©. 198, n. 60. B. 
Fuliginos a. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 340. n. 178. — 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 37. n. 696.—— 

— — N. Magaz. III. B. 2. St. S. 144. n. 12. 

Müller, Faun. Fridr. p. 43. n. 381. N. 

— — Zool. Dan. p. 120. n. 1382. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 262. 


— 


548 


n. 1439. B. alt Gänse. 2. Abth. 10 153. n. 11. 
Arctia fuliginosa. 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 5. B. 2. St. S. 
206. n. 4. Ph. —— 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 62. n. 65. B. in 
Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 177.n.1104. Nov. eh 
Illig. p. 283. n. 1104. 
Lang, Verz. 2. A. S. 92. n. 716 — 718. —— 
Brahm, Inſ. Kal S. 30. n. 10. S. 189. n 96. 
Schwarz, Raupenkal. S. 10. 274. 534. 761. 


Die Fuͤhler ſind weißlich, fadenfoͤrmig und ſchwach 
gefranzt, Kopf und Ruͤcken rothbraun, der Hinterleib 
Zinnoberroth, in der Mitte und den Seiten ſchwarz ge⸗ 
fleckt, die Vorderfluͤgel rothbraun, mit einem oder zwey 
ſchwarzen Punkten, die hinteren roth, mit zwey ſchwar⸗ 
zen Punkten in der Mitte und einigen gleichfarbigen Flek⸗ 
zen vor dem Außenrande. Bey Abaͤnderungen fließen ſie 
in eine Binde zuſammen, die ſich oͤfters am Vorderrande 
hin bis zur Mitte verbreitet und nur die Gegend des In— 
nenrandes iſt roth. Die Unterſeite gleicht der bereit nur 
iſt ſie heller angelegt. 

Die Raupe lebt vom Herbſte bis in den Maͤrz und 
dann wieder im May und Juny, zuweilen auch noch im 
July, auf Ampfer (Rumex acutus), Brenneſſeln (Ur- 
tica urens), Wegerich (Plantago), mehreren weichen 
Grasarten und niederen Gewaͤchſen. Sie iſt hellgrau, gelb- 
braun, oder auch manchmal ſchwaͤrzlich mit gleichfarbigen 
borſtigen Haarbuͤſcheln auf den Waͤrzchen; der Kopf iſt 
kupferbraun, oder ſchwarz. g 

In einem braͤunlichen, laͤnglichrunden Gewebe wird 
ſie zu einer ſchwarzen, in den Einſchnitten des Hinterlei= 
bes gelbgefaͤrbten Puppe und der Schmetterling erſcheint 
im April und July — allenthalben in Europa. 


349 


25. EFPREPIA IL UCTIFERA. 


Eypr. tota atra, angulo ani, alarum posticarum abdomi- 
neque nigro pünctäto llavis, 


Hübner, Bomb. Tab. 34. f. 147. (foem.) Text, 
S. 138. n. 1. Spitzwegerichſpinner, B. Lucti- 
fera. 

Wien. Verz. S. 54. Fam. F. n. 4. Spitzwegerich⸗ 
ſpinner, B. Luctifera. 

Illiger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 94. n. 4.-— 

Fabr. E. S. III. 1. 453. 143. — 

Kleemann, Beytr. Tab. XXX. f. 1 — 5. S. 249. 

Esper, Schm. III. Th. Tab. XLIII. f. 1 — 9. S. 
222. B. Luctifera. 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLIX. f. 206. a — 
d. Pl. CLX. f. 206. e — g. pag. 168. Le 
deuil. 1 8 

Panzer, Faun. germ. 9 17. B. rb Ar 

Borkh. Eu Schm. III. Th. ©. 232. U. 72.— 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 343. n. 184. 

Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 61. n. 63. 

Goeze, Entomol. Beytr. III. Th. 3. B. S. 65. n. 93. 
B. caesa rea. 

Brahm, Inſ. Kal. S. 275. n. 162. . lucti- 
fera. 

Schrank, Faun. boic, 2 B. 1. Abth. S. 250. n. 
1423. B. Mori o. (Offenbar find hier beyde Schmet⸗ 
terlinge verwechſelt, welches die Citate und die Be⸗ 
ſchreibung der Raupe beweiſen.) 1H 

Schwarz, IN ©. 2 677. 757. B. Lu- 


ctifera. 


Etwas größer, als Ey pr. fuliginosa, die 


| 350 


Fuͤhler ſind fadenfoͤrmig, ſchwach gefiedert und nebſt dem 
Kopfe und Ruͤcken ſchwarz; der Hinterleib iſt oben gelb, 
mit drey Reihen ſchwarzer Punkte, unten ſchwarz. 

Die Fluͤgel ſind duͤnn beſchuppt, ſchwarz, die hin⸗ 
teren am Innenwinkel gelb. Die Unterſeite iſt ee il 
Ver gefärbt. 
Das Ey iſt rund und ſtrohgelb, die Raupe e. 
tert oder lebt faſt den ganzen Sommer hindurch auf Spitz⸗ 
wegerich (Plantago lanceolata), Haide (Erica vulga- 
ris), Mausoͤhrchen (Hieracium Pilosella), Meyer, 
oder Huͤhnerdarm (Alsine media), Hundszunge (Cy- 
noglossum officinale), Ehrenpreis (Veronica), Lö⸗ 
wenzahn (Leontodon Taraxacum) und vielen anderen 
niederen Gewaͤchſen. Sie iſt ſchwarz, mit gleichfarbigen 
Waͤrzchen und Haarbuͤſcheln, die ſich auf den letzten Ge- 
lenken verlängern, und einem rothgelben Ruͤckenſtreif. 
Dias Gewebe iſt ſchwarzgrau, die Puppe glänzend 
und dunkelrothbraun; der Schmetterling erſcheint nach 
Beſchaffenheit des Clima und der Witterung bald im A⸗ 
pril aus uͤberwinterten Puppen, bald ſpaͤter, aus übers 
winterten Raupen, oder im July als zweyte Generation, 
nicht allenthalben in Deutſchland. 


26. EYPREPIA CILIARIS. 


Eypr. tota atra, ciliis alarum albis. 


Mübner., Bomb. Tab. 51. f. 216. (mas.) Text, 
S. 151. n. 1. Trauriger Spinner, B. lugubris. 


Die Fuͤhler find zweyreihig gekaͤmmt, grau, mit ei⸗ 
nem weißlichen Schafte, Kopf, Ruͤcken und Hinterleib 


1 


. 8 351 


ſchwarz, mit grauen Haͤrchen gemiſcht, die Endſpitze des 
letzteren braͤunlich — die Flügel auf beyden Seiten braun— 
ſchwarz, mit einigem Glanze und durchaus weißen 

Franzen. Sun; 
Sch habe bereits im zweyten Bande S. 7. bey Oh i⸗ 
maera lu gubris angezeigt, daß H. Huͤbner hier 
zwey verſchirdane Schmetterlinge als die beyden Geſchlech⸗ 
ter einer Art abgebildet hat. Von Chim. lugubris 
kenne ich Mann und Weib, von Ey pr. ciliaris, wel⸗ 
che nur in Anſehung der Geſtalt der Flügel damit uͤberein— 
ſtimmt, befindet ſich der Mann in der Mazzola'ſchen, 
das Weib in der Radda' ſchen Sammlung. Ob dieſer 
Schmetterling, der uͤbrigens der kleinſte in dieſer Familie 
iſt, hieher gehoͤrt, oder zu einer anderen Gattung, bleibt 
unentſchieden, da bis jetzt von ſeiner Naturgeſchichte bes 
bekannt iſt. Das Vaterland iſt ee 


D. 


Die Fuͤhler find kurz gefiedert, der Ruͤcken einfar⸗ 
big behaart, der Hinterleib einfarbig, oder gelb, mit fuͤnf 
Reihen ſchwarzer Punkte, die Schenkel der Vorderfuͤße 
gelb. Die Fluͤgel ſind weiß oder gelb und ve oder we⸗ 
niger ſchwarz punktirt. 


27. EYPREPIA * EN DCA. * 


Eypr. alis maris cinereis, ſoeminae ae punctis spar- 
sis nigris: femoribus luteis abdomineque quinque- 


fariam nigro punctato. 
4 


Hübner, Bomb. Tab. 54. f. 1 48. (mas) 149. (foem.) 


552 | 
Text, S. 140. n. 7. Aſchgrauer Spinner, B. Men- 
die a 

Wien. Verz. S. 54. Fam. F. n. 3. Frauenmünzeſpin⸗ 
ner, B. Mendica. 
IIliger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 93. n. 3. 
Linné, S. N. I. 2. 822. 47. 

— Faun. Suec. ed. 2. 299. 11275 — 

Fabr. E. S. III. 1. 452. 139. | 
Clerck, Icon. Tab. III. f. 5 -(mas.) 
Knoch, Wei tn III. St Tab. II. f. 5 — 13. S. 47. 


n. 6. —— 
Esper, Schm. III. 2. Tab. XLII. f. 1 — g. S. 
218. —— 
Pap. d Europe, I. IV. Pl. CLIX.£.208. ct 
bl. pag. 165. La mendiante, 
Magazin des Thierreiches (herausgegeben vom 
Prof. Reich) I. St. 1. Abth. Erlangen 1793. Be⸗ 
obachtungen über die Ph. B. lubrieipeda Linn. 
und einige damit verwechſelte Arten von Thomas 
Marsham. (Uiberſetzt aus den Transactions of the 
Linnean Society. Vol, L) — Tab, 1. . 3. S. 
7. 8. B. mendica. 
Gurk. Eur. Schm. III. b. S. 229. n. 71. B. Men- 
dic aas N 
— — Rhein. Magaz I B. S. 345. n. 185. —— 
Fueßl. Schweiz. Inſ. S. 35. n. 664. —— 
Panzer, Faun. germ. 46. 23. 24.—.— 
v. Müller, Faun. Silesiaca III. Ahth. 1. H. 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. . 4. St. S. 
424. n. 45. Phal. Murin a. 
Naturf. VIII. St. S. 109. n. 45.7 —— 
Schrank, Faun. boic, 2. B. 2. Abth. 8. 153. n. 
16. PRO mendica. ». 
Vieweg, Tab. Verz. Fa S. 60. n. 62, B. men- 
di ca. su H 


353 


Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 174. n. 1093. Nov. ed, 

IIlig. p. 278. n. 1093, B. mendica, 
Lang, Verz. 2. A. S. 94. n. 725 — 726. — 
Schwarz, Raupenkal. S. 378. 522. 15. —— | 

Die Fuͤhler ſind bey dem Manne hene, der 
Kopf, Ruͤcken und Hinterleib aſchgrau, die Schenkel der 
Vorderfuͤße gelb, die Fluͤgel aſchgrau, die vorderen mit 
einzelnen ſchwarzen Punkten beſetzt, die hinteren ein⸗ 
farbig. 

Das Weib iſt groͤßer, feine Fühler find ſchwarz, mit 
einem weißbeſtaͤubten Schafte, der Ruͤcken und Hinterleib 
weiß, letzterer oben mit drey, unten mit zwey Reihen 
ſchwarzer Punkte. Die Fluͤgel ſind weiß, die vorderen 
ſehr ſparſam ſchwarz punktirt, die hinteren entweder unge- 
fleckt, oder am Außen- und Innenwinkel mit einem oder 
zwey ſchwarzen Punkten bezeichnet. N 

Die Unterſeite gleicht der oberen und beyde Geſchlech— 
ter fuͤhren in der Mitte der Hinterfluͤgel einen ſchwarzen 
Punkt. 
Das Ey ift weißlichgelb, die Raupe braͤunlichgruͤn, 
hellrothbraun oder grau behaart, mit einer feinen, oft 
kaum ſichtbaren, helleren Ruͤckenlinie, roſtfarbigen Kopfe 
und Bruſtfuͤßen. Sie lebt vom July bis in den Herbſt 
auf Frauenmuͤnze (Tanacetum Balsamita), Spitzwege⸗ 
rich (Plantago lanceolata), Neſſeln (Urtica), Sauer- 
ampfer (Rumex acetosa), Sallat (Lactuca sativa), 
Löwenzahn (Leomipden Taraxacum) und mehreren nie— 
deren Gewaͤchſen In einem leichten braͤunlichen Gewebe 
an der Erde, ode unter Blättern wird fie zu einer glaͤn— 
zend rothbraunen, mit vielen eingedruͤckten Punkten be- 
zeichneten Puppe, welche uͤberwintert und im May oder 
Juny den Schmetterling liefert, der in den meiſten Ge— 
genden von Europa, bald mehr, bald weniger fetten er⸗ 
ſcheint. 

Dritter Band. 6 3 


— 


„ | . 


Anmerkungen. 


1) Hübners Bomb. rustica, Tah. 34. f. 150, 
(mas.) Text, S. 130. n. 6. Milchweißer Spinner, (aus der 
Ukraine), deſſen Beitrage, II. B. 3. Th. II. Taf. ſig. H. Seite 
64. kenne ich nicht in der W obgleich H. Hübner in 


den Beitraͤgen verſichert, den Schmetterling auch in Wien 


in einigen Sammlungen angetroffen zu haben, wo ich ihn 
aber nicht finden konnte. Es iſt allerdings nicht zu laͤug⸗ 


nen, daß, wenn er wirklich exiſtirt, die an beyden Ge⸗ 


ſchlechtern gleichgefaͤrbten Fluͤgel einen weſentlichen Unter⸗ 
ſchied von Ey pr. mendica abgeben, allein die ſchwarz⸗ 
gekämmten Fuͤhler finde ich auch an den meiſten weiblichen 
Exemplaren der letztern; überdies widerſpricht ſich H. Dübs 
ner, indem er in feinem Texte ſagt, das Weib ſey ihm 


noch nicht vorgekommen und in den Beitraͤgen J. o. die 
ganz ſchwarzen Fuͤhler als den einzigen Unterſchied des Wei⸗ 


bes von dem der Ey pr. mendica angiebt. Von letzte⸗ 
rem giebt es Exemplare, welche, wenn ſie ſich ihrer Eyer 
entledigt haben, durch ihren alsdann geſchmeidigeren Hin⸗ 
terleib das Anſehen eines Mannes gewinnen. e 

2) Huͤbners Bomb. sordida, Tab. 34, f. ı5r. 


ER Text, S. 139. n. 5. Schmuziger Spinner, aus 


Italien, kenne ich gleichfalls nur aus der Abbildung; dieſer 
Schmetterling, von dem nur das Weib bekannt iſt, ſcheint 
mir aber eher zu der Gattung Liparis und zwar zu de- 
trita und rube a zu gehören. H. Hübner vereiniget 
damit Espers Noct. semicana, Tab. CLXXXIX. 
Noct. 110. IV. Th. 2. B. 2. Abſchn. S. 34.; beyde Ab⸗ 
bildungen weichen aber zu betraͤchtlich von einander ab, als 
daß dieſes Citat nicht zweifelhaft bleiben ſollte. 


28. EF PRE PLL MENTHASTRIL 


„ 
Eypr. alis albis, punctis sparsis nigris: abdomine fulvo 
‘ quinguefariam nigro punctato. 


Hübner, Bomb. Tab. 55. f. 152. (mas.) 153. 


(em.) Text, S. 138. n. 3. Roß ünzenſpinſen 


B. Menthas tri. 


w 


355 


Hübner, Lary. pid III. Bomb. * Vera, L. b. 
fig. 1. a. (Raupe. ). 
Wien. Verz. S. 54. Fam. F. n. 2. Rofmingen 

ſpinner, B. Menthast ri. 
. N. Ausg. dess. 1. B. S. 92. n. 2. 
— — Magaz. II. B. S. 47. 


Fabr. E. S. III. 1. 45 2. 140. 
Geoff r. Hist. des Ins. T. II. p. 118. n. 21. La Pha- 


lene-tigre. 

Sei Ent. ER 208. 513. Ph. Bun 
peda. 

Linné, S. N. I. 2. 1645 69. B. u-; 


N I(Eypr. Men- 
Faun, suec. ed. 2. 303. Ithastriund l u- 
1138. — brici peda ſind 


Roͤſel, Inſ. Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. hier. vereiniget). 
Tab. XLVI. f. 1 — 8. ©.257.J > 

Schaef fers Icon. Tab, CXIV. f. 2. 3. Fab. CCI. 
f. 1. 2. Nomencl. Panz. p. 12 2. et 177. B. Men- 
thastri. 

Wilkes, Nat. Hist. Tab. XXXX. B. Age 

Friſch, Beſchr. d. Inſ. III. Th. S. 22. XI. II. Platte. 


Iab. VIII. Menthastri und lubricipeda 


als die beyden Geſchlechter einer Art vereiniget). 


Esper, Schm. III. Th. Tab. LXVI. f. 6 — 10. 


S. 334. B. Menthastri. 


Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLVII. f. Me a 


C. Pl. CLVIII. f. 204. d — Kk. pag. 161. La 
phalene tigre. 7 2 
Magazin des Thierreiches, J. St. 1. Abth. 
Tab. 1, 0. S. 5. B. Erminea, 7 5 
De Geer, Uiberſ. v. Goeze. J. B. 1. 10 5. Abh. 
S. 132. Tab. 11. f. 1 — 8. II. B. 1. Th. S- 
218. n. 5. (Eypr. Menthastri und ee ede, 

da vereiniget). 
8 3 2 


Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. ERS. n. 1 e 
thastri. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 342. n. 183. —— 

Müller, Faun. Fridr. p. 42. n. 7 B. lubri ci- 
peda. 2 | 

— — Zool. Di p. 119. n. 1 — 

Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. II. B. 4. St. S. 
442. h. 251 hall nahen en alba. ©. 
436. Anm L. 

Naturf. VIII. St. S. 104. n. 25. 26. Ph. lubri- 
cipe da alba et lutea. 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 265. n. 
442. B Menthastri. 2. Abtkh. S. 153. n. 14. 
Arctia —— 
Vieweg, Tab. Verz. 1. H. S. 60. n. 61. B. —— 
Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 174. n. 1093. B. men- 
A foe m. Nov. ed. Illig. p. 278. n. 1098. 
Lang, Verz. 2. A. S. 94. n. 731. sin B. Men- 

thastr i. 
Schwarz, Raupenkal. S. 674. 


Die Fuͤhler ſchwarz, der Rücken ie der Hin⸗ 
terleib oben roͤthlichgelb, am Anfange, Ende und un— 
ten weiß, mit fünf Reihen ſchwarzer Punkte; die Flü- 
gel weiß, die vorderen mehr, oder weniger, zerſtreut 
und ungleich ſchwarz punktirt, die hinteren führen we— 
nige, oͤfters nur zwey oder drey ſchwarze Punkte und 
die Unterſeite iſt ſehr ſparſam punktirt. Abaͤnderungen 
zeichnen ſich bloß durch die größere oder kleinere Zahl 
der ſchwarzen Punkte aus. 

Das Ey iſt klein, rund und gelblichweiß, die Rau⸗ 
pe lebt vom Auguſt bis in den Oktober (einzelne über- 
wintern zuweilen) auf der Roßmuͤnze (Mentha sylve- 
stris), Floͤhkraut (Polygonum Persicaria), Waſſer⸗ 
pfeffer (Polygonum Hydropiper), Neſſeln (Urtica), 


— 


3 


357 


Katzenmuͤnze (Nepeta cataria), Frauenmuͤnze (Tana 
cetum Balsamita) u. ſ. w. Sie iſt dunkelbraun, mit 


glaͤnzend ſchwarzen Haarbuͤſcheln, welche auf hellblauen 


Waͤrzchen ſtehen, einem gelben Ruͤckenſtreife und gleich— 
farbigem Kopfe. Das Gewebe iſt grau und mit ſchwar— 
zen Haaren vermiſcht, die Puppe glaͤnzendſchwarz, dick 
und ohne Bewegung; der Schmetterling erſcheint im 
May und Juny — faſt allenthalben in Europa. f 


29. EYPREPIA URTICAE. 


Eypr. alis omnibus utrinque albis: abdomine fulvo, quin- 
de er nigro punctato. 5 


Hübner, Bomb. Tab. 35. f. 154. (foem.) Text, 
S. 139. n. 4 Zaunneſſelſpinner, B. Urticae. 
— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, L. b. Ag 
b. (Raupe.) c. (Puppe.). 

Esper, Schm. IV. Th. Tab. LXXXIII. Cont. ae 

f. 2. Fortſ. S. 20. B. Urticae, 

Magazin des Thierreiches, I. St. 1. Abth. Tab. 

1. f. 4. S. 9. B. papy race a. n 
Marsh.) 

Illiger, N. Ausg. des Wien. Verz. 1. B. S. 95. 
Var. 8. B. Menthas tri. 

— — Magaz. II. B. S. 47. 48. 

Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CL VIII. f. 100 m. I 
n. pag. 162. Var. 3, du phalene tigre. 

Borkh. Rhein. Magaz. I. B. S. 345. Anmerk. z 

g. Menthastri, 


Die meiſten Schriftſteller W eh dieſen, durch al⸗ 
le Stände von Ey pr. Menthastri verſchiedenen 
Schmetterling als eine Abänderung derſelben; ; ich habe 
ihn mit H. Oelmann in Leipzig mehrmals aus Eyern 
erzogen und durch alle Generationen genau beobachtet, da⸗ 


3558 


her mir die Rechte einer beſonderen Art nicht im geringſten 
zweifelhaft ſind. Laspeyre A DM im Illiger'ſchen 
Magaz. I. c. nach Marsham's Abhandlung in den 
Transactions of the Linnean Society, die verwand⸗ 
ten Arten bereits aus einander geſetzt und H. D. II. 
liger in feiner neuen Ausgabe der Fauna Etru- 
s ca, T. II. p. 279. Bomb. Urticae Espers 
als eigne Art anerkannt. 

Die Fuͤhler ſind ſchwarz und faſt Pe weiß 
beſtaͤubt, Rüden und Hinterleib wie bey Ey pr. Men- 
khas tri gefarbt und gezeichnet, aber die Fluͤgel find f 
laͤnger geſtreckt und gewöhnlich auf beyden Seiten ein. 


farbig und reiner weiß; auf den vorderen ſtehen zu⸗ N 


weilen gegen die Mitte zwey ſchwarze Puͤnktchen in 
ſchiefer Richtung untereinander und gegen die Fluͤgel⸗ 
ſpitze manchmal zwey oder drey derſelben, oder nur einer. 

Das Ey iſt faſt kegelfoͤrmig, gelblichweiß, die 
Raupe einfarbig dunkelbraun, mit einem rothgelben 
Kopfe; der Ruͤckenſtreif und die hellblauen Waͤrzchen 
fehlen. Die Puppe iſt ſchwarz, mit gelben Luftloͤchern. 
Futterpflanzen und Erſcheinungszeit ſind wie bey der 
vorhergehenden Art, das Vaterland iſt Sachſen, be- 
ſonders die Gegend von Leipzig. | FE. 


30. EVPREPIA LUBRICIPEDA- 


Eypr. alis flavescentibus: punctis nigris, abdomineue 
quinquefariam bin punctato. 


f Bomb. Tab. 35. f. 155. 1 156. (ben 
Text, S. 138. n. 2. Hollunderſpinner, B. Lubr i- 
ci peda. 

— — Larv. Lepid. III. Bomb. II. Verae, L. bi 
fig. d. (Raupe.) e. (Puppe.). a | 
Wien. Verz. S. 54. Fam. F. n. 1. Holunderſpimer | 
B. a cih ng. 


9 
4 


359 


Illi ger, N. Ausg. dess. 1. B. S. 91. n. 1. B. Lu- 
bricipeda. 


— — Magaz. II. B. S. 47. —— 


Linné, 8. N. I. 2. 829. 


69. —— Mit Ey pr. Mentha- 


— Faun. Suec. ed. 2. 305.] s tri vereiniget. 


1138. 


Fabr. E. S. III. 1. 451. 138. —— 


De Geer, Uiberſ. v. Goeze, I. B. 1. Q. 5. Abh. S. 
132. Tab. 11. f. 1 — 8. II. B. 1. Th. S. 218. n. 5. 
(Ey pr. Menthastri und lubricipeda ver⸗ 
einiget). 


Roͤſel, Inf, Bel. I. Th. Nachtv. 2. Cl. Tab. XLVII. 


f. 1 — 8. S. 260. 


Schaeffer, Icon. Tab. XXIV. f. 8. 9. Nomenel. 


Panz. p. 57. B. lubrici peda. 


Wilkes, Nat. Hist. Tab. XLII. 
Friſch, Beſchr. d. Inſ. III. Th. S. 22. XI. II. Platte. 


Tab. VIII. 


Sepp, Neederl. e II. Th. vant tweede Gezin 


der eerste Bende. Tab. II. f. 1 — 11. 


| Magazin des Thierreiches, I. St. 1. Abh. Tab. 


1. f. 2. S. 6. B. lubriei peda. 
Esper, Schm. III. Th. Tab. LX VI. f. 1 — 5f. S. 


330. —— 


Pap. d' Europe, T. IV. Pl. CLVII. f. 203. a — 
g. pag. 159. B. La phalene lievre. 

Bork h. Eur. Schm. III. Th. S. 222. n. 69. B. 

- Lubricipeda. 

— — Rhein. Magaz. I. B. S. 342. n. 182. 

Fueßl. Schweiz. Inf. S. 56. u. 681. B. lubricipe- 

da. (Nach den Citaten mit Menthastri weer) 


— — 21. Magaz. II. B 1. St. S. 7 — 
Hufnagel, Tab. im Berl. Magaz. 1 B. 4. St. ©, 


412. n. 26. Ph. lubricipeda lute a. 


Dritter Band. 4 5 A a 


360 

Naturf. VIII. St. S. 104. n. 25. 26. | 

Schrank, Faun. boic. 2. B. 1. Abth. S. 26 4. u. 
1443. Bomb. — 2. Abth. S. 15 3. n. 15. Ar cti a 

Vieweg, Tab. Verz. I, H. S. 50 60, B. lub ri- 
cipeda. 

Rossi, Faun. Etr. T. II. p. 173. n. 1090. Nor: | 
ed. Illig. p. 277. n. 1090. —— 

Lang, Verz. 2. A. S. 94. n. 727 — 730. —— 

Brahm, Inf. Kal. S. 377. 0.253. —— - 

Schwarz, uten ©. 240. 385. 529. —— 


| 


Die Fühler find gelblich und ſchwarz gekaͤmmt, der 
Küken ockergelb, der Hinterleib rothgelb, mit fuͤnf Rei⸗ 
hen ſchwarzer Punkte. Die Vorderfluͤgel hell ockergelb, 
mit einer ſchraͤgen Reihe ſchwarzer Punkte und einigen eine 
zelnen meiſtens nur am Vorderrande; die hinteren hell⸗ 
gelb, gegen den Vorderrand weißlich, mit einem ſchwar⸗ 
zen Fleckchen in der Naͤhe deſſelben. 

Das Weib iſt blaſſer gefaͤrbt, ſeine Hinterfluͤgel ſind 
gewoͤhnlich weißlich und fuͤhren gegen den Innenwinkel noch 

zwey ſchwarze Punkte. 

Die Raupe lebt vom Auguſt bis in den October au⸗ 
ßer den bey Ey pr. mendica und Menthastri ans 
gegebenen Pflanzen auch auf dem ſchwarzen Hollunder 
(Sambucus nigra), Himbeeren (Rubus Idaeus), Scho- 
tenweiderich (Epilobium), Mausoͤhrchen („Hieracium 
Pilosella), u. ſ. w. Sie iſt braungelb, mit gleichfar⸗ 
bigen Haarbuͤſcheln, die auf rothgelben Waͤrzchen ſtehen, 
einer blaßen Ruͤckenlinie und einem weißen Streife in je= 
der Seite. Das Gewebe iſt wie bey den vorhergehenden 
Arten, die Puppe rothbraun, der Schmetterling entwil- 
kelt ſich gewoͤhnlich im May oder Juny und wird allent⸗ 
halben in Europa gefunden. 


Berbef f er ungen 


für 


* 


den zweyten Band der Schmetterlinge von 


Europa. 


Die weite Entfernung des Druckortes machte es mir 
unmoglich, die Correctur ſelbſt zu beſorgen, alſo kommen 
die hier angezeigten weſentlichſten Druckfehler nicht auf mei⸗ 
ne Rechnung. 


Seite 3 Zeile 


12 
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24 
26 
92 
66 
77 
80 
105 
191 
134 
139 


3 ERBE 


Bas 148 
— 160 
2 168 

| Be 176 
— 180 


„ 


2 ſtatt duobis iſt zu leſen: duobus. 


2 — Turquise — — Turquoise. 
25 — 164. — — 641. 

4 — 67. — — 76. 

le Ber 3. 
. m BR 

23 — blaſſen — — bloßen. 

17 — singulo — — eingulo, 

10 — CLXX. — — CLXV, 

9 a 407. „ 307. 

19 * 113. A 119. 


13 barbatae — — barbato. 

18 nach vorzüglich breit. fehlt: Der After: 
büfchel ift an beyden Geſchlechtern vor 
zuͤglich breit. 

12 nach ). ein? 

18 iſt nach n. 7. hinzuzuſetzen: . 128. 

14 iſt zu leſen: an der Spitze 55 nach au⸗ 
ßen. 


— 16 ſtatt n. 9. iſt zu leſen n. 6. 


11 — Leucophiformis iſt zu leſen Leu- 
copsiſormis. 


> 


Seite 209 „ gel 12 nach ed. 
236 — 24 ſtatt aus * — 


— 


* 


5 


237 
241 


244 


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DIE SCHMETTERLINGE VON EUROPAS$LEIPZIG 


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